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Minijob finden: Die wichtigsten Regeln + Tipps zur Bewerbung

Eine Definition von Minijob richtet sich nach der Verdienstgrenze: Seit dem 1. Oktober dürfen Sie bis zu 520 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei verdienen. Bisher lag der Betrag bei 450 Euro pro Monat. Ein solcher Zusatzverdienst reizt viele, nicht nur Studenten. Der Minijob verspricht mehr Netto vom Brutto. Da keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, kommt der gesamte Betrag auf dem Konto an. Um von der geringfügigen Beschäftigung zu profitieren, müssen Sie einige Besonderheiten beachten. Was genau macht einen Minijob aus? Wie Sie einen Minijob finden und wie Sie sich bewerben können, erfahren Sie hier…


Minijob finden: Die wichtigsten Regeln + Tipps zur Bewerbung

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Minijob finden: Tipps für Stellenangebote

Hier finden Sie Stellenangebote für Minijobs:

  • Agentur für Arbeit
    Neben Beratung bei Arbeitslosigkeit existieren bei der Arbeitsagentur verschiedene Hilfsangebote zur Jobsuche. Sie erhalten konkrete Stellenangebote oder können sich bei der Arbeitsagentur-Jobbörse umsehen. Die hat eine eigene Kategorie für Minijobs.
  • Minijob-Zentrale
    Die Minijob-Zentrale versteht sich zwar in erster Linie als Informationsportal rund um den Minijob. Mit ihrer „Haushaltsjob-Börse“ bietet sie jedoch Suchenden die Gelegenheit, eine Tätigkeit aus den Kategorien Haushalt, Garten, Kinder, Senioren oder Tiere zu wählen. Außerdem finden Sie dort einen Minijob-Rechner.
  • Online-Jobbörsen
    Zahlreiche Jobbörsen vermitteln Minijobs. Nutzen Sie die verschiedenen Filtermöglichkeiten, um den passenden Minijob zu finden. Sicher werden Sie in unserer Jobbörse HIER fündig. Eine Jobbörsen-Übersicht finden Sie HIER.
  • Minjob-Plattformen
    Sie suchen einen Studentenjob oder eine Nebentätigkeit? Viele Minijob-Varianten haben eine eigene Plattform. Teilweise werden hier Minijobs gelistet, die in anderen Portalen nicht zu finden sind. Für einen möglichst umfangreichen Überblick sollten Sie zielgruppenspezifische Plattformen nutzen.
  • Lokale Angebote
    Zahlreiche Minijobs in der Nähe werden lokal per Aushang ausgeschrieben. Halten Sie die Augen offen! Teilweise lohnt es sich, direkt vor Ort im Geschäft oder Unternehmen nachzufragen. Eine andere Möglichkeit sind lokalen Gruppen oder Seiten im Internet (beispielsweise auf Facebook). Hier werden oftmals Informationen aus dem regionalen Umfeld ausgetauscht und auch lokale Unternehmen geben teilweise freie Stellen bekannt.
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Kostenlose Vorlagen: Bewerbung für einen Minijob

Vielen Arbeitgebern reicht für die Bewerbung auf einen Minijob eine Kurzbewerbung aus tabellarischem Lebenslauf und Bewerbungsschreiben.

Für einen Minijob können auch „vollständige Bewerbungsunterlagen“ erforderlich sein. In dem Fall kommen zu Anschreiben und Lebenslauf noch Arbeitszeugnisse und Arbeitsproben hinzu. Lesen Sie daher vorab die Stellenanzeige genau durch oder klären Sie durch einen Anruf, welche Unterlagen erwünscht sind. Die wichtigsten Tipps zum Verfassen einer Minijob-Bewerbung sowie kostenlose Vorlagen und Muster dazu erhalten Sie hier:

Bewerbung Minijob

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Wichtige Regelungen zum Minijob

Nachfolgend beantworten wir die wichtigsten und häufigsten Fragen zum Minijob:

Was ist ein Minijob?

Als Minijobber dürfen Sie bis zu 6.240 Euro im Jahr verdienen – das entspricht der neuen Grenze von 520 Euro im Monat. Wer regelmäßig mehr verdient, erfüllt nicht die Voraussetzungen für einen Minijob.

Allerdings lassen sich zwei Arten unterscheiden:

  • Langfristige Minijobs
    Hier verdienen Arbeitnehmer monatlich maximal 520 Euro. Es ist die Variante, die im allgemeinen Sprachgebrauch als Minijob bekannt ist. Lange wurde auch vom 450-Euro-Job gesprochen, nach der Erhöhung handelt es sich nun um einen 520-Euro-Job. Ebenso wird eine solche Tätigkeit als geringfügige Beschäftigung bezeichnet. Sie sind in Teilzeit angestellt. Die Stundenzahl ist unerheblich. Die Bezahlung definiert den Job.
  • Kurzfristige Minijobs
    Der Verdienst ist hier unerheblich. Allerdings dürfen Sie diesen Job nicht länger als drei Monate am Stück beziehungsweise 70 Tage im Kalenderjahr ausüben. Diese Form des Minijobs ist saisonal angelegt. Es handelt sich um eine befristete Beschäftigung, die zuvor als solche vertraglich festgehalten sein muss. Sie dürfen ihn nicht als Beruf ausüben und auch nicht Ihren Lebensunterhalt davon bestreiten.

Was ist der Unterschied zu einem Vollzeitjob?

Minijobber zahlen keine Lohnsteuer und keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, zur gesetzlichen Krankenversicherung oder zur Pflegeversicherung. Arbeitgeber auf der anderen Seite zahlen Pauschalbeträge für die Sozialversicherungen. Aber: Ein Minijob ist sehr wohl rentenversicherungspflichtig. Von den 520 Euro gehen 3,6 Prozent an die Rentenversicherung. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich von der Beitragspflicht zur Rentenversicherung befreien zu lassen.

Haben Angestellte im Minijob andere Rechte?

Für Minijobber gelten grundsätzlich die gleichen Rechte wie für alle anderen Mitarbeiter auch. Also: Bezahlter Urlaub und Fortzahlung des Gehalts im Falle einer Krankheit. Der genaue Urlaubsanspruch ergibt sich durch die anteilige Anrechnung Ihrer Arbeitszeit. Bei einer 6-Tage-Woche stehen Ihnen gesetzlich mindestens 24 Tage Erholungsurlaub zu. Wenn Sie im Minijob nur an 3 Tagen pro Woche arbeiten, halbiert sich somit der Urlaubsanspruch auf 12 Tage.

Gilt der gesetzliche Mindestlohn?

Der gesetzliche Mindestlohn gilt auch für einen Minijob. Auch dieser wurde angehoben: Ab dem 1. Oktober liegt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland bei 12 Euro pro Stunde. Wichtig: Achten Sie darauf, wie viel Sie arbeiten können, bevor die 520-Euro-Grenze erreicht ist. Beim Mindestlohn von 12 Euro dürfen Sie im Monat maximal 43 Stunden arbeiten. Arbeitgeber sind zudem verpflichtet, die Arbeitsstunden von Mitarbeitern festzuhalten und zu dokumentieren.

Was passiert, wenn ich mehr als 520 Euro verdiene?

Bei höherem Arbeitsaufkommen kann schnell die 520-Euro-Grenze überschritten werden. Das ist meist unproblematisch, solange es ausnahmsweise passiert. Grundsätzlich gilt: Über den Zeitraum von einem Jahr müssen Sie insgesamt unter der Grenze von 6.240 Euro bleiben (also im Schnitt 520 Euro pro Monat). Hier besteht der Status eines Minijobs und die Einnahmen bleiben steuer- und sozialversicherungsfrei. Innerhalb eines Jahres darf das Gehalt bis zu dreimal oberhalb von 520 Euro liegen, damit es dennoch ein Minijob bleibt.

Wie viele 520-Euro-Jobs darf man haben?

Bei mehreren Minijobs werden alle Einnahmen zusammengerechnet. Liegen Sie insgesamt über 520 Euro im Monat, müssen Sie für alle Beschäftigungen Sozialversicherungen bezahlen. Damit geht der größte Vorteil eines Minijobs verloren. Wenn Sie einen Minijob neben Ihrem Hauptberuf als Nebentätigkeit ausüben, bleibt der erste Minijob steuer- und sozialversicherungsfrei. Für einen zweiten Minijob neben der Haupttätigkeit werden jedoch Abgaben fällig. Hier wird der Verdienst aus dem zweiten Minijob auf das Gehalt des Hauptberufes angerechnet.

Was bedeutet ein Minijob für die Rentenversicherung?

Ein Minijob ist grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Bedeutet für Sie: 3,6 Prozent Ihres Verdienstes zahlt Ihr Arbeitgeber direkt an die Rentenversicherung. Als Pauschalbetrag zahlen Unternehmen 15 Prozent, wodurch der allgemeine Beitragssatz von 18,6 Prozent erreicht wird. Ausnahme: Sind Sie in einem Privathaushalt als Minijobber beschäftigt, zahlen Sie als Arbeitnehmer den Anteil von 13,6 Prozent – andersherum übernimmt der Arbeitgeber hier nur eine Pauschale von 5 Prozent. Sie können sich von der Rentenversicherung befreien lassen. Allerdings steht dem geringfügigen Plus an Gehalt später ein niedrigerer Rentenanspruch gegenüber.

Wie hoch sind die Pauschalabgaben für Arbeitgeber?

Für die Steuern und Sozialversicherungen zahlt der Arbeitgeber Pauschalbeträge. Diese variieren je nach Abgabe:

  • Rentenversicherung: 15 Prozent
  • Krankenversicherung: 13 Prozent
  • Lohnsteuer: 2 Prozent

Handelt es sich um einen Minijob im Privathaushalt, beträgt die Pauschale für den Arbeitgeber bei der Renten- und Krankenversicherung jeweils nur 5 Prozent. Üblicherweise werden diese Abgaben bei einem Minijob vom Arbeitgeber übernommen. Mitarbeiter sollten ihren Arbeitsvertrag dennoch genau lesen: Gesetzlich ist es erlaubt, dass Unternehmen die Pauschalbeträge von der Bezahlung des Beschäftigten abziehen.

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Tipps für Arbeitslose, Rentner und Studenten

  • Arbeitslose
    Als Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG I) müssen Sie einen Minijob der Arbeitsagentur melden. Da Sie dem Arbeitsmarkt jederzeit zur Verfügung stehen müssen, muss Ihre Arbeitszeit unter 15 Stunden pro Kalenderwoche liegen. Anderenfalls müssen Sie sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden, da Ihr Job als Berufstätigkeit angesehen wird. Bis zu 165 Euro im Monat dürfen Sie ohne Abzüge dazuverdienen. Liegen Ihre Einnahmen darüber, wird Ihnen das Arbeitslosengeld gekürzt. Bei ALG II hingegen haben Sie keine Stundenbegrenzung, aber es sind nur 100 Euro frei. Von dem, was darüber geht, sind 20 Prozent frei.
  • Rentner
    Sie dürfen unbegrenzt hinzuverdienen, wenn Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben. Auf die Rente wird dieser Verdienst nicht angerechnet. Alles was über die 520 Euro geht, wird allerdings gemeinsam mit der Rente versteuert. Bis 520 Euro wird pauschal mit zwei Prozent versteuert. Haben Sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht und sind unter 65 Jahre alt, gibt es eine Verdienstgrenze, bis zu denen Sie keine Abzüge haben. Konkret heißt das: Bis zu 6.300 Euro im Jahr bleiben anrechnungsfrei. Liegen Sie darüber, rechnet man 40 Prozent davon auf Ihre Rente an.
  • Studenten
    Allgemein unterliegen Studenten mit Minijob aus Arbeitgebersicht denselben Auflagen wie andere Beschäftigte, da die Beschäftigung versicherungsfrei ist. Es wird der oben angegebene Pauschalbetrag entrichtet und Studierende bezahlen 3,6 Prozent Rentenversicherungsanteil, sofern sie keine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt haben. Zwei Einschränkungen: Findet der Minijob in einem studienrelevanten Bereich statt, kann ein Arbeitsverhältnis als Werkstudent geschlossen werden. Außer dem Arbeitgeberanteil von von 9,35 Prozent zur Rentenversicherung entfallen die üblichen Pauschalabgaben für Arbeitgeber. Des Weiteren dürfen Studierende während des Semesters nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten.

Diese Vorteile bietet ein Minijob

Einem Minijob stehen viele Arbeitnehmer skeptisch gegenüber. Der Fokus liegt dann auf den Nachteilen: Vergleichsweise geringer Verdienst, mögliches Fehlen einer Krankenversicherung und die Angst, in einem prekären Beschäftigungsverhältnis zu stecken, das zur Sackgasse für die Karriere wird. Allerdings kann es gute Gründe geben, einen Minijob anzunehmen. Diese zum Beispiel:

  • Finanzen aufbessern
    Wenn das Geld eher knapp ist, kann ein Minijob eine gute Möglichkeit sein, die finanzielle Situation zu verbessern. Das kann während des Studiums sein, aber auch dann, wenn ein anderer Job nicht ausreicht, um die Kosten zu decken.
  • Erfahrung sammeln
    Ohne Berufserfahrung ist es oft schwer, einen Job zu finden. Ein Minijob kann helfen, um auf diesem Weg die nötige Erfahrung in einem Beruf zu sammeln.
  • Vollzeitstelle näherkommen
    Durch einen Minijob knüpfen Sie Kontakte und zeigen Ihre Fähigkeiten. So können Sie sich gleich als optimale Besetzung präsentieren, wenn eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle frei wird.
  • Selbstbewusstsein entwickeln
    Ein Minijob kann die nötigen Erfolgserlebnisse liefern, um fehlendes Selbstbewusstsein aufzubauen. Arbeitslosigkeit ist für Betroffene oftmals eine psychische Belastung. Ein Minijob hilft dabei, das Selbstwertgefühl zu stärken und größere Ziele anzugehen.
  • Neues beginnen
    Ein Sprung ins kalte Wasser ist schwierig. Über einen Minijob können Sie langsam eine neue Branche kennenlernen oder austesten, ob ein anderer Job Ihnen mehr liegt. Statt gleich zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen, können Sie im Minijob herausfinden, was zu Ihnen passt.

Besonderheiten während der Corona-Pandemie

Bevor das Coronavirus hierzulande das öffentliche Leben lahmlegte, hatten 7,4 Millionen Menschen in Deutschland einen Minijob. Mit Ausbruch der Pandemie gab es zahlreiche Kündigungen, viele davon rechtswidrig. Was viele Arbeitgeber nicht wissen: Auch für Minijobber gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats.

Minijobber haben zwar keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, weil sie nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Arbeitgeber sind dennoch verpflichtet, ihre Angestellten weiterhin zu entlohnen. Das gilt auch wenn aufgrund der Corona-Krise keine oder nur wenig Arbeit anfällt. Sie unterliegen dem Betriebsrisiko (§ 615 Satz 3 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB). Heißt: Solange der Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit ist, ist der Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. Hat er keinerlei Arbeit für ihn, ist das nicht im Arbeitnehmer begründet.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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