Definition: Was sind Corporate Benefits?
Corporate Benefits sind exklusive Mitarbeiterangebote, Vergünstigungen oder Zusatzleistungen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden freiwillig und zusätzlich zum Gehalt anbieten. Ziel der Benefits ist, die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern, die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen und qualifizierte Fachkräfte langfristig zu binden.
Typische Corporate Benefits sind:
- Rabatte bei externen Kooperationspartnern
- Zuschüsse für Mobilität (z.B. Jobticket, Tankgutscheine)
- Vergünstigungen für Verpflegung, Freizeit oder Sport
- Sonderkonditionen für Reisen, Technik oder Versicherungen
Viele Arbeitgeber stellen die Mitarbeiterangebote über spezialisierte Corporate-Benefits-Portale bereit. Dort erhalten Beschäftigte Zugang zu wechselnden Rabatten oder exklusiven Vorteilsprogrammen. Ergänzend dazu bieten manche Unternehmen auch interne Benefits an – etwa ein kostenloses Fitnessstudio, Massageräume, Betriebsrestaurants oder Gesundheitsprogramme direkt am Arbeitsplatz.
Benefits vs. Sozialleistungen: Wo liegt der Unterschied?
Der Begriff „Corporate Benefits“ taucht inzwischen regelmäßig in Stellenanzeigen auf – und sorgt nicht selten für Verwirrung. Wichtig ist die klare Abgrenzung: Corporate Benefits sind freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers, darauf besteht kein gesetzlicher Anspruch. Sozialleistungen hingegen sind gesetzlich vorgeschriebene Leistungen, wie Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung. Während Sozialleistungen der sozialen Absicherung der Arbeitnehmer dienen, sind Corporate Benefits ein strategisches Instrument zum Employer Branding und im Kampf um Talente.
Was sind die beliebtesten Corporate Benefits?
Arbeitgeber haben bei Corporate Benefits die Wahl: Welche Leistungen locken besonders viele Fach- und Führungskräfte an? Umgekehrt fragen sich die Mitarbeiter: Wovon profitiere ich am meisten? Hier eine Übersicht der beliebtesten Corporate Benefits:
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Flexible Arbeitszeiten & Homeoffice
Flexible Arbeitszeitmodelle gehören mit Abstand zu den beliebtesten Mitarbeiterangeboten, weil sie u.a. die Work-Life-Balance und Produktivität verbessern. Laut Umfragen wünschen sich rund 75 Prozent der Mitarbeiter Homeoffice-Angebote, Flexibilität wie Gleitzeit oder Remote Work als wichtigen Benefit. Doppelter Vorteil: Sie zahlen darauf keine Steuern, da es kein finanzieller Vorteil ist.
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Weiterbildungen
Von Weiterbildungen profitieren Unternehmen kurzfristig und Mitarbeiter langfristig: Sie erweitern nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch die Jobchancen und Gehaltsperspektiven. Laut einer Umfrage bewerten 65 Prozent der Arbeitgeber die Karriereentwicklung der Mitarbeiter als „extrem wichtig“. Zu den Benefits zählen z.B. die Kostenübernahme für Kurse und Zertifikate, Fachseminare, Online-Trainings oder Sprachkurse. Auch diese Angebote sind steuerfrei.
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Verpflegung
Essenszuschüsse reduzieren die Alltagskosten – besonders in Großstädten mit hohen Lebenshaltungskosten. Zu den Angeboten zählen ein kostenloses oder stark vergünstigtes Essen in Kantine oder in Partner-Restaurants sowie Essensgutscheine. Vorteil: Bis zu 7,50 Euro Essenszuschuss pro Tag sind steuerfrei.
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Sachbezüge
Tankgutscheine, Jobtickets für den ÖPNV oder Warengutscheine gehören zu den beliebtesten Corporate Benefits unter den Sachbezügen. Bis zu 50 Euro im Monat bzw. 600 Euro im Jahr sind diese ebenfalls steuerfrei.
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Mitarbeiterrabatte
Hierbei können Mitarbeitende Produkte oder Dienstleistungen des Arbeitgebers günstiger kaufen oder nutzen – das stärkt die Bindung zur Marke und Loyalität zum Arbeitgeber. Steuerliche Vorteile haben die Mitarbeiterrabatte ebenfalls: Bis zu 1.080 Euro pro Jahr sind steuerfrei möglich.
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Bonuszahlungen
Bonuszahlungen sind Erfolgs- oder leistungsbezogene Zahlungen zusätzlich zum Gehalt. Vorteil: Echte, messbare Leistung wird belohnt; Nachteil: Bonuszahlungen müssen in voller Höhe versteuert werden. Trotzdem gelten sie als starker Motivationsfaktor.
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Geldzahlungen
Ein Klassiker zum Vermögensaufbau sind die sogenannten vermögenswirksamen Leistungen (VL). Bis zu 40 Euro pro Monat bzw. maximal 480 Euro im Jahr sind steuerfrei. Rund 45-50 Prozent der tarifgebundenen Unternehmen in Deutschland zahlen vermögenswirksame Leistungen. Besonders beliebt sind VL im öffentlichen Dienst, in der Industrie und im Handwerk.
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Technische Geräte
Arbeitsgeräte, die auch privat genutzt werden dürfen, verbessern oft die Effizienz im Betrieb und zugleich die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Beliebt bei der jungen Generation sind hierbei vor allem Diensthandy, Laptop oder andere moderne Technik. Die private Nutzung bleibt aber nur steuerfrei, wenn die Geräte Eigentum des Arbeitgebers bleiben.
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Firmenwagen
Der Firmenwagen als Corporate Benefit ist heute noch bei Führungskräften und Außendienstmitarbeitern oder Vertrieblern beliebt. Die private Nutzung wird über die 1-Prozent-Regel oder ein Fahrtenbuch versteuert und kann ein paar geldwerte Vorteile bieten. Die moderne, umweltfreundliche Alternative ist ein Dienstfahrrad.
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Dienstwohnung
Ob kostenlose Wohnung oder vergünstigte Wohnflächen für Mitarbeiter: Solche Mitarbeiterangebote reduzieren ebenfalls massiv die Lebenshaltungskosten, besonders in teuren Regionen. Steuerfrei ist der Benefit aber nur, wenn Mitarbeiter mindestens zwei Drittel der ortsüblichen Miete zahlen. Bezahlt der Arbeitgeber die Miete ganz oder zieht diese vom Lohn ab, muss der Vorteil versteuert werden.
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Kinderbetreuung
Gerade berufstätige Eltern schätzen diese Unterstützung hoch ein: Der Zuschuss erleichtert den Berufsalltag und die Vereinbarkeit von Kind und Karriere. Steuerlich attraktiv sind vor allem Zuschüsse zu Kita oder Tagespflege – diese sind meist unbegrenzt steuer- und sozialabgabenfrei. Bei kurzfristiger Notfallbetreuung kann der Arbeitgeber zusätzlich 600 Euro im Jahr bezahlen – steuerfrei!
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Gesundheitsförderung
Gesundheit wird als Benefit immer wichtiger – die mentale Gesundheit inklusive! Laut aktuellen Studien bewerten rund 88 Prozent der Arbeitgeber Gesundheitsleistungen als extrem wichtig, vor allem wegen einer zunehmend älter werdenden Belegschaft. Typische Mitarbeiterangebote sind: Zuschüsse zum Fitnessstudio, zu Stressbewältigungsseminaren oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Bis zu 600 Euro Zuschuss im Jahr sind steuerfrei.
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Teamevents
Viele Firmen veranstalten Teamevents, Betriebsausflüge, Workshops oder After-Work-Partys als Bonus für gute Leistungen und Loyalität. Die Incentives sind für die Mitarbeiter 100 % steuerfrei und stärken überdies den Teamgeist.
- Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
- Möglichkeit von Sabbaticals
- Erstattung von Studiengebühren
Betriebliche Benefits
Finanzielle Benefits
Sachliche Benefits
Soziale Benefits
Weitere Benefit Beispiele sind:
Idealerweise verbinden Corporate Benefits Flexibilität, finanzielle Vorteile und persönliche Unterstützung. Unternehmen, die diese moderner Mitarbeiterangebote strategisch einsetzen, verbessern nicht nur ihre Arbeitgebermarke, sondern steigern auch die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden messbar.
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Beispiele Corporate Benefits Unternehmen
Corporate Benefits sind in Deutschland heute ein fester Bestandteil vieler Unternehmen. Die Otto Group bietet Mitarbeitern z.B. ein umfangreiches Essensangebot, einen Fuhrpark, den Mitarbeiter auch privat nutzen können sowie einen Reinigungsservice. Daimler wiederum setzt neben flexiblen Arbeitszeitmodellen auf ein Gesundheits- und Sportangebot. Die Deutsche Telekom wiederum bietet den Angestellten Jobtickets, betriebliche Altersvorsorge und kostenlose Gesundheitschecks an. Ikea dagegen bietet den Mitarbeitern einen Rabatt von 15 Prozent auf alle Produkte an.
Inzwischen arbeiten viele deutsche Unternehmen im Rahmen eines Corporate-Benefit-Programms zusammen. Dadurch können die Mitarbeiter aus einer Vielzahl an Mitarbeiterangeboten wählen. Zu den Programmteilnehmern gehören z.B. Adidas, Expedia, Home24, Puma, Sixt, Sky, Telekom oder WMF.
Was sind die Vorteile von Corporate Benefits?
Corporate Benefits bedeuten für Arbeitgeber zunächst zusätzliche Kosten und Aufwand. Diese machen sich aber durch viele Vorteile gleich mehrfach bezahlt! Richtig umgesetzt profitieren Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen von den Leistungen. Die Vorteile im Überblick:
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Employer Branding
Corporate Benefits stärken die Arbeitgeberattraktivität. Das lockt Top-Talente an und hebt zugleich positiv von der Konkurrenz ab.
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Loyalität
Unternehmen beweisen mit den Zusatzleistungen Wertschätzung und dass sie sich um die Zufriedenheit der Mitarbeiter bemühen. Das senkt deren Fluktuation und steigert die Loyalität.
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Steuerersparnisse
Für zahlreiche Corporate Benefits fallen für Arbeitgeber keine Steuern oder Abgaben zur Sozialversicherung an. Damit sind sie im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung deutlich günstiger.
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Finanzielle Vorteile
Arbeitnehmer profitieren vor allem durch die finanziellen Vorteile der Sachzuwendungen oder Vergünstigungen. Das entlastet die Haushaltskasse merklich.
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Motivation
Benefits und Angebote erhöhen meist das Gefühl von Anerkennung für die geleistete Arbeit und Fairness. Beide zusammen wirken sich wiederum positiv auf das Arbeitsklima und die Mitarbeitermotivation aus.
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Identifikation
Nicht zuletzt steigern die Mitarbeiterangebote die Identifikation mit dem Arbeitgeber. Das gilt besonders für familienfreundliche Unternehmen mit Benefits zur Kinderbetreuung oder flexiblen Arbeitszeitmodellen.
Vorteile für Arbeitgeber
Vorteile für Mitarbeiter
Corporate Benefits Vor- und Nachteile im Überblick
Vorteile |
Nachteile |
| ✚ Zufriedenheit | ✖ Mehr Aufwand |
| ✚ Motivation | ✖ Mehr Kosten |
| ✚ Loyalität | ✖ Differenzierung |
| ✚ Attraktivität | ✖ Keine Rücknahme |
Corporate Benefits Erfahrungen
Die Erfahrungen mit Corporate Benefits sind überwiegend positiv. Rund 69 Prozent der Beschäftigten empfinden sie als echten Mehrwert zum Gehalt. Gleichzeitig sind rund 79 Prozent der Arbeitgeber bereit, ihre Ausgaben für Mitarbeitervorteile dieses Jahr zu erhöhen, um den Erwartungen der Bewerberinnen und Bewerber gerecht zu werden. Insgesamt wirken sich die Benefits nachweislich positiv auf Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation aus – wenn sie optimal ausgewählt und genutzt werden.
Was sind die Top-Anbieter für Corporate Benefits in Deutschland?
1. Corporate Benefits
Corporate Benefits ist eines der größten und bekanntesten Mitarbeitervorteil-Portale in Europa. Über 44.000 Unternehmen mit mehr als 16,7 Millionen registrierten Nutzern nutzen das Angebot. Die Plattform bietet Mitarbeitenden Rabatte und Sonderkonditionen bei zahlreichen Marken und Partnern aus Bereichen wie Technik, Reisen, Mode oder Freizeit. Arbeitgeber bekommen ein individuell konfigurierbares Vorteilsportal ohne Gebühren oder administrativen Aufwand.
2. Edenred
Edenred ist ein globaler Anbieter von Essens- und Mitarbeitervorteilslösungen, insbesondere Sachbezüge, Essensgutscheine und Mobilitätszuschüsse. Das Unternehmen wird in vielen Firmen als steuerbegünstigte Benefit-Plattform genutzt und hat ein Netzwerk von Millionen Arbeitnehmern und zahlreichen Akzeptanzstellen.
3. Belonio
Belonio gehört in Deutschland zu den beliebten Benefit-Plattformen und arbeitet unter anderem mit Edenred zusammen. Das Portal bietet Leistungen wie Sachbezug, Verpflegungszuschuss, Mobilitäts- oder Betreuungskosten-Zuschüsse in vielfältigeb Benefit-Kategorien – oft zu attraktiven Konditionen schon ab niedrigen monatlichen Preisen pro Mitarbeitendem.
4. Emplu
Emplu bietet eine zentrale Benefit-Software, mit der Unternehmen alle Mitarbeiterangebote verwalten, analysieren und kommunizieren können. Mitarbeitende wählen aus flexiblen Optionen wie ÖPNV-Zuschuss, Internet- oder Fitnesszuschuss, Job-Bike-Leasing, Hardware-Leasing. Auch die Integration bestehender Angebote ist möglich.
5. Prime Benefits
Prime Benefits betreibt ein Portal, über das Mitarbeitende Markenprodukte, Reisen oder Dienstleistungen vergünstigt bekommen. Arbeitgeber stellen dieses Shopping-Portal zur Verfügung, in dem Mitarbeitende selbst Deals entdecken können. Der Fokus liegt vor allem auf preisgünstigen Markenangeboten.
6. HelloBonnie
HelloBonnie bietet einen innovativen Ansatz: Jeder Mitarbeitende erhält ein individuelles Benefit-Budget, das flexibel genutzt werden kann (z.B. für Fitness, Shopping, Ernährung oder Wellness). Die Leistungen werden über eine Smart-Card oder App steueroptimiert verfügbar gemacht. Das gibt Mitarbeitern wie Arbeitgebern eine hohe Flexibilität.
Weitere Anbieter
- Circula: Verwaltung von Sachbezügen und mobilen Kartenlösungen
- Probonio: Benefit-Plattform
- Paycenter: Karten- und Gutscheinlösungen
- Sodexo, Pluxee: Essens- und Freizeit-Benefits
- Givve: Digitale Sachbezugskarten
- Bonrepublic: Rabatt- und Benefit-Portal
- Benify: Globale Total-Rewards-Plattform
Wie kann ich Corporate Benefits zum Gehalt verhandeln?
Corporate Benefits werden in der Gehaltsverhandlung oft vergessen – lassen sich jedoch oft besser verhandeln als eine Gehaltserhöhung. Entscheidend für Ihre Verhandlung sind der richtige Zeitpunkt, eine gute Vorbereitung und eine realistische Argumentation:
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Zeitpunkt
Optimale Zeitpunkte über Corporate Benefits zu verhandeln, sind das Bewerbungsgespräch, Jahresgespräch sowie der Zeitpunkt nach erfolgreich abgeschlossenen Projekten. Gerade bei der Bewerbung sind Arbeitgeber bereit, ein attraktives Gesamtpaket zu schnüren.
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Vorbereitung
Wichtig ist, dass Sie sich vorab über mögliche Mitarbeiterangebote im Unternehmen informieren. Konkrete Wünsche sind stets überzeugender als vage Nachfragen. Gleichzeitig sollten Sie prüfen, welcher Benefit Ihnen die meisten Vorteile bringt: Berufstätige Eltern profitieren besonders von Zuschüssen zur Kinderbetreuung, während Weiterbildungen für Karriereentwicklung interessant sind.
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Argumentation
Betonen Sie in der Verhandlung vor allem den Mehrwert für das Unternehmen! Corporate Benefits wirken oft leistungssteigernd, motivationsfördernd und binden Mitarbeitende langfristig. Flexible Arbeitszeiten wiederum erhöhen nachweislich die Produktivität, währen Weiterbildungen die Fachkompetenz stärken. Wer diesen Zusammenhang klar aufzeigt, erhöht die Erfolgschancen deutlich. Ein weiteres Argument die Steuerneutralität für den Arbeitgeber.
Hilfreich ist überdies, wenn Sie in der Gehaltsverhandlung flexibel bleiben. Ist ein gewünschter Benefit aktuell nicht umsetzbar, sollten Sie Alternativen vorschlagen oder eine schrittweise Einführung vereinbaren – etwa ein Weiterbildungsbudget ab dem nächsten Jahr oder ein Pilotprojekt für Homeoffice-Tage.
Corporate Benefits sollten stets als Teil des Gesamtpakets verstanden werden. Wer gut vorbereitet, realistisch argumentiert und den Nutzen für beide Seiten betont, hat beste Chancen auf Zusatzleistungen – oft sogar, wenn das Gehalt bereits feststeht.
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