Wer nicht am Wohnort arbeitet oder einen längeren Arbeitsweg hat, kann diesen nicht zu Fuß bewältigen. Mit dem Auto oder der Bahn zur Arbeit zu fahren, ist vor allem für Berufspendler ein Kostenfaktor, der das Gehalt schmälert. Um den Arbeitnehmer finanziell zu entlasten, hat er die Möglichkeit, in seiner Steuererklärung eine Fahrtkostenpauschale geltend zu machen. Wie Sie Ihre Kosten ermitteln und was Sie dabei beachten müssen...

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Fahrtkostenpauschale: Was ist das?

Die Fahrtkostenpauschale - auch Entfernungs- oder Pendlerpauschale genannt - ist eine steuerliche Erleichterung für Arbeitnehmer, die regelmäßig zur Arbeit pendeln. Sie wird in der Steuererklärung unter der Rubrik "Werbungskosten" gelistet.

Dabei ist unerheblich, ob Sie mit einem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Fahrtkostenpauschale deshalb, weil pauschal die Fahrtkosten, die zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte anfallen, steuerlich angerechnet werden können. Die zu versteuernden Einkünfte sinken somit.

Wer einen eigenen PKW besitzt und damit oder mit einem Dienstwagen zur Arbeit fährt, kann die tatsächlichen Fahrtkosten steuerlich geltend machen. Hier gibt es keine Obergrenze, das heißt, 4.500 Euro pro Jahr können überschritten werden.

Fahrtkostenpauschale: Höhe der erstatteten Summe

In den Genuss dieser Fahrtkostenpauschale kommt jeder, der um zur Arbeit zu kommen einen Weg zurücklegen muss. Entscheidend ist die Kilometerzahl von der Wohnung bis zur Arbeit.

Bis zu 4.500 Euro pro Jahr können Arbeitnehmer als Werbungskosten absetzen, wenn sie beispielsweise mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit kommen. Pro Kilometer Entfernung zur Arbeit werden 0,30 Euro berechnet, daher auch der Name "Kilometergeld" für Fahrtkostenpauschale.

Entscheidend ist, dass hier der einfache Kilometer pro Arbeitstag gerechnet wird, also nur ein Weg gilt - auch wenn Sie mehrmals am Tag zur Arbeit fahren. Ebenso werden ausschließlich volle, keine angefangenen Kilometer berücksichtigt. Die Formel zur Berechnung der Fahrtkostenpauschale lautet:

Kilometerzahl zum Arbeitsplatz x 0,30 Euro x Arbeitstage im Steuerjahr = Ihre Fahrtkostenpauschale.

Beispiel

Sie wohnen 20 Kilometer von Ihrem Arbeitsplatz entfernt und arbeiten 220 Tage im Jahr, dann bekommen Sie (20 x 0,30 x 220) insgesamt 1.320 Euro angerechnet. Diese Summe wird bei der Steuererklärung von Ihren gesamten Jahreseinnahmen abgezogen, das heißt, Steuern fallen nur für den restlichen Betrag an.

Im Schnitt werden vom Finanzamt 220 bis 230 Fahrten für eine 5-Tage-Woche, 260 bis 280 Fahrten für eine 6-Tage-Woche anerkannt. Für Ihre Fahrtkostenpauschale gilt außerdem, dass das Finanzamt üblicherweise nur den kürzesten Weg zur Arbeit anrechnet. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sind, empfiehlt es sich diesen zum Beispiel über Google Maps zu ermitteln.

Geht es Ihnen um die schnellste Verbindung und führt diese über eine Autobahn, so sollten Sie mit dem Ausdruck eines Routenplaners versuchen, das Finanzamt zu überzeugen.

Bonus für Schwerbehinderte: Tatsächliche Kilometerzahl

Fahrtkostenpauschale 2017 Arbeitgeber Selbständige Rechner Steuer pro km FahrradFür Arbeitnehmer mit einem Schwerbehindertenausweis von mindestens 50 Prozent gilt eine Ausnahme bei der Fahrkostenpauschale. Sie können die tatsächlich gefahrene Kilometerzahl in ihrer Steuererklärung bei den Werbungskosten geltend machen. Für alle anderen Arbeitgeber wird nur die einfache Strecke gezählt.

Fahrtkostenpauschale Fahrrad: Verkehrsmittel Ihrer Wahl

Die gute Nachricht: Arbeitnehmer können Ihre Fahrtkosten auch dann abrechnen, wenn Sie nicht nur mit einem PKW unterwegs waren, sondern auch bei anderen Fahrzeugen. Ganz gleich also, ob Sie zu Ihrem Ausbildungsplatz zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren, oder eine feste Arbeitsstelle im 20 Kilometer entfernten Nachbarort haben.

Die Fahrtkostenpauschale wird gewährt bei:

  • Auto
  • Fahrrad
  • Motorrad
  • Öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Fuß

Nicht gewährt wird sie, wenn Sie mit dem Taxi oder dem Flugzeug anreisen. Sind Sie in einer Fahrgemeinschaft, so kann jeder mitfahrende Arbeitskollege die ihn betreffende Entfernungsstrecke als Fahrtkostenpauschale absetzen. Für den Fahrer gilt, dass etwaige Umwege, um die Kollegen abzuholen, nicht mitgerechnet werden dürfen.

Fahrtkostenpauschale bei Dienstreise: Mehrere Möglichkeiten zur Entlastung

Eine Dienstreise liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen außerhalb seiner regelmäßigen Arbeitsstätte oder außerhalb seiner Wohnung tätig ist. Meist fällt im Zuge einer Dienstreise eine Reisekostenabrechnung an.

Wer sich auf einer betrieblichen Fortbildung oder auf dem Weg zu einem Kunden befindet, hat zweierlei Möglichkeiten. Üblicherweise lassen sich die Übernachtung, Verpflegung und weitere Aufwendungen zum Einsatzort über die Reisekostenabrechnung erstatten.

Hier kann der Arbeitnehmer die tatsächlichen Kosten bei den Kilometern ansetzen oder pauschal die gefahrenen Kilometer dokumentieren und mit 0,30 Euro multiplizieren. In diesem Fall zählen Hin- und Rückweg.

Allerdings ändert sich die Fahrtkostenpauschale, so dass dann folgende Pauschbeträge gelten:

  • PKW: 0,30 Euro pro Kilometer
  • andere motorbetriebene Fahrzeuge: 0,20 Euro pro Kilometer

Im Zuge der Reisekostenreform gibt es die Fahrtkostenpauschale nur noch für Autos und andere motorbetriebene Fahrzeuge. Bis 2014 kamen auch Fahrradfahrer in den Genuss von 0,08 Euro Fahrtkostenpauschale pro einfachen Kilometer.

Bis 2014 war außerdem eine Erhöhung der Fahrtkostenpauschale möglich, wenn Beifahrer mitgenommen wurden. Diese Regelung wurde jedoch ebenfalls gestrichen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie die realen Kosten ansetzen, also:

  • Abschreibung (Anschaffung des Fahrzeugs, Reparaturen, Versicherung, Steuer)
  • Benzinkosten
  • Bahnticket
  • Busticket
  • Flugticket
  • Taxifahrten

Jetzt gilt es abzuwägen, mit welcher Möglichkeit mehr Geld herauszuholen ist. Wenn Sie den Dienstwagen auch privat nutzen, muss dieser geldwerte Vorteil versteuert werden. Entscheidend dafür sind das eigene Fahrverhalten und das Alter des Fahrzeugs:

  • Fahrtenbuch

    Hier wird detailliert jede Fahrt verzeichnet und der private Anteil der Fahrten ermittelt. Bei beispielsweise 13.000 Euro Gesamtkosten im Jahr und zehn Prozent Privatanteil beträgt dieser 1.300 Euro, das heißt, 10.700 Euro sind steuerlich absetzbar.

  • 1-Prozent-Regelung

    Hier wird der Privatanteil pauschal versteuert. Jedes Auto wird zu einem gewissen Grad auch privat genutzt. Bei der 1-Prozent-Regelung wird ein Prozent des Bruttolistenpreises des Autos ermittelt. Das lohnt sich allerdings nicht für Selbständige, die einen niedrigen Privatanteil haben - hier ist das Fahrtenbuch die bessere Alternative.

Angabe der Fahrtkostenpauschale

Um die Ausgaben für die Fahrten zur Arbeit geltend machen zu können, stellt Ihnen das Finanzamt Formulare zur Steuererklärung zur Verfügung. Üblicherweise werden diese elektronisch versendet. Als Arbeitnehmer machen Sie Ihre Angaben in der Anlage N, Zeile 31, Seite 3.

Dort fügen Sie als erste Tätigkeitsstätte die Anschrift Ihres Arbeitgebers ein und den Zeitraum der Tätigkeit. Sofern Sie Ihren Arbeitgeber nicht gewechselt haben, ist das das Kalenderjahr. Tragen Sie ebenfalls die Anzahl der Urlaubs- und Krankheitstage ein. In Zeile 35 müssen Sie die Entfernung zur Arbeitsstätte angeben, in Zeile 39 etwaige Erstattungen durch den Arbeitgeber.

Übrigens können Sie beim Finanzamt beantragen, dass die Entfernungskilometer auf Ihrer Lohnsteuerkarte vermerkt werden. So vermeiden Sie, dass Sie monatlich mehr Steuern im Voraus zahlen als notwendig.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

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