Skillset: Wie Sie es bestimmen

Egal, welchem Job Sie nachgehen: Jeder Beruf erfordert ein bestimmtes Skillset, ein Set an Kenntnissen und Qualifikationen, das Sie dazu befähigt, diese Tätigkeit auszuüben. Bestimmte Fähigkeiten werden überall vorausgesetzt, andere wiederum sind sehr spezifisch auf den Job zugeschnitten: Es ist klar, dass beispielsweise ein Mitarbeiter im Vertrieb über bestimmte rhetorische und kommunikative Fähigkeiten verfügen sollte, während er nicht besonders geschickt im Umgang mit dem Schraubenschlüssel sein muss. Andersherum gehört eine geschliffene Sprache nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen eines KFZ-Mechatronikers. Woraus ein Skillset besteht und welche Fähigkeiten für wen von Bedeutung sind…

Skillset: Wie Sie es bestimmen

Skillset Definition: Anzahl an Fähigkeiten

Skillset deutsch skill set definition Der Begriff Skillset – teilweise auch Skill Set geschrieben – stammt aus dem Englischen; skill wird zumeist mit Fähigkeit, Fertigkeit, Kompetenz übersetzt, set bedeutet in diesem Zusammenhang Set, Satz, Anzahl, Bereich.

Ein Skillset beschreibt also einen Satz oder eine Anzahl an Kenntnissen und Fähigkeiten, die Sie in einem kreativen oder beruflichen Bereich einsetzen können. Der Begriff ist noch vergleichsweise jung und fand ausgehend von der psychologischen Fachliteratur in den 1980er Jahren Eingang in die Managementliteratur.

Kritiker merken an, dass zwar nahezu jedes Profil in beruflichen Netzwerken mit einem Skillset werbe, im tatsächlichen Leben jedoch Skills selten in derart gebündelter Reihenfolge kämen. Üblicherweise verfügt niemand über ein Skillset, in dem alles wie in einem Werkzeugkoffer fein säuberlich angeordnet sei und bei Bedarf das passende herausgeholt werden kann.

Stattdessen handelt es sich bei einem Skillset zum eine Mischung aus Erfahrung und bestimmten Seiten der Persönlichkeit. Die britische Wirtschaftsjournalistin Lucy Kellaway beobachtet, dass der Begriff vor allem dann verwendet wird, wenn unklar ist, welche Fähigkeiten und Kenntnisse zu einem Berufsbild gehören.

Während beispielsweise bei Ingenieuren und Elektrikern von Skills im Sinne von klar umrissenen Fertigkeiten gesprochen werde, werde bei Managern und Führungskräften eher von Skillsets gesprochen.

Skill Set oder Skillset?

Skillset deutsch skill set definitionDer Begriff Skillset stammt aus dem Englischen und wird dort in der überwiegenden Mehrzahl der Wörterbücher als skill set in zwei Worten geschrieben.

Wer also eine Bewerbung auf Englisch verfasst, sollte unbedingt skill set schreiben, da die Schreibweise skillset im Regelfall als Rechtschreibfehler interpretiert werden wird.

Im Deutschen werden als Wortzusammensetzungen je nach Herkunft zusammen- oder getrennt geschrieben: Deutsche Komposita wie zum Beispiel Türschloss werden zusammengeschrieben, bei englischen Begriffen hängt die Schreibweise davon ab, ob es sich (wie im Fall von Skillset) um zwei Substantive handelt.

Ist ein Bestandteil des Kompositums ein Adjektiv, wird im Deutschen getrennt geschrieben, so beispielsweise bei Social Media. Skillset ist für deutsche Literatur und Bewerbungen also absolut möglich; wer sich bei anderen Komposita unsicher ist: In Anlehnung an die Herkunftssprache gilt die Getrenntschreibung.

Skillset: Verschiedene Arten von Kompetenzen

Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Kompetenzen, sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene. Nicht umsonst ist von sozialer Kompetenz oder weichen und harten Faktoren die Rede.

Ein Überblick:

  • Soft Skills

    Als Soft Skills werden üblicherweise weiche Faktoren bezeichnet, die mit der Persönlichkeit und dem Verhalten einer Person zusammenhängen. Sie zeigen sich im Umgang mit anderen Menschen, daher wird auch von sozialer Kompetenz gesprochen. Sie lassen sich schlecht messen oder überprüfen, da die Voraussetzungen für ihre Entwicklung höchst unterschiedlich sind.

  • Hard Skills

    Anders bei den sogenannten Hard Skills, die als harte Faktoren bezeichnet werden. Sie sind für Bewerbungen entscheidend, denn hier handelt es sich um die sogenannten Muss-Anforderungen. Da sie in der Schule, der Ausbildung oder im Studium vermittelt werden, lassen sie sich die Leistungen durch Zeugnisse und Zertifikate objektiv belegen.

  • Business Skills

    Bei Business Skills handelt es sich um Soft Skills, die vor allem im beruflichen Kontext bedeutsam sind. Jemand kann noch so hervorragende Zeugnisse haben – wenn er nicht besonders teamfähig oder gewissenhaft ist, fehlen ihm jobrelevante Kompetenzen.

Für jeden Beruf bedarf es eines bestimmten Skillsets, das heißt einer Mischung aus Soft und Hard Skills, die Ihre persönlichen Kompetenzen bilden. Beispielsweise sollten Sie sich als Fitnesstrainer mit Muskelgruppen und deren Funktionsweise auskennen.

Als Bewerbungstrainer hingegen sind die Kenntnisse über Muskelgruppen für Ihren Job völlig irrelevant. Dafür sollten Sie wissen, worauf es bei Bewerbungen ankommt und wie Sie Ihren Klienten fit fürs Vorstellungsgespräch machen.

Meist gehören zu diesen diversen Fähigkeiten auch solche, die Ihnen in jedem Job weiterhelfen, beispielsweise Zuverlässigkeit.

Teilweise existieren eine Reihe von Überschneidungen zwischen Soft Skills und Hard Skills, obwohl erstere schlecht durch Zeugnisse zu belegen sind. Dennoch wäre eine Gleichsetzung von Soft Skills mit Kann-Anforderungen je nach Berufsfeld falsch.

Es besteht wohl weitestgehend Einigkeit darin, dass gerade bei Berufen im sozialen Bereich Sozialkompetenzen wie Einfühlungsvermögen von elementarer Bedeutung sind. Eine Kindergärtnerin, die kein Verständnis für quengelnde Dreijährige aufbringt, ist in ihrem Job ähnlich falsch wie eine Altenpflegerin, die sich bei Todesfällen nicht abgrenzen kann.

Notwendigkeit von diversen Skillsets

Bildung gilt als Schlüssel zum Erfolg und damit zur gesellschaftlichen Teilhabe. Wer demnach nicht über das notwendige Skillset verfügt, hat es schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Je geringer die Schulbildung und die beruflichen Qualifikationen, desto größer vor allem die Gefahr der Arbeitslosigkeit.

Wer gering qualifiziert ist, muss daher sein Skillset ausbauen. Ebenso gilt es für Arbeitnehmer, das Skillset zu erweitern, wenn sie zwar gut qualifiziert sind, aber ihre Fähigkeiten wenig gefragt sind. Im Zuge der Digitalisierung ändern sich Berufsbilder immer mehr, alte Berufe fallen weg, neue entstehen.

Aber nicht nur die Digitalisierung trägt gewissermaßen „Schuld“ daran. Wenn ganze Produktionen ins Ausland verlagert werden, oder Industrien wie beispielsweise die Kohleindustrie nicht mehr zukunftsfähig sind, dann ist es erforderlich, dass Arbeitnehmer ihre Skills erweitern.

Das könnte bedeuten, dass zukünftig Berufsabschlüsse mehr und mehr an Bedeutung verlieren, während die generelle Lernbereitschaft und Lernfähigkeit des Arbeitnehmers über den persönlichen Erfolg entscheidet, Stichwort: Lebenslanges Lernen.

Berufsanfänger, aber auch Arbeitnehmer, deren Arbeitsumfeld sich ändert, sollten sich mit Blick auf den Arbeitsmarkt folgende Fragen stellen:

  • Wie fit bin ich, sowohl körperlich als auch geistig?
  • Was bin ich bereit dafür zu tun?
  • Wie ist mein Skillset, tragen meine Business Skills auch zukünftig?
  • Welche Bereiche interessieren mich, worin muss ich mich fortbilden?
  • Worin liegen meine persönlichen, fachlichen und methodischen Skills?
  • Wie ist die Lage in diesem Arbeitsbereich, sind Veränderungen im Unternehmen, der Branche oder allgemein in der Wirtschaft zu erwarten?
  • Welche Entwicklungen müssen einkalkuliert werden?
  • Wie bereitwillig bin ich, für einen Job (gegebenenfalls bundesweit) umzuziehen?

Das eigene Skillset definieren

Skillset deutsch Definition skill setJeder Mensch hat einen blinden Fleck, wenn es um die eigene Person geht. Bei manchen Dingen können wir direkt sagen, was wir gut beherrschen und was weniger, bei anderen Fähigkeiten und Schwächen stehen wir auf dem Schlauch.

Dabei ist es wichtig, sowohl die eigenen Stärken als auch Schwächen zu kennen, um sich entsprechend auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten zu können. Die Frage nach der Schwäche sollten Sie zwar niemals mit brachialer Direktheit, aber auch nicht mit Pseudo-Schwächen wie Perfektionismus beantworten.

Für Ihr Skillset geht es allerdings vor allem darum, die eigenen Kenntnisse und Stärken zu erkennen. Dafür gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Wie sieht Ihre bisherige Laufbahn aus?

    Sind sie Berufsanfänger, haben Sie zwar keine langjährige Berufserfahrung, aber Sie werden inhaltliche Schwerpunkte haben: Ihre Lieblingsfächer, Leistungskurse, Studienschwerpunkte und Praktika werden gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Wer bereits über Berufserfahrung verfügt, vergleiche die Anforderungen der Stellenanzeige mit den Beschreibungen seines bisherigen Tätigkeitfeldes.

  • Welche Tätigkeiten machen Ihnen Freude?

    Hards Skills lassen sich recht schnell mit Arbeitszeugnissen und dergleichen belegen.
    Mitunter können Sie das aber auch gut mit Soft Skills: Wer beispielsweise seit vier Jahren den örtlichen Floorball-Verein trainiert, kann beispielsweise Führungsqualitäten und Teamgeist nachweisen.

  • Für welche Fähigkeiten werden Sie gelobt?

    Wer etwas gut beherrscht, für den sind bestimmte Fähigkeiten manchmal ganz selbstverständlich. Und dennoch gibt es immer Dinge, um die sie von anderen vielleicht sogar beneidet werden. Überlegen Sie, was das sein könnte – vielleicht sind Sie für Ihre letzte Präsentation gelobt worden? Oder Sie sind ein Organisationstalent? Falls Sie unsicher sind, fragen Sie bei Freunden und Kollegen nach.

Skillset: So passen Sie Ihre Bewerbung an

Stellt sich die Frage, ob Sie für eine Bewerbung über das richtige Skillset verfügen? Denn damit steht und fällt Ihre Bewerbung. Es reicht nicht, einen Job nur interessant zu finden – Sie müssen Ihren potenziellen Arbeitgeber davon überzeugen, dass Ihre Einstellung ein Gewinn für ihn ist.

Oftmals haben Bewerber nur eine Chance dazu: Durch die vollständige Bewerbungsmappe. Überzeugen die Unterlagen nicht, gibt es erst gar kein Jobinterview. Können Sie hingegen in einem ansprechenden Anschreiben und Lebenslauf Ihr Skillset darlegen, liegt es oft nur noch an der persönliche Chemie zwischen Ihnen und dem Personaler.

Um von sich überzeugen zu können, identifizieren Sie die Muss- und Kann-Anforderungen in der Stellenanzeige: Was wird verlangt und ist absolute Voraussetzung für den Job, was hingegen lediglich wünschenswert?

Am besten erstellen Sie eine Liste, in der Sie in zwei Spalten die jeweiligen Anforderungen hineinschreiben. Sobald Sie hinter sämtlichen Muss-Anforderungen ein Häkchen machen können, sind Sie einen Schritt weiter. Ihr Skillset ist komplett, sofern Sie zusätzlich die Kann-Anforderungen erfüllen.

Im Regelfall erfüllt kein Bewerber sämtliche Kann-Anforderungen, aber oft können Details im Laufe der Tätigkeit erworben werden. Ihrer Bewerbung sollten Sie die Nachweise und Zeugnisse über die jeweiligen Anforderungen beilegen. Im Bewerbungsschreiben und Lebenslauf greifen Sie die erforderlichen Kenntnisse mit Keywords auf.

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]
20. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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