Selbstvermarktung: Richtige Eigenwerbung!

Werbung kann manchmal ganz schön nerven, doch Unternehmen wissen, dass sie nötig ist, um erfolgreich zu sein und investieren teilweise Millionenbeträge, damit die eigenen Produkte sichtbar platziert werden. So sagte bereits Henry Ford Wer nicht wirbt, stirbt. und brachte damit die Relevanz des Themas in nur vier Worten perfekt auf den Punkt. Ein Prinzip, dass Sie in Form der Selbstvermarktung auch auf Ihre berufliche Situation übertragen sollten. Wer sich selbst richtig und erfolgreich vermarktet, erklimmt die Karriereleiter meist schneller als ein Kollege, der darauf setzt, dass gute Leistungen für sich selbst sprechen. Genau das tun sie nämlich nicht und im Zweifelsfall gehen die Lorbeeren an jemand anderen. Eigenwerbung fällt nicht jedem leicht, doch ohne Selbstvermarktung setzen Sie möglicherweise Ihren beruflichen Erfolg aufs Spiel…

Selbstvermarktung: Richtige Eigenwerbung!

Selbstvermarktung Definition: Werbung in eigener Sache

Selbstvermarktung Definition Erklärung Bewerbung Begriff Konzept StrategienArbeitnehmer, die sich bisher noch nicht mit der Selbstvermarktung beschäftigt haben, wissen anfangs oft nicht, was sie sich darunter vorstellen sollen. Eine häufige Definition der Selbstvermarktung ist die Übertragung von Erkenntnissen aus dem Produkt-Marketing auf die eigene Person. Oder anders ausgedrückt: Sie adaptieren Ideen, Strategien und Konzepte, die Unternehmen zu Werbezwecken einsetzen. Etwas platt ausgedrückt ist Selbstvermarktung damit nichts anderes als Werbung in eigener Sache.

Eine verbreitete Redewendung aus der Selbstvermarktung lautet Tue Gutes und rede darüber – wobei der Fokus auf dem zweiten Teil des Satzes liegt. Wer sich selbst erfolgreich vermarktet, erhöht damit die eigene Sichtbarkeit, schärft sein Profil und erhält größere Aufmerksamkeit von den richtigen Stellen. Chef, Entscheider, Vorstand… Durch Selbstvermarktung machen Sie Ihren Namen überall dort bekannt, wo über den weiteren Verlauf Ihrer Karriere bestimmt werden kann.

Die Selbstvermarktung verfolgt damit das gleiche Ziel, wie auch klassische Werbung im Fernsehen oder Internet. Denn was bringt das beste Produkt – das beim Eigenmarketing Sie selbst sind – wenn niemand davon weiß? Richtig, gar nichts! Erst mit der Aufmerksamkeit von außen kommt der Erfolg.

Ohne Selbstvermarktung verpuffen Leistungen und Erfolge

Selbstvermarktung Definition Beispiele Tipps Bewerbung Social MediaStellen Sie sich vor, Sie übernehmen ein großes und wichtiges Projekt, arbeiten tage- und wochenlang daran. Um die Deadline einhalten zu können, schieben Sie noch ein paar Überstunden ein, recherchieren nach Feierabend, ziehen wichtige Kontakte und Partner an Land. Am Ende ist der Kunde absolut begeistert, es ist ein voller Erfolg und Ihr Arbeitgeber profitiert nicht nur von den Folgeaufträgen, sondern hat sich auch einen Namen in der Branche machen können.

Dann kommt der Chef ins Büro und sagt Danke an das gesamte Team, das war wirklich eine super Leistung! Team? Sie haben doch 99,9 Prozent der Arbeit erledigt. Dabei geht es nicht um Egoismus oder darum, dass Sie Ihren Kollegen das Lob nicht gönnen. Es ist jedoch verständlich, dass Sie die Anerkennung für Ihre Erfolge ernten wollen.

Ohne Selbstvermarktung ist das jedoch kaum möglich. Ihr Chef guckt Ihnen vermutlich nicht ständig über die Schulter und führt auch kein Buch darüber, wer welchen Teil beigetragen hat. Wenn Sie nicht dafür sorgen, dass er es weiß, wird es auch kein anderer tun.

Die Redewendung Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr wird oft Wilhelm Busch zugeschrieben und passt haargenau. Zurückhaltung und Bescheidenheit bringen Sie im Job nicht weiter. Wer sich darauf verlässt, dass Erfolge für sich sprechen, ist selbst verlassen. Auch weil Kollegen ebenfalls Selbstvermarktung betreiben und sich damit in den Vordergrund drängen.

In diesen Bereichen kann die Selbstvermarktung Ihnen helfen

Selbstvermarktung sorgt dafür, dass Sie sich einen Namen machen können und Ihre Leistungen mit Ihnen in Verbindung gebracht werden. Das ist schön und gut, doch die wahren Effekte zeigen sich erst, wenn Sie auf Ihrer Selbstvermarktung aufbauen und berufliche Ziele verfolgen.

Gehaltserhöhungen und Beförderungen lassen sich beispielsweise viel besser verhandeln, wenn Sie sich im Vorfeld selbst gut vermarktet haben. Ihre Forderung nach einer besseren Bezahlung ist nur schwer durchzubringen, wenn Ihr Chef erst einmal nachsehen muss, was Sie überhaupt machen und welches Aufgabenfeld zu Ihnen gehört. Bessere Karten haben Sie, wenn Ihr Chef sich noch genau an Ihre letzten Erfolge erinnert und weiß, welche wichtigen Kunden Sie ins Unternehmen gebracht haben.

Im besten Fall müssen Sie nicht einmal mehr verhandeln, sondern werden durch die gute Selbstvermarktung bereits vom Chef für die nächste Beförderung ins Auge gefasst. Oder die Lohnerhöhung kommt von allein, weil der Arbeitgeber Ihre Leistungen zu schätzen weiß und Sie ans Unternehmen binden möchte.

Auch in der Jobsuche ist die Selbstvermarktung ein wichtiges Mittel. Bei einer Bewerbung machen Sie im Grunde nichts anderes, als sich selbst als Bestbesetzung für eine freie Stelle zu vermarkten. Sie präsentieren sich und Ihre Fähigkeiten und wollen – um im Bild des Marketings zu bleiben – den Personaler vom Kauf überzeugen.

Tipps für eine gelungene Selbstvermarktung

Manch ein Arbeitnehmer ist besser in der Selbstvermarktung als in seinem eigentlichen Job. Was an Fähigkeiten und Leistungen fehlt, wird durch blenden und Selbstdarstellung ausgeglichen. Auf der anderen Seite gibt es viele Mitarbeiter, denen die Selbstvermarktung deutlich schwerer fällt. Die Ergebnisse stimmen, Leistungen sind vorhanden, doch schien niemand Notiz davon zu nehmen.

Sollten Sie sich dazu zählen, haben wir einige Tipps für Sie zusammengefasst, die bei einer erfolgreichen Selbstvermarktung helfen können:

  • Sprechen Sie Meinungen und Ideen offen aus

    Selbstvermarktung kann schon durch scheinbar kleine Dinge erfolgen. Statt nur als ruhiger Zuhörer daneben zu sitzen, sollten Sie sich zu Wort melden, Input einbringen und Ihre Ansichten mit anderen teilen. Gute Vorschläge bringen das Unternehmen voran und bleiben dem Chef im Gedächtnis. Ein großer Vorteil: Wenn Sie diesen direkt im Meeting vortragen, besteht kein Zweifel daran, vom wem die Idee stammt.

  • Übernehmen Sie die Verantwortung

    Den Kopf einziehen und möglichst unsichtbar werden? Das ist oftmals der einfachere Weg, doch für die Selbstvermarktung genau das falsche Vorgehen. Wenn es wichtige Aufgaben zu erledigen gibt, sollten Sie die Verantwortung übernehmen und dies dem Chef deutlich sagen. Damit riskieren Sie zwar, dass etwas schief geht, doch wer nach oben will, muss Mut mitbringen.

  • Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen

    Für eine erfolgreiche Selbstvermarktung müssen Sie sich von der besten Seite präsentieren. Das klappt nur, wenn Sie wissen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. So können Sie einschätzen, in welchen Bereichen Sie sich besonders hervortun können und wo noch Potenzial besteht, um an sich selbst zu arbeiten.

  • Bieten Sie Ihre Hilfe an

    Interpretieren Sie Selbstvermarktung nicht falsch! Es geht nicht darum, die Ellenbogen auszufahren und es mit der Konkurrenz im Job zu übertreiben. Hilfsbereitschaft kann eine sehr effektive Methode der Selbstvermarktung sein, die bei fast allen Chefs gut ankommt. Lassen Sie das Team nicht im Regen stehen, sondern helfen Sie bei Problemen und Schwierigkeiten und springen Sie als Retter zur Seite.

  • Machen Sie Ihre Leistung nachvollziehbar

    Damit Ihr Chef wirklich von Ihren Erfolg erfährt, sollten Sie ihm diese nicht vorenthalten. Erstellen Sie beispielsweise Berichte über den Verlauf eines Projekts und präsentieren Sie diese beim nächsten Meeting. Eine gute Möglichkeit sind auch regelmäßige Rücksprachen über Ihre Aufgaben und Erfolge, bei denen Sie nach Feedback fragen. Alles vor dem Hintergrund: Tue Gutes und rede darüber!

  • Übertreiben Sie es nicht zu sehr

    Trotz der vielen Vorteile der Selbstvermarktung, sollten Sie einen Grundsatz nicht vergessen: Die Dosis macht das Gift. Wer es mit der Selbstvermarktung übertreibt, schadet sich selbst. Dem Chef zehnmal am Tag mit den eigenen Leistungen in den Ohren liegen? Besser nicht. Konzentrieren Sie sich lieber auf wenige, aber dafür aussagekräftige Erfolge. Außerdem gilt: Wer zum Zwecke der Selbstvermarktung lügt, um sich noch besser darzustellen, disqualifiziert sich selbst.

[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]
20. Juli 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!