Arbeitszeugnis für Manager: Was muss drinstehen?

Wenn Führungskräfte das Unternehmen verlassen, haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Das Manager-Zeugnis unterscheidet sich allerdings erheblich von dem für einfache Angestellte. Weniger formal – die rechtlichen Regeln gelten natürlich auch für Manager-Arbeitszeugnisse. Dafür ist der Aufbau und Inhalt umso entscheidender: Führungsverhalten, strategisches Denken und unternehmerische Kompetenz, Alleinstellungsmerkmale und Erfolge haben deutlich mehr Gewicht. Wir zeigen, worauf Sie beim Arbeitszeugnis für Manager achten müssen, welche Formulierungen und Inhalte was bedeuten und warum Sie auch prüfen sollten, was NICHT in Ihrem Arbeitszeugnis steht…

Arbeitszeugnis für Manager: Was muss drinstehen?

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Arbeitszeugnis für Manager: Anspruch

Nach § 109 der Gewerbeordnung haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, sobald das Beschäftigungsverhältnis endet. Das betrifft alle Mitarbeiter und schließt leitende Angestellte, Manager und Führungskräfte ein. Trotz Unterschiede in der Hierarchie gelten für sie die gleichen allgemeinen Grundlagen für das Arbeitszeugnis.

Das Managerzeugnis muss „wahr“ und „wohlwollend“ formuliert sein, um der weiteren beruflichen Entwicklung und Karriere nicht im Weg zu stehen beziehungsweise die Bewerbung nicht zu erschweren. Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei Formen von Arbeitszeugnissen unterschieden:

1. Einfaches Arbeitszeugnis

Das einfache Arbeitszeugnis enthält ausschließlich sachliche und objektiv nachprüfbare Fakten. Es dient in erster Linie als Nachweis der Beschäftigung und umfasst selten mehr als eine DIN A4 Seite. Inhalte sind: Dauer der Beschäftigung, genaue Position, Aufgaben und Tätigkeitsbeschreibung, Projekte, teilweise auch die Abteilungen, die geführt wurden. Wesentliches Merkmal des einfachen Arbeitszeugnisses ist, dass es keinerlei Bewertungen der Leistungen oder des Sozialverhaltens enthält.

2. Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Im qualifizierten Arbeitszeugnis werden die Fachkenntnisse und Führungskompetenzen bewertet. Das qualifizierte Arbeitszeugnis ist umfangreicher und kann zwei DIN A4 Seiten umfassen. Darin stehen neben allen Fakten aus dem einfachen Arbeitszeugnis vor allem Beurteilungen zu Leistungen und Sozialverhalten der Führungskraft. Es dokumentiert das Verhältnis zu Aufsichtsrat oder Vorgesetzten, zu Kollegen und Mitarbeitern ebenso wie es besondere Eigenschaften und Soft Skills bewertet. Damit erreicht das qualifizierte Arbeitszeugnis mehr Tiefe und wird von künftigen Arbeitgebern auch höher bewertet.

Achtung: Holschuld!

Nur weil das Beschäftigungsverhältnis endet, bekommen Sie das Managerzeugnis nicht automatisch. Vor allem bei dem qualifizierten Arbeitszeugnis handelt es sich um eine Holschuld. Heißt: Sie müssen es aktiv beantragen, sonst bekommen Sie nur ein einfaches Arbeitszeugnis für Manager.


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Formale Regeln und Vorschriften für das Managerzeugnis

Formal muss sich das Arbeitszeugnis für Manager an übereinstimmende Zeugnis-Regeln, den Zeugnisbrauch und Vorschriften halten. Auf die folgenden Punkte haben Sie als Manager ein Recht und dürfen diese auch verlangen:

  • Ausdruck
    Das Arbeitszeugnis muss schriftlich ausgestellt und auf Papier ausgedruckt werden. Zeugnisse per Mail, Fax, SMS, Whatsapp sind unzulässig. Führungskräfte haben zudem Anspruch auf einen sauberen Ausdruck auf Firmenpapier. Flecken oder verknittertes Papier muss keiner hinnehmen.
  • Individualität
    Ebenso haben Sie Anspruch darauf, ein individuelles Zeugnis zu erhalten. Können Sie nachweisen, dass das Zeugnis nur von einer Standard-Vorlage abgeschrieben wurde, können Sie ein neues verlangen.
  • Stammdaten
    Das Arbeitszeugnis muss korrekte Personenangaben (Vorname, Name, Geburtsdatum), den genauen Tätigkeitszeitraum sowie die Art und Dauer der Beschäftigung sowie alle ausgeführten Tätigkeiten enthalten. Urlaub und krankheitsbedingte Fehlzeiten werden nicht erwähnt.
  • Tätigkeitsbeschreibung
    Welche Aufgaben hat der Manager erfüllt? Was fiel in seine Verantwortung? Ohne große Umschweife sollte hierbei erkennbar sein, welche Aufgaben zum regelmäßigen oder zum erweiterten Aufgabenfeld zählten.
  • Position
    Bei Führungskräften kommt noch die sogenannte Positions- und Aufgabenbeschreibung hinzu. Ebenso sollte eine Leistungssteigerung des Managers erkennbar sein. Das muss keine Beförderung sein. Eine faktisch nachprüfbare Verbesserung des Unternehmenserfolgs ist oft wichtiger.
  • Kündigungsgrund
    Der Trennungsgrund (also zum Beispiel dessen Kündigung) darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Führungskraft im Arbeitszeugnis genannt werden.
  • Schlusssatz
    Dieser ist nur optional und ein freiwilliger Zusatz des Arbeitgebers – aber wichtig: Darin dankt der Arbeitgeber dem Manager für die Zusammenarbeit, bedauert dessen Ausscheiden und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg in der Zukunft. Das Fehlen der sogenannten Schlussformel wird häufig negativ ausgelegt.
  • Unterschrift
    Das Arbeitszeugnis muss einer dazu berechtigten Person (dem bisherigen Personalverantwortlichen) eigenhändig unterschrieben werden. Bei Vorständen vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates; bei Geschäftsführern vom Gesellschafter oder dessen Vertreter; bei Führungskräfte von ihrem Vorgesetzten oder dem Personalchef.

Die 10 wichtigsten Fragen zum Arbeitszeugnis

Habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Sobald das Beschäftigungsverhältnis endet, haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis (§630 BGB, §109 GewO). Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, ein Zeugnis auszustellen. Der Arbeitszeugnis Anspruch verjährt allerdings drei Jahre nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Das Abschlusszeugnis muss klar und verständlich sowie „wahr“ und „wohlwollend“ formuliert sein. Während das Beschäftigungsverhältnis besteht, können Arbeitnehmer um ein Zwischenzeugnis bitten. Darauf gibt es aber keinen gesetzlichen Anspruch. Der Arbeitgeber kann sich sogar weigern, ein Zwischenzeugnis auszustellen.

Wann kann ich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen?

Arbeitnehmer haben bereits nach 6 Wochen Beschäftigungsdauer Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Das hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden. Das qualifizierte Arbeitszeugnis enthält neben den sachlichen Fakten (Tätigkeitsbeschreibung, Aufgaben) zusätzlich eine Beurteilung der Leistungen und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers. Arbeitnehmer sollten im Falle einer Kündigung immer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen. Es muss aber aktiv beantragt werden. Ansonsten müssen Arbeitgeber nur ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen.

Was muss ich beim Zwischenzeugnis beachten?

Das Zwischenzeugnis wird immer im Präsens formuliert, weil das Beschäftigungsverhältnis noch besteht. Zur Motivation werden die Leistungen darin oft besser bewertet als im Abschlusszeugnis. Gut so! Das Zwischenzeugnis besitzt Bindungswirkung. Wechselt danach der Chef oder der Mitarbeiter die Abteilung, können neue Vorgesetzte nicht so leicht von der ersten Bewertung abweichen. Dafür benötigen sie triftige Gründe. Andernfalls können Arbeitnehmer die neue Beurteilung anfechten. Arbeitnehmer sollten alle zwei Jahre um ein Zwischenzeugnis bitten, unbedingt bevor sie in Elternzeit gehen oder ein Sabbatical nehmen.

Wann bekommt man das Zeugnis nach Kündigung?

Der Arbeitgeber muss das schriftliche Zeugnis bis spätestens zum Ablauf der Kündigungsfrist ausstellen. Es ist empfehlenswert, zusammen mit der Eigenkündigung ein qualifiziertes Zeugnis zu verlangen und dabei eine Frist von 3 Wochen zu setzen. Wird die Frist nicht eingehalten, sollten Arbeitnehmer schriftlich und mit Frist von 2 Wochen neu dazu auffordern. Passiert auch danach nichts, sollten sie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten und per Zeugnisklage ihre Ansprüche geltend zu machen. Unter Umständen können Arbeitnehmer sogar auf Schadenersatz klagen, wenn sie wegen fehlendem Zeugnis keinen Job bekommen haben.

Welche formalen Anforderungen muss das Zeugnis erfüllen?

Arbeitnehmer haben das Recht auf ein individuelles Zeugnis. Können Sie nachweisen, dass das Zeugnis von einer Vorlage stammt, können Sie ein neues verlangen. Das Arbeitszeugnis muss zudem schriftlich ausgestellt werden. Arbeitnehmer haben Anspruch auf fehlerfreien, knitterfreien, sauberen Ausdruck auf Firmenpapier. Außerdem muss das Zeugnis vom bisherigen Personalverantwortlichen unterschrieben werden. Bei Managern und Vorständen vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates; bei Geschäftsführern vom Gesellschafter oder dessen Vertreter; bei Mitarbeitern von deren Vorgesetzten oder dem Personalchef.

Was muss in einem guten Arbeitszeugnis stehen?

Ein formal korrektes Arbeitszeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten (einfaches Zeugnis). Darüber hinaus kann der Arbeitnehmer verlangen, dass im Zeugnis die Leistungen und sein Sozialverhalten bewertet werden (qualifiziertes Zeugnis). Freiwillig ist dagegen die sogenannte Schlussformel. Sie enthält den Trennungsgrund, Dank und Bedauern über das Ausscheiden sowie positive Zukunftswünsche. Fehlt die Schlussformel gilt das als Negativ-Zeichen. Auch sollte das Arbeitszeugnis nicht mehr als zwei, maximal drei DIN A4 Seiten umfassen. Zu viele Seiten wecken den Verdacht, das Zeugnis sei pure Lobhudelei und selbst geschrieben.

Woran erkenne ich ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Viele Formulierungen im Arbeitszeugnis klingen besser, als sie gemeint sind. Anzeichen für ein schlechtes Zeugnis sind zweideutige Ausdrücke, Betonung von Selbstverständlichkeiten oder das Weglassen von wichtigen Beurteilungen oder Tätigkeiten. Die Zeugnissprache enthält überdies codierte Schulnoten: Note 1: jederzeit, immer, stets zur vollsten Zufriedenheit. Note 2: zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit. Note 3: zur vollen Zufriedenheit. Note 4: zur Zufriedenheit. Note 5: im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit. Note 6: Er/Sie hat sich bemüht. Ein Arbeitszeugnis muss mindestens „befriedigend“ sein. Schlechtere Zeugnisse hat der Arbeitgeber zu begründen (BAG, 9 AZR 584/13).

Was darf nicht im Zeugnis stehen?

Generell verboten sind im Arbeitszeugnis Aussagen über Krankheiten, Schwangerschaft, Elternzeit, Gehalt, Nebentätigkeiten (außer bei Verstoß) oder Straftaten (ohne Arbeitsbezug). Auch (versteckte) Hinweise auf Gewerkschaftstätigkeit, Betriebsratsmitgliedschaft oder Parteizugehörigkeit sind im Arbeitszeugnis verboten. Der Kündigungs- oder Trennungsgrund darf ebenfalls nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Arbeitnehmers im Arbeitszeugnis stehen. Das gilt auch für Angaben zu nicht bestandenen Prüfungen (z.B. beim Ausbildungszeugnis).

Was kann ich bei einem schlechten Arbeitszeugnis tun?

Wer mit seinem Arbeitszeugnis unzufrieden ist, sollte zunächst das direkte Gespräch mit dem Chef suchen und um Korrektur bitten. Zeigt sich der Arbeitgeber uneinsichtig, sollten Sie einen schriftlichen Widerspruch formulieren. Darin führen Sie alle Passagen auf, die Sie beanstanden und schlagen Alternativformulierungen vor. Erfolgt dennoch keine Korrektur, können Sie innerhalb von drei Wochen nach Erhalt des Zeugnisses eine Zeugnisberichtigungsklage einreichen. Allerdings liegt die Beweislast bei Ihnen, solange das Zeugnis nicht schlechter als Durchschnittsnote 3 ausfällt. Der Anspruch auf Korrekturen am Arbeitszeugnis verfällt nach maximal 15 Monaten.

Was bringt ein Arbeitszeugnis?

Als Referenz in der Bewerbung genießt das Arbeitszeugnis bei Personalern hohen Stellenwert. Es gilt als „objektive“ Bewertung der bisherigen Leistungen, Erfolge sowie Sozialverhalten des Arbeitnehmers durch einen Dritten. Das qualifizierte Feedback ist nicht zuletzt Ausdruck der persönlichen Wertschätzung des ehemaligen Arbeitgebers. Überdies dokumentiert es die Dauer und Art bisheriger Beschäftigungen. Damit bestätigt es die Angaben im Lebenslauf. Ein „sehr gutes“ Arbeitszeugnis hat bei der Jobsuche enorme Vorteile.

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Zeugnis für Führungskräfte: Aufbau

Der Aufbau des qualifizierten Arbeitszeugnisses für Manager gleicht dem für Mitarbeiter:

Managerzeugnis Aufbau

  1. Briefkopf (Arbeitgeberdaten)
  2. Überschrift („Arbeitszeugnis“)
  3. Stammdaten Arbeitnehmer (Name, Geburtsdatum)
  4. Beschäftigungsart + Dauer
  5. Tätigkeitsbeschreibung
  6. Leistungsbeurteilung (Bewertung von…)
    • Arbeitsbereitschaft
    • Arbeitsweise
    • Fachkompetenz
    • Aufgaben + Erfolge
  7. Verhaltensbewertung
    • Sozialverhalten
    • Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen, Kunden
    • Führungskompetenzen
  8. Trennungsgrund (optional)
  9. Schlussformel & Zukunftswünsche
  10. Ort, Datum, Unterschrift

Das Resultat sieht zum Beispiel so aus:

Qualifiziertes Arbeitszeugnis Manager Aufbau Grafik

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Arbeitszeugnis für Manager: Inhalt & Unterschiede

Allerdings ist das qualifizierte Arbeitszeugnis für Manager nur in Teilen identisch mit dem Zeugnis für Mitarbeiter. Gerade beim Inhalt gibt es wichtige Unterschiede, auf die Personaler achten und auf die Führungskräfte gesteigerten Wert legen sollten, um die künftigen Bewerbungschancen zu erhöhen.

Hierzu zählen Informationen zum Führungsstil und dem Verhalten als Vorgesetzter. Wer sich weiterhin als Führungskraft bewirbt, wird von potenziellen, neuen Arbeitgebern danach bewertet:

  • Welche Art von Führungsstil wird praktiziert?
  • Welche Führungskompetenzen zeichnen den Manager aus?
  • Wie ist das Verhältnis zu Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten?
  • Wie wird mit Mitarbeitern umgegangen?
  • Wie groß war das Team?
  • Welche Erfolge und Entwicklungen wurden erzielt?
  • Welche Ziele wurden erreicht?

Der letzte Punkt erhält besondere Aufmerksamkeit. Führungskräfte werden nicht nur an ihrer Mitarbeiterführung gemessen, sondern auch an den erreichten Zielvereinbarungen – sprich: ihren Erfolgen. Höherer Umsatz, bessere Produktion, geringere Kosten, größere Reichweite – Errungenschaften wie diese sollten in keinem Arbeitszeugnis für Manager fehlen. Wenn doch, wird daraus geschlussfolgert, dass kein nennenswerter Erfolg geleistet wurde.

Diese 3 Punkte dürfen nicht fehlen

Wenn Aufsichtsräte oder Firmeninhaber ihr Urteil über scheidende Manager und Führungskräfte in viele Worte, viel Lobhudelei und in viele Seiten kleiden, dann soll das nicht selten verschleiern, dass das Manager-Arbeitszeugnis nicht viel mehr wert ist, als das Papier auf dem es gedruckt wurde. Tatsächlich gelten bei der Besetzung von Vorstands- oder Geschäftsführerposten ganz eigene Regeln. Insbesondere für formale Auswahlkriterien, wie Lebenslauf oder Arbeitszeugnis Formulierungen.

Wir haben dazu mit einigen Personalberatern, Executive-Searchern und Headhuntern gesprochen. Einhelliger Tenor: Vor allem drei Komponenten gehören in das Arbeitszeugnis von Geschäftsführern, Vorständen und Führungskräften:

  1. Einschätzung der strategischen und unternehmerischen Kompetenz.
    Fehlt sie, legt das den Verdacht nahe, der Manager war weder ein wichtiger Impulsgeber noch sonderlich innovativ.
  2. Beschreibung seines Führungsverhaltens.
    Insbesondere substanzielle Aussagen zum Verhältnis zu den Kollegen im Vorstand und den Mitarbeitern sollten darin enthalten sein. Andernfalls kann das auf eingeschränkte Sozialkompetenz hindeuten.
  3. Begründung für die berufliche Veränderung.
    Das kann ein Wechsel der Eigentümerstrukturen sein, ein freiwilliges Ausscheiden wegen neuer Herausforderungen, aber auch geteilte Ansichten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Alles ohne Begründung klingt nach: „Wir mussten die Lusche leider feuern.“

Arbeitszeugnis Manager: Formulierungen & Beispiele

Wie eine solche Manager-Beurteilung konkret formuliert wird und klingen kann, zeigen die folgenden Beispiele und Formulierungen aus echten Manager-Arbeitszeugnissen:

  • „Es ist mir ein besonderes Anliegen, Ihm für sein umsichtiges und zielorientiertes Handeln Dank und Anerkennung auszusprechen. Die _____ SE verliert mit der Beendigung seiner Tätigkeit eine Persönlichkeit, die sich stets durch Kompetenz, Dynamik und einen sicheren Sinn für das Machbare auszeichnete. Seine fachliche und seine soziale Kompetenz waren bei der Entwicklung des neuen Geschäftsbereichs ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Als Führungskraft war er vorbildlich. Selbst nach den durchgeführten Personalreduzierungen…“
  • „…haben seine Leistungen jederzeit und in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung gefunden. Er förderte aktiv die Zusammenarbeit, sein Verhalten gegenüber Kollegen und Mitarbeitern war stets motivierend und vorbildlich. _____ verstand die Mitarbeiter zu überzeugen, zu motivieren und zu Höchstleistungen zu führen. Er informierte die Mitarbeiter vollständig und zeitgerecht, förderte deren Weiterbildung und delegierte Aufgaben und Verantwortung effektiv und ergebnisorientiert. Er befähigte sein Team, optimale Lösungen selbstständig nach klarer, durchdachter Planung sehr erfolgreich zu erreichen.“
  • „_____ ist eine dynamische Fach- und Führungspersönlichkeit mit Unternehmergeist, die ihre Aufgaben mit großem persönlichem Einsatz stets ziel- und ergebnisgerecht leitet und durch vielfältige Initiativen weiterentwickelt. _____ hat die mit ihrer jeweiligen Position verbundenen Gestaltungsräume zu unserem Besten kreativ und verantwortungsbewusst genutzt. Sie versteht es, Impulse zu geben und neue Wege zu gehen. _____ verfügt über die Fähigkeit, aufgeschlossen, kontaktfreudig und situationsgerecht schnell Zugang zu finden. Besonders zu erwähnen ist, dass _____ eine vorbildliche Führungskraft mit exzellentem Verantwortungsbewusstsein und steter Einsatzbereitschaft ist. Sie setzt sich durch, kann die Mitarbeiter für ihre Ziele begeistern und zu stets optimalen Ergebnissen führen.“

Wichtige Vokabeln im Zeugnis

Weitere Vokabeln (Substantive und Adjektive), die in einem Managerzeugnis nicht fehlen sollten, lauten zum Beispiel:

  • Persönlichkeit
  • Verantwortung
  • Unternehmergeist
  • Stratege
  • Impulsgeber
  • Auftreten
  • Entscheidungsstärke
  • Überzeugungskraft
  • Verhandlungsgeschick
  • Analysestärke
  • Zusammenarbeit
  • Integrität
  • ergebnisorientiert
  • zielorientiert
  • dynamisch
  • verantwortungsbewusst
  • durchsetzungsstark
  • selbstständig
  • motivierend

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Managerzeugnis: Was fehlt, ist oft wichtiger

So paradox das klingt: Beim Arbeitszeugnis für Führungskräfte zählt nicht nur der Inhalt und das Zeugnisdeutsch, sondern auch dessen Gegenteil. Bei Vorständen und Geschäftsführern ist oft das, was NICHT im Arbeitszeugnis steht, oft noch bedeutsamer und im Zweifel schädlicher als das, was drinsteht.

Dokument

So richten Headhunter ihr Augenmerk regelmäßig auf scheinbare Nebensächlichkeiten wie die Frage, ob das Zeugnis auf dem offiziellem Firmenpapier gedruckt wurde oder etwa auf dem privaten Briefpapier des Aufsichtsratsvorsitzenden. Letzteres ist natürlich ein besonders starkes Indiz für ein sehr gutes und glaubwürdiges Zeugnis.

Leistungen

Finden sich im Testat ausschließlich nüchterne neutrale Floskeln oder bemüht sich der Aussteller ebenso um ein paar persönliche Worte, in denen er die Zusammenarbeit ausdrücklich wertschätzt, sich für Referenzanfragen zur Verfügung stellt und womöglich betont, den scheidenden Manager jederzeit wieder einzustellen? In allen Fällen gilt: Je weniger Persönliches im Zeugnis steht, desto schlechter wirkt es.

Umfang

Negativ kommt auch der Umfang des Zeugnisses an. Zwar lässt sich unter einer DIN A4 Seite kaum eine aussagekräftige Leistungsdiagnose abliefern. Über zwei DIN A4 Seiten sollte die wohlklingende Mitgift aber auch nicht hinausgehen. Sonst entsteht beim Leser das Gefühl, der Manager habe für die Lobhudelei selbst in die Tasten gegriffen und aus lauter Narzissmus kein Ende mehr gefunden. Derlei ungebremster Schaum ist fast noch verheerender als Weißraum.

Achten Sie daher in Ihrem Managerzeugnis unbedingt darauf, was fehlt (siehe Video-Tipp):

Arbeitszeugnis für Führungskräfte: Schlussformel Bedeutung

Insbesondere die sogenannte Abschlussformel oder „Schlussformel“ hat im Arbeitszeugnis für Manager besonderes Gewicht. Sie kann den bislang positiven Eindruck verstärken, verfeinern und das gezeichnete Bild abrunden. Oder wie ein riesengroßes ABER alles vorherige in Zweifel ziehen – vor allem wenn sie fehlt. Denn die Schlussformel im Arbeitszeugnis ist freiwillig. Dies entschied das Bundesarbeitsgericht. Klassisch enthält die Schlussformel im Zeugnis vier Elemente:

  1. Beendigungsgrund
  2. Bedauern über die Trennung
  3. Dank für die Zusammenarbeit
  4. Zukunftswünsche

Ein positives Beispiel für eine „sehr gute“ Abschlussformulierung wäre also:

Frau ____ verlässt unser Unternehmen zum TT.MM.JJJJ auf eigenen Wunsch hin. Wir bedauern diese Entscheidung sehr und danken ihr für die stets vorbildliche und sehr gute Zusammenarbeit. Für die Zukunft wünschen wir ihr weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Weil kein Anspruch darauf besteht, achten Sie bitte umso mehr darauf, dass die Schlussformel und Zukunftswünsche in Ihrem Arbeitszeugnis nicht fehlen sowie alle wesentlichen Bausteine und Elemente enthalten. Andernfalls haken Sie bitte nach. Ein schlechtes Arbeitszeugnis können Sie zudem immer anfechten.

Arbeitszeugnis-Alternative für Manager: Empfehlungen

Arbeitszeugnisse sind für alle Bewerber DIE Gelegenheit, sich in der Bewerbungsphase von anderen Kandidaten abzuheben. Diese haben nicht selten ähnliche Qualifikationen und strotzen ebenfalls vor Motivation für „neue Herausforderungen“. Mit einer guten Beurteilung steigen die Jobchancen. Das gilt auch für Manager und Führungskräfte. Allerdings gibt es für sie ein zweites Schriftstück, dem neben dem Arbeitszeugnis nahezu dieselbe Bedeutung zukommt: das Empfehlungsschreiben.

Personaler wissen, dass gerade auf höheren Ebenen vielen Managern die Möglichkeit gegeben wird, großen Einfluss auf die Gestaltung des Zeugnisses zu nehmen oder dieses gänzlich selbst zu schreiben. Nicht selten ist ein „sehr gutes“ Zeugnis auch Teil des Aufhebungsvertrags oder der (immateriellen) Abfindung.

Referenzen in der Bewerbung dagegen werden als besonders glaubwürdig wahrgenommen – erst recht, wenn diese von namhaften Unternehmern oder Persönlichkeiten stammen. Daher haben sie oft noch eine stärkere Wirkung als das klassische Arbeitszeugnis für Manager. Bis zu drei dieser Empfehlung können und sollten Sie Ihrer Bewerbung beifügen.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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