Zweites Standbein aufbauen: Neben dem Beruf?

Nach Feierabend, am Wochenende oder einfach nebenbei Geld verdienen und einer anderen Tätigkeit zum eigentlichen Job nachgehen – ein zweites Standbein neben dem Beruf kann verschiedene Formen annehmen und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Allerdings gibt es auch ein paar Aspekte zu beachten, wenn Sie sich ein zweites Standbein aufbauen wollen. Allen voran geht es dabei um Ihren Hauptarbeitgeber, dem gegenüber Sie natürlich weiterhin arbeitsrechtliche Pflichten haben, die Sie nicht vernachlässigen dürfen, während Sie sich um den Ausbau und die Erweiterung Ihrer beruflichen Grundlage kümmern. Das muss Ihren zweiten Standbein aber nicht zwangsläufig im Weg stehen. Warum sich Arbeitnehmer ein zweites Standbein aufbauen und worauf Sie dabei achten müssen…

Zweites Standbein aufbauen: Neben dem Beruf?

Zweites Standbein: Nicht nur finanzielle Gründe

Natürlich geht es bei einem zweiten Standbein oftmals um Geld. Zum einen wird dieses oftmals als zusätzliches finanzielles Einkommen genutzt, um die eigene Situation aufbessern zu können. Vielleicht sind die Kosten gestiegen, das Geld soll am Monatsende nicht mehr ganz so knapp sein oder es soll ein höherer Lebensstandard erreicht werden, der beim momentanen Gehalt nicht drin ist.

Allerdings wäre es falsch, davon auszugehen, dass ein zweites Standbein einzig und allein aus finanziellen Gründen aufgebaut wird. Ein anderes Motiv ist es beispielsweise einer Leidenschaft oder einem großen Hobby und Interesse auch professionell nachzugehen. So kann auch herausgefunden werden, ob vielleicht mehr daraus werden kann und sich das zweite Standbein auf Dauer zur Haupteinkommensquelle entwickeln kann.

Dieser Punkt führt auch gleich zum dritten verbreiteten Grund. Gerade in den letzten Jahren haben zunehmend mehr Arbeitnehmer sich nebenbei selbstständig gemacht und gründen als zweites Standbein eine eigene Firma. Langfristig verfolgen viele damit das Ziel, unabhängig vom bisherigen Arbeitgeber zu werden und ganz in die Selbstständigkeit einzusteigen.

Als zweites Standbein kann dieser Weg leichter sein und das Risiko minimieren, weil eben nicht alles auf eine Karte gesetzt werden muss. Sollte es klappen und die Entwicklung stimmt, kann der Job vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt gekündigt werden – falls nicht, ist jedoch nichts verloren und die Sicherheit des bisherigen Jobs bleibt bestehen.

Welche Möglichkeiten für ein zweites Standbein gibt es?

Zweites Standbein neben dem Beruf finanziell Bedeutung Nebenerwerb SelbstständigkeitDie Selbstständigkeit als zweites Standbein haben wir bereits kurz angesprochen. Hier kann entweder alleine oder auch gemeinsam mit anderern ein Unternehmen gegründet werden, mit dem Gewinne erwirtschaftet werden sollen. Dazu braucht es aber natürlich eine passende Idee und auch den Wunsch, überhaupt selbstständig zu arbeiten. Nicht jeder ist der geborene Unternehmer, andere sind im Angestelltenverhältnis glücklich und bauen sich auch dort ein zweites Standbein auf.

Ein Nebenjob kann dabei eine gute Möglichkeit sein. Zwar müssen Sie hier meist feste Arbeitszeiten einplanen, die sich nicht mit Ihrem ersten Job überschneiden dürfen, doch wenn die Organisation stimmt, kann eine kleinere Tätigkeit, die Sie nebenbei ausüben, zu einem stabilen zweiten Standbein werden, das Ihnen jeden Monat einen festen zusätzlichen Betrag einbringt – anders als in der Selbstständigkeit, wo gerade am Anfang nur selten große Gewinne erzielt werden. Dort liegt der Fokus eher auf dem langfristigen Erfolg und einer späteren Umstellung.

Beliebt als zweites Standbein ist auch passives Einkommen, wobei ohne andauernden Arbeitseinsatz nebenbei Geld verdient wird. Dies ist etwa durch Einnahmen aus einer Homepage möglich, auf der Sie nicht täglich oder mehrmals wöchentlich neue Inhalte einstellen müssen. Allerdings dauert es meist auch einige Zeit und der Arbeitsaufwand, der nötig ist, um passives Einkommen zu generieren, sollte nicht unterschätzt werden.

Zweites Standbein neben dem Beruf: Das müssen Sie beachten

Wenn Sie sich neben Ihrem Beruf ein zweites Standbein aufbauen wollen, brauchen Sie die nötige Motivation und Bereitschaft, nach Feierabend oder am Wochenende noch mehr zu arbeiten, statt nur die Freizeit zu genießen. Das kann mitunter ziemlich anstrengend sein und wenn Sie nicht wirklich hinter dem Vorhaben stehen, werden Sie möglicherweise schon aufgeben, bevor das zweite Standbein überhaupt eine Chance hatte, wirklich erfolgreich zu sein.

Nicht nur Ihre persönliche Einstellung muss stimmen, um ein zweites Standbein aufbauen zu können. Es gibt auch einige Regelungen und mögliche Hindernisse, die Sie kennen und beachten müssen. Damit Sie wissen, worauf es ankommt und an welchen Punkten Sie vorsichtig sein müssen, beantworten wir die wichtigsten Fragen zu einem zweiten Standbein neben dem Beruf:

  • Müssen Sie Ihren Chef über das zweite Standbein in Kenntnis setzen?

    Wer mit der Idee spielt, sich ein zweites Standbein aufzubauen, fragt sich früher oder später, ob er seinen Arbeitgeber darüber informieren muss. Eine allgemeine Verpflichtung dazu gibt es nicht, es kann allerdings im Arbeitsvertrag geregelt sein, dass Sie eine Nebenbeschäftigung bei Ihrem Arbeitgeber anmelden müssen. Ob Sie Ihren Chef in Kenntnis setzen müssen oder ob Sie Ihr zweites Standbein ohne Wissen des Arbeitgebers aufbauen können, hängt somit von Ihrem individuellen Vertrag ab.

  • Muss Ihr Arbeitgeber ein zweites Standbein erlauben?

    Die gute Nachricht ist: Selbst wenn Sie Ihren Chef informieren müssen, dass Sie sich neben dem Beruf ein zweites Standbein aufbauen wollen und einer zweiten Beschäftigung nachgehen, kann dieser Ihnen keine Steine in den Weg legen, solange er keinen wirklich guten Gründe dafür hat. Zwar müssen Sie in diesem Fall durch eine Nebentätigkeitsvereinbarung eine Genehmigung vom Arbeitgeber erhalten, doch kann Ihr Chef diese nicht verweigern. Dabei handelt es sich also weniger um eine wirkliche Erlaubnis, sondern eher um eine Bestätigung über die erhaltene Information.

  • Können Sie Ihr zweites Standbein frei wählen?

    Erst einmal ist es allein Ihre Wahl, in welchem Bereich Sie sich ein zweites Standbein aufbauen wollen. Hier kann Ihr Arbeitgeber jedoch ein Mitspracherecht haben, beispielsweise wenn Sie ihm direkte Konkurrenz machen. So dürfen Sie als Mitarbeiter in einem Marketingunternehmen als zweites Standbein nicht selbst eine Marketingagentur aufmachen – das kann und wird Ihr Chef untersagen. Auch müssen Sie darauf achten, dass Ihr zweites Standbein sich nicht negativ auf Ihren Erstjob auswirkt oder es Probleme bei den Arbeits- und Ruhezeiten gibt. Diese Regelungen können Ihre Wahl einschränken.

  • Muss ein zweites Standbein professionell sein?

    Wenn es Ihnen darum geht, möglichst schnell Geld zu verdienen und finanziell auf dem zweiten Standbein stehen zu können, sollten Sie dieses natürlich auch professionell betreiben. Spielt Geld jedoch nur eine untergeordnete Rolle oder ist eher ein nettes Nebenprodukt, nicht aber Ihr Hauptaugenmerk, können Sie auch erst einmal eher als Hobby anfangen – wenn sich dann etwas professionelles daraus entwickelt, können Sie weitersehen.

  • Ab wann müssen Sie Steuern für Ihr zweites Standbein zahlen?

    Bei einem zweiten Standbein neben dem Beruf können Sie jeden Monat bis zu 450 Euro zusätzlich zu Ihrem Hauptjob verdienen, ohne für diesen Mehrverdienst weitere Steuern zahlen zu müssen. Verdienen Sie mehr, werden dafür jedoch Abgaben fällig. Ratsam ist dabei in jedem Fall ein Termin beim Steuerberater, um sich genau zu informieren.

[Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]
26. April 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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