Steuererklärung: Bis zu 1000 Euro sparen

Mit Ihrer Steuererklärung legen Sie dem Finanzamt gegenüber Ihre Einnahmen und Belastungen dar, anhand derer die Behörde die zu zahlenden Steuern ermittelt. Gar nicht so selten können Arbeitnehmer Steuern sparen beziehungsweise zurückerstattet bekommen: immerhin in neun von zehn Fällen. Genau genommen liegt die durchschnittliche Steuerrückerstattung laut Statistischem Bundesamt bei 1.007 Euro, so die Zahlen aus dem aktuellsten Erhebungsjahr. In diesem Jahr könnte die Erstattung sogar noch üppiger ausfallen, immerhin haben sich die Rahmenbedingungen erneut geändert. Was Sie für die Steuererklärung wissen müssen…

Steuererklärung: Bis zu 1000 Euro sparen

Besteht eine Pflicht zur Steuererklärung?

Viele Menschen fragen sich, ob sie wirklich eine Steuererklärung abgeben müssen. Vor etlichen Jahren hatte eine Partei versprochen, dass alles viel einfacher werden und die Steuerklärung zukünftig auf einen Bierdeckel passen würde. Stattdessen: dutzende Formulare ausfüllen – Spaß sieht anders aus.

An sich brauchen viele Arbeitnehmer keine Steuererklärung zu machen, da durch die Einordnung in eine von sechs Steuerklassen bereits automatisch ein Lohnsteuerabzug stattfindet. Dennoch lässt sich die Frage völlig pauschal nicht beantworten, denn abhängig von Ihrem Arbeitsverhältnis und Ihren Einkünften, sowie Familienstand und etwaigen Kinderfreibeträgen fallen Sie in eine bestimmte Gruppe.

  • In diesen Fällen ist eine Steuererklärung Pflicht

    Sie müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn…

    • Sie selbständig sind.
    • Sie Einkommen aus mehreren Jobs haben (gilt nicht für Minijobs).
    • Sie Lohnersatzleistungen erhalten, die 410 Euro im Jahr übersteigen. Dazu zählen: Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld oder Elterngeld.
    • Sie eine Abfindung erhalten haben.
    • Sie oder Ihr Partner in Steuerklasse V oder VI beschäftigt waren oder nach dem Faktorverfahren besteuert werden.
    • Sie auf Ihrem Haus eine Solaranlage betreiben und den Strom ins Netz einspeisen.
    • Sie erwerbstätig sind und sich haben scheiden lassen und im selben Jahr erneut geheiratet haben.
    • Sie einen Lohnsteuerfreibetrag beantragt haben, beispielsweise für Werbungskosten.
    • Sie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung haben.
    • Sie als Rentner über den steuerlichen Grundfreibetrag von 9.408 Euro (beziehungsweise 18.816 Euro für Ehepaare) kommen.
  • Sonderfall: Rentner können verpflichtet sein

    Selbst Rentner können verpflichtet sein, eine Steuererklärung abzugeben. Schuld daran ist die nachgelagerte Besteuerung, bei der sukzessive ein immer größerer Anteil der Rente besteuert wird.

    Lag bei Arbeitnehmern, die bis 2005 in Rente gingen, der zu versteuernde Anteil der gesetzlichen Rente bei 50 Prozent, muss ein Arbeitnehmer, der 2020 in Rente geht, bereits 80 Prozent versteuern lassen. Bei Renteneintritt im Jahre 2040 werden zukünftige Rentner voll steuerpflichtig sein.

    Steuerfrei bleiben lediglich die Ersparnisse für die Rente, die während des Berufslebens beiseite gelegt werden und der steuerliche Grundfreibetrag. Geringfügige Erhöhungen der gesetzlichen Rente können allerdings dazu führen, dass auch Bestandsrentner steuerpflichtig werden. Ihre tatsächlichen Abzüge können Sie reduzieren, indem Sie beispielsweise folgende Kosten von der Rente absetzen:

    • Pauschalen

      Bei Ihrer Steuererklärung können Sie Pauschalen von 102 Euro als Werbungskosten sowie 36 Euro für Sonderausgaben angeben (bei gemeinsamer Steuererklärung von Ehepaaren: jeweils der doppelte Beitrag).

    • Versicherungen

      Wer Vorsorge in Form von Kranken- und Pflegeversicherung betreibt oder eine Haftpflicht- und Unfallversicherung abgeschlossen hat, kann diese steuerlich absetzen.

    • Krankheitskosten

      Gerade im Alter fallen oft Mehrausgaben für die Gesundheit an: Gebiss, Brille oder Krankengymnastik müssen komplett oder durch Zuzahlungen mitfinanziert werden. Diese können Sie bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angeben. Dafür muss die individuelle – zumutbare – Belastung überschritten sein.

    • Behinderung

      Menschen mit Behinderung können abhängig vom Grad ihrer Einschränkung Pauschalen von 310 bis 1420 Euro im Jahr von der Steuer absetzen.

    • Haushaltshilfen

      Ebenfalls steuerlich absetzbar ist die Haushaltshilfe oder der Handwerker: Berücksichtigt werden 20 Prozent der Aufwendungen, die Höchstgrenze liegt bei 1.200 Euro im Jahr.

  • In diesen Fällen ist eine Steuererklärung sinnvoll

    Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, kann sie freiwillig machen und hat dafür vier Jahre Zeit. Und das sollten Sie tun, auch wenn Sie zu keiner der oben genannten Gruppen zählen. Die überwiegende Mehrzahl der Steuerzahler bekommt Geld zurück. Einige Gruppen von Arbeitnehmer profitieren sogar mehr als andere:

    • Leiharbeiter

      Leih- oder Zeitarbeiter können von einem Urteil profitieren, das der Lohnsteuerhilfeverein Steuerring für sie erstritt: Sie dürfen nicht nur die Entfernungspauschale geltend machen, sondern jeden gefahrenen Kilometer abrechnen. Damit sind die Fahrten zu den Einsätzen beim Entleiher einer Dienstreise gleichgestellt. Allerdings muss dazu der Einsatz im Entleiherbetrieb laut Arbeitsvertrag zeitlich begrenzt sein. Hier lohnt es sich, einmal genau nachzulesen.

    • Arbeitnehmer mit hohen Werbungskosten

      Die Pauschale, die das Finanzamt für berufliche Ausgaben ansetzt, liegt bei lediglich 1000 Euro. Einige Arbeitnehmer überschreiten diesen Betrag aber und verschenken bares Geld, wenn sie keine Steuererklärung machen. Die tatsächlichen Ausgaben können nur geltend gemacht werden, wenn Sie eine Steuererklärung machen.

    • Arbeitnehmer mit außergewöhnlichen Belastungen

      Die Reihe an außergewöhnlichen Belastungen, die vom Finanzamt akzeptiert werden, ist relativ lang: Arbeitnehmer, die krank waren, einen Unfall hatten, einen oder gar mehrere Angehörige pflegen oder eine Beerdigung bestreiten mussten, können diese höheren Kosten in der Steuererklärung geltend machen. Auch ein Hochwasser oder eine vergleichbare Katastrophe wirkt sich mildernd auf die Steuerlast aus.

    • Weitere Steuerzahler

      Daneben gibt es noch weitere Steuerzahler, die sich überlegen sollten, eine Steuererklärung für das Steuerjahr abzugeben:

      • Berufseinsteiger, also ehemalige Azubis oder Studenten, die ihren Job nicht schon am 1.1. 2017 begonnen haben.
      • Zusammenveranlagte mit einer schlechten Kombination der beiden Steuerklassen.
      • Steuerzahler, die eine zu hohe Abgeltungssteuer gezahlt haben. Das kann passieren, wenn Sie pauschal 25 Prozent versteuert, tatsächlich aber einen günstigeren Steuersatz haben.
      • Alleinerziehende, die nicht Steuerklasse II eingetragen haben.

Welche Steuerklassen gibt es?

Steuererklärung SteuerklassenDie Zuordnung in die verschiedenen Lohnsteuerklassen erfolgt anhand der persönlichen Merkmale durch das Finanzamt. Entscheidend sind hier vor allem der Familienstand und die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse.

  • Steuerklasse 1

    Hier finden sich vor allem ledige, alleinstehende und geschiedene Arbeitnehmer ohne Kinder. Besonders Berufsanfänger sind dieser Steuerklasse zugeordnet. In Ausnahmefällen gilt Steuerklasse 1 auch für verheiratete Arbeitnehmer, die (noch) nicht geschieden sind, aber dauerhaft getrennt voneinander wohnen. Stirbt ein Ehepartner, fällt der verwitwete Arbeitnehmer ab dem zweiten Kalenderjahr nach dem Tod des Partners zurück in die Steuerklasse 1.

  • Steuerklasse 2

    Alleinerziehende und getrennt lebende Arbeitnehmer, die im eigenen Haushalt ein Kind versorgen, wird der Steuerklasse 2 zugeordnet.

  • Steuerklasse 3

    Diese Steuerklasse gilt vor allem bei Ehepaaren mit großem Gehaltsunterschied, etwa wenn der eine Partner keiner Arbeit nachgeht oder nur geringfügig beschäftigt ist. Der Großverdiener wird dann in Steuerklasse 3 eingruppiert.

  • Steuerklasse 4

    In Steuerklasse 4 werden verheiratete Arbeitnehmer eingruppiert, die beide uneingeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und in etwa gleich viel verdienen.

  • Steuerklasse 5

    Entsprechend zu Steuerklasse 3 werden in dieser Steuerklasse die Geringverdiener eingruppiert.
    Die Abgaben in dieser Lohnsteuerklasse sind sehr hoch, die Freibeträge sehr gering. Andersherum werden diese dem deutlich besser verdienenden Partner zugerechnet, wodurch am Ende mehr Nettogehalt übrig bleibt.

  • Steuerklasse 6

    Wer mehrere Jobs gleichzeitig hat, erhält für seinen Zeitjob automatisch Steuerklasse 6. Die Abzüge vom Gehalt sind hier im Vergleich zu den anderen Steuerklassen am höchsten.

Ein Wechsel in eine andere Steuerklasse ist nur möglich, wenn sich der Familienstand ändert. Bisher gab es dafür nur einmalig im Jahr bis zum 30. November die Möglichkeit. Seit dem 1. Januar 2020 sind mehrfache Wechsel möglich, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Ein Ehepartner verstirbt.
  • Es kommt zur Trennung.
  • Ein Ehepartner wird arbeitslos oder nimmt eine Arbeit auf.

Neue Fristen für die Steuererklärung

Seit 2019 können sich Arbeitnehmer bis zum 31. Juli eines Jahres Zeit lassen, um die Anlagen zur Steuererklärung vom Vorjahr auszufüllen – sofern Sie die Steuererklärung selber machen.

So muss die Steuererklärung für das Steuerjahr 2019 spätestens am 31. Juli 2020 beim zuständigen Finanzamt vorliegen. Wer einen Steuerberater hinzuzieht, hat sogar bis zum 28. Februar 2021 Zeit, um die Steuererklärung für 2019 abzuliefern. Und eine Fristverlängerung ist ebenfalls relativ problemlos möglich.

Wer ohnehin zur Abgabe einer Steuererklärung nicht verpflichtet ist, kann sich vier Jahre Zeit lassen. Ihre Steuererklärung für 2020 müssen Sie also erst 2024 vorlegen. Die fürs letzte Jahr 2023.

Mittlerweile bevorzugt das Finanzamt die elektronische Version Ihrer Steuererklärung und stellt dafür ein eigenes Programm – Elster zur Verfügung. Papierformulare dürfen ohnehin nur noch von Arbeitnehmern und Rentnern verwendet werden.

Heruntergeladen werden können diese beim Formular-Management-System (FMS) der Bundesfinanzverwaltung. Wer nicht als abhängig beschäftigter Steuerzahler eine Steuererklärung macht – also Selbständige, Freiberufler und Unternehmer – muss seine Daten auf elektronischem Wege übermitteln.

Neben Elster gibt es im Handel diverse Software für eine elektronische Steuererklärung (dazu weiter unten), auch webbasierte Lösungen werden mittlerweile angeboten.

Tipp für Fristverlängerung

Steuererklärung FristSollten Sie davon Gebrauch machen müssen, stellen Sie am am besten einen schriftlichen Antrag auf Fristverlängerung und begründen Sie ihn: Es könnte ja sein, dass Ihnen noch wichtige Unterlagen fehlen oder Sie längere Zeit wegen einer Krankheit außer Gefecht gesetzt waren. Oft genügt auch ein kurzer Anruf beim zuständigen Finanzamt.

Achtung: Falls Sie Ihre Steuererklärung zu spät abgeben, bittet Sie der Staat zur Kasse. Für jeden angefangenen Monat der Verspätung müssen Sie einen Zuschlag von 0,25 Prozent der Steuernachzahlung zahlen, mindestens aber 25 Euro pro Monat. Zahlen müssen Sie übrigens auch im Falle einer Steuerrückerstattung.

Lassen Sie die Frist verstreichen, kommen nicht nur Strafgebühren auf Sie zu: Das Finanzamt schätzt dann die Steuern. So eine Steuerschätzung ist in der Regel deutlich höher als Ihre tatsächliche Steuer. Für diesen Fall sollten Sie Einspruch einlegen und binnen eines Monats Ihre Steuererklärung nachreichen.

Neue Freibeträge und Einkommensgrenzen für 2020

Für 2020 gelten neue Einkommensgrenzen. Sie steigen 2020 für alle Steuersätze um 1,95 Prozent. Hintergrund ist der, dass die kalte Progression abgemildert werden soll. Die würde dazu führen, dass trotz einer Gehaltserhöhung durch eine Inflation das Mehrgeld aufgefressen würde.

Gleichgeblieben ist der Eingangssteuersatz von 14 Prozent. Erhöht wurden hingegen erneut die Freibeträge, für Steuerzahler verringert sich entsprechend die Abgabenlast:

  • Der Grundfreibetrag von 9.168 Euro (2019) erhöht sich um 240 Euro auf 9.408 Euro (2020). Für Ehepaare erhöht sich der Grundfreibetrag von 18.336 Euro (2019) auf 18.816 Euro (2020).
  • Der Kinderfreibetrag von 4.980 Euro (2019) erhöht sich um 192 Euro auf 5.172 Euro (2020). Hinzu kommt ein Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf von 2.640 Euro, so dass ein Elternpaar für 2020 auf einen Kinderfreibetrag von 7.812 Euro kommt. Bei getrennten Paaren mit jeweiligem Sorgerecht wird jeweils die Hälfte pro Elternteil berücksichtigt.
  • Das monatliche Kindergeld stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr um jeweils zehn Euro pro Kind und Monat. Für 2020 sind die Zahlen gleich geblieben, das heißt: Das erste und zweite Kind erhalten 204 Euro, für das dritte Kind gibt es 210 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 235 Euro. Ab Januar 2021 ist eine monatliche Erhöhung von 15 Euro pro Kind geplant.
  • Der Unterhaltshöchstbetrag von 9.168 Euro (2019) erhöht sich entsprechend der Anhebung des Grundfreibetrags um 240 Euro auf 9.408 Euro (2020). Den Unterhaltshöchstbetrag können Personen, die den Ex-Partner oder bedürftige Angehörige pflegen, als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Steuererklärung als Student: Lohnt sich das?

Steuererklärung als Student: Lohnt sich das?Lohnt sich eine Steuererklärung für Studenten? Der Aufwand ist nicht ohne. Allerdings: Bei dieser Personengruppe sind die Ausgaben meist höher als die Einnahmen.

Die Folge: Eine Steuerrückerstattung, die sich sehen lassen kann. Das liegt daran, dass sich in der Regel die Kosten für das Studium von der Steuer absetzen lassen und damit die Verluste höher sind als die Einkünfte. Das steuerliche Mittel, das Sie bei der Steuererklärung als Student nutzen können, heißt Verlustvortrag.

Studenten haben damit den Vorteil, eventuelle Verluste im Steuerjahr, die sie nicht direkt geltend machen konnten, für die Folgejahre anrechnen zu lassen. Sie können damit über die eigentliche Steuererklärung hinaus noch profitieren. Gerade für Studenten und Berufsanfänger ist das eine interessante Alternative, um Steuern zu sparen.

Übrigens: Der Verlustvortrag kann rückwirkend sogar für sieben Jahre beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Welche Belege für die Steuererklärung?

Die Steuererklärung soll einfacher werden – für beide Seiten. Daher müssen Sie keine Papier-Belege mehr hinterhersenden, wenn Sie Ihre Steuererklärung auf elektronischem Weg übermittelt haben.

Nur wenn das Finanzamt einzelne Rechnungen oder Bescheinigungen sehen will, fordert es sie aktiv bei Ihnen an. Das ist insbesondere bei Spenden relevant. Spendenquittungen von gemeinnützigen oder anderen Organisationen werden oftmals automatisch ans Finanzamt übermittelt, ein papierner Beleg wird überflüssig.

Aus der Belegevorlagepflicht wird somit eine Belegvorhaltepflicht. Gleichzeitig steht es Ihnen weiterhin frei, Belege freiwillig mitzuliefern. Das könnte im Einzelfall Unklarheiten von vornherein ausräumen und das Verfahren beschleunigen.

Wenn das Finanzamt einzelne Belege einfordert, dann können Sie diese vermehrt digital hochladen und versenden. Das könnte vor allem bei Bankenbescheinigungen über die Kapitalertragssteuer der Fall sein. Diese Belege können Sie jetzt auch mailen oder im Elster-Portal hochladen.

Arbeitnehmer, die sich für eine vereinfachte Steuererklärung interessieren, müssen sogar nur zwei Seiten ausfüllen und die Steuererklärung ist fertig. Arbeitnehmer sollten unbedingt prüfen, ob die vereinfachte Steuererklärung bei ihnen ausreicht. In der Regel ist das der Fall, wenn Sie als Steuerzahler lediglich Ihren Lohn oder sogenannte Lohnersatzleistungen (also Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld…) im vergangenen Steuerjahr bezogen haben.

Tipps für die Steuererklärung

Steuererklärung 2019 Tipps Das deutsche Steuerrecht ist ein Labyrinth – mit vielen Geheimgängen. Hier sind drei Tipps für Ihre Steuererklärung:

  • Installation: Wenn Sie sich einen neuen PC anschaffen und ihn lieber von einem Fachmann einrichten lassen wollen, können Sie die Kosten dafür als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen – sofern die Installation im Haushalt erfolgt.
  • Reinigung: Handwerker, Ärzte oder andere Berufsgruppen, die ihre typische Berufskleidung reinigen (lassen), können die Kosten absetzen – zum Beispiel als Pauschale in Höhe von 110 Euro. Die tatsächlichen Kosten müssen Sie angeben, wenn die Reinigung in einer Wäscherei durchgeführt wird.
  • Au Pair: Die Ausgaben für ein Au Pair können teilweise beim Finanzamt geltend gemacht werden. Wenn etwa im Arbeitsvertrag geregelt ist, dass das Au Pair die Hälfte der Arbeitszeit mit Kinderbetreuung, die andere Hälfte mit leichten Hausarbeiten verbringt, kann die Hälfte des Monatslohns als haushaltsnahe Dienstleistung angegeben werden.

Änderungen bei Krankenversicherung und Altersvorsorge

Zum 1. Januar 2020 sind Änderungen bei der Krankenversicherung in Kraft getreten. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung (wird seit letztem Jahr paritätisch von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt) steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent an. Der Kassensatz liegt unverändert bei 14,6 Prozent, so dass nun im Schnitt 15,7 Prozent gezahlt werden müssen.

Allerdings erheben die Krankenkassen unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge – wie hoch also Ihr individueller Satz liegt, entnehmen Sie den Informationen Ihrer Krankenkasse (meist postalisch erfolgt) oder erfragen Sie telefonisch.

Dass die gesetzliche Rente später im Alter für künftige Rentnergenerationen nicht reichen wird, ist hinlänglich bekannt. Umso wichtiger wird die eigene Altersvorsorge. Das Beste daran ist, dass sie solche Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen können.

Ab 2020 steigt der maximal förderfähige Beitrag auf 25.046 Euro an – für Ehepaare gilt der doppelte Betrag, also 50.092 Euro. Dieser Betrag wird für Ihre Steuererklärung nächstes Jahr zu 90 Prozent angerechnet, und wird sukzessive bis zum Jahr 2025 zu 100 Prozent angerechnet. Kleiner Wermutstropfen: Ab 2040 werden dafür Renteneinkünfte komplett besteuert.

Software für Steuererklärung: Die besten Programme

Steuererklärung 2019 Software Steuersoftware führt im besten Fall mühelos durch die Unterlagen. Aber welches Programm kaufen?

Die Stiftung Warentest nahm 2019 insgesamt 14 Programme unter die Lupe. Den Test mit gut bestanden haben davon nur drei, fünf waren hingegen mangelhaft. Genaue Ergebnisse sind gegen eine kostenpflichtige Freischaltung zu erhalten.

Regelmäßiger Testsieger bei der Seite Steuersoftware Test und Vergleich ist das Wiso Steuersparbuch.

Auch in der Version für 2020 ist erneut das Wiso Steuersparbuch auf dem ersten Platz, das mit 29,99 Euro auch zu den teuersten gehört. 15 Euro günstiger und mit 89 Prozent nah am Testsieger dran ist Steuereasy 2020, die den vorletzten Platz einnimmt.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
8. Januar 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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