Aus gutem Grund heißt es im Berufsleben oft: Niemand ist unersetzlich. Positionen werden regelmäßig neu besetzt, die Fluktuation in vielen Unternehmen ist sehr hoch und von vollkommener Jobsicherheit kann fast nirgendwo die Rede sein. Manchmal kommt die Bedrohung dabei von außerhalb durch neu eingestellte Mitarbeiter. Häufig sind es aber die eigenen Büronachbarn und Kollegen, die am Stuhl sägen und sich dadurch eine bessere Position erarbeiten wollen - wohlgemerkt auf Ihre Kosten. Natürlich gehört Konkurrenz im Job dazu und hat sogar einige Vorteile, doch wird am Stuhl eines Kollegen gesägt, wird dabei meist viel tiefer in die Trickkiste gegriffen, um den anderen auszubooten. Sich dagegen zu wehren und durchzusetzen ist nicht ganz leicht, aber wenn Sie denken Mein Kollege sägt an meinem Stuhl, liegt es an Ihnen, Ihre Position zu sichern und sich nicht einfach verdrängen zu lassen...

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Wer sägt am Stuhl von Kollegen?

Am Stuhl sägen - das klingt ungemein negativ und ist in vielen Fällen auch so zu verstehen. Die Redewendung bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch, dass viel dafür getan wird, eine andere Person von seiner Position oder gar aus dem gesamten Unternehmen zu drängen. Dahinter steht fast immer Eigennutz. Motto: Ist der Kollege erst einmal aus dem Weg, ist die Bahn frei für die eigene Karriere.

So sind es ganz klassisch Stellvertreter oder Vize-Positionen, die am Stuhl der Erstbesetzung sägen. Das scheint verständlich, schließlich ist es der logische Weg nach oben auf der Karriereleiter, vom Vertreter zur Hauptträger einer Position aufzusteigen. Wer nun aber glaubt, der eigene Stuhl sei sicher und von Kollegen unangreifbar, weil er keinen Stellvertreter hat, der ihn recht einfach ersetzen könnte, geht einem gefährlichen Irrtum auf den Leim.

Ein wenig zugespitzt könnte man sagen: Fast jeder sägt ständig und überall an irgendeinem Stuhl. Vermutlich gilt dies auch für Sie Es ist ein Vorgang, der im Berufsleben dazu gehört. Allerdings kann dies nicht immer gleichgesetzt werden, da es deutliche Unterschiede gibt.

Auf der einen Seite gibt es die altbekannte Konkurrenz, der sich im Beruf niemand entziehen kann. Schon gute Leistungen sind also eine Form, am Stuhl eines Kollegen zu sägen. Immerhin empfehlen Sie sich damit dauerhaft für eine höhere Position oder mehr Verantwortung, die aktuell noch von jemand anderem getragen wird. Wer sagt: Mein Kollege sägt an meinem Stuhl..., meint damit aber in der Regel etwas anderes.

Hier geht es um Intrigen, um das systematische und vor allem absichtliche Absägen eines Kollegen. Und wenn es darum geht, diesen Plan umzusetzen, greifen Arbeitnehmer zu verschiedenen Strategien und Vorgehensweisen.

Die Strategien, um am Stuhl eines Kollegen zu sägen

Es gibt verschiedene Wege, mit denen der Stuhl eines Kollegen ins Wanken gebracht werden kann. Sie alle können wirkungsvoll sein und werden häufig kombiniert und gemeinsam eingesetzt, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen. Die häufigsten sind:

  • Es werden negative Gerüchte gestreut.
  • Aufgaben, Projekte oder Verantwortungen werden Stück für Stück übernommen.
  • Der Kollege wird in ein schlechtes Licht gestellt.
  • Es wird sich mit dem Chef besonders gut gestellt.
  • Informationen werden nicht weitergegeben.
  • Ergebnisse werden sabotiert.

Um am Stuhl des anderen zu sägen gehen einige so weit, dass hauptsächlich nur noch gegeneinander gearbeitet wird. Alles richtet sich nur noch daran aus, dem Kollegen das Leben so schwer wie möglich zu machen, diesen auszustechen und sich gleichzeitig selbst zu präsentieren. Sollte an Ihrem Stuhl gesägt werden, ist der erste wichtige und notwendige Schritt, die Erkenntnis, was gerade um Sie herum passiert.

Bleiben Sie in jedem Fall aufmerksam und ruhen Sie sich nicht in der scheinbaren Sicherheit Ihrer Position aus. Selbst wenn Sie schon einige Jahre in Ihrem Job sind und bisher immer glücklich und zufrieden waren - ebenso wie Ihr Chef mit Ihren bisherigen Leistungen - sind Sie nicht davor gefeit, dass ein Kollege Sie und Ihren Posten zur Zielscheibe erklärt und daran arbeitet, Sie abzusägen.

Was tun, wenn ein Kollege am Stuhl sägt?

Die gute Nachricht: Sie sind der Situation nicht hilflos ausgeliefert, wenn ein Kollege versucht, an Ihrem Stuhl zu sägen. Wer es übertreibt und beispielsweise versucht, durch Mobbing oder andere Maßnahmen einen Kollegen oder sogar den Chef aus dem Unternehmen zu drücken, riskiert eine Abmahnung oder auch eine Kündigung.

Doch auch wenn subtiler agiert wird und Sie nicht wirklich nachweisen können, dass ein Kollege sich Ihnen gegenüber böswillig verhält und Sie absägen will, können Sie etwas dagegen tun. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, Ihren Stuhl zu sichern - auch wenn jemand versucht, Sie von genau diesem zu verdrängen.

  • Werden Sie aktiv

    Der erste Tipp klingt nach einer Binsenweisheit, die selbstverständlich sein sollte - die Praxis zeigt aber immer wieder, dass es das nicht ist. Wenn Sie merken, dass ein Kollege an Ihrem Stuhl sägt, sollte die Zeit des Wartens vorbei sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich die Situation nicht von alleine bessern und der Kollege wird nicht plötzlich zu der Erkenntnis gelangen, dass er Sie doch nicht loswerden will, um an Ihren Job zu kommen.

    Passivität ist somit der falsche Weg, um Ihren Stuhl zu sichern. Überlegen Sie sich von Anfang an, wie Sie sich zur Wehr setzen können und welche Optionen Ihnen zur Verfügung stehen, um zu zeigen, dass Sie sich nicht einfach so aus Ihrem Job drängen lassen.


  • Bauen Sie ein Netzwerk an wichtigen Personen auf

    Kollegen können zwar an Ihrem Stuhl sägen und versuchen, diesen ins Wanken zu bringen - letztlich umschmeißen kann Sie jedoch nur der Vorgesetzte, der die Personalentscheidungen trifft. Genau deshalb versuchen viele den Chef auf ihre Seite zu bringen, wenn jemand abgesägt werden soll.

    Für Sie bedeutet das: Gerade jetzt ist es umso wichtiger, dass Sie ein Netzwerk mit den richtigen Personen aufbauen. Dies kann Sie vor so manchem Versuch schützen, Sie in Ungnade zu bringen. Dabei sollen Sie nicht schleimen oder sich aufdringlich in den Vordergrund spielen, aber wenn der Chef Sie, Ihre Fähigkeiten und Ihren guten Ruf kennt, wird er keinen Anlass sehen, Ihre Position zu überdenken.


  • Überzeugen Sie durch Leistung

    Der vielleicht wichtigste Tipp: Solange Sie beständig durch Ihre Leistungen überzeugen, können Kollegen so viel sägen wie sie wollen. Für viele Vorgesetzte zählt vor allem die Performance, die ein Mitarbeiter bringt. Können Sie damit überzeugen, geben Sie den Kollegen kaum eine Chance, Sie zu verdrängen oder auch nur Zweifel an Ihrer Eignung für die Stelle zu streuen.


  • Bieten Sie wenig Angriffsfläche

    Gleichzeitig bedeutet der obige Punkt aber auch, dass Sie in Zeiten, in denen an Ihrem Stuhl gesägt wird, umso stärker darauf achten sollten, keine Fehler zu machen, die eine Angriffsfläche bieten könnten. Der Kollege, der auf Ihren Job scharf ist, wartet nur darauf und wird sicherlich dafür sorgen, dass auch der Chef nicht vergisst, dass Sie etwas verbockt haben.

    Trotzdem sind Fehler menschlich und können jederzeit passieren. Sollte es ausgerechnet jetzt dazu kommen, sollten Sie diesen durch Eigeninitiative wieder ausbügeln und dem Chef das zufriedenstellende Endergebnis präsentieren. Das stärkt Ihre Position.


  • Sprechen Sie Intrigen offen an

    Viele Intrigen leben davon, dass sie möglichst unauffällig ablaufen. Es sole hinter den Kulissen Manipulation stattfinden, bis der gewünschte Effekt eintritt. Um dies zu verhindern, sollten Sie das Thema ganz offen ansprechen. Haben Sie mitbekommen, dass ein Kollege an Ihrem Stuhl sägt, Sie schlecht redet oder sogar Ihre Arbeit manipuliert, suchen Sie den Dialog und sprechen Sie an, dass Ihnen nicht entgeht, was gerade vor sich geht.

    Dies wirkt auf viele abschreckend, da sie gerade nicht die offene Konfrontation, sondern den Weg hintenherum suchen, um an ihr Ziel zu gelangen. Wer sich ertappt fühlt und Angst hat, bloßgestellt zu werden, lässt eher von seinem Vorhaben ab.


  • Schauen Sie sich nach Alternativen um

    Dies sollte nur der letzte Ausweg sein, doch ist es nie verkehrt, einen Plan B in der Hinterhand zu haben. Gerade wenn Sie merken, dass der Kollege mit seinen Bemühungen Erfolg zu haben scheint und der Chef sich davon beeinflussen lässt, kann Ihre Position tatsächlich in Gefahr sein. Das ist zweifellos nicht fair und gute Vorgesetzte erkennen solche Machtspielchen und Intrigen, aber dennoch klappt es noch sehr häufig, am Stuhl eines Kollegen zu sägen, bis dieser einen schweren Stand hat.

    Wenn Sie dann vorbereitet sind, brauchen Sie dem alten Job auch keine Träne nachweinen. Ein Arbeitsumfeld, indem die Kollegen gegeneinander arbeiten und der Chef auf Tricks reinfällt oder auf Gerüchte hört, ist ohnehin nicht der Ort, an dem Sie Karriere machen sollten.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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