Freelancer: 12 wichtige Tipps + Plattformen & Jobs finden

Die Zahl der Freelancer unter den Selbständigen nimmt stetig zu. Nicht immer ist klar, welche Jobs dazugehören und wie sich Freelancer von Freiberuflern unterscheiden. Tatsächlich ist der Start in die Selbstständigkeit als Freelancer unkomplizierter als viele meinen. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie Freelancer werden können, worauf Sie dabei achten müssen. Dazu erhalten Sie bewährte Praxistipps und eine Übersicht der wichtigsten Plattformen, wo Freelancer Jobs finden…

Freelancer: 12 wichtige Tipps + Plattformen & Jobs finden

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Definition: Was ist ein Freelancer?

Ein Freelancer ist kein festangestellter Arbeitnehmer, sondern erhält Arbeitsaufträge von verschiedenen Unternehmen oder Auftraggebern. Unternehmen setzen Freelancer beispielsweise während eines Projekts ein, um bei bestimmten Aufgaben und Herausforderungen zu unterstützen. Einige Merkmale sind typisch für die Tätigkeit als Freelancer:

  • Freelancer sind selbstständig.
  • Er erhält Aufträge von unterschiedlichen Unternehmen oder Auftraggebern.
  • Keine Eingliederung in das Unternehmen, keine Weisungbefugnis durch den Auftraggeber.
  • In der Regel freie Einteilung von Arbeitszeit und -ort.
  • Freelancer erhalten kein festes, regelmäßiges Gehalt. Sie werden auf Honorarbasis, pauschal oder nach Stunden bezahlt.

Deshalb gilt: Bei einem Freelancer geht es nicht darum, welcher Tätigkeit nachgegangen wird, sondern um die Art des Beschäftigungsverhältnisses. Meist ist die Zusammenarbeit auf einen bestimmten Zeitraum oder ein Projekt begrenzt. Häufig zu finden sind Freelancer im IT-Sektor oder im Consulting-Bereich. Aber auch in der Medienbranche sind die freien Mitarbeiter eine wichtige Ergänzung für Unternehmen zur Stammbelegschaft.

Was heißt auf Deutsch Freelancer?

Freelancer – was ist das? Ursprünglich ging es um einen „freien Lanzenträger“. So hieß im Englischen ein Söldner, der seine Lanze in die Dienste desjenigen stellte, der ihn entsprechend bezahlte. Er war im Gegensatz zu einem Soldaten an keine feste Armee gebunden. Im übertragenen Sinn ist die Bedeutung erhalten geblieben. Die Jobs mögen weniger martialisch sein, aber ein Freelancer arbeitet für andere. Schwierig und ungenau wird es allerdings mit der Übersetzung im Deutschen. Eine andere Bezeichnung für Freelancer ist freier Mitarbeiter.


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Plattformen: Hier gibt es Freelancer Jobs und Projekte

Eine der wichtigsten und schwersten Aufgaben für Freelancer ist die Suche nach neuen Kunden und Projekten. Langfristiger Erfolg ist nur bei guter Auftragslage aufrechtzuerhalten. Ziel vieler Freelancer ist es deshalb, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen, aus denen Folgeaufträge entstehen. Das ist jedoch nicht immer möglich und so suchen Freelancer nach einzelnen Aufträgen und Projekten. Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Portale, auf denen Auftraggeber und Freelancer zusammengebracht werden. Wir stellen Ihnen Portale für Freelancer vor und zeigen, wo Sie neue Aufträge finden können:

Gulp

Mit Gulp hat die Zeitarbeitsfirma Randstad eine eigene Freelancer Plattform am Start. Gulp selbst bezeichnet sich als Personaldienstleister für IT, Engineering und Finance. Sie können dort Ihr persönliches Profil als Freelancer mit Ihren Fähigkeiten und Erfahrungen anlegen und selbst auf die Suche nach passenden Aufträgen und Ausschreibungen gehen. Das Portal punktet außerdem mit einem Stundensatzkalkulator.

Freelancermap

Frei von Vermittlungsgebühren können Freelancer auf Freelancermap passende Aufträge, Projekte und Kunden finden. Der Fokus liegt ebenfalls vor allem auf dem IT-Bereich. Wenn Sie als Freelancer ein Profil mit Ihren Kompetenzen anlegen, können Sie außerdem direkt per E-Mail Vorschläge für aktuelle Projekte erhalten, die Ihren Fähigkeiten und Erwartungen entsprechen. Die monatlichen Kosten richten sich nach der Zahlungsweise. Wer beispielsweise alle zwei Jahre den Betrag abbuchen lässt, zahlt monatlich nur 9,99 Euro. Möglich ist ebenfalls eine (allerdings eingeschränkt nutzbare) kostenfreie Basismitgliedschaft.

Freelance

Bei Freelance werden zeitgleich mehrere tausend Projekte und Stellen für Freelancer vermittelt. Die Projekte rekrutieren sich aus den Bereichen IT, Medien, Kunst, Management ebenso wie Finanzen, Sprachen oder Forschung. Gleichzeitig können Unternehmen oder andere Auftraggeber gezielt nach Freelancern suchen und passende Experten für bestehende Aufgaben finden. Als Freelancer können Sie ein Profil erstellen, mit Kompetenzen punkten und sich finden lassen. Es gibt eine kostenlose Basismitgliedschaft. Den vollen Umfang können Interessenten bei einer Registrierung über drei Monate (à 17 Euro pro Monat) oder über 12 Monate (à 12,50 Euro pro Monat) nutzen.

Das Auge

Wer in der kreativen und künstlerischen Branche tätig ist, wird um Das Auge nicht herumkommen. Egal ob Designer, Grafiker, Fotograf oder Freelancer in Multimedia und Werbung – hier gibt es für jeden kreativen Kopf den passenden Auftrag. Zusätzlich steht auch ein Stellenmarkt zur Verfügung, auf dem Jobs zur Festanstellung gefunden werden können. Diese Freelancer Plattform punktet mit einer absolut kostenlosen Mitgliedschaft. Das Besondere: Das gilt nicht nur für Basisfunktionen. Vielmehr kann jedes Mitglied ein Profil anlegen und kostenlos Funktionen wie Werkschau oder Einträge nutzen.

Projektwerk

Auf der Plattform Projektwerk kann im Einsteigertarif kostenfrei ein Profil erstellt und auf alle Projekte für Freelancer zugegriffen werden. Interessiert Sie ein Projekt, können Sie direkt Kontakt zum Auftraggeber aufnehmen. Sie reichen Ihre Unterlagen und Nachweise ein und können im besten Fall eine Zusammenarbeit vereinbaren. Die Kosten für die Mitgliedschaft richten sich nach Art und Dauer. Eine 14-tägige Probe-Mitgliedschaft ist möglich.

Twago

Die Freelancer Plattform Twago rühmt sich damit, Europas führender Freelancer-Marktplatz zu sein. Unternehmen können Projekte und Aufträge einstellen, auf die sich interessierte Freelancer bewerben. Die Bezahlung erfolgt dabei über ein sogenanntes Treuhandkonto – der Auftraggeber zahlt dort das vereinbarte Honorar ein. Nach Abschluss des Projekts wird es an den Freelancer weitergeleitet (mit Abzug einer Provision für Twago).

Bloggerjobs

Blogger und schreibende Freelancer sind auf bloggerjobs gut aufgehoben. Hier suchen zahlreiche Blogs nach versierten Bloggern, die über einen guten Schreibstil verfügen und Inhalte für eine Online-Seite erstellen können. Die Plattform versteht sich außerdem als Jobbörse für Vlogger, Podcaster und Webmaster.

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Unterschiede zwischen Freiberufler und Freelancer

Oft werden im Sprachgebrauch die Begriffe Freelancer und Freiberufler gleichgesetzt und synonym verwendet. Das ist jedoch nicht korrekt, denn zwischen beiden gibt es wichtige Unterschiede. § 18 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes definiert, welche Berufe zu den Freiberuflern zählen. Demnach geht es vor allem um sogenannte Katalogberufe und ähnliche, heißt:

➠ Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte
➠ Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte,
➠ Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten
➠ Handelschemiker
➠ Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
➠ beratende Volks- und Betriebswirte
➠ vereidigte Buchprüfer
➠ Steuerbevollmächtigte
➠ Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten
➠ Journalisten, Bildberichterstatter
➠ Dolmetscher, Übersetzer
➠ Lotsen

Als freiberufliche Tätigkeit wird außerdem die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit verstanden, die mit einer selbständigen Berufstätigkeit der jeweiligen Person einhergeht. Während Freiberufler auf die oben genannte Gruppe von Berufen beschränkt ist, kann ein Freelancer auch in anderen Jobs tätig sein.

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Worauf müssen Sie bei Steuern achten?

Auch gibt es steuerliche Unterschiede zwischen den beiden Berufsgruppen. Die auseinander zu dividieren, ist nicht ganz einfach. Meist entscheidet das Finanzamt, wen es als Freiberufler, Gewerbesteuerpflichtigen oder Freelancer einstuft. Für Freiberufler entfällt in der Regel die Gewerbesteuer. Sie betreiben meist keinen Handel, sondern bieten nur Dienstleistungen an. Daher müssen sich nur beim Finanzamt anmelden.

Freelancer sind gewerbesteuerpflichtig, wenn sie ihre Einkünfte über einen Gewerbeschein abrechnen. Das trifft auf alle Selbständigen zu, die als Einzelunternehmer, Personen- oder Kapitalgesellschaft tätig werden. Sobald Sie also eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet haben, fallen entsprechende Steuern an. Es besteht allerdings die Möglichkeit, den jährlichen Freibetrag von 24.500 Euro auf die Gewerbesteuer anzurechnen. Die Gewerbesteuer fällt also nur an, wenn Ihre Einnahmen diesen Freibetrag überschreiten. Wie hoch die Gewerbesteuer ausfällt, hängt vom Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ab.

In der folgenden Grafik haben wir noch einmal die Merkmale für Freelancer im Unterschied zusammengefasst:

Freelancer Definition Jobs Plattformen

Selbsttest: Bin ich für freie Mitarbeit geeignet?

Die Arbeit als Freelancer hat einige Vorteile, die Angestellte oftmals beneiden. Freelancer sind flexibler in der Gestaltung ihrer Arbeitsweise. Neben der Wahl des Arbeitsplatzes und der Arbeitszeit entscheiden sie, welche Projekte sie annehmen und mit welchen Kunden sie zusammenarbeiten wollen. So viel Selbstbestimmung im Job ist reizvoll und in einigen Branchen können Freelancer sehr erfolgreich sein.

Gleichzeitig ist die freie Mitarbeit nicht unbedingt für jeden gemacht. Sie bietet weniger Sicherheit als eine Festanstellung im Unternehmen und ist mit viel mehr Arbeitsaufwand verbunden. Kurz gesagt: Zum Freelancer müssen Sie geeignet sein. Sonst genießen Sie nicht die Freiheiten, sondern leiden unter der fehlenden Sicherheit und dem vorhandenen Druck. Wer Freelancer werden will, sollte sich vorher genau überlegen, ob er mitbringt, was es dafür braucht. Folgende Aspekte können bei der Entscheidung helfen:

Antrieb und Motivation

Wissen Sie, warum Sie als Freiberufler arbeiten wollen? Reizt Sie wirklich die selbstständige Arbeit oder wollen Sie nur Ihrem aktuell langweiligen Job entkommen? Ist Letzteres der Fall, wird die Motivation vermutlich nicht tragfähig und schon gar nicht langfristig ausreichend sein. Sie sollten Ihren Grund und Antrieb für die Arbeit als Freelancer vor dem Start kennen.

Netzwerk und Kontakte

Qualifikationen und Fähigkeiten sind wichtig, doch ohne die richtigen Kontakte und ein gut ausgebautes Netzwerk werden Ihnen die Kunden fehlen. Denn diese kommen am Anfang nicht zu Ihnen, sondern müssen aktiv gefunden und angesprochen werden. Wenn Sie sich einen guten Ruf erarbeiten, werden vielleicht Aufträge an Sie herangetragen – auch das erfordert jedoch ein entsprechendes Netzwerk. Diese Voraussetzungen sollten Sie ebenfalls vor und während Ihres Starts schaffen.

Dienstleistungen und Produkt

Ihre Dienstleistungen und Produkte sollten Sie klar und eindeutig benennen können. Vermeiden Sie den Fehler, sich mit der Konkurrenz zu vergleichen. Wer sich auf seiner Homepage beispielsweise ständig mit anderen Freelancern vergleicht, wirkt dadurch unsicher und kann kein eigenes Profil entwickeln. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Stärken und Ihre Alleinstellungsmerkmale. Wenn Sie wissen und vertreten können, was Sie auszeichnet, können Sie auch Kunden davon überzeugen.

Belastbarkeit und Organisation

Nicht wenige Freelancer arbeiten über den klassischen Acht-Stunden-Tag hinaus. Stress und Belastungen können zum Alltag gehören, um Deadlines einzuhalten und Kunden zufriedenzustellen. Als Freelancer müssen Sie eine entsprechende Belastbarkeit mitbringen. Ebenso wichtig sind gute Organisation und Selbstmanagement. Gerade bei mehreren Auftraggebern und parallelen Projekten müssen Sie den Überblick behalten, die Arbeitsflut eindämmen und effizient arbeiten.

8 Tipps, wenn Sie Freelancer werden wollen

Zusätzlich haben wir die acht wichtigsten Tipps für Jobs und Tätigkeiten als Freelancer zusammengetragen. Das kostenlose PDF-Dokument können Sie durch einen einfachen Klick auf den orangefarbenen Button herunterladen.

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4 Tipps für Freelancer: So machen Sie Ihren Job sicherer

Den positiven Seiten für Freelancer steht in erster Linie die Unsicherheit entgegen. Es gibt eben keinen Arbeitsvertrag, der möglichst unbefristet ist und einer Kündigung vorbeugen könnte. Bleiben die Aufträge plötzlich aus, stehen Freelancer vor großen Problemen. Gerade noch gefragter Freelancer in mehreren Projekten, stehen Sie nach Ablauf der Zusammenarbeit ohne Auftrag und damit Einkommen dar. Dagegen hilft, das Fundament zu stabilisieren und mehr Sicherheit zu gewinnen. Mit diesen Tipps klappt es:

Kundenstamm ausbauen

In der Finanzwelt spricht man von Diversifizierung: das Verlustrisiko durch Streuung zu minimieren. Für einen Freelancer ist Diversifizierung genauso erstrebenswert. Wer lediglich einen einzelnen, namhaften und zahlungskräftigen Auftraggeber im Rücken hat, macht sich abhängig: Von diesem einen Unternehmen, vom Markt, von den wirtschaftlichen Veränderungen. Bricht der Kunde weg, steht Ihr persönliches Geschäftsmodell infrage. Auch ist man nicht selten der Willkür des Solo-Kunden ausgesetzt. Traut man sich wirklich, angesichts der eigenen Abhängigkeit Kontra zu geben, substanzielle Kritik zu üben? Aus ökonomischer Sicht sinnvoll: Die Last auf mehrere Schultern verteilen. Den Kundenstamm durch systematische Akquisearbeit verbreitern.

Auftragsformen mischen

Optimalerweise haben Sie also viele Kunden statt nur einen. Noch besser, wenn auch Ihr Auftragsportfolio eine Mischform ist. Auf der einen Seite langfristige Aufträge, die Sie — als fester Freier zum Beispiel — jeden Monat bearbeiten. Die lassen sich mit Rahmenverträgen fixieren. Auf der anderen Seite Kunden, für die Sie auf Projektbasis – auf Zuruf quasi – arbeiten. Der finanzielle Vorteil: Sie können mit einem fixen Grundbetrag im Monat rechnen und diesen durch Honoraraufträge erhöhen. Und noch ein Vorteil eines großen, gemischten Kundenstamms: Ein Kunde liefert Ihnen ein Top-Honorar, fantastische Referenzen für den Lebenslauf, viele wertvolle Kontakte oder ganz viel Spaß an der Arbeit. Aber selten alles zusammen. Denkbar, aber unwahrscheinlich, dass ein einziger Kunde alle Freelancer-Bedürfnisse zugleich abdeckt. Wenn Sie clever mischen, kriegen Sie alles, nur halt aus unterschiedlichen Quellen.

Weiterbildungen besuchen

Kontinuierliche Weiterbildung ist für Freelancer noch wichtiger als für Angestellte, sind sie doch auf ihre Kompetenz und ihre Fachkenntnisse als Existenzgrundlage direkt angewiesen. Durch die Bildungsprämie können Sie sogar eine finanzielle Unterstützung bekommen (weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung). Doch auch wenn Sie eine Fort- und Weiterbildung selbst bezahlen müssen, lohnt sich die Investition. Durch Know-how und Expertenwissen sichern Sie sich Aufträge und werden zum gefragten Freelancer in Ihrem Bereich.

Rücklagen bilden

Die Einnahmen eines Freelancers schwanken von Monat zu Monat, sind oft unplanbar. Hinzu kommt, dass Sie saisonale Schwankungen wie Urlaubszeit oder Weihnachtszeit bedenken müssen. Ein weiterer Kostenfaktor sind die Steuern! Der Fiskus möchte schließlich regelmäßig mit Vorauszahlungen beglückt werden. Was Sie tun könnten: Eröffnen Sie zwei Giro-Konten (möglichst kostenlose) – eines für berufliche Geldeingänge, das andere privater Natur. Nun zahlen Sie sich selbst ein Gehalt aus, überweisen also monatlich einen Teil Ihrer Einnahmen von Konto A auf Konto B. Von dem Geld auf Konto B leben Sie. Den Rest belassen Sie auf Konto A – oder legen ihn vernünftig an. Das ist finanziell sinnvoll und verschafft Ihnen zudem einen besseren Überblick über Ihre Einnahmesituation. Und die Gewissheit, im Notfall auf Rücklagen zugreifen zu können, beruhigt ungemein.

Die richtige Preisgestaltung für Freelancer

Ein wichtiger Punkt ist die Frage nach der Preisgestaltung. Was kann und muss ich als Freelancer für meine Arbeit verlangen? Eines gilt dabei immer: Verkaufen Sie sich nie unter Wert! Preise zu senken ist leichter, als diese anzuheben. Auch wenn Kunden und Klienten versuchen zu feilschen: Qualität sollte ihren Preis haben und behalten. Geiz ist keinesfalls geil. Lassen Sie sich lieber ein paar Extras raushandeln, statt den Preis zu reduzieren. Es sei denn, der ist absolut nicht konkurrenzfähig. Bei der Preisgestaltung haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten, da es verschiedene Wege gibt, die Preise Ihrer Leistungen zu kalkulieren:

Tages – oder Stundensätze

Eine Option ist, sich selbst wie einen Angestellten zu betrachten: Fragen Sie sich, wie hoch das Bruttogehalt eines Angestellten Ihrer Branche und Position ist. Es genügt natürlich nicht, dieses Gehalt einfach auf die Arbeitsstunden runter zu rechnen. Da Sie als Freelancer für Ihre Sozialabgaben, Krankheitstage, Urlaubstage und die Altersvorsorge selbst verantwortlich sind, müssen Sie auch diese mit einbeziehen.

In einigen Branchen ist es üblich, dass der Freelancer in Vorleistung geht. Gerade im kreativen Bereich möchten Kunden oft zuerst ein paar Ideen sehen. Skizzen, Entwürfe oder ganze Konzepte machen Arbeit, die Ihnen zunächst nicht bezahlt wird. Sehen Sie diesen Punkt nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition. Aber setzen Sie hier klare Grenzen, was den Umfang und Zeitaufwand angeht. Natürlich besteht immer die Gefahr, dass Ihr Konzept zwar gut ankommt, den Auftrag aber ein anderer bekommt. Das ist unternehmerisches Risiko. Hier hilft nur, solche kleineren Niederlagen in die Preise einzukalkulieren.

Festpreise

Entscheiden Sie sich dafür, für einzelne Projekte Festpreise anzubieten, sollten Sie vorher genau überlegen, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und wie hoch der Zeitaufwand hierfür ist. Gerade dabei sollten Sie so realistisch wie möglich kalkulieren. Natürlich wollen Sie für Ihren Kunden (und auch für sich selbst) den Auftrag so schnell wie möglich umsetzen. Läuft das Projekt allerdings aus dem Ruder und müssen Sie erheblich mehr Zeit aufwenden, als vorgesehen war, bedeutet das gravierende Verluste für Sie. Besonders dann, wenn der Kunde immer wieder Extrawünsche hat, die nicht in Ihrem Zeitplan vorgesehen sind, sollten Sie dies vorab ansprechen. Nehmen Sie diese Leistungen gegebenenfalls vom Festpreis aus und lassen Sie sich extra bezahlen.

Alarmzeichen für Freelancer: Nicht mit diesen Kunden!

Es wird immer wieder Kunden geben, die deutlich mehr Arbeit verursachen, als sie Geld einbringen. Die Probleme reichen von unverschämt hohen Nachforderungen über viel zu kurzfristig vorgebrachten Zusatzwünschen bis hin zu rechtlichen Schritten, die mancher Kunde gegen den Freelancer einleitet. So etwas lässt sich am einfachsten umgehen, indem Sie den Kontakt mit entsprechenden Kunden vermeiden. Anhand bestimmter Warnzeichen können Sie selbst abschätzen, ob sich die Zusammenarbeit oder nicht. Welche das sind, haben wir Ihnen in einem kostenlosen PDF zusammengestellt, das Sie hier herunterladen können:

DOWNLOAD WARNZEICHEN

Bedenken Sie: Einzelne Punkte machen noch keine grauenhaften Kunden aus. Sobald Sie aber drei oder mehr Warnzeichen bei einem Kunden wiederfinden, sollten Sie auf der Hut sein und von einer Zusammenarbeit Abstand nehmen.

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[Bildnachweis: Irina Strelnikova by Shutterstock.com]
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6. November 2020 Nils Warkentin Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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