Arbeitszeugnis für Manager Geschaeftsführung Formulierung Inhalt
Arbeitszeugnis für Manager: Wenn Aufsichtsräte oder Firmeninhaber ihr Urteil über scheidende Manager und Führungskräfte in viele Worte, viel Lobhudelei und in viele Seiten kleiden, dann soll das nicht selten verschleiern, dass das Manager-Arbeitszeugnis nicht viel mehr wert ist, als das Papier auf dem es gedruckt wurde. Tatsächlich gelten bei der Besetzung von Vorstands- oder Geschäftsführerposten ganz eigene Regeln. Insbesondere für formale Auswahlkriterien, wie Lebenslauf oder Arbeitszeugnis-Codes. Merke: Wegen eines guten Zeugnisses bekommt zwar keiner automatisch einen Job; wegen eines schlechten wird mancher Manager aber womöglich gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Worauf es beim Arbeitszeugnis für Manager ankommt...

Arbeitszeugnis für Manager: Die allgemeinen Grundlagen

Wer ein Unternehmen verlässt, hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Die meisten denken dabei allerdings zunächst nur an Angestellte, Mitarbeiter und Fachkräfte. Chef oder Personalabteilung stellen ein Zeugnis aus, mit dem der scheidende Arbeitnehmer im besten Fall zufrieden ist. Für Manager und Führungskräfte gilt dies allerdings genau so.

Trotz Unterschiede in der Hierarchie gelten daher erst einmal die gleichen allgemeinen Grundlagen für das Arbeitszeugnis eines Managers. Das Managerzeugnis muss demnach ehrlich und wohlwollend formuliert sein, um dem weiteren beruflichen Verlauf nicht im Weg zu stehen.

Auch formal hält sich das Arbeitszeugnis für Manager an einige übereinstimmende Regeln:

  • Stammdaten

    Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum des Arbeitnehmers gehören auf jeden Fall ins Arbeitszeugnis. Ebenso der genaue Zeitraum, in dem das Arbeitsverhältnis bestanden hat. Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Angaben korrekt sind.

  • Tätigkeitsbeschreibung

    Welche Aufgaben hat der Manager erfüllt? Was fiel in seine Verantwortung? Ohne große Umschweife sollte hierbei erkennbar sein, welche Aufgaben zum regelmäßigen oder zum erweiterten Aufgabenfeld zählten.

  • Bewertung

    Dieser Punkt zählt für qualifizierte Zeugnisse eines austretenden Managers und macht den Unterschied zu einem einfachen Zeugnis aus. Wie gut waren die Leistungen? Wie die sozialen Kompetenzen?

  • Begründung

    Arbeitsverhältnisse enden nicht grundlos. Entweder endet eine von vornherein befristete Zusammenarbeit oder eine der Parteien hat sich dazu entschlossen, den Arbeitsvertrag zu beenden. Besser wirkt es natürlich immer, wenn auf eigenen Wunsch eine neue Herausforderung gesucht wird.

  • Schlussformel

    Es gibt keinen wirklichen Zwang zu einer freundlichen Schlussformel, deren Fehlen zeigt jedoch meist eine ganze Menge. Oft wird hier alles gute für die private und berufliche Zukunft gewünscht und Bedauern über das Ausscheiden aus dem Unternehmen geäußert.

Der typische Aufbau gilt für Mitarbeiter und Manager gleichermaßen:

Arbeitszeugnis Manager Beispiel Muster Grafik

Unterschiede im Arbeitszeugnis für Manager

Identisch zum Zeugnis für Mitarbeiter ist das abschließende Dokument für Manager allerdings nicht. Gerade beim Inhalt gibt es einige wichtige Unterschiede, auf die Personaler bei kommenden Bewerbungen achten und auf die deshalb auch Führungskräfte gesteigerten Wert legen sollten, um die Chancen zu erhöhen.

Allen voran Informationen zu Führungsstil und Verhalten als Vorgesetzter. Diese Aspekte sind es, die potenzielle neue Arbeitgeber interessieren.

  • Welche Art von Führungsstil wird praktiziert?
  • Wie wird mit Mitarbeitern umgegangen?
  • Wie groß war das Team?
  • Welche Erfolge und Entwicklungen wurden erzielt?
  • Welche Führungseigenschaften zeichnen den Manager aus?
  • Wie ist das Verhältnis zu Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten?
  • Welche Ziele wurden erreicht?

Gerade der letzte Punkt erhält meist besonders große Aufmerksamkeit. Führungskräfte werden nur zum Teil an ihrer Mitarbeiterführung gemessen, der wichtigere Faktor sind oft die Erfolge und umgesetzten Ziele.

Höherer Umsatz, bessere Produktion, geringere Kosten, größere Reichweite. Errungenschaften wie diese sollten in keinem Arbeitszeugnis für Manager fehlen. Wenn doch, wird daraus geschlussfolgert, dass kein nennenswerter Erfolg geleistet wurde.

Arbeitszeugnis für Manager: 3 Punkte sind Pflicht

Was also gehört in das Arbeitszeugnis eines Managers - und was nicht? Wir haben dazu mit einigen Personalberatern gesprochen. Nach Einschätzung von Kienbaum-Chef Tiemo Kracht etwa gehören vor allem drei Komponenten in ein Testat von Geschäftsführern oder Vorständen:

  • Die Einschätzung der strategischen und unternehmerischen Kompetenz. Fehlt sie, legt das den Verdacht nahe, der Manager war weder ein wichtiger Impulsgeber noch sonderlich innovativ.
  • Die Beschreibung seines Führungsverhaltens, insbesondere substanzielle Aussagen zum Verhältnis zu den Kollegen im Vorstand und den Mitarbeitern sollten darin enthalten sein. Andernfalls kann das auf eingeschränkte Sozialkompetenz hindeuten.
  • Eine nachvollziehbare Begründung für die berufliche Veränderung. Das kann ein Wechsel der Eigentümerstrukturen sein, ein freiwilliges Ausscheiden wegen neuer Herausforderungen, aber auch geteilte Ansichten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Alles ohne Begründung klingt nach: "Wir mussten die Lusche feuern."

Arbeitszeugnis Manager: Formulierungen und Beispiele

Das ist natürlich noch Theorie. Wie das konrket klingen kann, zeigen die folgenden Beispiel-Formulierungen aus echten Manager-Arbeitszeugnissen:

Es ist mir ein besonderes Anliegen, Ihm für sein umsichtiges und zielorientiertes Handeln Dank und Anerkennung auszusprechen. ______________ verliert mit der Beendigung seiner Tätigkeit eine Persönlichkeit, die sich stets durch Kompetenz, Dynamik und einen sicheren Sinn für das Machbare auszeichnete. Seine fachliche und seine soziale Kompetenz waren bei der Entwicklung des neuen Geschäftsbereichs ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Als Führungskraft war er vorbildlich. Selbst nach den durchgeführten Personalreduzierungen...

...haben seine Leistungen jederzeit und in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung gefunden. Er förderte aktiv die Zusammarbeit, sein Verhalten gegenüber Kollegen und Mitarbeitern war stets motivieren und vorbildlich. ______________ verstand die Mitarbeiter zu überzeugen, zu motivieren und zu Höchstleistungen zu führen. Er informierte die Mitarbeiter vollständig und zeitgerecht, förderte deren Weiterbildung und delegierte Aufgaben und Verantwortung effektiv und ergebnisorientiert. Er befähigte sein Team, optimale Lösungen selbstständig nach klarer, durchdachter Planung sehr erfolgreich zu erreichen.

______________ ist eine dynamische Fach- und Führungspersönlichkeit mit Unternehmergeist, die ihre Aufgaben mit großem persönlichem Einsatz ziel- und ergebnisgerecht leitet und durch vielfältige Initiativen weiterentwickelt. ______________ hat die mit ihrer jeweiligen Position verbundenen Gestaltungsräume zu unserem Besten kreativ und verantwortungsbewusst genutzt. Sie versteht es, Impulse zu geben und neue Wege zu gehen. ______________ verfügt über die Fähigkeit, aufgeschlossen, kontaktfreudig und situationsgerecht schnell Zugang zu finden. Besonders zu erwähnen ist, dass ______________ eine vorbildliche Führungskraft mit Verantwortungsbewusstsein und steter Einsatzbereitschaft ist. Sie setzt sich durch, kann die Mitarbeiter für ihre Ziele begeistern und zu stets optimalen Ergebnissen führen.

Arbeitszeugnis für Manager Manager: Setzen Sie auf Empfehlungen!

Arbeitszeugnis Manager Geschäftsführer Muster kostenlosArbeitszeugnisse sind für Mitarbeiter die Gelegenheit, sich in der Bewerbungsphase von anderen Kandidaten abzuheben. Diese haben oft ähnliche Qualifikationen und strotzen vor Motivation. Mit einer guten Beurteilung kommt man dem neuen Job ein Stück näher.

Das stimmt zwar auch für Manager und Führungskräfte, allerdings gibt es für diese ein zweites Schriftstück, das von vielen als noch wichtiger eingestuft wird: Das Empfehlungsschreiben.

Grund: Personaler wissen, dass gerade in höheren Ebenen vielen Managern die Möglichkeit gegeben wird, großen Einfluss auf die Gestaltung des Zeugnisses zu nehmen oder dieses gleich gänzlich selbst zu schreiben.

Wirkliche Referenzen werden jedoch als sehr glaubwürdig wahrgenommen und wenn diese von namhaften Unternehmen oder Persönlichkeiten stammen, haben sie oft eine stärkere Wirkung als klassische Arbeitszeugnisse für Manager.

Managerzeugnis: Was fehlt, ist oft wichtiger

Allerdings ist bei Vorständen und Geschäftsführern das, was im Arbeitszeugnis fehlt, oft bedeutsamer und im Zweifel schädlicher als das, was drinsteht.

So richten Headhunter ihr Augenmerk gerne auf scheinbare Nebensächlichkeiten wie die Frage, ob das Zeugnis auf dem offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde oder etwa auf dem privaten Briefpapier des Aufsichtsratsvorsitzenden.

Allein Letzteres ist ein gutes Indiz für ein halbwegs glaubwürdiges Zeugnis.

Dasselbe gilt für die dargestellten Leistungen:

  • Finden sich im Testat ausschließlich nüchterne neutrale Floskeln
  • oder bemüht sich der Aussteller ebenso um ein paar persönliche Worte, in denen er die Zusammenarbeit ausdrücklich wertschätzt, sich für Referenzanfragen zur Verfügung stellt und womöglich betont, den scheidenden Manager jederzeit wieder einzustellen?

In allen Fällen gilt: Je weniger Persönliches im Zeugnis steht, desto schlechter wirkt es.

Negativ kommt allerdings auch der Umfang des Zeugnisses an. Zwar lässt sich unter einer halben Seite kaum eine aussagekräftige Leistungsdiagnose abliefern. Über zwei Seiten sollte die wohlklingende Mitgift aber auch nicht hinausgehen. Sonst entsteht beim Leser das Gefühl, der Manager habe für die Lobhudelei selbst in die Tasten gegriffen und aus lauter Narzissmus kein Ende mehr gefunden.

Und derlei ungebremster Schaum ist fast noch verheerender als Weißraum.

[Bildnachweis: Gajus by Shutterstock.com]

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