Intrigen im Büro - -Mann-Frau-Gerücht
Intrigen im Büro sind leider keine Seltenheit – praktisch jeder wurde schon mal damit konfrontiert oder ungewollt hineingezogen. Meistens ist es nicht nur schwer, den Intriganten selbst auszumachen, sondern schon alleine hinter grinsenden Kollegen eine Ränke zu vermuten. Intrigen sind manipulative Spiele, die nicht nur den normalen Arbeitsablauf, sondern auch die Leistung im Job stark behindern können. Was Sie dagegen tun können...

Intrigen in Büro: Definition und Merkmale

Das Wort Intrige (lat. intricare in Verlegenheit bringen) bezeichnet laut Definition ein Ränkespiel oder eine Handlungsstrategie eines Einzelnen oder einer Gruppe mit dem Ziel, jemandem zu schaden oder mehrere Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Sie entsteht nie unbewusst, nicht umsonst heißt es Intrigen spinnen.

Intrigen in Büro: Definition und Merkmale

Der Intrigant ist wie eine Spinne, die das Netz in der Mitte anfängt und immer breiter spinnt, bis das Opfer in die Falle läuft. Eine solche List besteht aus mehreren Merkmalen, die wie ein Konstrukt aufeinander bauen:

  • Das Motiv

    Intrigen entstehen nie unbewusst. Der Intrigant weiß, dass er mit seinen Taten jemandem schadet, um ans Ziel zu kommen. Diese Ziele können unterschiedlich sein: Macht, Beförderung, Ansehen unter Kollegen. Dass andere dadurch verletzt werden, freut den Täter sogar, er verspürt meist eine persönliche Befriedigung dadurch.

  • Die List

    Intrigen sind immer versteckte Manipulationen. Alle Gerüchte und Unrat sind nur die Spitze des Eisbergs – sie sind Elemente der Intrigen, die auch eine versteckte Seite haben.

  • Der Plan

    Eine spontane einmalige Tat oder ein Spruch auf Kappe eines Kollegen ist noch keine Intrige. Der Intrigant überlegt es sich genau, wie er das Opfer verletzen, stechen, provozieren oder emotional außer sich bringen kann.

  • Das Rollenspiel

    Die Intrige ist immer ein Rollenspiel, an dem mindestens drei Teilnehmer beteiligt sind: Opfer, Intrigant und Anstifter. Es erinnert sehr stark an das Dramadreieck von Stephen Karpman, an dem Opfer, Verfolger und Retter beteiligt sind. Diese drei Rollen stehen in ständigen Wechselwirkung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig.

  • Das Vorgehen

    Sehr häufig fängt eine Intrige mit dem Anstifter an, indem er ein Gerücht in Umlauf bringt oder Worte seines Kollegen (bewusst) falsch interpretiert. Der Intrigant nutzt die Gunst der Stunde und springt auf den Zug. Er breitet das Missverständnis aus und fängt mit dem Intrigen-Netz an. Meist ist es schwer herauszufinden, womit die Intrige begonnen hat - eine Tat folgt der anderen und die Intrige nimmt wie ein Schneeball immer größere Formen an.

Ob Intriganten im Büro ihren Erfolg haben, hängt in vielerlei Hinsicht vom Vorgesetzten ab. Das Hauptmotiv einer Intrige ist, das eigene Ansehen in den Augen des Chefs zu steigern, indem man den professionellen Wert der Kollegen verringert. Wenn der Vorgesetzte das Petzen und Spionieren befürwortet, dann werden auch Intrigen im Büro blühen - genauso wie Mobbing. Unterbindet der Chef hingegen diese Ränkespiele, werden sich Intriganten eher zurückhalten.

Wie heißt es so passend: Der Fisch stinkt vom Kopf.

Intrige planen: Wie Intriganten vorgehen

Eine Intrige hat immer ein Ziel und ein Opfer. Der Intrigant nähert sich dem Opfer, indem je nach Situation und zwischenmenschlichem Verhältnis die Gefühle des Betroffenen ausnutzt.

  • Du bist meine beste Freundin. Der Intrigant versucht mit Absicht ein enges Verhältnis zum Opfer aufzubauen, um die persönliche Meinung zum bestimmten Thema, zu Kollegen oder zum Chef herauszufinden. Diese Informationen werden dann als Waffe missbraucht.
  • Das würde ich nie sagen! Intrigen im Büro sind in erster Linie Gerüchte, Diskreditierung, Verleumdung und Klatsch. Der Intrigant verbreitet im Verborgenen schädliche Informationen über das Opfer, indem er sich etwas ausdenkt, eine Phrase aus dem Kontext reißt oder das Gehörte maßlos übertreibt.
  • Hilf mir. Diese Art der Intrige nutzen listige und faule Kollegen, die sich über die viele Arbeit beschweren und das Opfer zum Helfen zwingen. Es bringt viele Vorteile: Falls Fehler oder Missverständnisse entstehen, kann der Intrigant die Schuld von sich schieben. Und falls die Arbeit zufriedenstellen ist, sahnt er die Lorbeeren ab.
  • Du kannst das nicht. Eine Intrige ist ein Wettkampf. Wenn das Opfer ständig auf die eigenen Fehler, falsches Vorgehen und Misserfolge hingewiesen wird, dann ist es ein deutliches Zeichen dafür, dass sein Selbstwertgefühl niedergedrückt wird.
  • Ich habe da was gehört… Der Intrigant erzählt seinem Opfer, scheinbar im Verborgenen, etwas Negatives, was die Kollegen, der Chef oder die Kunden gesagt haben. Dies erzeugt das Gefühl der Wut und Enttäuschung - sind alle gegen ihn - und führt zu unpassendem Verhalten.
  • Stehst du auf den Chef? Provokation ist eine Waffe des Intriganten. Er wirft eine Angel aus, um für ihn nützliche Information oder Gefühlsregungen zu fangen.
  • Natürlich bis du der Super-Experte! Mit Sticheleien dieser Art drückt der Intrigant seine versteckte Aggression und seinen Neid aus. Damit entwertet er die Erfolge des Opfers oder versucht es heraus zu locken.
  • Du willst doch nicht, dass das ganze Büro davon erfährt? Mit Hilfe der Erpressung versucht der Intrigant sein Opfer zu schädlichen Schritten zu bewegen. Er treibt das Opfer damit in die Ecke und nutzt die Schwächen zum eigenen Gunsten aus.
  • Beruhige Dich, alles ist unter Kontrolle. Diese Phrase soll zu weniger Pflichtgefühl bei der Arbeit bewegen und allem seinen Lauf lassen. Der Intrigant stört bei der Arbeit, das Opfer kann sich nicht konzentrieren, darunter leidet die Qualität der Arbeit. So wird der Eindruck von fehlender Professionalität erzeugt und der Ruf des Opfers leidet darunter.

Opfer und Intrigant: Wer sind sie?

In der Regel gibt es im Büro eine bestimmte Hierarchie. Wenn der Kollege einem plötzlich den Platz unter der Sonne oder die Aufmerksamkeit des Chefs streitig macht, dann fängt der Kampf an.

Aus diesem Grund wird meist ein neuer Mitarbeiter zum Opfer der Intrige, dessen Fähigkeiten und Forderungen noch unklar sind, aber potenziell gefährlich sind. Schon alleine mit seinem Erscheinen stört er die gewohnte Hierarchie des Büros.

Ebenso kann ein überaus aktiver Kollege zum Ziel werden, der sich voll und ganz dem Unternehmen verschrieben hat und fanatisch versucht, die schlappe Atmosphäre des Büros zu verändern. Auch ein aktiver Kollege, der sich zielgerichtet durch die Hierarchie nach oben bewegt, kann angegriffen werden.

Der Intrigant ist einer der schlimmsten Bürotypen. Er greift immer aus dem Hinterhalt an, nutzt jede verfügbare Information und Schwäche gegen das Opfer. Es sind fast immer Kollegen, die sich in der Bürohierarchie im Mittelfeld bewegen: Sie sind bereits von unten aufgestiegen, weil sie schon lange im Unternehmen beschäftigt sind oder durch Ihre mittelmäßige Leistung, sie haben es aber nicht ganz nach oben geschafft, entweder weil die Qualität der Arbeit nicht stimmt oder weil ihnen die nötigen Kontakte fehlen. Aus Frust oder Langeweile fangen sie an, ihre Kraft nicht auf die Arbeit, sondern auf die Kollegen zu richten. Sie denken sich einen komplizierten Plan aus und lauern auf die passende Gelegenheit.

Quiz: Welche Kollegen nerven Sie?

Check-Icon-TransparentHorror-Kollegen haben zumindest den angenehmen Nebeneffekt, dass man an ihnen wachsen kann. Hier ist die Gelegenheit herauszufinden, wer ihnen die größten Wachstumsschübe versetzt: Machen Sie mit bei unserem Bürotypen-Quiz - Welche Kollegen rauben Ihnen den letzten Nerv? Am besten bringen Sie diesen Test allerdings schnell hinter sich – schon die Gedanken an solche Typen können einem die Laune vermiesen.

Intrigen im Büro: Angriff oder Verteidigung?

Intrige-spinnen-was-tunSobald Sie mitbekommen, dass Intrigen gegen Sie gesponnen werden und Sie das Thema des Klatsches geworden sind, können Sie Anhänger und Fürsprecher um sich scharen und mit einer eigenen Intrige entgegenwirken. Manchmal haben Sie auch keine andere Wahl, weil die Gerüchteküche schon zu lange brodelt.

Besser aber ist, sich aus solchen Machenschaften herauszuhalten. Wenn Sie sehen, dass Gerüchte über Sie verbreitet werden, versuchen Sie diese bestimmt, aber souverän zu unterbinden. Wenn Sie beleidigt werden, antworten Sie nicht mit derselben Münze – jedes Wort oder jede Tat kann später gegen Sie verwendet werden. Nach Möglichkeit sollte der Vorgesetzte darüber informiert werden.

Wann immer im Büro schmutzige Wäsche gewaschen wird: Wer mitwäscht, macht sich selbst ebenso die Hände dreckig. Soll heißen: Der beste Weg und die beste Verteidigung gegen Bürokämpfe ist, diesen aus dem Weg zu gehen und die Energie lieber in eigene gute Beziehungen zu Kollegen zu investieren. Machen Sie ehrliche Komplimente und nehmen Sie Gerüchte nicht allzu ernst. Wer gute Leistungen abliefert, hat nichts zu verbergen und muss sich auch nicht vor Intrigen fürchten.

9 Tipps, sich vor Intrigen im Büro zu schützen

Ein bisschen Prophylaxe schadet aber dennoch nicht. Was also können Sie tun, um sich vor Intrigen im Büro zu schützen? Intrigen entstehen in der Regel in trüben Gewässern, entsprechend sollte die Schutzstrategie auf Klarheit und Verständnis aufbauen. Diese neun Tipps helfen Ihnen dabei, sich vor Intrigen zu schützen:

  1. Offenheit zeigen

    Sprechen Sie immer ehrlich über Ihre Wünsche und Ihre Sorgen und zwar öffentlich, zum Beispiel bei Teamsitzungen. Die Kritik sollte konstruktiv sein, ohne jemanden persönlich anzugreifen, und auf Fakten beruhen.

  2. Eigene Ideen schützen

    Wenn Sie nicht wollen, dass Ihre Ideen gestohlen werden, dann sorgen Sie dafür, dass sie zuerst beim Entscheider landen. Wenn dies nicht möglich ist, dann stellen Sie diese bei Sitzungen vor und bewahren Sie den gesamten schriftlichen Verkehr auf: So werden Ihre Urheberrechte bewahrt, falls Konflikte entstehen.

  3. Eigene Ziele verfolgen

    Nehmen Sie nie an Intrigen oder Gerüchten teil, lassen Sie kein Neid aufkommen und bewegen Sie sich Ihren persönlichen Zielen entgegen. Unterbinden Sie höflich alle Gerüchte in Ihrer Anwesenheit.

  4. Keine Vertraulichkeit

    Führen Sie keine vertraulichen Gespräche über persönliche und professionelle Themen. Je mehr der Intrigant über Sie weiß, desto mehr Möglichkeiten hat er, aktiv zu werden.

  5. Fehler eingestehen

    Bitten Sie nie jemanden, Sie zu decken. Eigene Fehler sollten Sie offen und konstruktiv mit dem Chef oder mit dem Teamleiter besprechen. Beste Kommunikationsart im Büro ist von Angesicht zu Angesicht. Damit müssen Sie zwar Verantwortung übernehmen (vor allem für eigene Fehler), sie kann aber gleichzeitig zum Lob und Bonus im Erfolgsfall führen.

  6. Konfrontation wagen

    Falls Sie merken, dass hinter Ihrem Rücken etwas vorgeht, verlangen Sie eine direkte Antwort. Noch besser ist es, den Intriganten öffentlich zur Rede zu stellen. Glauben Sie, danach wird sich nicht so schnell jemand mit Ihnen anlegen wollen.

  7. Chef miteinbeziehen

    Wenn jemand gegen Sie intrigiert, beschweren Sie sich nicht über Ecken, sondern bitten Sie offen um Unterstützung des Chefs. Werden Sie auch hier nicht persönlich, halten Sie sich an die Fakten.

  8. Persönliches Leben fördern

    Leben Sie nach der Arbeit ein vollwertiges Leben. Dies bedeutet, nicht nur professionelle, sondern auch persönliche Ziele zu haben. Durch ein interessantes und vollwertiges Privatleben werden Intrigen uninteressant und Sie werden Gerüchte leichter abtun.

  9. Eigenen Wert steigern

    Werden Sie zu einem wertvollen und zuverlässigen Mitarbeiter. Diese Menschen halten sich immer aus allen Intrigen raus, sie gehen ins Büro um zu arbeiten und nicht um zu lästern oder zu intrigieren. Diese Menschen sind anspruchsvoll, deswegen selbstsicher und beneiden niemanden. Sie konzentrieren sich auf das eigene Ziel und haben auch keine Zeit, an Ränkespielen teilzunehmen. Lassen Sie sich nicht von Fehlern anderer mitreißen, positionieren Sie Ihre eigene Einzigartigkeit, ihre Fähigkeit als Experte und festigen Sie die eigene Reputation.

Verständlicherweise führen Intrigen im Büro zu Selbstzweifeln des Opfers. Der Weg zur Arbeit kostet jeden Morgen immer mehr Überwindung. Der einfachste Weg aus der Situation scheint, den Job aufzugeben.

Kündigen Sie nicht sofort. Denken Sie erst in Ruhe und sorgfältig darüber nach, was in der Tat passiert und warum. Versuchen Sie auf die Situation von der Seite zu blicken, als ob Sie eine Geschichte hören. So werden Motive der Beteiligten klarer, kommende Ereignisse lassen sich so besser vorhersagen und die Wahl der Schutzstrategie besser treffen. Am wichtigsten ist es, eigene Emotionen zu zügeln und keinen Anlass für begründete Anschuldigungen zu geben.

[Bildnachweis: Morganka, kudla by Shutterstock.com]

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