Skillset: Tipps und Beispiele für die Bewerbung

Jeder Beruf erfordert ein bestimmtes Skillset. Ein Mix aus passenden Fähigkeiten und relevanten Qualifikationen. Vor allem bei der Bewerbung hat das richtige Skillset eine große Bedeutung. Je besser es zur angestrebten Position passt, desto größer die Jobchancen. Was aber mach das richtige Skillset in der Bewerbung aus? Wie setzt es sich zusammen? Mit welchen Fähigkeiten können Kandidaten punkten? Eine Übersicht…

Skillset: Tipps und Beispiele für die Bewerbung

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Skillset Definition: Was ist das?

Der Begriff Skillset beschreibt die Anzahl und Zusammensetzung vorhandener Fähigkeiten („skills“), Fertigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen. Bei der Bewerbung definiert das Skillset meist das Kompetenzprofil oder die Kernkompetenzen eines Bewerbers. Je besser diese zum Anforderungsprofil der Stelle passen, desto größer die Bewerbungschancen.

Das Wort Skillset ist vergleichsweise jung. Oft ist mit „Skillset“ eine Mischung aus Know-how, Erfahrungen und bestimmten Charakteristika der Persönlichkeit gemeint. Die britische Journalistin Lucy Kellaway fand heraus, dass der Begriff vor allem dann verwendet wird, wenn unklar ist, welche Fähigkeiten und Kenntnisse zu einem Berufsbild gehören. Während beispielsweise bei Ingenieuren die relevanten Skills klar umrissenen seien, werde bei Managern und Führungskräften eher von Skillsets gesprochen.

Skill Set oder Skillset?

„Skillset“ stammt aus dem Englischen und wird dort getrennt geschrieben. Wer also eine Bewerbung auf Englisch verfasst, sollte unbedingt „skill set“ schreiben. Im Deutschen sind beide Schreibweisen möglich: getrennt und zusammen.


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Skillset: Verschiedene Arten von Kompetenzen

Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Kompetenzen. Sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene. Nicht umsonst sprechen wir von Fachkompetenz oder sozialer Kompetenz sowie von weichen und harten Fähigkeiten. Ein Überblick:

  • Soft Skills

    Soft Skills umfassen soziale Fähigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen einer Person. Sie werden auch als weiche Faktoren bezeichnet und zeigen sich im Umgang mit anderen Menschen, aber auch mit sich selbst („personale Kompetenzen“). Soft Skills lassen sich schlecht messen oder überprüfen, da die Voraussetzungen für ihre Entwicklung höchst unterschiedlich sind.

  • Hard Skills

    In Abgrenzung zu den Soft Skills basieren Hard Skills auf „harten“, nachweisbaren Fähigkeiten und Qualifikationen, wie zum Beispiel einem Studienabschluss, einer absolvierten Fortbildung oder einem Zertifikat. Auch Sprachkenntnisse sind Hard Skills. Nachgewiesen werden diese in der Regel durch entsprechende Abschlusszeugnisse, durch Noten oder eine Beurteilung des Vorgesetzten (siehe: qualifiziertes Arbeitszeugnis).

  • Business Skills

    Bei Business Skills handelt es sich mehrheitlich um Soft Skills, die im beruflichen Kontext bedeutsam sind. Jemand kann noch so hervorragende Zeugnisse haben – wenn er oder sie nicht teamfähig oder gewissenhaft ist, fehlen relevante Kompetenzen.

  • Top Skills

    Als Top Skills werden wiederum jene Soft und Hard Skills bezeichnet, die in der Zukunft eine größere Rolle spielen. Es handelt sich dabei um Trend-Fähigkeiten, die von Unternehmen und Arbeitgebern mit wachsender Häufigkeit nachgefragt oder verlangt werden. Im Extrem zählen Sie irgendwann zu den sogenannten Muss-Anforderungen: Wer sie bei der Bewerbung nicht mitbringt, hat keine Chance.

Skillsets variieren von Beruf zu Beruf

Für Bewerber ist es nicht immer leicht, das richtige Skillset zu ermitteln oder überzeugend zu formulieren. Die Anforderungen variieren nicht nur von Beruf zu Beruf, sondern auch von Stelle zu Stelle – je nachdem wo die ausschreibenden Unternehmen ihre individuellen Schwerpunkte legen. So dominieren bei Berufen im sozialen Bereich meist die Sozialkompetenzen wie Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis. In kreativen Jobs steigt wiederum die Bedeutung von Neugier oder Problemlösungskompetenz.

Umso wichtiger ist, dass Sie bei jeder Bewerbung die Stellenanzeigen aufmerksam lesen und daraus das gesuchte Profil sowie alle gefragten Schlüsselkompetenzen genau ableiten. Im Anschluss sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen jedes Mal individuell darauf anpassen und entsprechende Schwerpunkte setzen.

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Stärken erkennen: Das eigene Skillset definieren

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen – einen blinden Fleck. Erstere eröffnen Potenziale, letztere setzen uns – teilweise – Grenzen. Entscheidend ist, dass wir beide kennen – vor allem aber unsere Stärken stärken, statt ständig an unseren Defiziten zu laborieren. Schließlich definieren die in erster Linie unser Skillset.

Wie kann ich meine Stärken und Talente erkennen? – Das fragen sich viele, nicht nur Kandidaten bei der Bewerbung. Hier einige Fragen und Beispiele, wie Sie Ihrem Skillset auf die Spur kommen:

  • Was gelingt Ihnen gut?

    Welche Erfolge konnten Sie schon erzielen? Was gelingt Ihnen leicht und gut? Falls Sie Berufsanfänger sind und noch nicht auf einschlägige Berufserfahrungen zurückblicken können, blicken Sie bitte auf bisherige Schwerpunkte: Lieblingsfächer, Leistungskurse, Interessen und Hobbys. Entdecken Sie dort Gemeinsamkeiten, einen roten Faden?

  • Was macht Ihnen Spaß?

    Meist macht uns das, womit wir Erfolg haben, auch am meisten Spaß. Bei welchen Tätigkeiten vergeht die Zeit scheinbar wie im Flug? Wobei kommen Sie so richtig in den Flow und versinken ganz und gar in dem, was Sie tun? Hierin stecken oft die „verborgenen“ Talente.

  • Wofür werden Sie gelobt?

    Was wir besonders gut können, bleibt für uns selbst häufig verborgen. Wir halten es für selbstverständlich. Außenstehende erkennen diese Fähigkeiten dafür umso besser, beneiden uns vielleicht sogar darum. Reflektieren Sie doch mal, wofür Sie häufiger gelobt werden – oder Fragen Sie Ihre Freunde nach Ihren Stärken. Vier Augen sehen mehr als zwei.

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Warum Sie Ihr Skillset stetig erweitern sollten

Bildung gilt als wesentlicher Schlüssel zum (beruflichen) Erfolg. Weil der Arbeitsmarkt im stetigen Wandel ist, müssen wir auch unsere Skills permanent erweitern. Für manche wirkt das lebenslange Lernen wie eine Bedrohung. Dabei ist es eine enorme Chance!

Lernbereitschaft und Offenheit für Neues bewahrt Sie nicht nur vor Arbeitslosigkeit. Ein stetig wachsendes Skillset eröffnet Ihnen Horizonte: beruflich wie privat. Und noch nie war es so einfach, zwischen Berufen und Professionen zu wechseln wie in diesen Zeiten. Nicht wenige Arbeitnehmer erfinden sich alle zehn bis 15 Jahre neu – auch mit 50+ noch. Nutzen Sie diese Chance: Die beste Investition ist immer die in die eigenen Fähigkeiten.

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[Bildnachweis: Jiw Ingka by Shutterstock.com]

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