Zielstrebigkeit: Selbstgesteckte Ziele erreichen

Man kann sich viel vornehmen und doch nichts davon erreichen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Viel wichtiger aber ist, dass man überhaupt Ziele hat und diese verfolgt. „Ich weiß, was ich will!“ Allein dieser Satz als Lebensmotto, also Zielstrebigkeit, verlängert laut einer kanadischen Studie um den Psychologen Patrick Hill von der Carleton Universität das Leben um einige Jahre – und zwar unabhängig davon, welche Ziele eine(r) hat und wie diszipliniert er oder sie diese verfolgt…

Zielstrebigkeit: Selbstgesteckte Ziele erreichen

Wer Ziele hat, lebt länger

Zielstrebigkeit hat viele Namen: Entschlossenheit, Beharrlichkeit, Ehrgeiz, Konsequenz, Beständigkeit, Hartnäckigkeit, Unbeirrbarkeit, Disziplin, Willensstärke, Geradlinigkeit, Charakterstärke, Beharrungsvermögen, Verbissenheit, Volition… Hinter allem steckt jedoch dasselbe: Die Fähigkeit, sich (eigene!) Ziele zu setzen, diese konsequent zu verfolgen und schließlich auch zu erreichen.

Und so unglaublich das auch klingt: Zielstrebigkeit verlängert das Leben.

Grundlage hierfür ist eine Untersuchung, für die laut BBC die medizinischen Daten von 7000 Amerikanern zwischen 20 und 75 Jahren über einen Zeitraum von rund 14 Jahren ausgewertet wurden. Dabei wurden die Probanden immer wieder befragt, ob sie Ziele hatten und diese auch verfolgen.

Darunter waren zum Beispiel Aussagen wie:

  • Manchen Menschen gehen völlig ziellos durchs Leben. Ich bin nicht so jemand.
  • Ich lebe mein Leben im Hier und Jetzt und mache mir über die Zukunft keine Gedanken.
  • Ich habe manchmal das Gefühl, im Leben schon alles erreicht zu haben.
  • Ich habe noch viele Pläne, und versuche das meiste davon auch zu erreichen.

Nachdem die Langzeitstudie abgeschlossen war, stellten die Forscher Überraschendes fest:

  • Die zielstrebigen Teilnehmer lebten durchweg gesünder.
  • Sie achteten mehr auf ihre Gesundheit und Fitness.
  • Ebenso waren sie glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben.
  • Viele der älteren Probanden hatten die ziellosen Teilnehmer überlebt.

Kurzum: Ziele zu haben und diese zu verfolgen, glaubt Studien-Autor Patrick Hill, gibt dem Leben eine wichtige Orientierung und diese schenkt den Betroffenen ein paar Extrajahre – „unabhängig davon, ob sie noch im Berufsleben stehen oder schon in Rente sind.“

Dabei ist allerdings zu beachten, dass es bei aller Zielstrebigkeit immer um die EIGENEN ZIELE handeln muss. Also nicht etwa um Erwartungen anderer, die wir versuchen zu erfüllen. Wer Letzteres versucht, gibt die Führung über sein Leben de facto ab und überlässt seinem Umfeld die Bewertung, ob und welche Ziele er oder sie erreicht – und damit auch die Bewertung, was eigener (!) Erfolg ist.

Zielstrebigkeit ist eine wesentliche Schlüsselqualifikationen für den Erfolg und die Karriere. Das gilt im Privaten wie im Berufsleben. Aber eben nur, solange wir selbstgesteckte Lebensziele verfolgen und erreichen.

Wenn es sich nicht um IHRE ganz persönlichen Ziele handelt, helfen auch die besten Methoden nichts. Dann werden Ihnen die Motivation und das nötige Durchhaltevermögen irgendwann ausgehen und fehlen. Nicht weil Sie zu wenig tun, sondern weil Sie einfach nicht wirklich hinter diesen Zielen stehen.

Wie aber gelingt das?

Wir stellen Ihnen im Folgenden ein paar Methoden, Tipps und Wege vor, wie Sie eigene Ziele finden, diese lernen richtig zu formulieren und zu setzen und schließlich auch erreichen und so Ihre Träume Realität werden lassen.

Die W-E-G-E-Methode: Wie Sie Ihre Ziele finden und erreichen

Wer erreichen will, was er oder sie sich vornimmt, dem sei die sogenannte W-E-G-E-Methode empfohlen: Es sind die vier wesentlichen Wege, seine Ziele zu finden und zu erreichen:

  1. Wirklich wollen. Sie kennen sicher das Problem guter Vorsätze: Am nächsten Tag sind sie schon vergessen. Es reicht eben nicht, zu sagen: „Ich möchte wieder eine Bikini-Figur haben“ oder „Ich möchte in diesem Jahr mein erstes Buch schreiben.“ Sie müssen es wirklich und zutiefst wollen, kurz: Es muss ein echter Herzenswunsch sein. Prüfen Sie zugleich Ihre Motivation, warum Sie das wollen: Vielleicht ist es nur ein Weg zu einem anderen (viel wichtigeren) Ziel, und Sie erreichen dieses Ziel auf einem anderen Weg wesentlich besser.
  2. Einfach halten. Egal, was Sie wollen – verkomplizieren Sie die Sache nicht unnötig. Nichts gegen To-do-Listen oder Mindmaps. Aber je feiner Sie Ihr Ziel aufdröseln, desto haltloser wird es. Geben Sie der Sache genug Gewicht, planen Sie GROSSES, nicht nur großes. Aber halten Sie es auch so einfach wie möglich und so konkret wie nötig.
  3. Ganz verschreiben. Sobald Sie Ihr klares, einfaches, wirklich wichtiges Ziel formuliert haben, lassen Sie es nicht mehr aus den Augen: Machen Sie es zu Ihrer Top-Priorität – im Alltag, im Büro, in der Freizeit und setzen Sie alles daran, es zu erreichen. Erinnern Sie sich daran, wie es war, als Sie das erste Mal unsterblich verliebt waren: Sie hatten nur noch eine Sache im Sinn – das Herz dieses Menschen zu erobern. So muss es auch mit Ihrem Ziel sein. Alles andere ist zweitrangig.
  4. Eins nach dem anderen. Jetzt, wo Sie wissen, wie es geht, versuchen Sie nicht so viele Ziele wie möglich in einen Tag, eine Woche oder einen Monat zu packen. Das Ergebnis ist Halbgares, Chaos, Frust. Konzentrieren Sie lieber Ihre Kräfte! Für Ihre Zielstrebigkeit ist weniger mehr: Ein Ziel zu seiner Zeit und mit der Zeit, die es dafür braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Welche Ziele Sie sich im Leben stecken – das muss jeder Mensch für sich herausfinden. Schließlich sind unsere Erwartungen, Hoffnungen und Träume so vielschichtig wie Erdsediment. Und diese Ziele und Prioritäten können sich im Laufe des Lebens auch immer wieder ändern. Zum Beispiel, wenn wir heiraten, Kinder bekommen oder in Rente gehen.

Der beste Weg, sich über seine Ziele im Klaren zu werden, ist Selbstreflexion. Und große Ziele in viele kleine Teilziele (und Teilerfolge) aufzubrechen. So müssen Sie keinen riesigen Berg erklimmen, sondern kommen Ihrem Ziel Schritt für Schritt näher. Dabei helfen dann auch…

Weitere Methoden für erfolgreiche Zielstrebigkeit

  • Fixieren Sie Ihre Ziele.

    Schriftlich vor allem. Entscheidend ist, dass Sie dabei eine Form wählen, die für Sie eine hohe Verbindlichkeit und Bedeutung hat. Für den einen ist das der Eintrag im (Erfolgs-)Tagebuch, andere schreiben sich einen Brief, wieder andere legen ihre Ziele in einer Liste auf dem Computer ab. Egal wie Sie es anstellen, die Form sollte für Sie bequem sein.

  • Veröffentlichen Sie Ihre Ziele.

    Auch das hilft, sich auf die festgelegten Ziele zu verpflichten. Veröffentlichen Sie Ihre Ziele in Ihrem Blog oder teilen Sie allen Freunden und den wichtigen Menschen in Ihrem Leben Ihre Ziele mit. Ein Scheitern ist dadurch mit negativen Konsequenzen – dem Gesichtsverlust – verbunden. Das kann eine Motivation sein, Ihre Ziele unbedingt zu erreichen.

  • Suchen Sie sich Vorbilder.

    Sie wollen eine bestimmte Position erreichen? Dann recherchieren Sie möglichst viele Informationen zu Personen, die das bereits geschafft haben und lernen Sie aus deren Fehlern und Erfolgen. Sicher sollten Sie nicht blindlings alles übernehmen, was diese Menschen tun. Doch lernen können Sie viel von Vorbildern, positiv wie negativ.

  • Sammeln Sie Unterstützer.

    Es gibt immer wieder Erfolgsgeschichten von Menschen, die auf den ersten Blick ganz alleine große Ziele erreicht haben. Doch bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass deren Erfolge nur mit der Unterstützung anderer möglich waren. Einfacher geht es mit Unterstützung auf jeden Fall. Sammeln Sie daher Unterstützer, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel begleiten und daran erinnern.

  • Meiden Sie Pessimisten.

    Es ist leider so: Es wird immer Menschen geben, die an Ihren Zielen zweifeln und nur die Chance zu scheitern sehen. Das geht also über kritisches Hinterfragen (was okay wäre) hinaus. Wenn Sie sich ständig mit derart pessimistischen und negativen Menschen umgeben, wird das Ihrer Motivation früher oder später schaden. Auch wenn es hart klingt: Meiden sie solche Menschen so gut Sie können.

  • Sorgen Sie für Ausgleich.

    Ehrgeiz ist – vor allem wenn es um das Erreichen der eigenen Ziele geht – ganz wichtig. Doch wenn Sie es übertreiben und jeden Tag geradezu verbissen daran arbeiten, Ihrem Ziel näher zu kommen, werden Sie früher oder später ausbrennen und von Ihrem Ziel nichts mehr wissen wollen. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie sich auch entspannte Tage und Momente schaffen, mit denen Sie für Ausgleich sorgen.

Dieser Trick hilft, Ziele schneller zu erreichen

Dieser Trick hilft, Ziele schneller zu erreichenIn der Psychologie ist der sogenannte Goal-Gradient-Effekt schon länger bekannt: Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr strengen wir uns an. Den Erfolg erreichbar nah vor Augen – das gibt uns einen enormen Motivationskick.

Dieser Psychotrick lässt sich allerdings auch gezielt nutzen, um zum Beispiel Vorsätze besser einzuhalten oder seine selbstgesteckten Ziele schneller zu erreichen:

Formulieren Sie kein festes Ziel sondern einen Zielkorridor

Angenommen, Sie haben sich vorgenommen, in den nächsten drei Monaten zehn Kilo abzunehmen. Bis dahin ist es langer, hungriger Weg… Die ersten zwei, drei Kilos purzeln dank der jüngsten ABC-Diät noch schnell. Aber danach heißt es: eisern durchhalten! Ernährung umstellen. Hungern. Sport treiben. So was.

Das Problem daran ist: Das Ziel ist erst mit dem zehnten abgespeckten Kilo erreicht. Kein Gramm vorher. Ein echter Motivationskick wird sich also eher ab dem achten oder neunten Kilo einstellen. Viele geben schon vorher auf.

Ganz anders bei einem Zielkorridor: Nehmen Sie sich beispielsweise vor, sechs bis zehn Kilo in den nächsten zwölf Wochen abzunehmen… Klar, was jetzt passiert: Der Kick des Goal-Gradient-Effekts setzt viel früher ein, die Durchhaltephase fühlt sich deutlich kürzer an.

Zielkorridor Ziele Erreichen Zielstrebig Grafik

Es passiert aber noch mehr: Wie Wissenschaftler um Maura L. Scott und Stephen M. Nowlis von der Oxford Universität herausgefunden haben, sollten Sie den Zielkorridor sogar größer fassen als das ursprüngliche Ziel. Also nicht etwa „sechs bis zehn Kilo abnehmen“, sondern „sechs bis 15 Kilo abnehmen“.

Warum?

Wie die Studien des Forscher-Duos ergaben, bekommen Sie nicht nur einen Motivationskick, sobald sie das untere Ende des Korridors erreichen. Sie glauben jetzt erst recht, dass das (hochgesteckte) Ziel auch erreichbar ist – und erreichen es prompt leichter und schneller.

Und das unabhängig davon, ob Sie ein paar Kilos abnehmen oder ein paar Tausend Euro ansparen wollen.

Die 7 Schwestern des Erfolgs

Glaubt man dem Drehbuchautor Woody Allen, ist Dabeisein bereits 80 Prozent des Erfolgs. Allen neigt bekanntermaßen zum Exaltierten, darunter leidet seine Glaubwürdigkeit ein wenig. Doch im Kern hat er Recht. Erfolg ist ein Rindvieh: Er gesellt sich gern zu seinesgleichen.

Daraus ergibt sich die Frage, ob es neben der Zielstrebigkeit auch ein paar Eigenschaften gibt, die erfolgreiche Menschen ebenfalls eint. Also Eigenschaften und Charakterzüge, die den Erfolg anziehen, sozusagen die hübschen Schwestern des Erfolgs.

Die Antwort lautet: Ja, es gibt sie. Sogar einige, mindestens sieben:

  1. Selbstreflexion

    Erfolg – soweit die allgemeine Definition – heißt, seine persönlichen Ziele zu erreichen. Dazu muss sie allerdings erst einmal kennen. Ebenso sollten sie erreichbar, sprich realistisch sein. Und das setzt voraus, dass man seine individuellen Stärken und Schwächen kennt sowie seine Ziele danach ausrichtet. Die oben schon angesprochene Selbstreflexion beinhaltet aber noch mehr: Wer diese Fähigkeit besitzt, trifft Entscheidungen bewusster, kann besser mit Fehlern umgehen (was bedeutet sie ebenso zu analysieren, um sie nicht zweimal zu begehen, wie diese emotional hinter sich zu lassen) und ist meist optimistischer was seine Zukunft anbelangt, denn er fühlt sich ihr nicht ohnmächtig ausgeliefert.

  2. Spezifische Ziele

    Ein klares Ziel zu haben, macht nicht automatisch erfolgreich. Was erfolgreiche Menschen eint, ist, dass sie ihre Ziele strukturiert und spezifisch benennen können. Nicht wenige schreiben sie sogar auf – wie bei Managern, deren Zielvorgaben in messbaren Zahlen vereinbart werden. Es sind keine Fernziele, sondern eine Kette von Nahzielen, die schließlich in ein großes münden. So hangeln sich diese Leute von Meilenstein zu Meilenstein, erleben Teilerfolg nach Teilerfolg und bleiben so hochmotiviert.

  3. Starke Netzwerke

    Dass gute Beziehungen Karrieren beflügeln, wurde bereits vielfach untersucht und bestätigt. Rund ein Drittel der Arbeitnehmer findet neue Jobs über persönliche Kontakte. Bei Managern rangiert das sogenannte Vitamin B gar auf Platz 1 der Karrierebeschleuniger: Rund 70 Prozent aller Führungspositionen in Deutschland werden so besetzt. Natürlich helfen Netzwerke nicht nur bei der Jobsuche. Starke Netzwerke zeichnen sich ebenso durch gegenseitigen Informationsaustausch und gemeinsames Coaching aus.

  4. Zuversicht

    Übertriebene Skepsis wirkt wie eine sich selbsterfüllende Prophezeiung: Irgendwann scheitert man tatsächlich. Zwar spürt jeder einen Fluchtreflex, sobald Probleme auftauchen. Erfolgreiche aber erzeugen eine Atmosphäre, in der dieser Reflex statistisch nur 1,13 Sekunden dauert.

  5. Ausdauer

    Hartnäckigkeit und Disziplin sind oft wichtiger als Können. Der Fleißige überflügelt den Talentierten so gut wie immer. Tatsächlich lassen sich viele Karrierefehler auf mangelnde Beharrlichkeit statt auf fehlendes Talent zurückführen.

  6. Pragmatismus

    Gemeinsam mit der Zuversicht, die auch einen gesunden, realistischen Optimismus beinhaltet, ist es schließlich der Pragmatismus, der die Erfolgreichen ihren Zielen näher bringt. Sie verharren weder in Theorien, noch verteidigen sie alte Entscheidungen – sie machen einfach das Mögliche. Dabei untertreiben sie nicht, beschönigen nichts, generalisisieren nicht. Sie sind präzise bei der Einschätzung des Machbaren, der Kosten und der Potenziale.

  7. Neugier

    Erfolgreiche lernen nicht einfach nur hinzu – sie wollen lernen. Und zwar möglichst viel. Der Motor dazu ist ihre Neugier: Warum ist das so? Was haben andere in der Situation gemacht? Was sind die Eigenschaften, die erfolgreiche Menschen einen? Wobei das Interesse dieser Leute stets fachübergreifend ist: Sie sind aufgeschlossen gegenüber Politik, Management, Sport und Religion, interessieren sich ebenso für die Börse wie für Bildungsfragen, für das Kochen oder die Psychologie. Sie haben vielleicht keinen Doktor-Titel, aber promovieren praktisch in allen Lebensfragen.

Ziele erreichen: Nutzen Sie die SMART-Methode

Ziele erreichen: SMART MethodeNicht zuletzt können Sie zum Formulieren und Erreichen Ihrer Ziele auch die sogenannte SMART-Methode anwenden, wobei hier im Vordergrund steht, die eigenen Ziele zunächst möglichst realistisch einzuschätzen und sich danach sinnvolle Fristen zu setzen.

Die SMART-Methode ist allerdings alles andere als neu, sie wurde schon im Jahr 1956 entwickelt und ist ein Akronym. Es steht für:

Smart Methode Spezifische Ziele Erreichen Zielstrebigkeit

  • Spezifisch: Ziele sollen so spezifisch wie möglich beschrieben werden.
  • Messbar: Orientieren Sie sich dabei an messbaren Fakten.
  • Attraktiv: Planen Sie so, dass Sie auch Lust haben, das umzusetzen.
  • Realistisch: Was Sie sich vornehmen muss natürlich auch machbar sein.
  • Termingerecht: Das bedeutet, die Aufgaben zeitlich bindend zu planen. Also etwa: Bis Ende des Jahres will ich zehn Prozent mehr verdienen.

10 Gründe, warum Sie Ziele nicht erreichen

Befördert werden, ein Unternehmen gründen, im Ausland arbeiten, sein Hobby zum Beruf machen, mehr Zeit für sich und die Familie haben – man kann sich viel vornehmen und doch nichts davon erreichen.

Es ist ein Leichtes, in diesem Fall andere dafür verantwortlich zu machen: Der inkompetente Chef, der einem im Weg steht. Oder die Umstände, die einen daran hindern, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

In Wahrheit stehen sich die meisten Arbeitnehmer beim Erreichen ihrer Ziele aber selbst im Weg. Aller Zielstrebigkeit zum Trotz: Mit bestimmten Verhaltensmustern können Sie sich den Weg zum Ziel gehörig verbauen.

Was Sie davon abhalten kann:


Sie haben sich unrealistische Ziele gesteckt.

Sie wollen hoch hinaus und haben sich hohe Ziele gesteckt. Das Problem daran ist, dass ein Ziel, das zu hoch angesetzt ist, wie ein riesiger Berg wirkt: unbezwingbar. Motivation wird so im Keim erstickt, macht es augenscheinlich doch keinen Sinn, das Ziel überhaupt anzugehen. Setzen Sie sich stattdessen Etappenziele. An diesen können Sie dann Stück für Stück arbeiten.

Sie verwechseln Selbstmanagement mit Zeitmanagement.

Der Begriff Zeitmanagement trifft nicht den Kern des Problems. Denn es geht nicht darum Zeit zu managen, sondern die eigene Arbeitsweise. Wer seinen Arbeitsalltag besser in den Griff bekommen will, sollte sich deswegen Gedanken über das Selbstmanagement machen. Das bedeutet sich selbst besser zu organisieren, sich zu motivieren und zu priorisieren.

Sie zweifeln an Ihren Fähigkeiten.

Jeder hat Momente, in denen er sich fragt, ob er der aktuellen Aufgabe oder Situation gewachsen ist. Doch wer dauerhaft an sich und seinen Fähigkeiten zweifelt, schadet sich damit. Halten Sie sich Ihre Stärken und Ihre bisherigen Erfolge vor Augen. Damit stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Sind Sie selbst nicht von sich überzeugt, lassen Sie sich von Hindernissen und Problemen schnell aus der Bahn werfen. Ein meckernder Kunde oder Kollege reicht dann oft schon aus, um Sie aufgeben zu lassen. Nur wer an sich selbst glaubt, erreicht auch seine Ziele.

Sie lassen sich vom Weg abbringen.

Im Arbeitsalltag ist es nicht immer leicht, seine Ziele im Auge zu behalten. Vor allem bei langfristigen Zielen sind Sie versucht, diese aufzuschieben. Und irgendwann wird aus aufschieben vergessen. Deswegen sollten Sie Ihre Ziele fixieren. Damit stellen Sie eine Verbindlichkeit her. Eine andere Möglichkeit ist es, anderen davon zu erzählen. Freunde und Familie werden zum Kontrollorgan und helfen Ihnen dabei, nicht vom Weg abzukommen.

Sie suchen sich Ausreden.

Ich bin nicht gut darin oder Ich kann das nicht – Aussagen wie diese werden schnell zu Begründungen, warum etwas von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Es führt dazu, dass Herausforderungen erst gar nicht angegangen werden. Doch gerade an Herausforderungen wachsen wir.

Sie treten nicht in Aktion.

Sie handeln nicht, sondern warten ab. Dahinter steht oftmals die Angst, etwas falsch zu machen, die falsche Entscheidung zu treffen. Angst ist ein menschlicher Urinstinkt, der uns schützen soll. Es ist förderlich zu wissen, dass man sich gerade in einer Situation befindet, in der es um etwas geht. Sie wissen, dass in diesen Momenten viel auf dem Spiel steht. Doch sollten Sie sich von Ihrer Angst nicht lähmen lassen und dem Fluchtinstinkt nicht nachgeben. Wer seine Ziele erreichen will, braucht eine Macher-Mentalität.

Sie sagen zu oft Ja.

Sie opfern sich für Ihre Kollegen auf. Sie können schlecht Nein sagen. Ihre Kollegen kommen immer wieder zu Ihnen und Sie übernehmen bereitwillig alle Aufgaben. Sie sind ständig erreichbar und allzeit bereit. Ein Ich habe im Moment viel zu tun und kann das nicht übernehmen wird man von Ihnen nicht hören. Doch damit muten Sie sich eine Menge zu. Denn jemand, der keine Grenzen setzt, läuft Gefahr, früher oder später auszubrennen. Auch vernachlässigen Sie damit das, was Ihnen wichtig ist.

Sie denken, dass Sie alles alleine machen müssen.

Es gibt immer wieder Erfolgsgeschichten von Menschen, die auf den ersten Blick ganz alleine große Ziele erreicht haben. Doch bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass deren Erfolge nur mit der Unterstützung anderer möglich waren. Einfacher geht es mit Unterstützung auf jeden Fall. Sammeln Sie daher Unterstützer, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel begleiten und daran erinnern.

Sie können nicht mit Kritik umgehen.

Gewiss, nicht jeder Kollege, der einem einen Rat gibt, meint es damit gut. Manchmal ist es eine Intrige oder eine falsche Fährte oder der Versuch, sich als Ratgeber größer zu machen. Das sind allerdings eher die Ausnahmen. In der Regel ist die Hilfe, die man gerade braucht, tatsächlich nur ein Büro weiter zu finden. Mit Sicherheit gibt es auch in Ihrem Job erfahrene und sehr erfolgreiche Kollegen, die Ihre Arbeit weiterbringen können. Es wäre dumm von dieser Erfahrung nicht zu profitieren.

Sie lassen sich von Nörglern anstecken.

Es ist leider so: Es wird immer Menschen geben, die an Ihren Zielen zweifeln und nur die Chance zu scheitern sehen. Das geht über kritisches Hinterfragen (was okay wäre) hinaus. Wenn Sie sich ständig mit derart pessimistischen und negativen Menschen umgeben, wird das Ihrer Motivation früher oder später schaden. Auch wenn es hart klingt: Meiden sie solche Menschen so gut Sie können.




Zielstrebig? Darum erreichen manche ihre Ziele nie

Zielstrebig? Darum erreichen manche ihre Ziele nieSich Ziele überhaupt zu setzen, ist ein wesentlicher Schlüssel zu Erfolg und Glück. Wer nichts will, kann auch nichts erreichen. Manche aber stecken sie dabei zu hohe Ziele – und scheitern.

Die Harvard-Psychologin Amy Cuddy hat dabei einen klassischen Fehler ausgemacht, warum manche Ziele nie erreichen: Sie konzentrieren sich allein auf das Ergebnis aber nicht den Weg dorthin, vor allem einen Weg der „kleinen Schritte“, wie sie es nennt.

Zu große Ziele seien zu weit weg, das raubt Motivation. Statt also gleich einen Marathonlauf zu planen, sei es klüger mit ein paar Kilometern anzufangen und sich dann zu steigern.

Zielstrebigkeit Ziel Im Auge Behalten Grafik

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
23. Juni 2015 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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