Begeisterungsfähigkeit: Wie sie Sie voranbringt

Begeisterungsfähigkeit zahlt sich für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber aus: Wer mit Freude seiner Arbeit nachgeht, hat Erfolg. Für Unternehmen wiederum ist es ein klarer Wettbewerbsvorteil, wenn ihre Mitarbeiter begeisterungsfähig sind. Denn so ein jemand widmet sich voller Elan seinen Aufgaben, geht ganz und gar darin auf. Er hat eine positive Grundeinstellung und packt Herausforderungen entsprechend dynamisch an. Soweit das Ideal. In der Realität gibt es nicht wenige Arbeitnehmer, die innerlich bereits gekündigt haben. Für Unternehmen und Angestellte gleichermaßen ein Desaster. Deshalb gehen wir der Frage nach, woher diese Eigenschaft kommt? Lässt sich Begeisterungsfähigkeit gar lernen und trainieren? Mehr dazu hier…

Begeisterungsfähigkeit: Wie sie Sie voranbringt

Was verstehen wir unter Begeisterungsfähigkeit?

Begeisterungsfähigkeit lernen Definition Synonym trainieren Bedeutung Beispiel Psychologie englischDem Wortsinn nach bedeutet Begeisterungsfähigkeit (englisch = enthusiasm, verve), dass jemand die Fähigkeit zur Begeisterung besitzt. Es ist eine Eigenschaft mit unterschiedlichen Facetten.

Zum einen bedeutet sie, dass jemand sich schnell für Neues begeistern kann, eine Neugier in sich trägt und Dingen grundsätzlich offen begegnet. Wer begeisterungsfähig ist, besitzt einen inneren Antrieb.

Und genau das ist es, was diese Menschen so attraktiv für Unternehmen macht. Begeisterungsfähigkeit ist eine Form der intrinsischen Motivation und die kann bekanntlich Berge versetzen.

Ganz gleich, ob Schlafmangel, grauer November oder der von vielen gefürchtete Wochenanfang: Von Grund auf begeisterungsfähige Arbeitnehmer schütteln solche Dinge einfach ab und widmen sich dem, was ansteht.

Synonym zu Begeisterungsfähigkeit sprechen wir auch von:

  • Enthusiasmus
  • Entzücken
  • Euphorie
  • Freude
  • Gefühlsüberschwang
  • Hochstimmung
  • Jubel
  • Schwärmerei
  • Überschwang
  • Vergnügen
  • Wohlgefallen

Bedeutung von Begeisterungsfähigkeit

Aber Begeisterungsfähigkeit bedeutet mehr. Es steckt bereits das Wort „Geist“ drin und das ist spirituell gemeint. Denn bereits die alten Griechen verbanden mit Enthusiasmus – nichts anderes ist Begeisterung oder Begeisterungsfähigkeit – einen göttlichen Geist, der alles durchdringt.

Soweit die positive Auslegung. Begeisterungsfähigkeit kann auch eine weniger gute Seite haben. Dann nämlich, wenn die Freude an etwas zur Sucht, zur Besessenheit wird. Nicht umsonst wurden auch religiöse Eiferer in der Vergangenheit als Enthusiasten bezeichnet.

Heutzutage haben beide Begriffe eine überwiegend positive Bedeutung, der ursprünglich religiöse Charakter ging verloren. So könnte eine Definition von Begeisterungsfähigkeit sein:

Eine Eigenschaft, die bewirkt, dass ein Mensch sich mit Leidenschaft und persönlichem Einsatz einer Sache verschreibt. Häufig steckt dahinter ein Idealismus und die Überzeugung, Dinge positiv gestalten zu können. Ein Beispiel für diese Begeisterungsfähigkeit findet sich häufig bei Menschen im Ehrenamt.

Diese Überzeugung hat noch einen weiteren Nebeneffekt: Denn die positive Einstellung wirkt anziehend, geradezu charismatisch auf andere Menschen. Der Effekt bleibt nicht aus: Viele Menschen können natürlich mehr bewegen als ein Einzelner.

Schlüsselkompetenz für die Arbeitswelt

Begeisterungsfähigkeit bedeutet daher ebenfalls, andere Menschen für sein Thema begeistern zu können, mit seiner Begeisterung anzustecken. Und wer kennt das nicht: So funktioniert das, wenn Ihnen ein Freund sein neustes Hobby vorstellt, so funktionieren letztlich auch Influencer.

Kein Wunder, dass immer wieder in Stellenanzeigen zu lesen ist, dass Bewerber sich für Neues begeistern sollten. Denn zum einen ist jedes Unternehmen natürlich vom Sinn und Zweck seiner Tätigkeit überzeugt, anderenfalls würde das seine Existenzberechtigung stark infrage stellen.

Es werden also neue Kollegen gesucht, die das genauso sehen und die sich mit dem Unternehmen, seinen Produkten und Zielen identifizieren können. Zum anderen ist es mittlerweile überlebenswichtig geworden, dass Unternehmen die Fähigkeit zur Veränderung haben, flexibel bleiben.

Sie müssen sich aufgrund starker Konkurrenz geänderten Kundenwünschen schnell anpassen können. Das geht aber nur mit Mitarbeitern, die diese Fähigkeit und Bereitschaft mitbringen.

Leider ist das Gegenteil von Begeisterungsfähigkeit gar nicht so selten verbreitet. Jeder kennt solche Kollegen: Bedenkenträger. Natürlich ist es sinnvoll, die Sachlage gründlich zu betrachten, bevor weitreichende Entscheidungen gefällt werden. Aber es gibt auch noch etwas zwischen vorbehaltlosem Jubel und Miesmachen.

Genau hier liegt das Problem, denn dieses Mittelmaß wird häufig nicht gefunden. Stattdessen Menschen, die immer und überall ein Haar in der Suppe finden, die schwer zu motivieren sind. So machen sie sich das Leben selbst schwer.

Schattenseite von Begeisterungsfähigkeit

Die Anlage zur Begeisterungsfähigkeit wird schon in der Kindheit gelegt. Wer früh gerne auf Entdeckungsreise ging, freudig neue Dinge ausprobierte und in dieser Neigung von seinen Eltern unterstützt wurde, hatte Gelegenheit, sich voll und ganz einer Sache zu widmen.

Anders beispielsweise, wenn eine Person sehr behütet und mit überängstlichen Eltern – auch Helikoptereltern genannt – aufwächst. Ein spielerischer Umgang mit neuen Dingen kann sich so nur schwerlich entwickeln. Sehr wahrscheinlich werden Vorsicht und Ängstlichkeit später überwiegen. Allerdings ist Begeisterungsfähigkeit eine Medaille mit zwei Seiten.

Denn Menschen mit hoher Begeisterungsfähigkeit fällt mitunter der Perspektivwechsel schwer. Sie sehen unter Umständen tatsächlich nur die guten Seiten, von denen sie uneingeschränkt überzeugt sind.

Das anderen zu kommunizieren, fällt ihnen schwer, denn für sie ist es selbsterklärend. So lässt sich jedoch niemand ins Boot holen, etwa wenn es darum geht, wichtige Mitstreiter für eine Sache zu gewinnen. Die Erfolgserlebnisse bleiben aus, das wiederum führt zu Frustration.

Gerade wenn es um Projekte geht, die sich nicht aus eigener Kraft finanzieren oder stemmen lassen, lauert hier die Gefahr, dass jemand sich für eine Sache völlig aufreibt. Es wird immer mehr Einsatz und Energie in etwas gesteckt, aber der Erfolg bleibt dennoch verwehrt.

Das kann im schlimmsten Fall zu Burnout führen. Und damit tritt das große Gegenteil von dem ein, was einstmals war: Etwas, das sinnstiftend war und großen Spaß gemacht hat, erfüllt den Erkrankten bestenfalls mit Leere.

Wodurch sich Enthusiasten auszeichnen

Wer etwas wirklich gerne macht, macht es freiwillig und von sich heraus. Begeisterungsfähige sind die ersten, die sich melden, wenn es darum geht, etwas Neues auszuprobieren. Irgendetwas Interessantes können sie einer Sache immer abgewinnen. Der große Vorteil:

Wer etwas gerne macht, beschäftigt sich über das normale Maß hinaus mit einer Thematik. Er liest beispielsweise noch in seiner Freizeit Bücher zum jeweiligen Thema, bildet sich fort, tauscht sich mit anderen Menschen dazu aus. Das trägt automatisch dazu bei, dass er sich in diesen Bereichen verbessert, Erfolg hat.

Seine Begeisterungsfähigkeit hilft ihm auch über Durststrecken hinweg. Denn natürlich hat jeder Job auch Anteile, die nicht gerade super spannend sind – vom Durchforsten sinnloser E-Mails bis zum Umgang mit anstrengenden Kunden beispielsweise.

Jemand mit hoher Begeisterung wird diese Aufgaben vielleicht nicht unbedingt lieben, aber es wird ihn nicht derart belasten wie Kollegen, die kaum Selbstmotivation aufbringen.

Und er wird in der festen Überzeugung, das Richtige zu tun, bei Schwierigkeiten am Ball bleiben und nach Lösungen suchen. Begeisterungsfähige zeichnet deshalb ein stärkeres Maß an Frustrationstoleranz und Beharrlichkeit aus.

Wer nicht sofort das Handtuch wirft, erreicht häufig sein Ziel. Dieser Erfolg wiederum trägt zur Lebensfreude bei und motiviert Menschen, das weiterzumachen, was sie gut können. Begeisterungsfähigkeit lässt sich wissenschaftlich erklären. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich dabei um einen Erregungszustand des Mittelhirns, bei dem Adrenalin und Glückshormone wie Dopamin ausgeschüttet werden.

Mehr Enthusiasmus bitte!

Wer eher behütet aufgewachsen ist und zur Schüchternheit neigt, kann Begeisterungsfähigkeit lernen und trainieren. Was ist dazu braucht, ist die innere Haltung. Das Wort „Gottvertrauen“ beschreibt es ganz gut. Ohne besonders religiös sein zu müssen, brauchen Sie ein gewisses Urvertrauen, dass die Dinge gut werden.

Natürlich läuft nicht immer alles glatt. Aber Sie haben das notwendige Rüstzeug, das es braucht, um Ihren Weg zu gehen, auch wenn er mal holprig ist und über Umwege führt.

  • Optimismus stärken

    Eine Voraussetzung dafür ist positives Denken. Das hat nichts mit Naivität zu tun. Erwiesenermaßen konzentrieren sich viele Menschen aufs Negative. Das bringt Sie auf Dauer allerdings nicht weiter, ist nicht lösungsorientiert. Im Gegenteil: Es drückt sogar eher die Laune, wenn Sie ausschließlich auf das schauen, was nicht funktioniert, was Ihnen keinen Spaß macht und was belastend ist.

  • Angenehmes tun

    Echte Begeisterungsfähigkeit entwickelt sich dort, wo wir Dinge tun, die uns interessieren, denen wir auf den Grund gehen wollen und die uns fesseln. Was nicht dazu gehört, sollten Sie (soweit möglich) meiden. Natürlich geht das manchmal nur bedingt: Gerade wenn etwas im Arbeitskontext keine Begeisterungsstürme weckt, kann es nicht immer vermieden werden. Allerdings können Sie vielleicht auch dort einen Deal mit Kollegen aushandeln: Sie kümmern sich um einen Bereich, der dem Kollegen so gar nicht liegt, Ihnen aber genehm ist und geben dafür etwas ab, mit dem er sich arrangieren kann.

  • Kontakte überprüfen

    Ein nicht seltenes Problem auf dem Weg zu etwas Neuem sind Menschen um einen herum, die Ihren Weg nicht teilen und nicht verstehen. Toxische Menschen bedeuten allerdings eine Gefahr für Ihren Weg zu mehr Begeisterungsfähigkeit. Manchmal ist es Missgunst, manchmal Angst – es führt jedenfalls dazu, dass diese Menschen mehr oder weniger erfolgreich ihre Zweifel in Ihnen säen. Wenn Sie merken, dass manche Ihnen Dinge ausreden wollen, ganz gleich, ob Freunde, Kollegen oder Familie, dann sollten Sie den Kontakt reduzieren. Umgeben Sie sich stattdessen lieber mit Menschen, die Ihre Leidenschaft teilen, die Chancen, nicht Hindernisse sehen.

  • Stärken fördern

    Finden Sie heraus, worin Ihre Stärken liegen. Idealerweise gestalten Sie Ihre Arbeit so, dass diese in Ihrem Job bedient und gefördert werden. Ist das auf der Arbeit nicht möglich, sollten Sie privat sich darum bemühen, Ihren Neigungen und Interessen nachzugehen und sie zu fördern. Sie können sich viel leichter neues Wissen über Dinge aneignen, die Sie interessieren als wenn Sie einem Trend folgen. Je mehr Sie sich in Ihren Tätigkeiten wiederfinden, desto glücklicher werden Sie und desto mehr Begeisterungsfähigkeit werden Sie auch ausstrahlen.

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]
23. August 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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