Geringfügige Beschäftigung: Das müssen Sie wissen!

Eine geringfügige Beschäftigung ist eine besondere Form des Arbeitsverhältnisses. Sie ist an bestimmte finanzielle oder auch zeitliche Grenzen gekoppelt und kann Vorteile bei den Sozialversicherungen und der Lohnsteuer bringen.

Beliebt ist eine geringfügige Beschäftigung bei Studenten, Arbeitssuchenden oder Rentner und auch neben einer hauptberuflichen Tätigkeit kann sie nützlich sein, um das Haupteinkommen aufzubessern und etwas hinzuverdienen zu können.

Allerdings ist es wichtig, die Besonderheiten der geringfügigen Beschäftigung im Vergleich zu anderen Arbeitsverhältnissen zu kennen und zu berücksichtigen. Hier erfahren Sie, welche unterschiedlichen Varianten einer geringfügigen Beschäftigung es gibt und welche Auswirkungen diese auf Steuern und Sozialversicherungen hat. Zusätzlich beantworten die häufigsten Fragen in einem FAQ zur geringfügigen Beschäftigung…

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Geringfügige Beschäftigung: Das müssen Sie wissen!

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Definition: Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

Geringfügige Beschäftigungen werden häufig von Studenten, Rentner oder auch Arbeitslosen ausgeübt, die sich noch ein bisschen Geld hinzuverdienen wollen.

Für Sie als Arbeitnehmer bedeutet das üblicherweise, dass Sie brutto wie netto ausbezahlt bekommen. Dennoch haben sie die gleichen Arbeitsrechte wie Arbeitnehmer in Vollzeitarbeit, das heißt, ihnen steht ebenso Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Erholungsurlaub zu.

Aus Sicht der Sozialversicherung beschreibt der Begriff geringfügige Beschäftigung dreierlei Formen, die unterschieden werden nach…

  • Monatsentgeld: Mini-Job

    Das betrifft alle Jobs, deren Verdienst monatlich 450 Euro nicht überschreitet, also sogenannte Mini-Jobs. Der Umfang der Arbeitsleistung ist dabei für diese Form der geringfügigen Beschäftigung uninteressant. Ob Sie 10 Stunden oder 25 Stunden im Monat arbeiten, hat keine Auswirkungen. Die Einordnung orientiert sich lediglich am Verdienst. Regelmäßig darf in der geringfügigen Beschäftigung ein Gehalt von 450 Euro im Monat beziehungsweise 5.400 Euro im Jahr nicht überschritten werden. Man spricht dabei auch von einer geringfügig entlohnten Beschäftigung.

  • Dauer: kurzfristige Beschäftigung

    Ebenfalls als geringfügige Beschäftigung bezeichnet werden außerdem Arbeitsverhältnisse, die kurzfristig angelegt sind. Die kurzfristige Beschäftigung dauert hier längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres. Im Gegensatz zum ersten Fall muss hier die Verdienstgrenze von 450 Euro nicht eingehalten werden.

  • Einsatzort: in Privathaushalten

    Die dritte Form ist die geringfügig entlohnte Beschäftigung in Privathaushalten. Der 450-Euro-Job und die kurzfristige Beschäftigung zählen im Gegensatz zu diesem Beschäftigungsverhältnis zum gewerblichen Bereich nach § 8 SGB IV.

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Geringfügige Beschäftigung: Das gilt für Steuern und Sozialversicherungen

Wer einer geringfügigen Beschäftigung in Höhe von maximal 450 Euro nachgeht, muss dabei selbst in der Regel keine Steuern zahlen und ist im Allgemeinen von der Sozialversicherungspflicht befreit.

Das Gehalt, dass Sie in Ihrer geringfügigen Beschäftigung verdienen, kommt somit in voller Höhe bei Ihnen an – ein großer Vorteil, denn gerade die Lohnsteuer könnte sonst vom vergleichsweise kleinen Gehalt einer geringfügigen Beschäftigung einen erheblichen Teil ausmachen.

Auch für die Sozialversicherungen gelten bei einer geringfügigen Beschäftigung im Unterschied zu anderen Beschäftigungsformen besondere Regelungen. So zahlen Sie in geringfügiger Beschäftigung keinerlei…

  • ge­setz­li­che Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung,
  • ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung oder
  • ge­setz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung.

Anders sieht es bei einer geringfügigen Beschäftigung in der Rentenversicherung aus. Hier besteht zunächst eine Versicherungspflicht – davon können Sie sich allerdings auf Antrag befreien lassen. Um trotz Nichteinzahlung in die Krankenversicherung Leistungen einer Krankenkasse in Anspruch nehmen zu können, muss eine der folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Sie versichern sich freiwillig gesetzlich oder privat. Der Pauschalbetrag des Arbeitgebers kommt ausschließlich dem allgemeinen Gesundheitsfonds zu.
  • Sie gehen neben der geringfügigen Beschäftigung noch einem Hauptberuf nach, über den Sie Abgaben zahlen und somit krankenversichert sind.
  • Wer über seinen Ehepartner krankenversichert ist, verliert diesen Status auch als Minijobber nicht.
  • Sind Sie arbeitsloser ALG-II-Empfänger und nehmen eine geringfügige Beschäftigung auf, zahlt das Jobcenter die Krankenversicherung.

Diese Abgaben zahlt der Arbeitgeber

Sozialabgaben und Steuern zahlt aber der Arbeitgeber für seinen geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer. Ungeachtet dessen, ob sich der Arbeitnehmer von der Rentenversicherung hat befreien lassen, handelt es sich um folgende Pauschalbeiträge bei gewerblich Beschäftigten:

  • 13 Prozent zur Krankenversicherung
  • 15 Prozent zur Rentenversicherung
  • 2 Prozent für Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag

Zusätzlich zahlt der Arbeitgeber bei einer geringfügigen Beschäftigung die Umlagen U1 (0,90 Prozent Ausgleich bei Krankheit), U2 (0,24 Prozent Ausgleich bei Mutterschaft) und eine Umlage für den Fall der Insolvenz (0,06 Prozent). Die Zahlung dieser Pauschalbeiträge ermöglichen dem Arbeitnehmer allerdings keinerlei Leistungsansprüche, ebenso wenig im Hinblick auf die Arbeitslosenversicherung.

Der Arbeitgeber hat außerdem das Recht, die Pauschalbeträge vom Entgelt seines Beschäftigten abzuziehen. Eine andere Möglichkeit für geringfügig Beschäftigte ist, das Einkommen normal besteuern zu lassen. In diesem Fall können Sie die Steuern als Werbungskosten bei der Steuererklärung angeben und sich zurückerstatten lassen.

Bei einer geringfügigen Beschäftigung im Privathaushalt fallen für den Arbeitgeber nur fünf Prozent Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung an, dafür muss der Arbeitnehmer jeweils die Höhe der Differenz zum vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen.

Komplett allein vom Arbeitgeber wird die Unfallversicherung getragen. Hier gibt es keine Versicherungsfreiheit, alle geringfügig Beschäftigten sind gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten abgesichert.

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FAQ: Die häufigsten Fragen zur geringfügigen Beschäftigung

Die geringfügige Beschäftigung ist eine beliebte Form der Anstellung – sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Unternehmen. Für die eine Seite ist es eine gute Möglichkeit, die eigene finanzielle Situation aufzubessern. Arbeitgeber können durch geringfügige Beschäftigungen die eigene Personalplanung ergänzen, auf unerwartete Ausfälle oder höheren Bedarf reagieren und dabei flexibel bleiben.

Allerdings gibt es einige Fragen und Unsicherheiten, welche Regelungen bei einer geringfügigen Beschäftigung gilt. Deshalb haben wir ein FAQ zur geringfügigen Beschäftigung zusammengestellt, in dem wir die häufigsten Fragen für Sie beantwortet haben:

Was bedeutet die geringfügige Beschäftigung für die Rentenversicherung?

Arbeitnehmer in einer geringfügigen Beschäftigung zahlen zunächst Rentenversicherungsbeiträge. Während der Arbeitgeber einen Anteil von 15 Prozent übernimmt, fallen für Sie aktuell lediglich 3,6 Prozent des Lohns für die Rentenversicherung an. Das bedeutet, dass von den 450 Euro brutto monatlich nur noch 433,35 Euro netto übrig bleiben.

Durch die gemeinsamen Beiträge von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber erwerben Sie jedoch den vollen Versicherungsschutz der gesetzlichen Rentenversicherung:

  • Erwerb von Pflichtarbeitszeiten, beispielsweise für Reha-Maßnahmen, Umschulungen
  • Erhöhung der Rentenansprüche
  • Staatliche Förderung der Altersvorsorge

Außerdem wirkt sich die Arbeit in einer geringfügigen Beschäftigung rentensteigernd aus. Sie ist zusätzlich Voraussetzung dafür, dass Sie im Fall einer Erwerbsunfähigkeit rentenrechtliche Ansprüche haben.

Sie können Sich von der Rentenversicherungspflicht jederzeit befreien lassen. Dafür können Sie bei Ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag ausfüllen, der ihn der Minijobzentrale vorgelegt.

Sofern diese innerhalb eines Monats dem Antrag nicht widerspricht, gilt er als genehmigt. Allerdings verlieren Sie in diesem Fall den vollen Versicherungsschutz.

Sie sollten sich deshalb gut überlegen, was mehr wiegt: Kurzfristig ein wenig mehr Gehalt (450 Euro statt 433,35 Euro) auf dem Konto oder der Beitrag zur Rentenversicherung mit den verbundenen Leistungen.

Was ist die Gleitzone?

Vielen ist in Verbindung mit einer geringfügigen Beschäftigung die Gleitzone ein Begriff, offiziell wird mittlerweile jedoch vom sogenannten Übergangsbereich gesprochen. Gemeint sind damit Beschäftigungsverhältnisse, bei denen der Verdienst über die Grenze der erlaubten 450 Euro hinaus geht.

Die Gleitzone beziehungsweise der Übergangsbereich gilt für Arbeitsentgelte ab 450,01 Euro bis 1.300 Euro monatlich. Erst im vergangenen Jahr wurde die obere Grenze angehoben, die bis dahin bei lediglich 850 Euro lag. Damit wird aus der geringfügigen Beschäftigung ein Midijob.

Für Die Tätigkeiten bedeutet das, dass die Arbeitsentgelte der Beitragspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung unterliegen.

Heißt, es werden folgende Beiträge abgeführt:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung

Wie hoch die Beiträge sind, bemisst sich nach dem tatsächlichen Bruttogehalt. Soll heißen: Je mehr sie verdienen – und je weiter Sie sich von einer geringfügigen Beschäftigung entfernen – desto höher fallen prozentual die Beiträge aus. Der Arbeitgeberanteil ist im Übergangsbereich hingegen konstant.

Diese Regelungen sollen dafür sorgen, dass ein Überschreiten der finanziellen Grenzen einer geringfügigen Beschäftigung profitabel sein kann, statt sofort mit hohen Beiträgen und Abzügen rechne

Darf das Gehalt die 450 Euro Grenze überschreiten?

Ob es sich bei einer Anstellung um eine geringfügige Beschäftigung handelt, wird in den meisten Fällen über die Bezahlung bestimmt. Diese darf laut Bestimmungen regelmäßig 450 Euro nicht überschreiten – aber was bedeutet hier regelmäßig und wie berechnet sich das durchschnittliche Gehalt?

Die flexible Gestaltung soll ermöglichen, dass in Ausnahmefällen – um beispielsweise Personalengpässe auszugleichen oder eine besonders große Arbeitslast zu stemmen – der Verdienst über 450 Euro liegen darf. Sie verlieren also nicht gleich Ihren Status einer geringfügigen Beschäftigung, wenn in einem Monat mehr auf der Gehaltsabrechnung steht.

Entscheidend ist dabei, dass die Überschreitung der 450 Euro Grenze nur gelegentlich und nicht vorhersehbar. Als gelegentlich gilt, wenn innerhalb eines Beschäftigungsjahres ein höheres Gehalt höchstens in drei Monaten vorkommt. Wer häufiger mehr als 450 Euro verdient, gilt nicht mehr als geringfügig Beschäftigter. Gleiches gilt, wenn die Überschreitung vorhersehbar oder gar planbar ist.

Beispiel für eine geringfügige Beschäftigung

Sophie jobbt in einem Landgasthaus. Gerade im Sommer ist dort Hochsaison, aber auch die Weihnachtsfeiern im Dezember erfordern mehr Einsatz. Wie viel Arbeit erforderlich ist, konnte im Vorfeld aber nicht genau bestimmt werden. So verdient Sophie im Beschäftigungsjahr der geringfügigen Beschäftigung unterschiedlich viel:

  • Januar, Februar, März: 200 Euro pro Monat = 600 Euro in dem Zeitraum
  • April und Mai: 400 Euro pro Monat = 800 Euro in dem Zeitraum
  • Juni, Juli, August: 450/550/600 Euro pro Monat = 1.600 Euro in dem Zeitraum
  • September und Oktober: 450 Euro pro Monat = 900 Euro in dem Zeitraum
  • November und Dezember: 650 Euro pro Monat = 1.300 Euro in dem Zeitraum

Ihr Chef ist sehr zufrieden mit Sophie, daher gibt es noch ein Weihnachtsgeld von 200 Euro obendrauf – macht insgesamt exakt 5.400 Euro.

Damit liegt der durchschnittliche Verdienst nicht oberhalb der erlaubten Grenze für eine geringfügige Beschäftigung. Auch werden die 450 Euro nur drei Mal – also gelegentlich – überschritten. Da der Mehrverdienst zudem nicht genau vorhersehbar war, handelt es sich um eine typische geringfügige Beschäftigung.

Darf man mehrere geringfügige Beschäftigungen ausüben?

Die Antwort lautet zunächst: Ja, es gibt kein Verbot, mehrere geringfügigen Beschäftigungen nachzugehen. Sie müssen jedoch dafür Sorge tragen, dass Sie bei jeder Tätigkeit voll Leistungsfähig sind. So dürfen Sie beispielsweise nicht völlig übermüdet und erschöpft von der letzten Tätigkeit am zweiten Arbeitsplatz auftauchen. In diesem Fall können Sie Ihren vereinbarten Aufgaben nicht nachkommen.

Bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen muss besonders auf die Höhe des Verdiensts geachtet werden. Denn: Alle Gehälter werden zusammengerechnet. Liegt die gesamte Bezahlung dann über 450 Euro, müssen Sie für alle Tätigkeiten die Sozialversicherungen abführen.

Was steht im Arbeitsvertrag einer geringfügigen Beschäftigung?

Auch bei einer geringfügigen Beschäftigung sollten Sie auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen. Einige Unternehmen versuchen die Zusammenarbeit ohne schriftliche Fixierung anzubieten, davon ist jedoch dringend abzuraten.

Zwar besitzen mündliche Absprachen ebenfalls Gültigkeit, in der Praxis ist es jedoch schwer nachzuweisen, welche Absprachen wirklich getroffen wurden. Heißt im Klartext: Wenn Sie keinen Arbeitsvertrag über Ihre geringfügige Beschäftigung haben, können Sie Ihre Rechte und Ansprüche nicht geltend machen.

Der Vertrag für eine geringfügige Beschäftigung sollte dabei immer folgende Angaben enthalten:

  • Nennung des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Angaben zu Arbeitszeit, Urlaubsanspruch, Vergütung und Kündigung

Wie lang ist die Kündigungsfrist einer geringfügigen Beschäftigung?

An dieser Stelle sei noch einmal deutlich gesagt: Eine geringfügige Beschäftigung ist kein Arbeitsverhältnis zweiter Klasse. Wenn Sie in geringfügiger Beschäftigung angestellt sind, stehen Ihnen in dieselben Rechte zu wie anderen Arbeitnehmern auch. Das gilt auch für Ihren Kündigungsschutz.

Hinsichtlich der Kündigung gelten für eine geringfügige Beschäftigung die gesetzlichen Kündigungsfristen. Ausschlaggebend ist somit die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses:

  • einen Monat Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu zwei Jahren
  • zwei Monate Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu fünf Jahren
  • drei Monate Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu acht Jahren
  • vier Monate Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu zehn Jahren
  • fünf Monate Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu zwölf Jahren
  • sechs Monate Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu 15 Jahren
  • sieben Monate Kündigungsfrist: Arbeitsverhältnis bis zu 20 Jahren

Wenn eine geringfügige Beschäftigung nur bis zu sechs Monate dauert, gilt eine zweiwöchige Kündigungsfrist, danach bei bis zu zwei Jahren gilt eine vierwöchige Kündigungsfrist.

Wie hoch ist der Urlaubsanspruch bei einer geringfügigen Beschäftigung?

Eine geringfügige Beschäftigung ist nichts anderes als eine Form der Teilzeitarbeit. Der Gesetzgeber stellt Arbeitnehmer in Teilzeit und Vollzeit gleich, das heißt, sie haben dieselben Ansprüche, somit auch auf bezahlten Urlaub.

Der gesetzliche Urlaubsanspruch errechnet sich folgendermaßen: Wenn Sie an genauso vielen Arbeitstagen wie eine Vollzeitkraft arbeiten, erhalten Sie ebenso viele Urlaubstage wie diese.

Für Arbeitnehmer, die an jedem Werktag arbeiten, also Montag bis Samstag, gelten 24 Urlaubstage. Wer eine 5-Tage-Woche hat, hat Anspruch auf 20 Urlaubstage im Jahr.

Wer also Montag bis Freitag jeden Tag zwei Stunden arbeitet, erwirbt als geringfügig Beschäftigter die gleiche Anzahl an Urlaubstagen wie ein Arbeitnehmer in Vollzeit.

Arbeiten Sie hingegen an weniger Tagen die Woche, gilt folgende Rechnung: Anzahl der Arbeitstage mit der Anzahl der gesetzlichen Urlaubstage (24) mal genommen, geteilt durch 6 Werktage. Wenn Sie beispielsweise nur zwei Tage die Woche arbeiten, sieht die Rechnung folgendermaßen aus:

2 Arbeitstage x 24 gesetzliche Urlaubstage : 6 Werktage = 8

Ihnen stehen somit acht Urlaubstage bei einer geringfügigen Beschäftigung zu.

Was müssen Rentner bei geringfügiger Beschäftigung beachten?

Für manche Rentner ist eine geringfügige Beschäftigung ein notwendiges Zusatzeinkommen, um die eigene Rente aufzubessern. Je nachdem, ob ein Rentner die Regelaltersgrenze erreicht hat, kommen unterschiedliche Abzüge auf ihn zu:

  • Hat ein Rentner die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht, ist er rentenversicherungspflichtig. Das bedeutet, dass er bis zum Ende des Monats in die Rentenkasse einzahlt, in dem er die Regelaltersgrenze erreicht.
  • Hat ein Rentner die Regelaltersgrenze bereits erreicht, sind keine weiteren Rentenversicherungsbeiträge nötig.

Im ersten Fall haben die Beiträge rentensteigernde Wirkung, im zweiten Fall nicht. In beiden Fällen führt der Arbeitgeber seinen Anteil an die Rentenversicherung ab.

Auch als Rentner können Sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, allerdings können Sie dann keine Entgeltpunkte für Ihre Rente sammeln. Das hat letztlich zur Konsequenz, dass sich bis auf die regelmäßigen Rentenanpassungen Ihre Rente nicht mehr ändert.

Wer hingegen trotz Erreichen der Regelaltersgrenze freiwillig in die Rentenkasse einzahlt, kann seine Rentenhöhe steigern.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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28. Mai 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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