Definition: Was sind Bürotypen?
Bürotypen sind typische Verhaltensmuster und Rollen im Job, die Kollegen zeigen. Die Begriffe beschreiben beispielsweise, wie sich jemand gegenüber anderen verhält oder wie stark sich die Person selbst inszeniert.
Bürotypen sind natürlich keine wissenschaftlich definierten Persönlichkeitstypen. Die Bezeichnungen überspitzen eher typische Verhaltensweisen im Büro, die uns dort immer wieder begegnen. Mit unserer Typologie wollen wir Ihnen helfen, diese Bürotypen schneller zu erkennen und besser mit ihnen umzugehen.
PS: Auch wenn wir im Artikel aus Gründen der Einheitlichkeit und besseren Lesbarkeit für die Typen nur das männliche Maskulinum verwenden, bedeutet das nicht, dass es diese Typen nicht ebenso in weiblicher Form gibt!
18 typische Bürotypen im Überblick
Das Büro ist ein sozialer Mikrokosmos, eine Art Menschenzoo. Unterschiedliche Interessen, Charaktere und Eigenarten treffen hier täglich aufeinander – entsprechend groß ist das Konfliktpotenzial. Die folgenden Bürotypen kennen Sie vielleicht aus dem eigenen Berufsleben:
1. Der Angeber
Der Angeber stellt gerne heraus, was er kann, besitzt oder erreicht hat. Er erzählt von Erfolgen, wichtigen Kontakten und außergewöhnlichen Leistungen – gefragt oder ungefragt. Dahinter steckt ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Anerkennung.
| Erkennen | Eigenlob, Statussymbole, ständige Erfolgsgeschichten |
| Umgang | Nicht in den Wettbewerb einsteigen und Gespräche auf die Sachebene zurückführen |
2. Der Bedenkenträger
Neue Idee? Der Bedenkenträger kennt mindestens fünf Gründe, warum sie nicht funktionieren wird. Seine kritische Sicht kann vor Fehlern schützen. Problematisch wird sie, wenn aus Vorsicht eine dauerhafte Blockade entsteht.
| Erkennen | Einwände, Sicherheitsdenken, Fokus auf mögliche Probleme |
| Umgang | Bedenken anhören und anschließend konkrete Lösungsvorschläge einfordern |
3. Der Besserwisser
Der Besserwisser kennt die richtige Antwort – zumindest seiner Meinung nach. Er korrigiert Kollegen, ergänzt deren Aussagen und erklärt gerne, wie etwas „eigentlich“ funktioniert. Selbst fachlich richtige Hinweise können dadurch belehrend wirken.
| Erkennen | ungefragte Ratschläge, Korrekturen, belehrender Ton |
| Umgang | Nützliche Hinweise aufnehmen, unnötige Belehrungen freundlich begrenzen |
4. Der Betonkopf
Der Betonkopf hat sich einmal entschieden – und dabei bleibt es. Gegenargumente prallen an ihm ab, Kompromisse betrachtet er schnell als Niederlage. Seine Standfestigkeit kann hilfreich sein, seine Unbeweglichkeit jedoch kann Veränderungen verhindern.
| Erkennen | starre Positionen, geringe Kompromissbereitschaft, Ablehnung neuer Sichtweisen |
| Umgang | Nicht frontal angreifen, sondern Alternativen mit konkretem Nutzen begründen |
5. Der Blender
Der Blender versteht hauptsächlich eines: sich gut zu verkaufen. Mit selbstbewusstem Auftreten und großen Worten vermittelt er Kompetenz, hinter der nicht immer entsprechende Leistung steckt. Im Gegensatz zum Angeber geht es ihm weniger ums Prahlen als um den überzeugenden Eindruck.
| Erkennen | starke Selbstvermarktung, große Versprechen, wenig nachprüfbare Ergebnisse |
| Umgang | Bei Fakten bleiben und Leistungen anhand konkreter Resultate beurteilen |
6. Der Bürokrat
Sein Motto lautet: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Der Bürokrat dokumentiert, protokolliert und prüft, bevor etwas entschieden wird. Regeln und feste Abläufe geben ihm Sicherheit. Seine Genauigkeit ist wertvoll – solange Verfahren nicht wichtiger werden als Ergebnisse.
| Erkennen | Regeltreue, Kontrollbedürfnis, ausgeprägte Dokumentation |
| Umgang | Informationen rechtzeitig liefern und Veränderungen nachvollziehbar begründen |
7. Der Choleriker
Beim Choleriker kann schon eine Kleinigkeit einen Wutausbruch auslösen. Er wird laut, reagiert impulsiv und macht seinem Ärger unmittelbar Luft. Für Kollegen sind solche Ausbrüche belastend und häufig schwer vorhersehbar.
| Erkennen | Jähzorn, Lautstärke, heftige emotionale Reaktionen |
| Umgang | Ruhe bewahren, nicht zurückbrüllen und das Gespräch notfalls vertagen |
8. Der Eigenbrötler
Der Eigenbrötler hält sich aus dem sozialen Büroleben weitgehend heraus. Smalltalk, gemeinsame Mittagspausen oder Firmenfeiern sind nicht seine Welt. Das muss weder Ablehnung noch Unfreundlichkeit bedeuten – manche Menschen brauchen schlicht mehr Distanz.
| Erkennen | zurückhaltend, wenig Smalltalk, bevorzugt Distanz |
| Umgang | Freiraum respektieren, ohne die Person von wichtigen Informationen auszuschließen |
9. Der Energieräuber
Nach einem Gespräch mit dem Energieräuber fühlen Sie sich regelmäßig erschöpft. Er beansprucht Aufmerksamkeit, lädt Probleme bei anderen ab oder zieht sie immer wieder in belastende Gespräche hinein.
| Erkennen | ständiger Gesprächsbedarf, Probleme, emotionale Vereinnahmung |
| Umgang | Gespräche zeitlich begrenzen und klare persönliche Grenzen setzen |
10. Der Miesepeter
Beim Miesepeter ist die Stimmung zuverlässig schlechter als die Lage. Er nörgelt, beklagt sich und findet selbst an guten Nachrichten einen Haken. Dauerhafte Negativität kann dabei auf das gesamte Team abfärben.
| Erkennen | Nörgelei, schlechte Laune, negative Kommentare |
| Umgang | Nicht mitjammern und Gespräche konsequent auf Lösungen lenken |
11. Die Nervensäge
Die Nervensäge muss nicht bösartig sein. Sie strapaziert ihre Umgebung vielmehr durch wiederkehrende Marotten: ständige Unterbrechungen, endlose Geschichten, laute Telefonate oder Fragen im falschen Moment. Kleine Eigenheiten werden durch permanente Wiederholung zum großen Ärgernis.
| Erkennen | Unterbrechungen, störende Gewohnheiten, fehlendes Gespür für andere |
| Umgang | Störendes Verhalten früh, konkret und ohne persönlichen Angriff ansprechen |
12. Der notorische Lügner
Beim notorischen Lügner wissen Kollegen irgendwann nicht mehr, welchen Aussagen sie vertrauen können. Er verdreht Tatsachen, erfindet Erklärungen oder passt Geschichten der jeweiligen Situation an. Dadurch geht die wichtigste Grundlage guter Zusammenarbeit verloren: Vertrauen.
| Erkennen | Widersprüche, wechselnde Geschichten, nachweislich falsche Behauptungen |
| Umgang | Wichtige Absprachen dokumentieren und bei überprüfbaren Tatsachen bleiben |
13. Der Querulant
Der Querulant gibt Konflikten besonders viel Raum. Er beschwert sich, widerspricht und kämpft mit großer Ausdauer für seine Sichtweise. Selbst kleinere Differenzen können dadurch zu langwierigen Auseinandersetzungen werden.
| Erkennen | ständiger Widerspruch, Beschwerden, langwierige Konflikte |
| Umgang | Sachlich bleiben, Diskussionen begrenzen und verbindliche Entscheidungen treffen |
14. Der Schleimer
Der Schleimer sucht die Nähe zu Menschen, die ihm nützlich werden können – besonders zu Vorgesetzten. Zustimmung, Komplimente und demonstrative Hilfsbereitschaft setzt er gezielt ein, um sich deren Wohlwollen zu sichern. Kollegen reagieren auf diese offensichtliche Strategie häufig mit Misstrauen.
| Erkennen | übertriebene Zustimmung, Schmeichelei, auffällige Nähe zu Vorgesetzten |
| Umgang | Nicht über das Verhalten ärgern, sondern durch eigene Leistung überzeugen |
15. Der Streber
Der Streber arbeitet hart, ist ehrgeizig und möchte möglichst alles richtig machen. Er übernimmt zusätzliche Aufgaben, ist zuverlässig und häufig der Erste, der sich für ein neues Projekt meldet. Problematisch wird sein Eifer, wenn daraus permanenter Leistungsdruck oder Konkurrenz entsteht.
| Erkennen | hoher Einsatz, Fleiß, ausgeprägtes Leistungsstreben |
| Umgang | Engagement anerkennen, aber nicht zum allgemeinen Maßstab für alle machen |
16. Der Tiefstapler
Der Tiefstapler ist der Gegenentwurf zum Angeber. Er redet eigene Leistungen klein, stellt sein Können bescheidener dar, als es tatsächlich ist, und überrascht dadurch regelmäßig mit guten Ergebnissen. Sympathisch – aber für die eigene Karriere nicht immer hilfreich (siehe: Impostor-Syndrom).
| Erkennen | Bescheidenheit, heruntergespielte Leistungen, geringe Selbstdarstellung |
| Umgang | Gute Leistungen sichtbar anerkennen und zu mehr Selbstvertretung ermutigen |
17. Der Trittbrettfahrer
Der Trittbrettfahrer profitiert gerne von der Arbeit anderer. Bei mühsamen Aufgaben hält er sich zurück, beim erfolgreichen Abschluss steht er dagegen plötzlich in der ersten Reihe. Besonders in Teams erzeugt dieses Verhalten schnell Frust.
| Erkennen | geringer eigener Beitrag, fremde Leistungen mitbeanspruchen |
| Umgang | Zuständigkeiten, Beiträge und Ergebnisse von Anfang an transparent festhalten |
18. Der Visionär
Der Visionär denkt weiter als bis zum nächsten Quartal. Er entwickelt ungewöhnliche Ideen, erkennt Möglichkeiten und kann andere mit seiner Vorstellung von der Zukunft begeistern. Seine Schwäche: Zwischen großer Vision und praktischer Umsetzung kann eine beträchtliche Lücke liegen.
| Erkennen | große Ideen, Zukunftsorientierung, Begeisterungsfähigkeit |
| Umgang | Ideen ernst nehmen und gemeinsam in konkrete nächste Schritte übersetzen |
Umgang mit Bürotypen: Nicht jeden Kollegen ändern wollen
Unterschiedliche Charaktere gehören zum Berufsleben. Sie müssen nicht jeden Kollegen mögen – und Sie können andere Menschen ohnehin nur begrenzt verändern. Entscheidend ist dafür, typische Verhaltensmuster zu erkennen und die eigene Reaktion darauf anzupassen.
Bei harmlosen Eigenarten hilft oft Gelassenheit. Stört ein Verhalten dauerhaft die Zusammenarbeit, sollten Sie es sachlich und konkret ansprechen. Bei wiederholten Grenzüberschreitungen, Manipulation oder aggressivem Verhalten sind dagegen klare Grenzen erforderlich. Professionalität bedeutet nicht, mit jedem Kollegen befreundet zu sein. Sie bedeutet, trotz unterschiedlicher Charaktere konstruktiv zusammenarbeiten zu können.
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