Sympathisch wirken: 12 Tipps für mehr Sympathie

Es gibt Menschen, die sind einem auf Anhieb sympathisch. Egal, was sie sagen: Wir hören ihnen zu, unterhalten uns gerne mit ihnen, mögen sie, suchen ihre Nähe. Bei anderen gut ankommen und einen guten Eindruck hinterlassen – wer will das nicht?! Aber was ist das Geheimnis dieser Sympathieträger? Schließlich hat Sympathie zahlreiche Vorteile, im Beruf wie im Privatleben. Wir zeigen, wie Sympathie entsteht, woran Sie erkennen, wie sympathisch Sie sind und geben Tipps, wie Sie sympathischer werden…

Sympathisch wirken: 12 Tipps für mehr Sympathie

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Sympathisch wirken: Definition + Bedeutung

Sympathie bedeutet, dass wir uns zu jemandem hingezogen fühlen und ein positives Gefühl der Zuneigung und des Wohlwollens mit dieser Person verbinden. Ein anderes Wort für Sympathie ist Hang, Interesse, Neigung oder Faible. Diese Attraktion kann unterschiedliche Ursachen haben: gutes Aussehen, Auftreten, Intelligenz, Körpergeruch, nette Worte, ein angenehmer Umgang oder gleichartige Gedanken. Vor allem Gemeinsamkeiten verbinden. Die Folge nennen Psychologen „harmonische Resonanz“ – ein Gefühl von Verbundenheit und Vertrautheit. Wer uns sympathisch ist, den finden wir nett, angenehm, bezaubernd, charmant, einnehmend oder liebenswert.

Es gibt Menschen, die spontan sympathischer wirken als andere. Sogenannte Sympathieträger. Mit ihnen kann man sich gut unterhalten, teilt gemeinsame Ansichten und Werte. Sie strahlen durchweg Positives aus und entwickeln eine nahezu magische Anziehungskraft und Aura. Sympathisch sein, ist ein enormer Vorteil – nicht nur im Job. Sympathische Menschen finden leichter Freunde und Partner, ihnen öffnen sich mehr Türen und Ohren. Allerdings ist das nur zum Teil angeboren. Aus der Sympathieforschung wissen wir: Sympathisch wirken – das lässt sich zu einem Großteil lernen!

Sympathisch auf Englisch: Achtung false friends!

Die beiden Begriffe „Sympathie“ (deutsch) und „Sympathy“ (englisch) klingen nur gleich, sind aber keine Synonyme oder korrekte Übersetzung. Sympathy bedeutet im Englischen Mitgefühl oder ein Gefühl des Bedauerns. Wer hingegen auf englisch ausdrücken will, dass er eine andere Person sympathisch findet, benutzt Adjektive wie likable, pleasant oder friendly.

Wann ist jemand sympathisch?

Besonders sympathisch wirken Menschen, die starke Ähnlichkeit mit uns besitzen. Damit sind weniger körperliche Merkmale gemeint, als vielmehr Persönlichkeitsmerkmale und -eigenschaften, Attitüden und Verhaltensweisen, mit denen wir uns identifizieren können. Sympathie ist damit immer auch ein Spiegel und Ausdruck unserer Selbstliebe und Selbstannahme: Was wir an uns selbst mögen und schätzen, reizt uns auch an anderen. Mehr noch: Wer uns sympathisch findet, den finden auch wir automatisch sympathischer. Wissenschaftler sprechen hierbei auch von Akzeptanzresonanz oder sozialer Homophilie.

Sympathie erkennen: 3 sympathische Stufen

Zwischenmenschliche Zuneigung und wie sympathisch Sie Ihrem Gegenüber sind, können Sie an drei Verhaltensweisen mit zunehmender Synchronität messen:

  1. Matching
    Anfangs analysieren wir die Körpersprache unseres Gegenübers. Ist uns die Person sympathisch, werden Mikrogesten wie Lächeln, Gähnen oder Beine übereinander schlagen bereits zu 50 Prozent reflektiert.
  2. Pacing
    Ihr Gegenüber findet Sie sehr sympathisch? Dann gleichen sich jetzt Gestik, Mimik, Sprache und Wortwahl zunehmend an. Kein plumpes Nachäffen, sondern ein unbewusstes Mimikry von bis zu 80 Prozent.
  3. Rapport
    Herrscht nahezu vollständige Symmetrie? Dann könnte schon mehr als nur Sympathie im Spiel sein. Bei Verliebten etwa nehmen beide Partner durch ihr Verhalten jedes Mal auf einander Bezug. Sie synchronisieren ihre Körpersprache nahezu vollständig – es herrscht sichtbare Harmonie.

Der starke psychologische Effekt wird teils manipulativ genutzt. Beim Flirten ebenso wie in Verhandlungen: Bei der sogenannten Spiegeltechnik wird das subtile Synchronisieren der Körpersprache eingesetzt, um Sympathie und Vertrauen zu gewinnen.

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Was ist das Sympathie Gegenteil?

Das Gegenteil von Sympathie ist Antipathie beziehungsweise Abneigung. So wie wir manche Menschen auf Anhieb attraktiv finden, können wir andere schon beim ersten Eindruck nicht leiden, lehnen sie ab oder meiden sie. Auch das Gefühl der Antipathie kann unterschiedliche Ursachen haben.

Ursachen für spontane Abneigung

  • Physis
    Manche Zeitgenossen können wir buchstäblich „nicht riechen“. Ihr Körpergeruch ist uns unangenehm. Manchmal ist es auch die Stimme, die die Nähe zu diesem Menschen unerträglich macht. Oder wir finden die Person zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, … zu hässlich. Alles natürlich rein subjektiv.
  • Erfahrungen
    Andere Zeitgenossen erinnern uns an Menschen, mit denen wir schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Toxische Menschen, die uns ausgenutzt, betrogen oder geschadet haben. Wer diesen Typen charakterlich ähnelt, weckt negative Erinnerungen und provoziert Antipathien.
  • Neid
    Wer das hat, was wir gerne hätten oder wären, wird dafür oft mit Ablehnung und Missgunst bestraft. Körperliche Schönheit kann diese Form der Antipathie ebenso auslösen wie materieller Besitz oder beruflicher Erfolg.
  • Ablehnung
    Sympathie und Antipathie erzeugen immer gleichartige Wechselwirkungen. Wer uns das Gefühl gibt, nicht gemocht oder weniger wert zu sein, den finden auch wir unsympathischer. Dasselbe gilt für Eigenschaften, die wir an uns selbst hassen. Entdecken wir sie an anderen, mögen wir diese Menschen ebenfalls weniger.

An den Beispielen merken Sie zugleich: Wie sympathisch uns jemand ist, hat vor allem mit uns selbst zu tun. Es sind unsere Vorurteile, Projektionen, Erfahrungen, Reaktionen, die diese Gefühle erzeugen und verstärken.

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Der Unterschied zwischen Sympathie und Empathie?

Die Begriffe Sympathie und Empathie klingen synonym, sind es aber nicht. Empathie ist eine Form der emotionalen Intelligenz beziehungsweise Sozialkompetenz. Der Begriff beschreibt die Fähigkeit, Gedanken, Gefühle und Motive anderer Menschen zu erkennen, nachzuempfinden und darauf angemessen zu reagieren. Ohne dieses Einfühlungsvermögen ist ein funktionierendes Miteinander unmöglich.

Sympathie dagegen enthält eine Bewertung. Ein empathischer Mensch kann sich in sein Gegenüber einfühlen, die Beweggründe verstehen. Das macht ihn sympathischer – er oder sie muss diese Motive deswegen aber nicht mögen oder gutheißen. Mit wem wir sympathisieren, mit dem stimmen wir hingegen auch inhaltlich überein. Sympathie macht uns moralisch befangen; Empathie dagegen bleibt (zunächst) neutral.

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Sympathischer werden: Tipps für mehr Sympathie

Sympathie und Anziehungskraft sind keineswegs Zufälle. Sie lassen sich zu einem Gutteil beeinflussen. Vieles davon passiert in wenigen Millisekunden – meist unbewusst. Trotzdem lassen sich aus der Sympathieforschung einige Empfehlungen ableiten, wie Sie auf andere sympathisch wirken und Ihre Ausstrahlung verbessern.

1. Zeigen Sie Interesse

Seien Sie freundlich und offen. Wer mit einem Lächeln auf andere zugeht, gibt ihnen das gute Gefühl, angenommen zu sein. Sie erinnern sich – Akzeptanzresonanz. Freundlichkeit und Offenheit werden fast immer erwidert – und mit Sympathie belohnt. Übrigens: Wenn eine Gruppe zu lachen beginnt, schaut jeder instinktiv auf die Person, die er oder sie am sympathischsten findet. Das lässt sich nutzen: Erzählen Sie einen guten Witz – und beobachten Sie, wer wen (oder Sie) ansieht.

2. Sprechen Sie Ihre Sympathie aus

Das ist zwar plumper als ein Kompliment, aber es wirkt. Menschen mögen Menschen, die sie auch mögen. Das ist eines der Grundprinzipien der Sozialpsychologie. Sobald wir ein eindeutiges Sympathie-Signal von einer anderen Person erhalten, fühlen wir uns geschmeichelt – und reagieren mit Wohlwollen.

3. Halten Sie Blickkontakt

Wer uns in die Augen sieht, ist aufrichtig und kann nichts Schlechtes im Sinn haben. So jedenfalls wirkt der Blickkontakt psychologisch. Die optimale Länge liegt übrigens bei 3,3 Sekunden am Stück. Damit verbinden wir Authentizität und hohe Glaubwürdigkeit – und damit lassen sich gleich zu Beginn wichtige Sympathiepunkte sammeln.

4. Lassen Sie andere über sich sprechen

In jedem von uns steckt ein kleiner Narzisst. Studien zeigen: Wir finden ein Gespräch umso sympathischer, wenn wir die meiste Zeit davon selber reden. Wer sympathischer wirken will, muss also nur kluge Fragen stellen und sein Gegenüber plaudern lassen. Zugleich sehen Sie dabei wie ein richtig guter Zuhörer aus.

5. Bitten Sie um Rat

Es ist ein subtiler Appell an das Ego Ihres Gegenübers. Allein die Tatsache, dass man sie um Rat fragt, imponiert den meisten Menschen. Sie fühlen sich aufgewertet, wichtig, wissend. Und weil sie das Gefühl lieben, einem anderen die Gunst ihrer Weisheit weiterzugeben, quittieren die Ratgeber die Anfrage mit spontaner Sympathie. Das Ganze funktioniert sogar, wenn Sie um einen Gefallen bitten – siehe auch: Benjamin-Franklin-Effekt.

6. Nutzen Sie Namen

Sprechen Sie Ihr Gegenüber immer wieder mit dessen Namen an. Natürlich nicht ständig, aber dosiert. Beispiel: „Freut mich, Sie kennenzulernen, Frau Muster.“ Namen haben ungeheure Macht. Wir fühlen uns beachtet und sprichwörtlich angesprochen, wenn sich jemand unseren Namen merkt. Sie machen ein Kennenlernen verbindlicher, persönlicher. Ein weiterer Trick, um sympathischer zu wirken: Wiederholen Sie die letzten 3 Worte. Indem Sie die letzten drei Worte Ihres Gesprächspartners in Ihre Antwort einbauen, lässt Sie das nicht nur besonders aufmerksam erscheinen. Sie synchronisieren Ihre Sprache – und Menschen wollen nunmal gehört werden. Der Spiegel-Trick sollte aber dezent eingesetzt werden. Sonst wirkt er wie plumpes Nachplappern oder ein manipulatives Echo.

7. Zeigen Sie kleine Fehler

Es wäre ein Fehler, keine Fehler machen zu wollen. Nullfehlertoleranz können sich Götter leisten, Menschen aber wirken so schnell abgehoben oder arrogant. Mit dem Mut zur Imperfektion gewinnen Sie viel mehr Sympathien, denn es zeigt: Sie sind ein Mensch wie du und ich. Eine(r) von uns. Sehr sympathisch! Was gleich zum nächsten Punkt führt…

8. Betonen Sie Gemeinsamkeiten

Der Volksmund sagt: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Menschen, bei denen wir Gemeinsamkeiten entdecken, belohnen wir mit einem Sympathiebonus. Die sind schließlich wie wir selbst. Das bedeutet nicht, dass Sie jedem nach dem Mund reden sollen. Das mag keiner. Aber versuchen Sie im Gespräch Übereinstimmungen zu entdecken und diese in den Vordergrund zu rücken. Das erzeugt sofort eine positive Ausstrahlung. Trennendes dagegen entzweit buchstäblich.

9. Bleiben Sie positiv

Optimismus auszustrahlen, macht enorm sympathisch. Die Energie überträgt sich auf andere – und das lockt Menschen an. Negativismus dagegen ist ein Sympathiekiller. Alles zu bemosern, mag einem vielleicht das Gefühl geben, den besonderen Durchblick zu haben oder ein brillanter Querdenker zu sein. Tatsächlich wirkt die Selbstaufwertung aber abstoßend. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus: Loben Sie andere, ermutigen Sie, sehen Sie die positiven Seiten und übersehen Sie die negativen.

10. Beweisen Sie Verbindlichkeit

Verbindlichkeit oder Verlässlichkeit bedeutet, Verpflichtungen einzugehen und sich daran zu halten. Das gilt auf mehreren Ebenen – egal, ob es um Pünktlichkeit geht, um Zusagen oder Meinungen: Menschen, auf die Verlass ist und die sich einschätzen lassen, wirken sympathischer auf andere als solche, die wechselhaft und unberechenbar bleiben.

11. Seien Sie großzügig

Es stimmt: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Materielle Gaben sind hierbei aber weniger gemeint, sondern vielmehr geistige und emotionale Größe. Besserwisserei, Pedanterie, Erbsenzählerei – alles unsympathische Eigenschaften! Lassen Sie dagegen Fünfe gerade sein oder übersehen einen Lapsus, lässt Sie das sofort sympathisch wirken. Wahre Größe erzeugt nicht nur Respekt. Indem Sie anderen Ihre Sympathie bedingungslos schenken, kommt diese auch zu Ihnen zurück.

12. Bleiben Sie mysteriös

Bei aller Offenheit, Aufmerksamkeit und Charmeoffensive: Behalten Sie sich stets eine Rest Mysterium. Das ist das Ergebnis von Studien um Erin Whitchurch von der Universität von Virginia in Charlottesville. Wer bei seinen Sympathiebekundungen hier und da vage und rätselhaft bleibt, macht sich nicht nur attraktiver, sondern auch sympathischer. Vor allem Frauen reagierten auf diesen geheimnisvollen Hauch ungemein hingezogen.

Muss ich sympathisch sein?

Lassen Sie sich von all dem nicht verrückt machen. Was Menschen anziehend und sympathisch finden, ist so vielschichtig wie Erdsediment. Es wird immer Menschen geben, die Sie unsympathisch finden – egal, wie sehr Sie sich auch anstrengen. Zudem ist Sympathie nichts Finales. So schnell, wie wir einen Menschen sympathisch finden, so schnell können wir ihn auch wieder als abstoßend erleben. Hören Sie daher auf, einen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen. Sie mögen ja auch nicht alle und jeden. Und das ist völlig okay so.

Gunst ist ein teures Beförderungsmittel. Sie wird mit innerer Freiheit bezahlt. (Georg von Oertzen)

Wer aufhört, anderen gefallen zu wollen, gewinnt innere Freiheit und geistige Unabhängigkeit. Zugegeben, mentale Stärke und Autonomie wirken auf manche abschreckend und vielleicht sogar wieder unsympathisch. Das Bewusstsein der eigenen Identität („Ich weiß, wer ich bin, was ich kann und was ich will“) schafft aber einen inneren Kompass und ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg.

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