Bewerbung und Jobsuche - das bedeutet für viele zunächst mögliche Arbeitgeber recherchieren, Stellenangebote finden, Anschreiben verfassen, einen Lebenslauf erstellen oder vorhandene Dokumente aktualisieren, die Bewerbungsunterlagen einreichen und das Ganze wird wiederholt, bis endlich ein Job gefunden ist. Die passive Jobsuche geht die Jobsuche allerdings von der anderen Seite aus an. Motto: Nicht selbst den Job finden, sondern vom Job gefunden werden. Klingt wie eine Traumvorstellung, ist allerdings eine durchaus realistische Option und hat gerade in den letzten Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Dennoch wird die passive Jobsuche noch nicht regelmäßig genutzt und viele Bewerber bleiben ausschließlich bei der aktiven Variante mit Recherche und Bewerbungsschreiben. Dabei bleibt allerdings das nicht zu unterschätzende Potenzial der passiven Jobsuche ungenutzt...

Passive Jobsuche Vorteile Nachteile Tipps Bewerbung Profil

Verschiedene Formen der passiven Jobsuche

Passive Jobsuche lässt sich in einem Kernpunkt zusammenfassen: Sie wollen die Aufmerksamkeit von Unternehmen bekommen, für Personaler sichtbar sein und so gefunden werden. Ziel dieser Strategie ist es, direkt von Unternehmen oder Personalern angesprochen zu werden und sich so zu positionieren, dass die eigene Qualifikationen und Eigenschaften für sich selbst sprechen.

Einfach ist dies in der Praxis in keinem Fall, doch es stehen verschiedene Möglichkeiten und Formen der passiven Jobsuche zur Verfügung. Welche die passende für Sie ist und für welche Sie sich entscheiden sollten, lässt sich allgemein nur schwer sagen. Die Vorgehensweise sollte immer an die eigene Situation angepasst werden - in der Regel empfiehlt sich allerdings eine Kombination verschiedener Formen der passiven Jobsuche.

  • Nutzen Sie Vitamin B

    Ein Netzwerk kann bei der passiven Jobsuche ein großer Vorteil sein. Ob nun Freunde, Familie oder berufliche Kontakte bei anderen Arbeitgebern - durch Vitamin B können Sie einem neuen Job ein gutes Stück näher kommen, ohne dafür aktiv zu suchen oder eine Bewerbung schreiben zu müssen.


  • Betreiben Sie einen eigenen Blog

    Ein eigenes Blog kann für Reichweite und Aufmerksamkeit sorgen. Dabei sollten Sie sich auf Themen konzentrieren, die für Ihre Branche relevant sind. Allerdings erfordert ein Blog regelmäßige Arbeit, da neue Beiträge erstellt werden müssen und es kann einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Reichweite groß genug ist, um von Personalern gefunden zu werden.


  • Werden Sie in den Social Media aktiv

    Accounts in den Social Media hat fast jeder, wirklich genutzt werden diese aber nur selten. Über ein paar private Posts kommen viele nicht hinaus und vergeben damit eine Chance der passiven Jobsuche. Gerade in beruflichen Netzwerken wie Xing oder Linkedin sollten Sie die sozialen Medien nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Nutzen Sie Ihr Profil, aber zeigen Sie sich auch in Gruppen oder Diskussionen zu passenden Bereichen.


  • Nutzen Sie Online-Profile

    Die inzwischen beliebteste Variante der passiven Jobsuche ist das Online-Profil. Dieses wird nicht mehr nur auf einer eigenen Bewerbungshomepage angelegt, sondern immer häufiger direkt bei Stellenbörsen hinterlegt. Wie genau das funktioniert, erklären wir weiter unten im Artikel.

Die passive Jobsuche ist eine Ergänzung, kein Ersatz

Passive Bewerbung Jobsuche ProfilAn dieser Stelle sei erwähnt: Egal, für welche Form der passiven Jobsuche Sie sich entscheiden und welche Variante zu Ihnen persönlich passt, es sollte niemals der einzige Weg sein, wie Sie einen neuen Job finden wollen. Oder anders formuliert: Die passive Jobsuche kann Ihre Bewerbungsphase ergänzen und neue Optionen bieten, sollte die klassische aktive Bewerbung aber nicht komplett ersetzen.

Erst in der Kombination entfalten aktive und passive Jobsuche die größtmöglichen Chancen. Richtig eingesetzt können die beiden Formen der Jobsuche sich sogar gegenseitig unterstützen und verstärken.

Durch Ihre passive Jobsuche im besten Fall mögliche Arbeitgeber direkt auf Sie aufmerksam werden, an die dann aktiv eine Bewerbung gerichtet wird. Auf der anderen Seite können Sie in Ihren Bewerbungsunterlagen auf Ihre Kanäle der passiven Jobsuche hinweisen und so Unternehmen zusätzliche Informationen liefern und sich von anderen Kandidaten abheben.

Passive Jobsuche: Ein Profil mit Lebenslauf

Stellenbörsen haben sich weiterentwickelt und bieten längst nicht mehr nur eine Datenbank mit möglichen offenen Positionen an, auf die Sie sich bewerben können. Diese Funktion gibt es natürlich immer noch, darüber hinaus bieten aber fast alle großen Jobportale auch eine Möglichkeit zur passiven Jobsuche an.

Dabei wird vom Jobsuchenden online ein Profil mit Lebenslauf erstellt. Insoweit ähnelt diese passive Jobsuche zunächst durchaus einer klassischen Bewerbung. Auch hier gilt: Ein lückenloser Lebenslauf ist Pflicht und je aussagekräftiger und überzeugender Ihr Profil ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Personaler auf Sie aufmerksam werden und tatsächlich auf Sie zugehen.

In Ihrem Profil geben Sie alle für mögliche Arbeitgeber wichtigen Informationen an. Qualifikationen, Stärken, Berufserfahrung, Branche... An dieser Stelle wird die Jobsuche allerdings umgedreht und entwickelt sich eher zu einer Kandidatensuche.

Nicht Sie machen sich auf die Suche nach geeigneten Stellenangeboten, sondern Personaler schauen sich die Profile und Lebensläufe an, um mögliche Bewerber ausfindig zu machen. Entsprechen Sie und Ihr Profil den Erwartungen und Vorstellungen eines Unternehmens, erhalten Sie eine Nachricht und können so bereits den ersten Kontakt herstellen und einen großen Schritt in Richtung neuer Job machen.

Die Vor- und Nachteile der passiven Jobsuche

Passive Jobsuche Vorteile Nachteile Bewerbung Profil Lebenslauf Tipps FormenDie passive Jobsuche hat es zwar noch nicht zum Standard unter Bewerbern geschafft, hat aber gerade in den letzten Jahren immer mehr Zuspruch erfahren - sowohl von Jobsuchenden als auch von Unternehmen. Dennoch wäre es eine einseitige Darstellung, wenn nur die diversen Pluspunkte aufgelistet würden. Denn wie alles im Leben hat auch die passive Jobsuche sowohl Vor- als auch Nachteile. Wir zeigen, wo die Pro und Contra Punkte liegen und worauf Sie achten müssen, um wirklich von einer passiven Jobsuche zu profitieren:

Die Vorteile der passiven Jobsuche:

  • Sie erreichen ungeahnte Arbeitgeber

    In der aktiven Jobsuche richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nur auf einen bestimmten Bereich. Niemand kann alle möglichen Arbeitgeber kennen. Durch eine passive Jobsuche erreichen Sie aber möglicherweise auch Unternehmen, die Sie bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatten.

  • Sie haben geringeren Aufwand

    Jobsuche und Bewerbungsphasen sind lang und vor allem anstrengend. Es kann sehr zeitintensiv sein, für viele Stellen die perfekten Bewerbungsunterlagen zu erstellen. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis kann bei einer passiven Jobsuche deutlich effizienter ausfallen. Sie brauchen nur einmal ein Profil erstellen und können damit zahlreiche Unternehmen ansprechen.

  • Sie gehen auf Unternehmen zu

    Zwar sind klassische Bewerbungen immer noch das wichtigste Mittel der Personalabteilungen, doch auch Unternehmen wissen zunehmend, dass passende Kandidaten auch auf anderem Weg zu finden sind. Das kann für Sie nur von Vorteil sein, da Sie auf verschiedenen Kanälen Aufmerksamkeit erregen und Ihre Chancen steigern.

Die Nachteile der passiven Jobsuche:

  • Sie dürfen nicht nur abwarten

    So verlockend es auch klingen mag, Sie dürfen sich nicht einfach nur entspannt zurücklehnen und darauf warten, dass irgendetwas passiert und der Traumjob vor der Tür steht. Bleiben Sie weiterhin am Ball, suchen Sie aktiv nach Stellen und Arbeitgebern und geben Sie sich nicht der Illusion hin, dass es schon von alleine funktionieren wird. Je mehr Sie tun, desto größer die Chance auf den ersehnten Job.

  • Sie können frustriert werden

    Auch in die passive Jobsuche fließt Arbeit, Zeit und natürlich Hoffnung. Bleibt der Erfolg dann aus, ist der Frust umso größer, da es scheinbar weder aktiv noch passiv mit der Jobsuche klappen will.

  • Sie müssen allgemein bleiben

    Eingereichte Bewerbungsunterlagen können bis ins kleinste Detail auf einen bestimmten Arbeitgeber zugeschnitten werden. Die passive Jobsuche bietet diese Möglichkeit nicht, stattdessen präsentieren Sie sich in einem allgemeineren Profil.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

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