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Trolley Problem: Wie lösen Sie das Dilemma?

Das Trolley Problem ist ein Klassiker in der Psychologie und moralisches Dilemma: Eine Bahn rast auf eine Gruppe von fünf Gleisarbeitern zu. Sie haben die Chance, diese zu retten, indem Sie in letzter Sekunde eine Weiche umstellen. Doch auf dem Nebengleis arbeitet ein anderer Arbeiter, der jetzt todsicher überfahren werden würde. Was tun? Würden Sie einen Menschen opfern, um fünf andere zu retten?

Trolley Problem: Wie lösen Sie das Dilemma?

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Definition: Das Trolley Problem einfach erklärt

Das Trolley Problem stellt eine moralischen Grundsatzfrage. Das Szenario: Eine Straßenbahn rast ungebremst eine Gruppe von Gleisbauarbeitern zu. Als Weichensteller können Sie das Unglück verhindern, den Zug umleiten, müssen dafür aber einen Mensch opfern. Wie reagieren Sie?

Das Dilemma beschäftigt seit Jahren zahlreiche Philosophen, Psychologen und Rechtswissenschaftler. Und es bekommt durch die Entwicklung künstlichen Intelligenz neue Bedeutung. Was, wenn selbstfahrende Autos oder Autopiloten in Notsituationen eine solche Wahl treffen sollen? Letztlich müssen sich die Programmierer mit einer der schwersten moralischen Fragen beschäftigen: Unter welchen Bedingungen darf man einen Menschen töten, um andere zu retten?

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Wer hat das Trolley-Problem erfunden?

Das Gedankenexperiment des Trolley Dillemas wurde zuerst von der britischen Philosophin Philippa Foot beschrieben. Der Name „Trolley“ leitet sich vom englischen Ausdruck für Straßenbahn ab. Die Kernfrage dahinter lautet: Wiegen fünf Leben schwerer als eines? Eine schwierige Frage der Ethik. Die meisten Menschen (82 Prozent) in Deutschland entscheiden sich übrigens dafür, die Weiche umzustellen – kurz: fünf Leben wiegen schwerer als eines.

Anders im asiatischen Raum. Laut Studien um Iyad Rahwan vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin entscheiden sich in China nur 58 Prozent dafür, die Weiche umzustellen. In Südkorea und Taiwan sind es wieder je knapp 70 Prozent. Die Erklärung der Forscher: In Ländern, in denen es außerhalb von Familie oder Beruf schwierig ist, neue Beziehungen zu knüpfen, ist die Bereitschaft, einen Menschen zu opfern, geringer. „Die Menschen befürchten möglicherweise, dass sie als Monster wahrgenommen werden könnten“, sagt Rahwan.

Was ist ein Dilemma Beispiele?

Ein Dilemma (auch: Zwickmühle) beschreibt eine Situation mit zwei Entscheidungsoptionen, die aber beide zu einem unerwünschten Ergebnis führen. Die Situation wird durch seine Ausweglosigkeit definiert und oft als paradox empfunden. Auch der Zwang zu einer Wahl zwischen zwei gleich guten Optionen kann ein Dilemma darstellen. Beispiele sind umgangssprachlich die Wahl zwischen Teufel oder Beelzebub oder zwischen Pest oder Cholera.

Das bekannteste Dilemma ist das sogenannte Gefangenendilemma (auch: Prisoner’s Dilemma) aus der Spieltheorie: Zwei Straftäter wurden für ein gemeinsames Verbrechen gefasst. Nun werden sie einzeln verhört und haben die Wahl: Gesteht keiner, kommen beide frei; gestehen beide, erhalten sie nur eine geringe Strafe; verpfeift aber einer den anderen, bekommt der jeweils andere die Höchststrafe und man selbst als Kronzeuge nur eine kleine. Das Dilemma besteht in der Strategie: Klug wäre, nichts zu gestehen, doch ist dies vom (unbekannten) Verhalten des Komplizen abhängig.


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Empathie macht hilfsbereiter

Als sich jüngst Wiener Wissenschaftler um den Psychologen Claus Lamm mit dem Trolley Problem beschäftigten, wollten Sie zunächst herausfinden, welchen Einfluss Empathie auf unsere Entscheidungen hat. Um es kurz zu machen: Wer in der Lage ist, sich in andere hineinzuversetzen, ist grundsätzlich hilfsbereiter. Mehr noch: Hatten sich die Probanden vorher in den einen Arbeiter auf dem Nebengleich hineingefühlt, wurde dieser beim anschließenden Trolley-Dilemma-Test seltener geopfert. Und die Probanden hatten bei ihrer Entscheidung deutlich mehr Stress.

Empathie und Sympathie

Das Ergebnis deutet darauf hin, dass unser soziales Verhalten stark davon beeinflusst wird, ob wir andere Menschen mit ihren Gedanken und Gefühlen wahrnehmen. Nicht nur in Notfallsituationen. Empathie und Sympathie gehen dabei oft Hand in Hand. Was uns selbst auf ein Nebengleis bringt: Das Sozialverhalten im Internet.

Nicht selten zeigen sich die Nutzer in ihren Kommentaren nicht gerade von ihrer verträglichen Seite. Oder anders formuliert: Social Media mutieren mitunter zu „Asozial Media“. Hass, Häme und Hohn nehmen dort längst ein beängstigendes Ausmaß an. Eine Erklärung dafür liefern die Wiener Forscher: In der von Pixeln dominierten Umgebung des WWW nehmen wir andere nicht als Menschen, sondern als Textobjekt wahr und verhalten uns entsprechend unempathisch. So mancher würde gar alle sechs Arbeiter opfern – Hauptsache, er behält Recht…

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[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]

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