GbR gründen: Start in die Selbstständigkeit

Wer den Start in die Selbstständigkeit wagen möchte, kann dies relativ simpel tun, indem er eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründet. Dabei handelt es sich um eine Personengesellschaft, für dessen Gründung es grundsätzlich genügt, wenn Sie ein Gewerbe anmelden. Trotzdem gilt es vor diesem Schritt einige wichtige Dinge zu beachten, denn die für die Gründung einer GbR müssen nicht nur einige Voraussetzungen erfüllt sein – auch über die Haftung sollte im Vorfeld nachgedacht werden. Was Sie wissen müssen, wenn Sie eine GbR gründen wollen…

GbR gründen: Start in die Selbstständigkeit

GbR gründen: Welche Anforderungen müssen erfüllt sein?

Sie haben die verschiedenen Rechtsformen verglichen und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine GbR die passende Wahl ist? Dann steht der Gründung kaum noch etwas im Weg, da die Anforderungen vergleichsweise gering sind.

  • Anzahl der Gründer. Als Einzelgänger haben Sie keine Chance, eine GbR zu gründen – hierfür sind immer mindestens zwei Gesellschafter notwendig.
  • Startkapital. Auch ohne anfängliches Vermögen lässt sich eine GbR gründen, da kein Startkapital benötigt wird.
  • Anmeldung. Die Anmeldung einer GbR erfolgt über das zuständige Gewerbeamt. Dabei werden alle Gesellschafter, die an der Gründung beteiligt sind, eingetragen.
  • Kein Handelsgewerbe. Ist Ihr Gesellschaftszweck kaufmännischer Natur, können Sie keine GbR gründen. Für ein Handelsgewerbe ist eine offene Handelsgesellschaft (OHG) vorgesehen. Da kein Handelsgewerbe in der GbR erlaubt ist, fällt auch die Eintragung ins Handelsregister weg.

GbR gründen: Was ist mit der Haftung?

Eine weitreichende Frage bei der Gründung ist immer: Was passiert im schlimmsten Fall? Die GbR macht möglicherweise im Laufe der Zeit Schulden und kann diese nicht mehr begleichen. Was kommt dann auf Sie als Gesellschafter zu? In diesem Fall eine ganze Menge, denn bei einer GbR haften die Gesellschafter auch mit ihrem Privatvermögen.

Soll heißen: Für die Verbindlichkeiten der GbR kommen die Gesellschafter – falls nicht anders im Gesellschaftsvertrag vereinbart – zu gleichen Teilen auf. Ein mögliches Problem ist es auch, dass ein Gläubiger seine gesamte offene Forderung an einen einzelnen Gesellschafter richten kann. Dieser muss sich dann darum kümmern, die entsprechenden Anteile von den anderen beteiligten Gesellschaftern zurückzuerhalten.

Sie sollten sich deshalb gut überlegen, mit wem Sie eine GbR gründen wollen – gerade mit Hinblick auf mögliche Haftungsstreitigkeiten.

GbR gründen: Was sollten Sie beachten?

  • Geschäftszweck festlegen

    Die Bestimmung des Geschäftszweck dient nicht nur um festzustellen, ob eine GbR überhaupt die geeignete Form ist, sondern kann auch im Geschäftsablauf nützlich sein, um sich selbst oder die anderen Gesellschafter an die Ziele und Vorgaben des gemeinsamen Unterfangens zu erinnern.

  • Geschäftsführung bestimmen.

    In einer GbR sind die Gesellschafter erst einmal gleichberechtigt, wenn es um die Geschäftsführung geht. Es kann allerdings bestimmt werden, ob einer der Gesellschafter die GbR nach außen hin vertritt oder wer für bestimmte Aufgabenbereiche zuständig ist. Auch welche Mehrheit nötig ist, um eine Entscheidung zu treffen, kann geregelt werden. Allerdings ist in einer GbR bei besonders wichtigen Geschäften immer die Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich.

  • Gesellschaftsvertrag erstellen

    Auch wenn eine GbR rein rechtlich keinen schriftlichen Gesellschaftsvertrag benötigt, ist es unbedingt zu empfehlen, einen solchen zu erstellen. Hier werden sowohl die oben genannten Punkte festgehalten als auch mögliche Haftungsbeschränkungen für einzelne Gesellschafter eingetragen.

  • Buchführung beachten

    Wie auch die Gründung ist auch die Buchführung einer GbR relativ einfach. Es genügt, eine Einnahme-Überschuss-Rechnung zu erstellen. Erst wenn die GbR einen jährlichen Umsatz von 600.000 Euro oder mehr als 60.000 Euro Gewinn erreicht werden, ergibt sich daraus eine Bilanzierungspflicht.

[Bildnachweis: Roman Samborsky by Shutterstock.com]
6. Januar 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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