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Hilfsbereitschaft: Ist der Nette der Dumme?

Hilfsbereitschaft ist nobel und beliebt. Dem Kollegen Unterstützung anbieten, damit er keine Überstunden machen muss, einer älteren Dame über die Straße helfen oder einem Freund bei Problemen unter die Arme greifen – wer hilfsbereit ist, stellt sich in den Dienst anderer. Eine wichtige und positive Eigenschaft, aber auch mit der Frage verbunden: Ist der Nette der Dumme? Hilfsbereitschaft birgt Gefahren. Wir erklären, was echte Hilfsbereitschaft auszeichnet und worauf Sie dabei achten müssen…



Hilfsbereitschaft: Ist der Nette der Dumme?

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Definition: Was ist Hilfsbereitschaft?

Hilfsbereitschaft ist Eigenschaft, bei der anderen gerne und freiwillig geholfen wird – und zwar ohne dabei an einen eigenen Nutzen zu denken, eine Gegenleistung zu erwarten oder einen Vorteil zu suchen. Hilfsbereite Menschen erkennen ein Problem, eine Schwierigkeit oder einen Mangel und wollen die Situation uneigennützig verbessern. Besonders stark ausgeprägt wird Hilfsbereitschaft als Altruismus bezeichnet, der besondere Selbstlosigkeit beschreibt.

Wer wirklich hilfsbereit ist, akzeptiert, dass er sich selbst durch die guten Taten möglicherweise schlechter stellt. Hilfsbereites Verhalten verlangt immer eigene Opfer. Das können Zeit, Energie oder auch andere Faktoren sein. Ob dabei die Grenze zur Selbstaufopferung überschritten wird, hängt vom Ausmaß und der Häufigkeit der Hilfe für andere ab.

Hilfsbereitschaft Synonym

Synonym zur Hilfsbereitschaft werden auch die Begriffe Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, Selbstaufopferung oder der bereits genannte Altruismus verwendet. Mehrere dieser Bezeichnungen stehen dabei für eine hohes Maß der Hilfsbereitschaft.

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Entscheidende Faktoren für die Hilfsbereitschaft

Es gibt große Unterschiede in der Hilfsbereitschaft. Während manche bei jeder Gelegenheit helfend zur Seite springen, konzentrieren andere sich fast ausschließlich auf die eigenen Probleme. Aber welche Faktoren entscheiden, ob wir anderen helfen? Ausschlaggebend sind vor allem diese drei Punkte:

  1. Charakter
    Natürlich entscheidet zunächst der Charakter. Einige Menschen sind besonders empathisch und damit empfänglicher für die Sorgen und Probleme anderer Menschen, bei denen sie Unterstützung brauchen. Andere laufen mit Scheuklappen durch die Welt und nehmen außer sich selbst kaum etwas wahr.
  2. Verhältnis
    Wichtig ist zudem das Verhältnis zwischen den beiden Personen. Wir helfen eher Menschen, die wir gut kennen und mit denen wir befreundet sind. Die soziale Bindung steigert die Hilfsbereitschaft. Bei Fremden sind wir eher zurückhaltend und bieten seltener Unterstützung an.
  3. Zeit
    Eine große Rolle spielt der Faktor Zeit. Bei der Entscheidung, ob wir anderen helfen, stellt sich zunächst die Frage: Habe ich ausreichend Zeit dafür oder stehe ich gerade selbst unter Druck und habe viel zu tun? Psychologen der Universität Princeton zeigten: Ohne Zeitdruck zeigten sich 45 Prozent der Probanden hilfsbereit, mit Zeitdruck waren es nur 10 Prozent.
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Die Gefahren der Hilfsbereitschaft

Hilfsbereitschaft ist eine positive und auch wichtige Eigenschaft. Die Bedürfnisse anderer über die eigenen stellen, ein offenes Ohr für Probleme haben und in schwierigen Zeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen – eine Vielzahl guter Taten, die vom Umfeld auch wahrgenommen werden. Leider sind damit aber auch Gefahren verbunden. Ihr uneigennütziges Verhalten lockt Menschen, die davon profitieren wollen. Drei Gefahren sollten Sie dabei beachten:

  • Sie werden ausgenutzt
    Wenn Sie gerne helfen, wird es immer jemanden geben, der Sie ausnutzen will. Getreu dem Motto: „Mit ihm kann man es ja machen“ werden besonders gerne unliebsame Aufgaben abgeladen und die Hilfsbereitschaft bis zum Maximum ausgereizt.
  • Sich überfordern sich selbst
    Seinen Mitmenschen zu helfen, ist löblich, doch allzu oft werden dabei die eigenen Grenzen überschritten. Die Folgen reichen von kurzfristiger Überarbeitung und Stress bis zu einem Burnout, wenn Sie sich langfristig zu viel zumuten.
  • Sie vergessen eigene Bedürfnisse
    Wer immer nur an andere denkt, vergisst dabei oft sich selbst. Ein gesundes Maß an Egoismus gehört dazu, um sich nicht selbst zu vernachlässigen. Bei zu großer Hilfsbereitschaft achten Sie nicht auf die eigenen Bedürfnisse und schaden sich damit.

So schützen Sie sich vor den Gefahren der Hilfsbereitschaft

Glücklicherweise sind die Gefahren eher die Ausnahme und nicht die Regel. Außerdem entlarven Schmarotzer sich meist selbst in relativ kurzer Zeit. Trotzdem sollten Sie sich der Gefahren bewusst sein. Zusätzlich können Sie sich durch das richtige Verhalten schützen:

  • Bleiben Sie aufmerksam
    Ist es immer wieder ein und derselbe Kollege, der Ihre Hilfsbereitschaft benötigt? Möglicherweise ist dieser Mitarbeiter wirklich stark überfordert – oder er versucht Sie auszunutzen. Bleiben Sie aufmerksam und lassen Sie sich nicht hinters Licht führen.
  • Achten Sie auf sich selbst
    Bevor Sie jemand anderem zur Hilfe kommen, fragen Sie sich zuerst: Schaffe ich das auch? Habe ich genügend Zeit und die Kraft, das zusätzlich zu übernehmen? Die besten Absichten bringen nichts, wenn Sie sich regelmäßig selbst an die Grenze Ihrer Belastbarkeit und darüber hinaus treiben.
  • Bieten Sie Hilfe zur Selbsthilfe
    Ein guter Weg, um den Gefahren aus dem Weg zu gehen, ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Soll heißen: Anstatt dem Kollegen immer die Aufgaben abzunehmen, zeigen Sie ihm, wie er diese in Zukunft selbst bewältigen kann, ohne dabei viele Überstunden machen zu müssen.
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Hilfsbereitschaft: Ist der Nette der Dumme?

Bei den potenziellen Gefahren der Ausnutzung stellt sich die Frage: Ist der Nette auch der Dumme? Der Hilfsbereite übernimmt die unbeliebte Schicht am Wochenende, bleibt länger, um zu helfen oder nimmt den Wutanfall des Chefs in Kauf, obwohl er nichts dafür kommt. Hilfsbereitschaft scheint nicht nur uneigennützig, sondern auch in hohem Maße undankbar. Auch deshalb halten sich viele lieber raus und kümmern sich nur um die eigenen Dinge.

Aber schadet die Hilfsbereitschaft Ihnen tatsächlich und Sie stehen anschließend als der Dumme da? Kurzfristig mag es sich in manchen Fällen so anfühlen. Doch auf lange Sicht wandelt sich das Bild – Sie profitieren sogar mehrfach von der früheren Hilfsbereitschaft:

Sie haben einen guten Ruf

Hilfsbereitschaft spricht sich schnell herum. Das kann zwar auch gefährlich sein, doch ein guter Ruf ist Ihnen auf diesem Weg so gut wie sicher. Auch den Kollegen, denen Sie geholfen haben, werden Sie positiv in Erinnerung bleiben. Die beruflichen Kontakte können Ihnen im Verlauf der Karriere nützlich sein. Vielleicht öffnet sich auf diese Weise sogar die Tür in eine höhere Position.

Sie lernen neue Fähigkeiten

Durch Ihre Hilfsbereitschaft können Sie sich neue Fähigkeiten aneignen. Das kann ein besseres Zeitmanagement sein, vielleicht erhalten Sie aber auch Einblicke in neue Aufgaben und Themengebiete, in denen Sie Erfahrungen sammeln können. Und es gilt: Wer anderen dabei hilft, deren Probleme zu lösen, wird ganz automatisch auch besser darin, die eigenen Herausforderungen zu meistern.

Die Motivation wird größer

Das Gefühl, anderen helfen zu können, kann für einen großen Motivationsschub sorgen, der die Leistungen im Job noch weiter verbessert. Wenn Sie mit Ihren Handlungen eine wichtige Hilfe und Stütze sind, gibt das der eigenen Arbeit einen größeren und tieferen Sinn. Das emfpinden die meisten nicht nur sehr erfüllend, sondern auch motivierend.

Hilfsbereitschaft Sprüche: Schöne und inspirierende Zitate

  • „In unserer Welt ist niemand ein Versager, der einem anderen seine Bürde erleichtert.“ (Charles Dickens)
  • „Wer eine Not erblickt und wartet, bis er um Hilfe gebeten wird, ist ebenso schlecht, als ob er sie verweigert hätte.“ (Dante Alighieri)
  • „Gewöhnlich haben die Menschen den guten Willen zu helfen nur bis zu dem Augenblick, da sie es könnten.“ (Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues)
  • „Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)
  • „Jeder überschätzt seinen Wohltätigkeitssinn.“ (Emanuel Wertheimer)
  • „Hilfsbereitschaft ist eine Tugend, die nicht immer belohnt wird und trotzdem Sinn macht.“ (Franz Schmidberger)



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[Bildnachweis: Jiw Ingka by Shutterstock.com]

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