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Blinder Fleck (Psychologie): Charakterzüge aufdecken

Wir alle haben einen blinden Fleck – nicht nur im Sehnerv! In der Psychologie beschreibt der blinde Fleck Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale, die uns selbst nicht bewusst sind, anderen aber auffallen – positiv wie negativ. Das führt dazu, dass wir uns selbst anders sehen, als wir wirklich sind. Schon in der Bibel steht, dass wir leicht den Holzsplitter im Auge des anderen erkennen, aber den Balken im eigenen Auge übersehen… Wie Sie den blinden Fleck aufdecken und für sich nutzen…



Blinder Fleck (Psychologie): Charakterzüge aufdecken

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Definition: Was ist ein blinder Fleck

In der Psychologie beschreibt der blinde Fleck Teile der Persönlichkeit und Charaktereigenschaften, die uns selbst nicht bewusst sind. Das können Stärken wie Schwächen sein. Die Metapher leitet sich von dem visuellen Phänomen des blinden Flecks im Auge ab (siehe Kasten).

Laut dem Johari-Fenster – 1995 entwickelt von den beiden Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham – wird der blinde Fleck definiert als der Bereich, der uns selbst unbekannt, aber anderen bekannt ist. Es entsteht ein Unterschied zwischen Selbstbild und Fremdbild.

Blinder Fleck (Optik)

In der Augenheilkunde bezeichnet der blinde Fleck die Stelle im Auge, an der der Sehnerv auf die Netzhaut trifft. Weil sich hier keine Lichtrezeptoren befinden, ist das menschliche Auge an dieser Stelle blind. Der blinde Fleck wird ebenfalls „Papille“ oder „Mariotte-Fleck“ genannt.


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Blinde Flecken Beispiele: Verzerrte Wahrnehmung

Manchmal sind wir blind für etwas, das andere Menschen ganz klar an uns wahrnehmen – positive wie negative Eigenschaften. Häufige Beispiele für unsere getrübte Wahrnehmung:

Arroganz

Manchen Menschen ist nicht bewusst, wie sie auf andere wirken. Sie selbst halten sich für selbstbewusst, attraktiv und großartig – auf andere aber wirkt ihr Verhalten einfach nur überheblich und arrogant. Erhalten sie hierzu kein Feedback, verstehen Betroffene die Ablehnung oft nicht.

Minderwertigkeit

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl denken oft schlecht von sich und glauben nicht an die eigenen Fähigkeiten. Ihr blinder Fleck sind die zahlreichen Stärken, die sie besitzen aber nicht sehen wollen oder können.

Kommunikation

Die meisten würden von sich sagen, dass sie kritikfähig sind. Gleichzeitig nehmen viele die Kritik schnell persönlich, reagieren darauf mit einer Flucht nach vorn oder hören erst gar nicht richtig zu. Ein solcher blinder Fleck ist besonders schwer aufzudecken und zu verändern.

Toxische Beziehung

Auch das ein Klassiker: Die Freunde oder Familie erkennen längst, dass wir in einer Beziehung feststecken, die uns nicht gut tut und ein glückliches Leben verhindert. Wir selbst sind dafür (noch) blind und sehen eher uns als Ursache als den toxischen Partner.

Verhaltensmuster

Es gibt zahlreiche Gewohnheiten und Verhaltensmuster, die wir an uns selbst gar nicht wahrnehmen, die aber destruktiv wirken. Das können Essstörungen oder Süchte sein, ebenso notorisches „Ja“-Sagen oder ein Helfersyndrom.

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Blinder Fleck Bedeutung

Vor einigen Jahren kamen Psychologen bei einer Studie mit mehr als 200.000 Teilnehmern zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Menschen große Schwierigkeiten bei der Selbsteinschätzung hat. Zusammengefasst: Wir überschätzten die eigene Stärken und unterschätzen die Schwächen umso mehr – oder ignorieren sie komplett.

Ein unbemerkter blinder Fleck hat zahlreiche negative Auswirkungen und Nachteile:

  • Wir sehen uns verzerrt
  • Wir machen mehr Fehler
  • Wir erwarten zu viel (von uns)
  • Wir wirken unsympathisch
  • Wir lassen Potenziale ungenutzt
  • Wir bleiben emotional und mental stehen

Der Mensch ist nicht nur die Krone der Schöpfung, sondern leider auch Spitze darin, sich seine eigene Wirklichkeit zu schaffen – ein Universum aus Selbstbetrug, Schönfärberei, selektiver Wahrnehmung und Selbstgerechtigkeit.

Blinde Flecken aufdecken und eingestehen

Nicht selten verbirgt sich hinter der selektiven Blindheit purer Narzissmus oder eine veritable Profilneurose. Die große Gefahr: Wir werden nicht besser und entwickeln uns auch nicht weiter, indem wir Stärken oder Schwächen verdrängen, verleugnen, verschweigen oder verstecken.

Im Gegenteil: Erst wenn wir unsere blinden Flecken erkennen, aufdecken, sie uns eingestehen, können wir daran arbeiten und zum Beispiel unsere Schwächen durch andere Menschen und deren Stärken kompensieren.

Blinder Fleck Psychologie Schwächen Beispiele wie aufdecken und umgehen

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Wie kann ich meinen blinden Fleck aufdecken?

Das Beste, was uns passieren kann, ist ein ehrlicher und authentischer Umgang mit den eigenen Stärken und Defiziten. Um eigene blinde Flecken aufzudecken, reichen oft schon fünf Fragen aus – vorausgesetzt, Sie beantworten diese ehrlich. Auch wenn Ihnen die Antworten nicht gefallen.

Die Fragen sind negativ formuliert und dienen dazu, Schwächen zu identifizieren. Formulieren Sie diese positiv, können Sie ebenso Ihre unbekannten Stärken aufdecken:

  1. Welche Aufgaben mag ich gar nicht?

    Im Job gibt es immer Aufgaben, die lästig oder unangenehm sind und trotzdem erledigt werden müssen. Überlegen Sie in dem Fall aber, wovor Sie regelrecht Abscheu haben: Zum Beispiel Buchhaltung, Bürokratie, Steuererklärung, etc. – das zeigt Ihnen erste Hinweise auf mögliche Lücken.

  2. Welche Tätigkeiten vermeide ich häufig?

    Im Positiven würden Sie hier nach Ihrer heimlichen Leidenschaft fragen – so aber geht es um verdrängte Abneigungen, die Sie womöglich vor anderen verstecken. Auch das kann eine offene Flanke sein.

  3. Was gelingt mir gar nicht gut?

    Reflektieren Sie bitte, womit Sie regelmäßig Probleme haben, sich übermäßig anstrengen – und doch nur suboptimale Ergebnisse erzielen. Was sind Ihre größten Misserfolge – und wie gehen Sie damit um? Es hilft, wenn Sie sich die Konsequenzen vor Augen führen.

  4. Wovon lasse ich mich provozieren oder verführen?

    Hand aufs Herz: Wie gut haben Sie sich im Griff? Wie weit reichen Selbstbeherrschung und Impulskontrolle? Es ist wichtig, seine Trigger zu kennen. Genau darüber sind wir anfällig für Manipulation und Versuchungen.

  5. Womit kann ich schlecht umgehen?

    Bei der letzten Frage geht es um die Frustrationstoleranz. Auch diese Auslöser liefern Hinweise auf mögliche Schwächen. Wer zum Beispiel schlecht Hilfe annehmen kann, könnte zu stolz sein und wenig Selbstsicherheit besitzen.

Wie gehe ich mit blinden Flecken um?

Ein aufgedeckter blinder Fleck ist keiner mehr: Was andere längst bemerkt haben, ist nun auch Ihnen bekannt. Wie gehen Sie damit um? Wir empfehlen regelmäßig zwei Wege:

1. Akzeptieren

Nehmen Sie Ihre Schwächen als das an, was sie sind: menschliche Defizite, die alle haben. Nichts, wofür wir uns schämen müssten. Akzeptieren Sie manch individuelle Besonderheit als Spleen oder Markenzeichen. An bisher unentdeckten Stärken wiederum dürfen Sie sich freuen: In Ihnen steckt mehr als gedacht! Daraus ergeben sich völlig neue Potenziale, die Sie ausschöpfen können und sollten – beruflich und privat.

2. Ändern

Im zuge der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis fallen Ihnen auch ein paar Defizite und Schwächen auf, an denen Sie arbeiten sollten, weil diese Ihnen sonst ein Leben lang im Weg stehen können. Dazu gehören zum Beispiel die Unfähigkeit zur Kritik, Impulsivität oder ungesunder Perfektionismus.

Jeder Mensch kann sich verändern, wenn er oder sie will. Durch Übung wird aus einem blinden Fleck, der als Schwäche erkannt wurde, nach und nach eine Stärke. Und wenn das geschafft ist, können Sie den Prozess von vorne beginnen und weitere blinde Flecken aufdecken…


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