Hobby zum Beruf machen: So wird’s was

Es könnte alles so schön sein: Nie wieder arbeiten gehen müssen, endlich diesen nervigen Chef und die völlig unfähigen Kollegen loswerden. Man müsste nur einfach sein Hobby zum Beruf machen. So oder ähnlich lautet der Gedanke hinter der Vorstellung von Selbständigkeit einiger Arbeitnehmer. Und preisen nicht unzählige Bestseller immer wieder an, wie Sie mühelos erfolgreich werden können? Wer Spaß bei der Arbeit hat, arbeitet keinen Tag, lautet das Credo. Irgendwie muss das doch kombinierbar sein. Ist es auch. Wie, das erfahren Sie hier.

Hobby zum Beruf machen: So wird's was

Hobby zum Beruf: Beispiele

Wer die Nase voll von der Arbeit als Angestellter hat, fragt sich: Welches Hobby kann man zum Beruf machen? Sind alle Hobbys gleich gut geeignet? Oder ist bei meinen Interessen womöglich der Markt gedeckt? Durch das Internet gibt es heutzutage ganz andere Möglichkeiten, sich Kundschaft zu erschließen.

Es gibt zu beachten:

  • Tragfähiges Konzept

    Prinzipiell kann man so ziemlich jedes Hobby zum Beruf machen. Die Frage ist nur, inwieweit tatsächlicher Bedarf besteht – übrigens auch ein Aspekt, der beim Existenzgründerzuschuss eine Rolle spielt.

    Selbst wenn Sie darauf verzichten wollen, so müssen Sie nicht nur genügend Startkapital für die Anschaffungs- und Ausstattungskosten beiseite gelegt haben, sondern Sie müssen gegebenenfalls eine gewisse Zeit mit geringen Einnahmen überbrücken.

    Das Ganze kann aber eben nur funktionieren, wenn Sie einen gut durchdachten Businessplan aufgestellt haben.


  • Solide Qualifikation

    Das, was Sie demnächst beruflich ausüben wollen, heißt nicht umsonst Hobby. Wer sein Hobby zum Beruf machen will, hat häufig eine Leidenschaft für etwas entwickelt, das einen Ausgleich zur Arbeit darstellt. Nicht immer handelt es sich um dieselbe Tätigkeit.

    Und häufig fehlt eine Ausbildung in dem Bereich. Klar, wer sich neben der Arbeit in monate- oder gar jahrelangen Weiterbildungen solides Wissen in seinem Hobby angeeignet hat, steht ganz gut da.

    Anders sieht es aus, wenn jemand einfach nur ganz gerne für den Eigenbedarf näht, aber eigentlich kaum was Brauchbares zustande bekommt. Hier ist ehrliche Selbstkritik gefragt. Bei hunderten von jungen Erwachsenen platzt jährlich der Traum in diversen Castingshows, weil sie gerne singen, aber den Ton nicht treffen.

    Etwas gerne zu tun, reicht noch längst nicht aus, um wirklich gut darin zu sein. Es ist eine gute Voraussetzung, aber mehr eben nicht. Dann muss durch Übung kontinuierlich an der Verbesserung und Professionalisierung gearbeitet werden.

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Hobby zum Beruf machen: Vor- und Nachteile

Es lässt sich nicht pauschal sagen, ob es eine gute oder eine schlechte Idee ist, wenn jemand das Hobby zum Beruf machen will. Vieles davon werden Sie auch erst nach Ablauf einer gewissen Zeit einschätzen können. Immer gibt es zwei Seiten der Medaille:

Vorteile, wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf machen

  • Sie sind Ihr eigener Chef und bestimmen die Richtung.
  • Da es Ihr Hobby ist, liegt Ihnen das Thema und Sie haben Spaß.
  • Für den, der Spaß hat, vergeht die Zeit wie im Fluge, Sie hadern selten mit Überstunden.
  • Die Lebensqualität und die Zufriedenheit steigen.
  • Der Spaß an der eigenen Sache gleicht eventuell finanzielle Einbußen aus.
  • Sie wirken glaubwürdig und authentisch dadurch, dass Sie von Ihrer Idee überzeugt sind. Das begünstigt den Erfolg.

Nachteile, wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf machen

  • Es besteht ein Unterschied zwischen einer Sache, die Sie zwei Stunden pro Tag ausüben und einer, die acht und mehr Stunden in Anspruch nimmt: Hier müssen Sie anders in die Tiefe gehen.
  • Sie sind nun zwar Ihr eigener Chef, tragen aber auch die komplette Verantwortung für alles, das schief geht.
  • Sie können so Aspekte Ihres ehemaligen Hobbys entdecken, die Ihnen keine Freude machen.
  • Ganz generell wird jede Selbständigkeit von Aufgaben begleitet, die möglicherweise keinen Spaß machen, aber dazu gehören, etwa die Buchhaltung oder administrative Tätigkeiten.
  • Es besteht nun der Druck, mit dem Hobby Geld zu verdienen. Gleichzeitig müssen Sie mit Rückschlägen umgehen können, wenn Ihre Ideen nicht wie erhofft funktionieren. Das kann einem das Hobby verleiden.
  • Wer viel Zeit und womöglich viele Überstunden investiert, möchte sich angemessen bezahlen. Gleichzeitig müssen Sie immer abwägen, ob das verdiente Geld nicht besser in neue Anschaffungen oder Werbung investiert werden sollte.
  • Zuvor war das Hobby ein Ausgleich zum Berufsalltag und konnte von unerfreulichen Erlebnissen ablenken. Wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf machen, fehlt dieser Ausgleich zur Arbeit – Sie brauchen ein neues Hobby.

Eins sollten Sie nicht unterschätzen: Die Macht des Geldes beziehungsweise die Notwendigkeit, mit dem Hobby nun Geld verdienen zu müssen. Es ist keine Seltenheit, dass die Tätigkeit selbst irgendwann nur noch eine untergeordnete Rolle spielt und stattdessen das Geld im Vordergrund steht. Die Wissenschaft spricht hier vom Korrumpierungs-Effekt.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Der eine oder andere kennt das Phänomen: Sie haben sich immer ganz stark etwas gewünscht, aber es fehlte die Zeit und das Geld. Nun haben Sie beides, aber Sie müssen feststellen: So toll wie es in Ihrer Vorstellung war, ist es gar nicht mehr.

Vielleicht haben Sie jahrelang an einem Ort auf der Durchreise übernachtet und fanden ihn bezaubernd. Irgendwann beschließen Sie, dort endlich mal den ganzen Urlaub zu übernachten. Und stellen fest: So spannend, wie Sie dachten, ist der Ort doch nicht. Für die Durchreise reicht es, aber dauerhaft muss es nicht sein.

Etwas, das wir ständig nutzen können, verliert seinen Reiz. Genau diese Gefahr besteht allerdings auch, wenn Sie das Hobby zum Beruf machen. Hier kommt noch erschwerend dazu: Es ist keine Option mehr, Sie müssen Geld damit verdienen, denn anderenfalls haben Sie ein finanzielles Problem.

Sie können also – wie bei jedem anderen Job auch – nicht einfach sagen: Ich hab heute keine Lust. Und wenn doch, dann halt mit den entsprechenden Konsequenzen, sprich: Kündigung beziehungsweise im Falle der Selbständigkeit, indem Sie diese wieder aufgeben.

Wie es danach weitergehen kann, erfahren Sie hier:

Hobby, das Geld bringt: Leidenschaft als essentielle Zutat

Leidenschaft ist essentiell, wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf machen wollen. Sie können so eventuelle Nachteile ausgleichen, etwa wenn der erwartete Erfolg ausbleibt und alles eher schleppend anläuft. Und selbst wenn Ihr Business irgendwann gut läuft, kann es sein, dass es nie das große Geld abwerfen wird.

Hauptmotiv sollte daher die Tätigkeit an sich sein, weniger der Gedanke, dass daraus ein weltumspannendes Imperium mit Ihnen als Millionär wird. Wer am Anfang zu stark auf das Ergebnis fokussiert, läuft Gefahr, bei anstehenden Aufgaben wichtige Schritte zu übersehen.

Leidenschaft ist auch deshalb wichtig, weil es in Ihrem Umfeld immer auch Bedenkenträger geben wird.

Es ist prinzipiell nicht verkehrt, sich über mögliche Nachteile und Risiken Gedanken zu machen. Im Gegenteil, das gehört zu einer umfassenden Planung vor der Selbständigkeit dazu. Das ist aber eben genau der Punkt: Menschen, die wenn das Ganze bereits angelaufen ist, Sie nicht unterstützen, sondern überall nur Probleme sehen, sind nicht hilfreich.

Wichtig ist für Sie also, sich nicht davon irritieren zu lassen. Stattdessen sollten Sie sich mit Leuten umgeben, die Sie bei konkreten Schwierigkeiten unterstützen und Sie inspirieren. So können Sie lernen und unnötige Fehler vermeiden.

Das eigene Hobby zum Beruf machen kann funktionieren. Entscheidend ist dabei die Herangehensweise. Zum einen, wie realistisch Sie zuvor geplant haben, damit sich Ihr Unternehmen auch trägt. Zum anderen Ihre Erwartungshaltung: Soll es das große, schnelle Geld sein oder wollen Sie etwas tun, das Sie mit Zufriedenheit erfüllt?

[Bildnachweis: YAKOBCHUK VIACHESLAV by Shutterstock.com]
5. Februar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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