Was bedeutet „am Stuhl sägen“?
Die Redewendung „am Stuhl (eines anderen) sägen“ bedeutet, dass jemand gezielt versucht, die Position, den Einfluss oder die Autorität einer anderen Person zu untergraben. Meist geschieht das indirekt, etwa durch häufige Kritik, Intrigen oder das Streuen von negativen Gerüchten, um den Ruf der betroffenen Person zu beschädigen und diese aus ihrer Stellung zu verdrängen.
Methoden: Wie wird am Stuhl gesägt?
Um umgangssprachlich am Stuhl eines Kollegen zu sägen, gibt es zahlreiche fiese Methoden. Zu den häufigsten Strategien, um Kollegen abzusägen, gehören:
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Gerüchte
Die Täter verbreiten negative Gerüchte, um den guten Ruf und die Reputation ihres Opfers zu untergraben oder gar zu zerstören. Meist zielen diese auf dessen Kompetenz oder Verfehlungen im Privatleben – oder beides.
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Sabotage
Die Ergebnisse werden gezielt sabotiert, Fehler eingebaut, Informationen zurückgehalten oder Daten und Termine absichtlich falsch weitergegeben.
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Mobbing
Auch Mobbing gehört zu den bösartigen Strategien, mit denen Kollegen mürbe gemacht und zur Kündigung gedrängt werden.
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Verdrängung
Wichtige Aufgaben, Projekte und Verantwortung werden Betroffenen gezielt entzogen, um sie kaltzustellen. Das sogenannte Silent Sidelining wird vor allem von Chefs genutzt, um unliebsame Mitarbeiter loszuwerden oder zu verdrängen.
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Schleimerei
Jedoch beim Chef. Wer sich mit der Führungskraft gutstellt, ist danach in bester Position, um andere beim Chef anzuschwärzen und so deren Stühle abzusägen.
Alle diese Strategien verbindet: Sie sind toxisch! Die Kollegen arbeiten nicht mehr miteinander, sondern gegeneinander. Teamwork und Ergebnisse verkommen zur Nebensache. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, betroffenen Kollegen das Leben möglichst schwer zu machen, um sich selbst besser zu positionieren und zu profilieren.
Warum sägen Kollegen am Stuhl anderer Kollegen?
Kollegen sägen am Stuhl anderer oftmals aus einer Mischung persönlicher und struktureller Motive. Häufig spielt Konkurrenzdenken eine zentrale Rolle, etwa wenn es um Beförderungen, Anerkennung oder sichere Positionen geht und jemand glaubt, sich nur durch das Schwächen anderer Vorteile zu verschaffen. Auch Unsicherheit und Angst vor dem eigenen Bedeutungsverlust können dazu führen, dass Mitarbeiter andere schlechtmachen, um selbst stabiler zu wirken. Neid auf Leistungen, Fähigkeiten oder Beliebtheit oder das gute Aussehen (bei Frauen) ist ein weiterer häufiger Auslöser. In manchen Fällen steckt auch ein Bedürfnis nach Macht oder Kontrolle dahinter, besonders in hierarchischen oder angespannten Arbeitsumfeldern. Zusätzlich begünstigen eine schlechte Unternehmenskultur, mangelnde Transparenz oder unklare Verantwortlichkeiten solches Verhalten, weil sie Misstrauen und verdeckte Konflikte fördern.
Was tun, wenn ein Kollege an meinem Stuhl sägt?
Der erste Schritt: Erkennen Sie frühzeitig, was um Sie herum passiert! Bleiben Sie aufmerksam und ruhen Sie sich nicht in der scheinbaren Sicherheit Ihrer Position aus. Selbst nach einigen Jahren im Job, in denen Sie und Ihr Chef stets zufrieden waren, sind Sie nicht davor gefeit, dass ein Kollege Sie und Ihren Posten plötzlich zur Zielscheibe erklärt. Sie sind der Intrige allerdings auch nicht hilflos ausgeliefert. Um Ihren Stuhl zu sichern, empfehlen wir folgende Gegenstrategien:
1. Werden Sie aktiv
Nichts tun und aussitzen, ist definitiv keine gute Idee! Wenn Sie merken, dass ein Kollege an Ihrem Stuhl sägt, müssen Sie handeln. Erwarten Sie nicht, dass sich die Situation von allein verbessert oder der Kollege von sich aus aufhört. Er oder sie verfolgt mit dem Stuhlbeinsägen ein klares Ziel: Er oder sie will Sie verdrängen, beschädigen oder loswerden! Das endet erst, wenn das Ziel erreicht ist. Deshalb müssen Sie aktiv werden und sich passende Abwehrstrategien überlegen und umsetzen. Das zeigt überdies, dass Sie sich das weder gefallen lassen, noch den Posten aufgeben, sondern wehrhaft sind.
2. Stärken Sie Ihr Netzwerk
Kollegen können an Ihrem Stuhl sägen und diesen wackeln lassen – umschmeißen kann Sie jedoch nur der Vorgesetzte oder die Personalabteilung. Umso wichtiger ist jetzt ein solides Netzwerk mit den richtigen Verbündeten, die Ihnen den Rücken stärken – auch gegenüber dem Chef. Werden Sie weiterhin von der Mehrheit der Kollegen geschätzt, respektiert und als Leistungsträger anerkannt, laufen solche Intrigen irgendwann ins Leere. Wichtig ist allerdings auch, dass Sie die Verbindung zum Chef aufrechterhalten und für einen guten Draht sorgen – ohne zu schleimen. Sorgen Sie dafür, sichtbar zu bleiben, sowie Ihre Position und Ihren Mehrwert für das Unternehmen deutlich zu machen.
3. Überzeugen Sie durch Leistung
Der vielleicht wichtigste Tipp: Solange Sie beständig durch gute Leistungen überzeugen, können andere Mitarbeiter so viel sägen, wie sie wollen. Für Vorgesetzte zählt letztlich die Performance. Können Sie weiterhin damit punkten, geben Sie fiesen Kollegen keine Chance, Sie zu verdrängen oder Zweifel an Ihrer Eignung zu streuen. Melden Sie hierfür zum Beispiel regelmäßig Projektfortschritte, engagieren Sie sich in Meetings und unterstützen Sie andere Kollegen bei Ihrer Arbeit.
4. Bieten Sie wenig Angriffsfläche
Gerade wenn man an Ihrem Stuhl sägt, sollten Sie Fehler umso stärker vermeiden. Jede Angriffsfläche, die Sie bieten, wird garantiert ausgenutzt. Die toxischen Kollegen werden dafür sorgen, dass der Chef Ihre Patzer mitbekommt und diese so schnell nicht vergisst. Geht trotzdem etwas schief, sind ebenfalls wieder Ihre Eigeninitiative und Problemlösungskompetenz entscheidend: Übernehmen Sie die Verantwortung und bügeln Sie den Fehler umgehend aus. Das stärkt Ihre Position.
5. Sprechen Sie Intrigen offen an
Viele Intrigen leben davon, dass sie unauffällig und im Verborgenen ablaufen. Manipulation hinter den Kulissen ist besonders effektiv. Verhindern können Sie das, indem Sie das Verhalten offen und direkt ansprechen. Falls ein Kollege schlecht über Sie redet – und Sie das mitbekommen –, sprechen Sie ihn direkt darauf an. Konfrontieren Sie ihn mit seinem Verhalten, fragen Sie nach den Gründen und verlangen Sie, dass er oder sie das Verhalten abstellt. Ziel ist zunächst nicht die offene Konfrontation, sondern ein klärendes 4-Augen-Gespräch. Sollte das nicht wirken, können Sie immer noch Ihre Führungskraft, den Betriebsrat oder die Personalabteilung einschalten. Heckenschützen sind feige und geben deshalb meist auf, wenn sie sich ertappt fühlen oder selbst Konsequenzen fürchten müssen.
6. Schauen Sie sich nach Alternativen um
Als letzter Ausweg und Plan B in der Hinterhand bleibt Ihnen immer als ultima ratio: die Eigenkündigung. Können Kollegen erfolgreich an Ihrem Stuhl sägen und der Chef toleriert das, spricht das gegen den Arbeitgeber und die Unternehmenskultur. Fragen Sie sich: „Will ich meine Zeit und Energie weiterhin mit solchen Machtspielchen verbringen?“ Falls nicht, wird es Zeit für einen Jobwechsel – aus einer Position der Stärke! Dem alten Arbeitsplatz brauchen Sie dann keine Träne nachweinen: Ein Arbeitsumfeld, in dem Kollegen gegeneinander arbeiten und der Chef auf Tricks oder Gerüchte hereinfällt, ist nicht der Ort, an dem Sie Karriere machen wollen.
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