Konkurrenz gibt es immer und überall, egal in welcher Phase des Lebens Sie sich gerade befinden. In der Schule versuchen wir bessere Noten zu schreiben als unsere Freunde, im Sport wollen wir schneller rennen, höher springen oder weiter werfen und im Berufsleben vergleichen wir uns mit Kollegen oder Konkurrenzunternehmen, wollen es weiter nach oben schaffen und mehr Geld verdienen. Schon der Volksmund weiß: Konkurrenz belebt das Geschäft. Doch leider wird sich zu oft auf die negativen Seiten konzentriert. Das ewige Messen führt zu Stress, schlechter Laune und Feindschaften. Das trifft allerdings nur zu, wenn mit der Konkurrenz gänzlich falsch umgegangen wird, ansonsten überwiegen deutlich die Vorteile. Warum Konkurrenz Sie weiterbringt...

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Konkurrenz: Warum sehen wir uns ständig im Wettbewerb?

Aus der allgegenwärtigen Konkurrenzgesellschaft scheint es keinen Ausweg zu geben. Ist es am Ende nicht vollkommen gleich, was wir tun - mit irgendjemandem stehen wir immer in direkter oder indirekter Konkurrenz. Selbst vollkommene Neuerungen werden immer an irgendwelchen Maßstäben gemessen und Vergleiche werden immer angestellt, auch dann noch, wenn für diese ein größerer Bogen gespannt werden muss.

Gegen den Vergleich von außen lässt sich dabei tatsächlich kaum etwas tun. Es liegt schlicht nicht in Ihrer Hand, ob Ihr Chef Sie mit den Kollegen vergleicht und auch nicht, ob Ihr Büronachbar das Gefühl hat, Sie ständig übertrumpfen zu müssen, um einen guten Eindruck zu machen oder dem eigenen Ego zu schmeicheln. Sehr wohl möglich wäre es jedoch, das eigene Konkurrenzdenken zurückzuschrauben.

Warum immer alles als Wettstreit sehen? Wieso immer besser sein wollen? Weshalb nicht nur auf die eigene Person konzentrieren? Klingt einleuchtend und simpel, ist allerdings nur sehr schwer umzusetzen. Der Grund: Konkurrenz ist tief im menschlichen Denken und Handeln verankert.

Durch die ständigen Vergleiche und Konkurrenzsituationen findet der Mensch seine soziale Position und orientiert sich in seinem Umfeld. Wir wollen ständig alles verstehen und einordnen und das gleiche gilt für die eigene Rolle. Durch Konkurrenz lernen wir zu begreifen, wo wir stehen und worin sich andere - positiv wie negativ - von der eigenen Person unterscheiden.

Auch wenn es manchmal anstrengend ist und die Nerven strapaziert, ist Konkurrenz also durchaus nützlich und zum Teil sogar notwendig. Entscheidend ist lediglich, wie Sie mit dem Wettbewerb umgehen.

Konkurrenz: Neid ist der falsche Ansatz

Wie kann Konkurrenz das Geschäft beleben und gleichzeitig für Stress und Frustration sorgen? Ganz einfach: Es kommt darauf an, mit welcher Einstellung Sie an die Konkurrenz herangehen. Soll heißen: Wenn Sie es sportlich nehmen, werden Sie sicherlich von Mitstreitern profitieren, wer es mit dem Konkurrenzdenken aber übertreibt und sich auf Neid versteift, sorgt so selbst dafür, dass aus gesunder Konkurrenz ein anstrengender Machtkampf wird.

Sollte Ihnen der richtige Umgang mit Konkurrenz bisher noch schwer fallen, sollten Sie versuchen, diesen zu erlernen. Um den Neid zu überwinden, benötigen Sie in erster Linie...

  • Selbstreflexion

    Natürlich bedeutet Konkurrenz immer den Vergleich mit jemand anderem. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie deswegen auf Selbstreflexion verzichten sollten. Ganz im Gegenteil. Um die Unterschiede zwischen sich und einem Mitstreiter zu erkennen und auch zu verstehen, ist ein vollständiges Bild der eigenen Person unerlässlich.

  • Offenheit

    Um von Konkurrenz zu profitieren, sollten Sie immer auch bereit sein, etwas zu verändern. Um das obige Beispiel der Schulzeit noch einmal aufzugreifen: Wenn Ihr Freund mit einer anderen Lernmethode dauerhaft bessere Noten schreibt, sollten Sie überlegen, ob Ihre Lerntechnik möglicherweise nicht optimal ist.

  • Ehrlichkeit

    Eine ehrliche Einschätzung ist für die Beurteilung der Konkurrenz grundsätzlich notwendig. Ein Kollege liefert ein besseres Ergebnis als Sie? Schieben Sie es nicht auf den Zufall, sondern beurteilen Sie ehrlich, welche Gründe dahinter stehen.

Durch den richtigen Umgang mit Konkurrenz öffnen Sie sich viele Möglichkeiten, denn es gibt einige gute Gründe, warum Sie von Konkurrenz profitieren.

Warum Sie von Konkurrenz profitieren

Egal welche Perspektive Sie einnehmen: Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Selbstständige oder Privatpersonen abseits vom beruflichen Kontext haben alle gleichermaßen mit Konkurrenz zu tun - entweder tatsächlich oder doch zumindest in den eigenen Gedanken.

Da Sie die Konkurrenz also ohnehin nicht verhindern können, sollten Sie es sich zum Ziel machen, ein bestmögliches Ergebnis aus der Situation zu erzielen. Dafür ist es jedoch wichtig zu verstehen, auf welchen Wegen Sie von Konkurrenten profitieren können. Diese Gründe zeigen Ihnen, warum Konkurrenz wirklich gut für Sie ist:

  1. Konkurrenz weist auf Schwachstellen hin

    Der Vergleich mit seinen Mitstreitern ist immer auch ein guter Maßstab für die eigene Performance. Konkurrenz zeigt aber nicht nur unsere Stärken, sondern insbesondere auch die Schwachstellen. Das ist aber durchaus hilfreich, denn auf diese Weise ermöglicht Konkurrenz auch die persönliche Entwicklung.

    Es ist gut zu wissen, in welchen Bereichen ungenutztes Potenzial besteht und wo andere besser abschneiden als man selbst. Dies gelingt allerdings nur, wenn Sie bereit sind, den Erfolg anderer zu akzeptieren und von Ihren Konkurrenten zu lernen.


  2. Konkurrenz steigert Ihr Selbstwertgefühl

    Egal ob in der Schule, im Sport oder vielleicht im Bewerbungsverfahren: Wer sich gegen einen Mitstreiter durchsetzt, erhält ganz automatisch einen Schub für sein Selbstwertgefühl. Immerhin gab es den direkten Beweis, dass wir etwas besser gemacht haben, als ein anderer.

    Auf der Kehrseite bedeutet das natürlich auch, dass es ein Rückschlag sein kann, von einem Konkurrenten besiegt zu werden. Wer sich dann seine Fehler eingesteht und diese beim nächsten Mal vermeidet, kann sich trotzdem weiterentwickeln.


  3. Konkurrenz offenbart Alleinstellungsmerkmale

    In der breiten Masse untergehen und genau das machen, was auch alle anderen tun? Nicht gerade erfolgsversprechend. Doch auch hier können Ihnen die Mitstreiter - wenn auch unfreiwillig - behilflich sein. Gerade für den Erfolg eines Unternehmens, aber auch als Selbstständiger oder als Bewerber ist es entscheidend, sich von anderen abzuheben.

    Schauen Sie daher auf die Konkurrenz: Was macht diese und was können Sie besser oder anders machen? Mit einer solchen Analyse der Konkurrenz können Sie eine eigene Position entwickeln, anstatt nur mit dem Strom zu schwimmen.


  4. Konkurrenz lenkt den Blick auf das Wesentliche

    Ohne die nötige Konkurrenz ist es leicht, den Blick schweifen zu lassen, die Konzentration zu vernachlässigen und die Dinge mehr schlecht als recht dahinfließen zu lassen. Haben Sie hingegen die Konkurrenz im Nacken, wird Ihre Motivation dauerhaft hoch sein, um Ihren Vorsprung zu behalten.

    Konkurrenz fungiert also als eine Art Motor, der Ihre Leistungen antreibt, um nicht abgehängt zu werden. Niemand möchte sich schließlich eingestehen müssen, dass die anderen ständig besser sind als man selbst. Das lässt sich mit dem eigenen Ego kaum vereinbaren, also wird geackert, um die Konkurrenz in den Schatten zu stellen.


  5. Konkurrenz gibt uns die Möglichkeit zu glänzen

    Was wären die besten Leistungen der Welt wert, wenn es keine Konkurrenz gäbe? Wie viel Ruhm würde ein Weltmeistertitel bringen, wenn es nicht einen Rivalen um den Titel gegeben hätte? Erst Ihre Konkurrenten machen es also möglich, dass Sie wirklich erfolgreich sein können.

    Ohne jegliche Mitstreiter hätten Sie keine Chance zu glänzen und würden auch noch jeden Ansporn verlieren, überhaupt eine gute Leistung erbringen zu wollen. Erst die Konkurrenz treibt zu Höchstleistungen an und lässt Sie über sich hinauswachsen- bekanntlich ist es das beste Mittel, sich an die Fersen eines starken Konkurrenten zu hängen, um selbst das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Vorsicht bei zu viel Konkurrenz

Trotz der Vorteile von Konkurrenz und dem unbestreitbaren Nutzen von Kontrahenten und Wettbewerbern sollten Sie es mit der Konkurrenz aber nicht übertreiben. Das bedeutet nicht, dass Sie sich vor der Konkurrenz verstecken sollen oder jedem möglichen Zweikampf aus dem Weg gehen müssen, doch ist es sinnvoll, Konkurrenz nicht zu einem Dauerzustand werden zu lassen, der Ihr gesamtes Leben bestimmt.

Ab einem gewissen Punkt wird Konkurrenz zunehmend schädlich und auch die anfänglichen Vorteile werden schwächer. Es gibt mehrere Anzeichen, dass die Konkurrenz um Sie herum zu viel wird:

  • Sie denken rund um die Uhr an die Konkurrenzsituation.
  • Sie vergleichen sich in jeder Lebenslage mit anderen.
  • Sie haben Angst, nicht gut genug zu sein oder mithalten zu können.
  • Sie entwickeln Abneigung gegenüber Konkurrenten - selbst bei Freunden und Kollegen.
  • Sie haben starke Selbstzweifel, wenn Sie nur an die Konkurrenz denken.

Eine scheinbar übermächtige und allgegenwärtige Konkurrenz kann schnell zu einer großen psychischen Belastung werden. Dies lässt sich beispielsweise immer wieder an Universitäten beobachten, wo viele Studenten bereits zu Studienzeiten nicht mit der Konkurrenz umgehen können.

Hunderte Kommilitonen allein an der eigenen Universität, unzählige in ganz Deutschland, die spätestens beim Berufseinstieg um die gleichen begehrten Arbeitsplätze kämpfen. Schon der Gedanke daran versetzt einige Studenten in Panik. Das Problem: Es ist fast unmöglich, sich der Konkurrenz komplett zu entziehen.

Gegen zu viel Konkurrenz hilft vor allem ein starkes Selbstbewusstsein. Je mehr Sie in sich selbst ruhen und von Ihren Fähigkeiten überzeugt sind, desto leichter wird es fallen, die Konkurrenz nicht als persönliche Bedrohung zu sehen.

[Bildnachweis: Dima Sobko by Shutterstock.com]

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