Entscheidungen bestimmen das Leben. Mit ihnen legen Sie den Weg fest, in den Ihr Leben verläuft - mal im kleinen, immer wieder aber auch im großen Rahmen. Kaum vorstellbar, wie viele Entscheidungen jeder Mensch in seinem Leben trifft. Da sollte man meinen, dass irgendwann ein Lerneffekt eintritt, eine Expertise entwickelt wird und die Beschlüsse leicht und erfolgreich von der Hand gehen. Leider weit gefehlt. Auch nach Tausenden Entscheidungen tappen die meisten Menschen in die immer gleichen Entscheidungsfallen. Das führt zu schlechteren Entscheidungen und Ergebnissen, die Sie sich nicht gewünscht oder ausgesucht haben. Wer nun die Schuld bei anderen sucht und glaubt, in Entscheidungsfallen gedrängt zu werden, liegt auch damit falsch. Diese Probleme sind meist hausgemacht - was aber auch bedeutet, dass Sie es in der Hand haben, etwas an daran zu ändern...

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Entscheidungsfallen sind oft selbst gemacht

Geht bei einer Entscheidung etwas schief und Sie tappen in eine Entscheidungsfalle, gibt es zwei Reaktionsmöglichkeiten. Sie können reflektieren und daraus lernen oder Sie sehen sich in der Rolle des Opfers, reden sich ein, dass Sie nichts dafür konnten und zeigen mit dem Finger auf andere oder gleich auf die Umstände, um selbst aus der Verantwortung zu kommen.

Klassischerweise wird die zweite Variante besonders häufig gewählt, weil sie einfacher ist und dabei hilft, das eigene fehlerfreie Selbstbild aufrecht zu erhalten. Bei den meisten Entscheidungsfallen müssen Sie sich jedoch tatsächlich an die eigene Nase fassen.

Zugrunde liegen eigene Fehler, entweder in der Denkweise oder in der gesamten Durchführung einer Entscheidung. Zum Glück lässt sich dagegen jedoch etwas tun.

Vorsicht vor diesen Entscheidungsfallen

Es gibt einige Entscheidungsfallen, denen Sie im Entscheidungsprozess ausweichen sollten. Dies gelingt am besten, wenn Sie sich diese bewusst machen, deren Anzeichen und mögliche Auswirkungen kennen und dann darauf achten, diese gezielt zu vermeiden.

Um Ihnen dabei zu helfen, in Zukunft den größten Entscheidungsfallen zu entgehen, stellen wir Ihnen diese vor und zeigen, was Sie dagegen tun können:

  • Entscheidungsfalle: "Ich muss mich entscheiden"

    Eine Entscheidungsfalle, von der sich fast niemand lossprechen kann, ist zwar recht simpel, hat aber dennoch große Auswirkungen. Der Gedanke Ich muss mich entscheiden ist gerade bei größeren Entscheidungen allgegenwärtig. A oder B, links oder rechts, Studium oder Ausbildung, Arbeitnehmer oder Selbstständigkeit...

    Scheinbar läuft es immer darauf hinaus, sich entscheiden zu müssen. Genau das ist die Entscheidungsfalle. Es ist genauso gut möglich, sich nicht zu entscheiden. Zumindest nicht nicht für eine der vorgegebenen Alternativen. Vielleicht ist C die beste Alternative und der Weg durch die Mitte oder schräg nach rechts passt am besten zu Ihnen. Das Nicht-Entscheiden ist dabei natürlich am Ende auch eine Entscheidung, aber es nimmt eine Menge Druck aus der ewigen Schwarz-Weiß-Darstellung.


  • Entscheidungsfalle: "Ich gehe eins nach dem anderen an"

    Eine Strategie, die durchdacht und sinnvoll klingt. Immer eine Wahl nach der anderen zu treffen und diese der Reihe nach zu betrachten kann jedoch auch eine Entscheidungsfalle sein. Das Problem: Viele Entscheidungen hängen zusammen oder beeinflussen sich gegenseitig. Vielleicht würden Sie also die zweite Entscheidung mit ganz anderen Augen sehen, wenn Sie diese bei der vorangegangen Wahl bereits berücksichtigt oder zumindest im Hinterkopf haben.

    Um wirklich gute Entscheidungen zu treffen, empfiehlt es sich deshalb, das große Ganze zu betrachten und sich ein Gesamtbild vorzustellen, anstatt jede Entscheidung isoliert zu treffen.


  • Entscheidungsfalle: "Ich habe keine Zeit mehr"

    Gerade in der heutigen Zeit muss alles immer schnell gehen. Entscheidungen sind dabei keine Ausnahme. Oft wird dieser Entscheidungsdruck sogar gezielt ausgeübt, um eine vorschnelle Entscheidung zu provozieren und das Ergebnis zum eigenen Vorteil zu manipulieren. Zeit ist deshalb eine besonders große Entscheidungsfalle.

    Wenn Sie sich in eine Entscheidung hetzen lassen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie am Ende mit dem Ergebnis unzufrieden sind oder bereuen, sich nicht doch noch mehr Zeit für die Analyse der Alternativen genommen zu haben. Manchmal hilft auch nur die Erkenntnis: Wenn Sie keine Zeit haben, ausreichend darüber nachzudenken, ist es vielleicht nicht der richtige Weg für Sie.


  • Entscheidungsfalle: "Ich wähle den größten Vorteil"

    Zunächst stimmt hier fast jeder automatisch zu, immerhin ist die Pro-Contra-Liste die wohl älteste und vor allem bekannteste Entscheidungstechnik. Die große Beliebtheit und Bekanntheit schützt aber nicht davor, dass viele Fehler gemacht werden - im Gegenteil trägt es eher dazu bei, dass die Reduzierung auf Vorteile eine weitreichende Entscheidungsfalle ist.

    Natürlich ist es sinnvoll, die Vorteile zu betrachten, aber nur dann, wenn es richtig gemacht wird. Oft wird beispielsweise fälschlicherweise nur die Anzahl der Pro-Argumente verglichen und als Entscheidungsgrundlage genutzt. Kann funktionieren, birgt jedoch das große Risiko, dass einzelne Faktoren nicht unterschiedlich stark gewichtet werden.

    So kann Alternative A insgesamt vielleicht mehr Pluspunkte sammeln, beim alles entscheidenden Aspekt, der für Sie am wichtigsten ist, schneidet diese Möglichkeit aber umso schlechter ab. Wer in die Entscheidungsfalle der Vorteile tappt, landet somit oftmals bei einem Ergebnis, das nicht seinen Prioritäten entspricht.


  • Entscheidungsfalle: "Das eine Mal macht keinen Unterschied..."

    Ausnahmen bedeuten das Ende jeder Konsequenz, werden aber andauernd gemacht. "Ist ja nur das eine Mal" ist dabei die wohl beliebteste Ausrede. Ich geh nur dieses eine Mal mehr Risiko ein, als ich eigentlich wollte... oder Beim nächsten Mal mach ich es wieder anders... - kommt Ihnen bekannt vor und haben Sie sich selbst schon einmal gesagt?

    Einmal angefangen - selbst wenn es nur bei einer kleinen Entscheidung ist - gerät dies schnell außer Kontrolle und schon sitzen Sie in der Entscheidungsfalle fest. Haben Sie bestimmte Regeln oder Grundsätze festgelegt, die Sie bei Ihren Entscheidungen berücksichtigen wollen, sollten Sie diese immer einhalten. Denn auch ein Mal kann sehr wohl einen Unterschied machen.


  • Entscheidungsfalle: "Ich weiß nicht, was ich will"

    Die vielleicht häufigste Entscheidungsfalle ist Ihre persönliche Unklarheit darüber, was Sie überhaupt wirklich von einer Entscheidung erwarten und was Sie sich vom Ergebnis versprechen. Kurz gesagt: Wenn Sie nicht wissen, was Sie wollen, können Sie keine erfolgreiche Entscheidung treffen. Trotzdem wird es immer wieder versucht, wodurch eine Menge Frust verursacht wird.

    In der Reihenfolge sollte die Klärung der Ziele und die Analyse der eigenen Prioritäten immer vor der Entscheidungsfindung stehen - in der Praxis sieht es aber oft anders aus und es wird entschieden, bevor Sie überhaupt wissen, was Sie mit der Wahl erreichen wollen.


  • Entscheidungsfalle: "Ich hab es doch gewusst..."

    Entscheidungsfallen gibt es nicht nur vor oder während einer Entscheidung, sondern auch im Nachhinein. Ob Sie selbst schon einmal in diese getappt sind, können Sie leicht herausfinden: Gehören Sie zu den Menschen, die gerne Ich hab's doch gewusst... sagen? Dann ist diese Entscheidungsfalle wie gemacht für Sie. Es geht darum, dass im Anschluss gerne gemeckert wird, dass sich die Dinge nicht so entwickelt haben, wie erhofft.

    Wie heißt es so schön: Hinterher ist man immer schlauer. Vollkommen falsch wäre es jedoch, nun die eigene Entscheidung zu kritisieren und in den Glauben zu verfallen, Sie wären schuld an der Entwicklung. Sie können nur anhand der Informationen, die im Vorfeld zur Verfügung stehen. Ein Restrisiko bleibt trotzdem immer. Anstatt sich zu grämen und die eigenen Entscheidungsfähigkeiten infrage zu stellen, sollten Sie Ihre Energie lieber darauf verwenden, das Beste aus der neuen Situation zu machen.

[Bildnachweis: Yakobchuck Viacheslav by Shutterstock.com]


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