Was bedeutet „Opfer bringen“?
Die Redewendung „ein Opfer bringen“ bedeutet, freiwillig auf etwas Wertvolles zu verzichten oder Nachteile in Kauf zu nehmen, um ein bestimmtes Ziel oder das Wohl anderer zu erreichen. Das können Zeit, Geld, Freizeit, persönliche Wünsche oder Annehmlichkeiten sein. Ursprünglich stammt die Redewendung aus der Religion: Dort wurden Opfergaben – häufig die besten und kostbarsten Tiere – zur Ehre Gottes oder zur Sühne von Schuld geopfert. Das Wort „opfern“ geht auf das lateinische „offerre“ (= darbringen, anbieten) zurück.
Wer ein Opfer bringt, geht also mit voller Hingabe und Leidensbereitschaft in eine Aufgabe – wohl wissend, dass er oder sie dafür Kompromisse eingehen muss: privat, zeitlich oder finanziell. Die Bereitschaft dazu heißt Opferbereitschaft.
Welche Bedeutung hat ein Opfer?
Ein Opfer bringen Sie im Wesentlichen in zwei Formen:
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Opfer zum eigenen Wohl
In diesem Fall dienen die persönlichen Entbehrungen einer späteren Belohnung. Psychologen sprechen dabei auch vom „Gratifikationsverzicht“ – also jetzt Opfer bringen, um später davon zu profitieren. Beispiel: Sie verzichten auf Freizeit, um eine Weiterbildung abzuschließen und beruflich voranzukommen.
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Opfer zum Wohle anderer
Diese Form ist gekennzeichnet durch Selbstlosigkeit und gehört zum sogenannten Altruismus. Typisches Beispiel: Eltern verzichten zum Wohle ihres Kindes auf Schlaf oder schöne Dinge. Sie stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück, um anderen zu helfen.
Opfer bringen auf Englisch
Die englische Übersetzung für „ein Opfer bringen“ lautet „to make a sacrifice“. Je nach Zusammenhang passen auch „to sacrifice something“ (etwas opfern) oder „to give something up“ (etwas aufgeben). Beispiele:
Deutsch |
Englisch |
| Man muss Opfer bringen. | You have to make sacrifices. |
| Sie brachte große Opfer für ihre Familie. | She made great sacrifices for her family. |
| Er opferte seine Freizeit für den Erfolg. | He sacrificed his free time for success. |
Opfer bringen: Synonyme
Häufige Synonyme für „Opfer bringen“ sind: aufopfern, verzichten, zurückstecken, Entbehrungen auf sich nehmen, etwas aufgeben oder hingeben. Im religiösen Zusammenhang passen auch „spenden“, „stiften“ oder „darbringen“. Wie groß das Opfer ist, hängt davon ab, welchen persönlichen Wert jemand dafür aufgibt.
Beispiele: Welche Opfer bringen Menschen?
Menschen bringen täglich kleine und große Opfer. Manche verzichten für den beruflichen Erfolg auf Freizeit, andere für ihre Familie auf persönliche Wünsche. Typische Beispiele sind:
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Beruf und Karriere
Sie arbeiten abends oder am Wochenende, absolvieren eine Weiterbildung oder ziehen für einen besseren Job in eine andere Stadt.
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Liebe und Beziehung
Sie nehmen Rücksicht auf die Wünsche des Partners, verzichten auf eigene Pläne oder gehen einen Kompromiss ein, um die Beziehung zu stärken.
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Familie und Kinder
Eltern verzichten auf Schlaf, Freizeit oder berufliche Chancen, um für ihre Kinder da zu sein.
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Gesundheit und Fitness
Sie überwinden Ihre Bequemlichkeit, stehen früher auf oder verzichten auf ungesunde Gewohnheiten, um fitter und gesünder zu leben.
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Finanzen und Zukunft
Sie verzichten auf Konsum oder einen Urlaub, um Geld für eine größere Anschaffung, ein Eigenheim oder Ihre Altersvorsorge zu sparen.
Ein Opfer ist immer eine persönliche Abwägung: Sie geben etwas auf, weil Ihnen ein anderes Ziel wichtiger ist. Wie schwer dieser Verzicht wiegt, hängt von Ihren Werten, Bedürfnissen und Lebensumständen ab.
Opfer bringen: Welchen Preis fordert der Erfolg?
Den Erfolg will jeder – bis man sieht, was er kostet und welche Opfer dafür zu bringen sind. Oder wie ein Sprichwort sagt: „Die Menschen wollen erfolgreich sein, aber niemand will es werden.“

Vor allem Gründer kennen das: Sie widmen teils ihr ganzes Leben dem Aufbau des eigenen Unternehmens und verfolgen diese Aufgabe teils obsessiv. Dabei opfern sie ihren Zielen viel, machen private Abstriche in der Lebensqualität oder Beziehung und Familie. Wer den Erfolg unbedingt will, sollte sich die Kosten daher vorher bewusst machen!
Welche Opfer fordert beruflicher Erfolg?
Eine wesentliche Regel des Erfolgs ist, Prioritäten zu setzen und seine Zeit und Energie zu fokussieren. Darunter leiden häufig andere Lebensbereiche. Besonders deutlich wird das an diesen Beispielen:
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Beziehungen bleiben auf der Strecke
Darunter leiden häufig private Beziehungen – zum Partner, zu den Kindern, zu Freunden. Davon betroffen sind viele Wochenenden oder Urlaube. Nicht selten zerbrechen Beziehungen daran.
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Freundschaften gehen in die Brüche
Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg starteten Facebook als Freunde. Der Erfolg des Netzwerkes machte sie zu Feinden. „Bei Geld hört die Freundschaft auf“, lautet eine andere Redewendung. Ist einer erfolgreicher als der oder die andere, führt das oft zu Neid und Missgunst. Beides vergiftet eine Freundschaft.
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Freizeit wird zur Mangelware
Am eigenen Erfolg zu arbeiten, frisst eine Menge Zeit – Zeit, die für Hobbys oder Freizeitaktivitäten fehlt. Wer parallel zum Job noch eine intensive Weiterbildung macht, weiß das nur zu gut. Während andere im Biergarten sitzen, büffeln Betroffene noch über ihren Büchern. Besonders wer ein eigenes Business aufbaut und den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, erlebt, wie sich die Freizeit auf ein Minimum reduziert.
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Die Nächte werden kürzer
Je nach Aufgabe und Größe des Ziels sind 8 Stunden am Tag zu wenig. Also stellen viele ihre Ernährung auf Fastfood um und sparen zusätzlich am Schlaf. Manche Unternehmer brüsten sich sogar damit, mit nur 3-4 Stunden Schlaf am Tag auszukommen. Gesund ist Schlafmangel allerdings nicht. Es ist vielmehr Raubbau am Körper, der eine echte Regeneration unmöglich macht. Hier wird also Gesundheit geopfert.
Lohnt es sich, Opfer zu bringen?
Opfer bringen lohnt sich, wenn der persönliche Verzicht in einem vernünftigen Verhältnis zum angestrebten Ziel steht. Wer heute Freizeit für eine Weiterbildung opfert, investiert in seine berufliche Zukunft. Wer dagegen dauerhaft Gesundheit, Freundschaften oder Familie für den Erfolg aufs Spiel setzt, zahlt womöglich einen zu hohen Preis.
In der Wirtschaft spricht man in diesem Zusammenhang von Opportunitätskosten: Wer sich für eine Möglichkeit entscheidet, verzichtet zugleich auf den Nutzen der besten Alternative. Arbeiten Sie beispielsweise jedes Wochenende, fehlt Ihnen diese Zeit für Familie, Freunde oder Erholung. Bevor Sie größere Opfer bringen, sollten Sie sich deshalb stets vier Fragen stellen:
- Wofür bringe ich das Opfer?
Ist das Ziel wirklich mein eigenes oder erfülle ich damit vor allem die Erwartungen anderer? - Was kostet mich der Verzicht?
Wie viel Zeit, Geld, Lebensqualität oder Gesundheit gebe ich dafür auf? - Wie lange muss ich das Opfer bringen?
Ist der Verzicht zeitlich begrenzt oder wird er zum Dauerzustand? - Gibt es einen besseren Weg?
Erreiche ich mein Ziel auch, ohne dafür so viel aufzugeben?
Muss man in einer Beziehung Opfer bringen?
Eine glückliche Beziehung braucht gegenseitige Rücksichtnahme und die Bereitschaft, eigene Wünsche gelegentlich zurückzustellen. Beide Partner sollten jedoch gleichermaßen dazu bereit sein. Wenn dauerhaft nur einer Opfer bringt, entsteht ein Ungleichgewicht. Liebe rechtfertigt weder ständige Selbstaufgabe noch den Verzicht auf die eigene Persönlichkeit.
Wie finde ich das richtige Maß?
So nobel es sein mag, Opfer zu bringen: Der Zweck heiligt nicht alle Mittel. Die Kunst ist, eine gesunde Balance zwischen der Bereitschaft zu Opfern und den eigenen Bedürfnissen zu finden. Vergessen Sie nicht die eigenen Bedürfnisse – die körperlichen vor allem. Gesunde Aufopferung braucht Grenzen und muss auch mal „Nein“ sagen können!
Wie schafft man es, mit seinen persönlichen Opfern umzugehen? Wie meistert man den Weg, ohne aufzugeben? Unsere Empfehlungen dazu:
Pausen machen
Eine aufopfernde Arbeits- und Lebensweise schlaucht. Der Stresspegel bleibt konstant hoch und fordert mit der Zeit seinen gesundheitlichen Tribut. Sich dem entgegenzustellen, erfordert Willenskraft. Geben Sie Auszeiten und Pausen dieselbe Priorität wie Ihren Zielen.
Erwartungen senken
Nicht nur die Erwartungen von außen erzeugen Druck. Der größte Druck ist der, den wir uns selbst machen. Nehmen Sie den Dampf vom Kessel, indem Sie weniger verbissen an die Sache gehen und mehr Geduld und Gelassenheit üben. Merke: Wer viel erreichen will, sollte langsam gehen!
Missgunst stoppen
Ständige Vergleiche mit anderen sind Gift für die Seele. Wer in einem stetigen Konkurrenzkampf lebt, bringt irgendwann Opfer, die mehr kosten, als gut ist. Gewinnen um jeden Preis? Über Betrug, Intrigen, Leichen? Stoppen Sie die Abwärtsspirale, bevor sie beginnt!
Schlussstrich ziehen
Gerade im Beruf und Business ziehen viele Menschen viel zu spät die Notbremse. Einen Schlussstrich ziehen fühlt sich immer wie eine Niederlage an. Wir sind mit dem Vorhaben gescheitert. Deshalb machen manche dann weiter, bringen noch mehr Opfer – bis in den Ruin (siehe: Concorde-Effekt). Ziehen Sie besser vorher die Reißleine, wenn Sie merken: „Weitermachen hat keinen Sinn!“ Das beherzte Loslassen kann ebenso den Weg für einen Neustart ebnen.
Am Ende muss jede und jeder selbst entscheiden, ob und wie viele Opfer man bringen will – und wo die Grenzen sind. Kennen Sie Ihre Grenzen und bringen Sie nur so viele Opfer, wie es Ihnen das Ziel tatsächlich wert ist.
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