Ideen teilen: Weniger Egoismus zahlt sich aus

Ideen sind ein wichtiger Motor in jedem Unternehmen und auch in jedem Team. Entscheidend für den Erfolg eines Vorschlags ist jedoch, wie mit diesem umgegangen wird. Leider zeigt sich dabei in vielen Gruppen, dass der Gedanke der Zusammenarbeit auch gerne einmal ausgesetzt wird. Bei Ideen sind die meisten eben doch Egoisten, die nicht teilen wollen. Genau das ist jedoch ein Fehler, denn wer seine Ideen teilt, kann gleich mehrfach davon profitieren…

Ideen teilen: Weniger Egoismus zahlt sich aus

Warum werden Ideen nicht immer geteilt?

Immer wieder wird in jedem Unternehmen der Teamgeist gepredigt. Man setzt gemeinsame Ziele, arbeitet zusammen an Projekten und versucht eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der aus Kollegen auch Freunde werden können, die sich gut untereinander verstehen. In einem solchen Umfeld sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Ideen auch mit den Kollegen geteilt werden.

In der Praxis sieht das ganz anders aus. Selbst in Teams, die gut miteinander auskommen, sowohl menschlich als auch beruflich, neigen viele Mitarbeiter dazu, Ideen lieber für sich zu behalten, als diese publik zu machen. Dabei spielen meistens drei Gründe eine besonders große Rolle.

  • Wir fürchten die Kritik. Eine Idee vorzubringen bedeutet immer auch, diese den Meinungen und Ansichten der Kollegen und des Chefs auszusetzen. Das kann viel positives Feedback bringen und das Selbstbewusstsein stärken, doch der Versuch kann auch nach hinten losgehen. Sind die anderen weit weniger als man selbst vom eigenen Vorschlag angetan, kann es Kritik geben, die man vielleicht gar nicht hören möchte.
  • Wir wollen die Anerkennung. Teilt man eine Idee mit den Kollegen, gehen viele automatisch davon aus, dass diese sich den Gedanken unter den Nagel reißen und als eigenen Vorschlag ausgeben werden. Besonders wer bereits einmal schlechte Erfahrungen in dieser Richtung gemach hat, wird in Zukunft zwei mal nachdenken, wem er sich anvertraut – oder ob er es gleich für sich behält.
  • Wir wollen es alleine schaffen. Die meisten Menschen haben besonders große Ambitionen, was die eigenen Ideen angeht. Es ist das eigene Ziel und Vorhaben, was besonders antreibt. Dieser Ehrgeiz kann so groß sein, dass man sich nicht auf die Hilfe von anderen verlassen möchte. Vielmehr will man allen zeigen, dass man es ganz allein geschafft hat, von der Idee bis hin zur Umsetzung.

Ideen teilen kann sich gleich mehrfach lohnen

Sicherlich ist den meisten bereits einmal der Gedanke gekommen, ob es wirklich richtig ist, die eigene Idee mit den Kollegen zu teilen. Manchmal fehlt auch einfach der Glaube an den eigenen Entwurf und man befürchtet, die Ideen der anderen könnten allesamt besser sein. Doch selbst wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, spricht trotzdem einiges dafür, seine Vorschläge immer mit den Kollegen zu teilen. Frei nach dem Motto Vier Augen sehen mehr als zwei gilt entsprechend auch Viele Denkapparate erkennen mehr als einer und es bringt verschiedene Vorteile, die eigenen Ideen zu teilen.

  1. Mögliche Fehler werden erkannt

    Hinter jeder Idee kann auch das ein oder andere Problem stecken. Dies ist besonders gemein, da man selbst diese kleinen Fehler oft nicht erkennt. Zu überzeugt ist man vom eigenen Einfall. Die Idee eines anderen betrachtet man hingegen mit mehr Distanz und weniger emotional. So können einige Fehler vielleicht bereits behoben werden, bevor es an die eigentliche Umsetzung geht.

  2. Ansätze können erweitert werden

    Ideen weisen am Anfang zwar in eine bestimmte Richtung, doch sind die wenigsten bereits vollkommen ausgereift. Möglicherweise kann noch etwas verbessert oder geändert werden, auf das man selbst nicht gekommen wäre. Die Kollegen denken in eine völlig neue Richtung und bringen wichtigen Input, die aus einer guten Idee ein tatsächlich erfolgsversprechendes Konzept machen kann.

  3. Zusätzliches Vertrauen wird aufgebaut

    Einem Kollegen von den eigenen Plänen zu erzählen ist ein großer Vertrauensbeweis, der für die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt sein kann. Haben Kollegen das Gefühl, jeder würde nur an das eigene Wohl denken – im Notfall auch auf Kosten der anderen – ist an eine gute Zusammenarbeit nicht mehr zu denken.

  4. Man entwickelt sich selbst weiter

    Es ist nicht ganz einfach, doch kann es für die eigene Persönlichkeit sehr wichtig sein, Ideen zur Debatte zu stellen. Nur so kann man erfahren, was das Umfeld von der eigenen Meinung hält und gleichzeitig lernt man, für seine Ansichten einzustehen, wenn jemand anderer Meinung ist.

[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]
2. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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