Was sind wichtige Faktoren der Employability?
Employability beschreibt die Fähigkeit sowie Bereitschaft von Arbeitnehmern, ihre Kompetenzen so zu entwickeln und einzusetzen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft beschäftigungsfähig bleiben. Der Begriff wird häufig im Personalmanagement und in der Berufsbildung verwendet und betont, dass die Beschäftigungsfähigkeit nicht nur von Qualifikationen wie einer Ausbildung oder einem Studienabschluss abhängt, sondern ebenso von der Anpassungs- und Lernfähigkeit einer Person. Zentrale Faktoren der Employability sind:
- Fachliche Kompetenzen (z.B. relevante Aus- und Weiterbildungen)
- Soft Skills (z.B. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit)
- Methodische Kompetenzen (z.B. Problemlösungsfähigkeit, Lernfähigkeit)
- Berufserfahrungen (z.B. aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern)
- Persönliche Eigenschaften (z.B. Flexibilität, Eigeninitiative)
- Netzwerke (z.B. Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern)
Bedeutung: Warum ist Employability so wichtig?
Die Employability wird für Arbeitnehmer in Deutschland zunehmend wichtiger, weil sich die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt immer schneller verändern. Nur wer bereit ist, ständig neue Fähigkeiten und gefragte Top-Skills zu erwerben und sich weiterzubilden, hat dauerhaft Chancen, einen Job zu finden und langfristig zu behalten. Arbeitgeber suchen heute vorrangig Mitarbeitende, die sich flexibel an neue Situationen anpassen können. Eine hohe Employability erhöht überdies die eigene berufliche Entwicklung und ist damit eine wichtige Voraussetzung für langfristigen beruflichen Erfolg.
Welche Kompetenzen zählen zur Employability?
Neben den Hard Skills (Fachkompetenzen) sind es vor allem die Soft Skills (Sozialkompetenzen), die „weichen“ Faktoren, die seit Jahren an Bedeutung gewinnen – auch bei der Bewerbung. Hierzu zählen in jüngster Zeit vorwiegend diese Eigenschaften:
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Eigeninitiative
Eigeninitiative rangiert bei Personalern oft an erster Stelle. Wer die Fähigkeit besitzt, handelt selbstständig und aus eigenem Antrieb heraus. Salopp: „Diese Menschen muss man nicht zum Jagen tragen.“ Sie treffen schnell Entscheidungen und übernehmen für ihr Handeln Verantwortung.
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Kommunikationsfähigkeit
Kommunikationsfähigkeit ist leider ein Buzzword, das in vielen Stellenanzeigen steht und irgendwie alles beinhaltet. Gemeint sind die Stärke, Botschaften klar und deutlich zu formulieren, die Signale anderer zu interpretieren oder im Meeting zu überzeugen.
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Teamfähigkeit
Teamfähigkeit zählt zu den unbedingten Top-Skills im Beruf. Wo immer Menschen zusammenarbeiten, müssen sie konkurrieren und kooperieren, debattieren und Kompromisse schließen. Teamfähig ist, wer konstruktiv und rücksichtsvoll mit anderen umgeht, bei Meinungsunterschieden respektvoll bleibt und mithilft, wo es nötig ist.
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Begeisterungsfähigkeit
Wer mit Freude seiner Arbeit nachgeht, hat mehr Erfolg. So jemand widmet sich voller Elan seinen Aufgaben und geht darin auf. Begeisterungsfähigkeit ist eine positive Grundeinstellung, die Herausforderungen willkommen heißt und dynamisch anpackt. Sie ist eine Form der intrinsischen Motivation – und die kann Berge versetzen.
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Belastbarkeit
Hohe Belastbarkeit wird von Arbeitgebern gerne gesehen. Sie zeigt sich im richtigen Umgang mit Stress. Belastbare Menschen können diesen besser verarbeiten, kanalisieren und ausgleichen – und kennen ihre Grenzen!
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Anpassungsfähigkeit
Als anpassungsfähig gilt, wer sich schnell auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen vermag. Im Beruf bedeutet das, seine Verhaltensmuster oder Arbeitsstile bei Bedarf schnell und flexibel zu ändern.
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Empathie
Empathie ist die Fähigkeit, Gedanken und Emotionen seines Gegenübers zu erkennen, zu verstehen und nachzuvollziehen sowie sich darauf einzulassen und angemessen zu reagieren. Dieses Einfühlungsvermögen zählt zu den wesentlichen Karrierefaktoren.
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Charisma
Diese Stärke verleiht Menschen eine magische Ausstrahlung und Anziehungskraft. Vor allem im Management und in der Außenwirkung gilt Charisma als Motor, der andere inspiriert, motiviert und überzeugt. Sie macht manche Menschen sogar zur Marke.
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Interkulturelle Kompetenz
Die meisten Unternehmen operieren heute international und haben Standorte im Ausland. Oder eine diverse Belegschaft aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen. Entsprechend wichtig ist es, sich auf die kulturellen Hintergründe und Mentalitäten einstellen zu können. Interkulturelle Kompetenz kann Unterschiede respektieren, Besonderheiten beachten und Rücksicht nehmen.
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Durchsetzungsvermögen
Gemeint ist nicht, jede Diskussion zu gewinnen. Der Soft Skill meint echte Überzeugungskraft und Umsetzungsstärke. Man könnte auch von „Zielorientierung“ sprechen: Durchsetzungsvermögen ist die Fähigkeit, eigene Interessen, Ziele und Absichten wahrzunehmen, zu verfolgen und für sie einzustehen – auch gegen Widerstände.
Hinter all diesen Soft Skills verbirgt sich letztlich das Potenzial eines Menschen: Fachkompetenzen lassen sich lernen. Dafür benötigen Sie aber wiederum methodische Kompetenzen. Diese wiederum machen Sie erst erfolgreich im Umgang mit anderen Menschen. In dem richtigen Skillset steckt deshalb Ihr langfristiges Entwicklungspotenzial – und das steigert Ihre Beschäftigungsfähigkeit.
Wie kann ich meine Employability steigern?
Als Arbeitnehmer sollten Sie sich nie darauf verlassen, dass Ihr Arbeitgeber sich um Ihre Employability kümmert. Es ist zuerst Ihre Verantwortung, die Beschäftigungsfähigkeit permanent zu verbessern oder gar zu steigern. Das können Sie selbst für Ihre Employability tun:
1. Fortbildungen absolvieren
Permanente Weiterbildung ist das A und O der Employability. So halten Sie Ihr Know-how sowie relevante Kompetenzen stets auf dem aktuellen Stand und passen sich den veränderten Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt an. Nutzen Sie hierfür auch die Bücher und Online-Kurse unserer Karrierebibel-Akademie.
2. Menschliche Aufgaben übernehmen
Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung verändern aktuell zahlreiche Berufsbilder radikal. Besonders betroffen sind standardisierte und sich wiederholende Tätigkeiten, die zunehmend die KI erledigt. Um Ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, sollten Sie sich deshalb gezielt auf Aufgaben und Projekte konzentrieren, die über reine Routinen hinausgehen und in denen analytisches Denken, Kreativität sowie Empathie erforderlich sind. Ebenso gewinnen Mitarbeitende an Bedeutung, die als Bindeglied zwischen Technik, Kunden und Management agieren und unterschiedliche Perspektiven zusammenführen.
3. Netzwerk erweitern
Arbeiten Sie regelmäßig an Ihren beruflichen Kontakten und erweitern Sie Ihr persönliches Netzwerk. Erstens, weil Beziehungen nur dem schaden, der keine hat. Zweitens, weil Sie über die persönlichen Kontakte schneller von relevanten Trendberufen und attraktiven Jobs auf dem Arbeitsmarkt erfahren.
4. In Arbeitsmärkten denken
Für Ihre langfristige Jobsicherheit spielen nicht nur Arbeitgeber, sondern ebenso Standorte eine entscheidende Rolle: Regionen mit einer hohen Dichte an Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und innovativen Industrieclustern bieten bessere Karriere- und Wechselmöglichkeiten. Wer sich ausschließlich auf einen attraktiven Arbeitgeber in einer strukturschwachen Region verlässt, geht ein höheres Risiko ein! Ein starker regionaler Arbeitsmarkt schafft deshalb mehr Sicherheit und Flexibilität als die Abhängigkeit von einem einzelnen Unternehmen.
5. Vorbilder suchen
Sie können sich durch Lernen oder eigene Erfahrungen fortbilden – oder durch Vorbilder. Suchen Sie sich hierzu z.B. Mentoren. Diese stärken nicht nur Ihr Selbstvertrauen, sondern ermutigen Sie durch den Zuspruch und Ihren eigenen Werdegang dazu, mehr aus sich und Ihren Möglichkeiten zu machen.
6. Positionierung stärken
Machen Sie Ihre Expertise regelmäßig auf Plattformen wie Linkedin, Fachveranstaltungen, Messen oder Kongressen sichtbar. Das erhöht Ihre Wahrnehmung im Markt und erweitert ebenfalls das berufliche Netzwerk. Gleichzeitig sollte der Lebenslauf einen roten Faden erkennen lassen, der Ihre Stärken, Fachwissen und nachweisbare Erfolge nachvollziehbar macht. Eine hohe Employability entsteht überdies durch eine strategische und realistische Karriereplanung. Oder, um es mit Friedrich Schiller zu sagen: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“
Was können Arbeitgeber für die Employability tun?
Auch für Arbeitgeber ist die Employability relevant. Dazu gehören etwa unternehmenseigene Weiterbildungsangebote wie Coaching, Workshops oder Webinare sowie flexible Arbeitszeitmodelle, die den Arbeitnehmern Zeit für eigene Maßnahmen geben – zum Beispiel Arbeitszeitkonten, Homeoffice, Bildungsurlaub oder ein Sabbatical. Das lohnt sich auch für Arbeitgeber: Studien zeigen, dass eine hohe Employability die Loyalität der Arbeitnehmer eher erhöht und eben nicht zu einem Jobwechsel motiviert. Das Gegenteil ist richtig: Wenn Arbeitgeber keine Perspektiven bieten, steigern die Mitarbeiter zuerst ihre Employability – und sind dann weg.
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