Referenzliste Bewerbung: Tipps zum Aufbau + Vorlagen

Mit einer Referenzliste können Sie Ihre Bewerbung deutlich aufwerten. Die Empfehlung durch ehemalige Weggefährten ist eine willkommene Ergänzung oder ein Ersatz zum Arbeitszeugnis. Referenzen runden das Bewerberprofil ab und heben Kandidaten positiv aus der Masse hervor. Eine Referenzliste ist zwar kein Muss in der Bewerbung – sie kann aber den Ausschlag im Auswahlprozess geben. Wir zeigen, wie Sie eine professionelle Referenzliste aufbauen und wer als Referenzgeber infrage kommt. Dazu erhalten Sie Beispiele, Tipps und Muster…

Referenzliste Bewerbung:  Tipps zum Aufbau + Vorlagen

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Referenzliste: Was ist das?

Die Referenzliste ist eine Aufzählung von Kontakten und beruflichen Weggefährten (Referenzgeber). Diese ehemaligen Vorgesetzten, Mentoren, Experten, Kollegen, Kunden sprechen damit zugleich eine Empfehlung aus. Sie erklären sich bereit, zum Beispiel am Telefon Auskunft über die positive Zusammenarbeit zu geben und Stärken zu bestätigen. Oder bewerten die bisherige Zusammenarbeit, die Leistungen und Qualifikationen der betreffenden Person in einem sogenannten Referenzschreiben.

Ziel und Zweck der Referenzliste ist, den Bewerber für einen Job weiterzuempfehlen. Im Gegensatz zum Arbeitszeugnis sind Referenzen an keine gesetzlichen Vorgaben gebunden. Es besteht auch kein Anspruch darauf. Umso mehr werten Sie die Bewerbung auf, weil sich der Referenzgeber freiwillig dazu bereiterklärt.

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Referenzliste erstellen: Aufbau + Inhalt

Die Referenzliste können Sie unterschiedlich aufbauen und auch an unterschiedlichen Stellen in den Bewerbungsunterlagen einbauen:

  1. Im Anschreiben: Am Ende – vor Grußformel und Unterschrift
  2. Im Lebenslauf: Als eigenen Abschnitt
  3. In den Anlagen: Als Übersicht und Extra-Seite

Die Referenzliste selbst ist eine tabellarische Liste, in der Sie die Referenzgeber aufzählen. Entweder alphabetisch sortiert – oder nach deren Relevanz und Bedeutung für Ihre Bewerbung beziehungsweise für die angestrebte Position.

Inhalt der Referenzliste: Wichtige Elemente

Die Referenzliste enthält grundsätzlich fünf wichtige Informationen zu jedem einzelnen Referenzgeber:

  1. Vorname und Nachname
  2. Jobtitel und Funktion
  3. Unternehmen (inklusive Rechtsform)
  4. Telefonnummer
  5. eMail-Adresse

Der Leser hat so die Möglichkeit, die Bedeutung des Referenzgebers sofort zu erfassen und zugleich Kontakt mit ihm oder ihr aufzunehmen.

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Referenzliste Vorlage: Beispiele + Muster

Damit Sie sich besser vorstellen können, wie so eine Referenzliste in der Bewerbung aussehen kann, haben wir hier zwei Beispiele und Muster für Sie vorbereitet.

Referenzliste im Anschreiben

Das Bewerbungsschreiben sollte nie länger als maximal eine DIN A4 Seite sein. Im Anschreiben ist der Platz für die Referenzliste daher begrenzt. Mehr als zwei Referenzen werden Sie dort nicht unterbringen können. Eine Referenz sollte es aber auch nicht sein. Das sieht so aus, als hätten Sie im Berufsleben gerademal einen Fürsprecher gefunden.

Referenzliste Bewerbung Beispiel Anschreiben

Referenzliste im Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf kann bis zu drei DIN A4 Seiten umfassen. Dort ist mehr Platz für Empfehlungen. In dem Fall wird die Referenzliste zu einem eigenen Abschnitt – meist am Ende des Lebenslaufs. Hier können Sie zwischen drei und fünf Referenzen auflisten. Mehr sollten es aber nicht sein. Es zählt Klasse, nicht Masse.

Referenzliste Bewerbung Beispiel Lebenslauf

TIPP: Wie der Aufbau einer Referenzliste als eigenständiges Dokument aussehen kann, sehen Sie in dieser kostenlosen Referenzliste Vorlage. Das Muster können Sie sich entweder als PDF und WORD-Datei gratis herunterladen.

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Für wen lohnt sich eine Referenzliste?

In eine „vollständige“ Bewerbungsmappe gehören – klassisch – Anschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und gegebenenfalls weitere Anlagen wie Zertifikate von Fortbildungen oder Arbeitsproben. Referenzen in Form von Empfehlungsschreiben können Sie dort ebenfalls aufnehmen.

Referenzen eignen sich sowohl als Ergänzung wie Ersatz zum Arbeitszeugnis. Von einer Referenzliste in der Bewerbung profitieren zum Beispiel:

  • Selbstständige
    Wer von der Selbstständigkeit zurück ins Angestelltenverhältnis wechseln will, kann kein Arbeitszeugnis vorweisen – es gab ja keinen Arbeitgeber. Hier übernehmen Referenzen und Testimonials von Kunden und Geschäftspartnern die Funktion.
  • Zeitarbeiter
    Wer häufig den Job wechselt oder nur kurze Beschäftigungsintervalle hatte, sollte in die Referenzliste Empfehlungen von bisherigen Führungskräften aufnehmen.
  • Agentur-Mitarbeiter
    Hier können die Aussagen bisheriger Kunden, deren Projekte Sie erfolgreich gemanagt haben, aussagekräftiger sein als das Zeugnis der Agentur. Vor allem bei sogenannten Leuchtturm-Projekten. Also echten Highlights.
  • Arbeitnehmer mit schlechtem Arbeitszeugnis
    Statt sich mit einem miesen Zeugnis vom aktuellen Chef zu bewerben, könnten Sie ein Referenzschreiben eines früheren Vorgesetzten beifügen, der wohlwollender ist.
  • Arbeitnehmer ohne Arbeitszeugnis
    Wenn Sie noch kein Abschlusszeugnis haben oder darauf warten, sich aber schon bewerben wollen, kann die Referenzliste solange aushelfen.

Referenzliste in der Bewerbung: Wen auswählen?

Als Referenzgeber für Ihre Referenzliste kommen nicht nur aktuelle Vorgesetzte infrage. Es eignen sich ebenso (ehemalige) Führungskräfte, Personalchefs, Geschäftsführer, Funktionäre, Professoren, Lehrer und Mentoren, Ausbilder und (renommierte) Kollegen, Kunden und Auftraggeber sowie namhafte Fachkräfte und Experten. Tabu sind hingegen Verwandte oder Freunde. Es mag nett gemeint sein, wenn sich ein guter Freund für Sie verbürgen will – Aussagekraft für die Bewerbung hat das aber nicht. Es riecht nach einer Gefälligkeit.

Referenzgeber sollten Sie genau auswählen. Achten Sie dabei auf folgende Kriterien:

  • Status
    Der Fürsprecher genießt einen möglichst hohen beruflichen Status oder besitzt fachliches Renommee. Faustregel: Mindestens ein Referenzgeber in Ihrer Referenzliste sollte hierarchisch eine Position über Ihnen stehen.
  • Wohlwollen
    Der Ansprechpartner kennt Sie gut, schätzt Ihre Arbeit, Talente und Erfolge. Idealerweise haben Sie mit ihr oder ihm in den vergangenen fünf Jahren über einen längeren Zeitraum eng zusammengearbeitet.
  • Bürgschaft
    Der Referenzgeber kann Ihre Qualifikationen und Erfahrungen ebenso glaubhaft wie kompetent und präzise beurteilen und ist dazu auch namentlich bereit.

Immer Einverständnis einholen!

Sie müssen von jedem Fürsprecher in Ihrer Referenzliste VORHER dessen Einverständnis einholen. Einfach jemanden in der Bewerbung als Referenz angeben, geht nicht. Fragen Sie bei potenziellen Referenzgebern nach, ob diese bereit wären, als Ihr Fürsprecher aufzutreten. Erst wenn diese zustimmen, können Sie Ihre Liste mit Referenzen erstellen. Sollte die Person auf Nachfrage überrascht sein, schlägt die Wirkung ins Gegenteil um – und Sie sind als Aufschneider blamiert. Natürlich geben Sie nur Referenzen in der Liste an, die Sie nicht kompromittieren.


Wie viele Referenzen gehören in die Liste?

Viel hilft nicht immer viel. Wer es mit der Liste übertreibt, entwertet diese zugleich. Ab fünf oder mehr Namen wirkt es schnell beliebig. Erst recht, wenn die Referenzgeber immer weniger hochkarätig sind. Dann lieber nur zwei – die aber mit schillerndem Renommee.

Es ist unwahrscheinlich, dass Personaler wirklich 10 oder gar 20 Namen auf der Liste anrufen. Wenn überhaupt passiert das bei ein bis zwei Referenzgebern. Mehr Zeit haben viele Personalentscheider auch nicht. Achten Sie eher auf eine aussagekräftige Mischung: Vorgesetzte, Fachexperten, Geschäftspartner. Dann reichen auch zwei bis vier Namen auf der Referenzliste.

Lassen Sie andere Anhänge nicht weg

Die Referenzliste ist ein optionaler Zusatz zu Ihren Bewerbungsunterlagen. Sie ist kein Ersatz für andere wichtige oder gar verlangte Dokumente, die dem Nachweis relevanter Fähigkeiten dienen. Heißt: Sie können andere Bestandteile Ihrer Bewerbung nicht für eine Referenzliste weglassen. Klassisch werden Bewerbungsunterlagen immer noch so aufgebaut – in dieser Reihenfolge:

Bewerbungsmappe Aufbau Reihenfolge

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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