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Manipulation erkennen + abwehren: Arten, Beispiele

In der Psychologie gibt es bereits seit langer Zeit eine spannende Hypothese: Manipulation ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel! Wir alle manipulieren. Ständig. In der Familie, der Beziehung, in Freundschaften, im Job und Büro… Glaubt man dem Ansatz, tun wir nichts ohne Berechnung und Motiv – wenn auch manchmal unbewusst. Umso wichtiger, dass wir uns die Manipulation, sowohl die eigene als auch die von anderen, vor Augen führen. Hier erfahren Sie alles, was Sie zur Manipulation wissen müssen…

Manipulation erkennen + abwehren: Arten, Beispiele

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Was ist Manipulation? Einfach erklärt!

Als Manipulation wird ein Verhalten bezeichnet, durch das andere Menschen zum eigenen Vorteil beeinflusst werden sollen. Dabei werden mal subtile, mal sehr direkte Maßnahmen ergriffen, um das eigene Ziel zu erreichen. Wer manipuliert, bringt andere dazu, so zu handeln, wie er es gerne hätte. Dieses Konzept der gezielten Einflussnahme spielt in der Psychologie, Soziologie und Politik eine wichtige Rolle.

Ursprünglich war der Begriff völlig neutral. Er wird aus dem Lateinischen (manus = Hand und plere = füllen) ab und bedeutet so viel wie etwas in der Hand haben, Handhabung, Gebrauch. In der Technik oder Medizin wird er in dieser Bedeutung zum Teil weiterhin genutzt. Umgangssprachlich geht es bei Manipulation hingegen immer um eine Verhaltensbeeinflussung, bei dem ein Manipulator andere Menschen in der Hand hat.

Manipulation synonym

Synonym zur Manipulation wird auch von Täuschung, Betrug, Irreführung oder Verschleierung gesprochen. Der eigentlichen Bedeutung am ähnlichsten sind aber Beeinflussung, Suggestion oder Indoktrination.

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Beispiele: Welche Arten von Manipulation gibt es?

Manipulation hat viele Gesichter. Das macht es umso schwieriger, sie zu erkennen. Versierte Manipulatoren sind besonders gut darin, genau die Art und Methode auszuwählen, die beim Gegenüber den größten Effekt hat. Wir stellen Beispiele und Arten der Manipulation vor:

  • Angst

    Eine besonders effektive Art der Manipulation erfolgt durch Angst. Dem anderen wird gezielt Angst vor etwas gemacht, um sein Verhalten zu steuern. Beispiel: „Beim letzten Mal ist der Chef bei einem solchen Vorschlag total ausgerastet und hat eine heftige Standpauke gehalten.“ Durch die Anmerkung kann verhindert werden, dass ein Kollege seine Idee vorstellt – um vielleicht selbst mit einem ähnlichen Anliegen zu punkten.

  • Gefallen

    Es spricht eigentlich nichts dagegen, jemandem einen Gefallen zu tun, doch kann dahinter auch gezielte Manipulation stecken. Verkleidet als Gefallen werden unliebsame Aufgaben weitergegeben. Oder die Verantwortung wird schnell einer anderen Person aufgedrückt, um sich selbst unauffällig aus der Affäre ziehen zu können.

  • (Fehl-)Information

    Wissen ist Macht. Besonders bei der Manipulation. Ein Wissensvorsprung kann gezielt eingesetzt werden, um anderen einen Schritt voraus zu sein. Gerne werden auch absichtlich falsche oder unvollständige Informationen weitergegeben. Indem bestimmte Informationen verbreitet, andere hingegen zurückgehalten werden, kann die Meinung und damit die Handlung von Personen beeinflusst werden.

  • Bedürfnisse

    In der Werbung, aber auch im zwischenmenschlichen Miteinander ist die Beeinflussung der Bedürfnisse eine häufige Manipulationstechnik. Es wird suggeriert, dass etwas unglaublich wichtig, dass wir ohne gar nicht mehr leben können und unglücklich werden. Alles, um das Verhalten zu steuern.

  • Nachfrage

    Wenn etwas sehr begehrt ist, wollen wir es auch haben – kein Angebot verpassen, keine Chance ungenutzt liegen lassen. So lässt sich mit Angebot und Nachfrage hervorragend manipulieren. Im Internet gilt der Preis nur noch für 24 Stunden. Am Verhandlungstisch sollen Sie sich sofort entscheiden. Jetzt oder nie. Zugreifen oder kein zurück. Ihnen wird suggeriert, dass es keine Alternative gibt und abwarten immer die schlechtere Option ist, damit Sie sofort zustimmen.

  • Wiederholung

    Steter Tropfen höhlt den Stein. Manchmal muss die Botschaft nur oft genug gehört werden, um ihre Wirkung zu zeigen. Wer oft genug mit einer Information konfrontiert wird, übernimmt sie und greift unbewusst schneller darauf zurück.

Häufige Bereiche der Manipulation

Neben der Frage „Wie wird manipuliert?“ lautet eine zweite wichtige Frage: „Wo wird manipuliert?“ Glaubt man der anfänglichen These, lautet die Antwort: Überall, immer und ohne Ausnahme. Das klingt zugespitzt, doch tatsächlich lässt sich Manipulation in den unterschiedlichsten Bereichen regelmäßig beobachten:

  • Werbung

    Werbung ist letztlich nichts anderes als die Hohe Kunst der Manipulation. Das Konsumverhalten der Menschen soll beeinflusst werden, um zum Kauf der eigenen Produkte zu bewegen. Da werden die wertvollen Vitamine in Weingummis oder das gesunde Calcium in Joghurts genannt. Zucker und Zusatzstoffe finden hingegen keine Erwähnung. Das gleiche Prinzip findet sich bei jedem beliebigen Produkt in der Werbung.

  • Partnerschaft

    Gerade beim Kennenlernen und zu Beginn einer Beziehung spielt Manipulation eine große Rolle. Oder etwas netter formuliert: Jeder präsentiert sich von seiner besten Seite. Ein paar Pfunde wegschummeln, ein paar Hobbys erwähnen, die dem Partner imponieren sollen, ein paar begehrte Eigenschaften erschwindeln…

    In langjährigen Beziehungen sieht es nicht anders aus. Nach dem Streit schmollend in der Eckte sitzen, um den eigenen Willen durchzusetzen? Nichts anderes als Manipulation, damit der andere doch noch nachgibt. Besonders effektiv, wenn dabei Tränen vergossen werden.

  • Netzwerke

    Nirgendwo ist die Selbstinszenierung so ausgeprägt wie in den sozialen Netzwerken. Auf Instagram scheint es nur perfekte Menschen zu geben. Tolle Wohnung, perfekte Ordnung, unglaubliches Essen, die tollsten Urlaube… Jeder ist bekannt, belieht, begehrt – oder will andere manipulieren genau das zu glauben.

  • Job

    Das Berufsleben steckt voller Manipulation. Ein simples „Kannst du das machen, du kannst das so viel besser als ich“ ist nicht nur ein Kompliment, sondern eine Arbeitserleichterung für den Kollegen. Er könnte Sie auch ohne Schmeichelei fragen, die Aufgabe zu übernehmen – entscheidet sich aber bewusst dafür, um Ihr Verhalten zu steuern.

    Sie stecken jetzt im Dilemma: Sie folgen dem Wunsch und machen, was der Kollege will. Oder Sie sagen Nein und stehen als herzloser Egoist da, der einem netten Kollegen nicht helfen will. Hier müssen Sie deshalb genau abwägen. Ist es eine ernsthafte Bitte um Hilfe oder sind Sie gerade eine willkommene Option, um eine Aufgabe loszuwerden?

Nudging: Ich weiß, was besser für dich ist

Der Verhaltensökonom Richard Thaler erhielt den Wirtschafts-Nobelpreis für seine Forschungen im Bereich des sogenannten „Nudging“, das übersetzt „anstupsen“ bedeutet – nur eben in die richtige Richtung. Dahinter steckt der Gedanke, dass die meisten Menschen im Alltag irrational und unbedacht handeln. Ihre Entscheidungen sind impulsiv und nicht immer klug. Deshalb sei es nur legitim, sie in die richtige Richtung zu stubsen – sozusagen zu ihrem eigenen Wohl. Motto: Du willst es doch auch. Oder?

Dabei bedient sich das Nudging klassischer Manipulationsmethoden. Bestes Beispiel: Wenn in der Kantine das Obst auf Augenhöhe liegt, essen mehr Mitarbeiter Obst. Ebenso lässt sich nachweisen, dass in Ländern die Bereitschaft zur Organspende steigt, wenn dieser vor dem Todesfall ausdrücklich widersprochen werden muss. Klassische Beeinflussung von – in diesem Fall erwünschten – Verhaltensweisen.


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Manipulation von Menschen: Gut oder schlecht?

Manipulation hat einen sehr schlechten Ruf, doch sollte sie nicht grundsätzlich verteufelt werden. Ein einfaches Beispiel: Eltern wollen ihren Kindern gesundes Essen nahebringen und erzählen deshalb, wie lecker Brokkoli und Rosenkohl sind und dass ungesunde Alternativen und Süßigkeiten überhaupt nicht so gut schmecken. Die Absichten sind jedoch nur die besten. Es geht nicht um den eigenen Vorteil, sondern das Wohl und die Gesundheit des Kindes.

Anders sieht es bei Manipulation aus Eigennutz aus. Manipulatoren, die nur an sich selbst denken, nehmen in Kauf, dem anderen zu schaden oder zu einem Verhalten zu nötigen, dass nicht in seinem Interesse ist. Das ist deutlich kritischer zu sehen, doch selbst hier kommt es noch auf die Situation an.

In Verhandlungen versuchen etwa beide Seiten den Gesprächspartner zu manipulieren, um für die eigene Position das beste Ergebnis herauszuholen. Ist es nun unmoralisch oder schlecht, wenn ein Mitarbeiter den Chef durch Präsentation seiner Leistungen und Ergebnisse beeinflusst, um eine Gehaltserhöhung herauszuholen?

Gefahr und Schattenseite der Manipulation

Es gibt auch echte Gefahren der Manipulation. So können Menschen sogar dazu gebracht werden, kriminelle Dinge zu tun. In einem Experiment sollten Teilnehmer einem Schüler Stromschläge verpassen, wenn er einen Fehler machte. Dieser Schüler (der natürlich nicht wirklich Stromschläge bekam), saß im Nebenraum und schrie vor (gespielten) Schmerzen auf – trotzdem machten viele Probanden auf Anweisungen des Testleiters immer weiter. Autoritätsgläubigkeit und Pflichtbewusstsein stechen oft vor Moral und Mitgefühl.

Noch gefährlicher ist die Kombination aus Manipulation und Charisma. Im großen Stil lässt sich da bei charismatischen Führern und Diktatoren beobachten. Ihnen gelingt es, Massen für ihre Zwecke zu missbrauchen.

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Wie merkt man, dass man manipuliert wird?

Wir alle werden manipuliert und beeinflussen auch andere. Damit das nicht zu Ihrem Nachteil geschieht, ist es wichtig, dass Sie die Manipulation erkennen und sich dagegen wehren können. Immer wird das vermutlich nicht gelingen und besonders geschickte Manipulatoren sind schwer zu bemerken, doch gibt es einige Tipps und Strategien, mit denen Sie Manipulation erkennen können:

  • Hinterfragen Sie Informationen

    Manipulation fällt besonders leicht, wenn Sie einfach hinnehmen, was andere sagen. Um eine mögliche Manipulation erkennen zu können, sollten Sie deshalb durchaus kritisch sein. Informationen und Aussagen sollten hinterfragt werden, bevor Sie diese einfach akzeptieren und als gegeben ansehen.

  • Prüfen Sie Ihre Entscheidung

    Wenn Sie gerade eine Entscheidung treffen, sollten Sie kurz innehalten und sich fragen: Ist dies wirklich meine Entscheidung gewesen? Wähle ich das, was ich persönlich möchte? Oder wurde mir dieser Weg vielleicht von jemand anderem nahegelegt. Ratschläge sind durchaus willkommen, doch am Ende sollte es sich immer um Ihre Entscheidung handeln.

  • Tappen Sie nicht in die Schuldfalle

    Das Gefühl, jemandem etwas zu schulden, wird häufig zur Manipulation genutzt. Im Job lässt sich dies beispielsweise häufig beobachten: Ein Kollege bietet seine Hilfe an, springt Ihnen zur Seite und packt beim Projekt mit an – kurze Zeit später kommt er dann mit einer Bitte zu Ihnen. Vielleicht will er eine Schicht tauschen oder hat eine Aufgabe, die er an Sie abgeben möchte. Wenn Sie aus Schuldgefühlen handeln, steckt dahinter oftmals Manipulation.

  • Fallen Sie nicht auf Charme herein

    Charme kommt bei anderen Menschen sehr gut an, kann jedoch auch genutzt werden, um diese zu beeinflussen. Sollte jemand Ihnen gegenüber ganz besonders charmant sein, sollten Sie zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass dieser Sie manipulieren will.

Manipulation beenden: Wie wehre ich mich gegen Manipulation?

Die beste Strategie gegen Manipulation ist zunächst, diese zu enttarnen und zu verstehen, dass jemand Ihnen gerade seinen Willen aufzwingt. Haben Sie das geschafft, ist es leicht, sich zu wehren und den Versuch im Keim zu ersticken. Wer selbstbewusst genug ist, kann dann offen darauf hinweisen, dass er sich nicht manipulieren lässt. Das kann Sie vor zukünftigen Versuchen schützen.

In der Praxis ist es jedoch schwierig, eine Manipulation frühzeitig als solche zu erkennen. Eine andere Taktik ist dann Selbstreflexion. Bevor Sie handeln, fragen Sie sich: Ist es wirklich das, was ich will – oder lasse ich mich in meiner Entscheidung gerade beeinflussen?

Lassen Sie sich leicht manipulieren? 6 gegenteilige Anzeichen

Glücklicherweise ist nicht jeder manipulierbar. Jedenfalls nicht so leicht. Früher oder später geht jeder mal einem Verkäufer- oder Psychotrick auf den Leim. Das macht aber nichts. Entscheidend ist, ob Sie grundsätzlich leicht zu beeinflussen sind – oder eher nicht. Und dafür gibt es ein paar ganz gute Indizien:

  1. Sie wissen, wann Sie etwas hinterfragen müssen
    Wer alles akzeptiert und zu jeder Information oder Anweisung „Ja und Amen“ sagt, ist für Manipulatoren ein gefundenes Fressen. Wenn Sie hingegen die Dinge kritisch hinterfragen, nach einem Grund oder zusätzlichen Informationen suchen, ist das ein starkes Zeichen dafür, dass Sie sich nicht manipulieren lassen.
  2. Sie kennen sich selbst und Ihre eigenen Ziele
    Je besser Sie sich selbst und Ihre Ziele kennen, desto eher arbeiten Sie daran, diese zu erreichen. Der Vorteil: Sie fallen seltener auf die Manipulationsversuche Ihrer Mitmenschen herein. Halten Sie sich immer vor Augen, was SIE erreichen wollen, was IHRE Stärken sind und wie SIE diese nutzen können. Damit reduzieren Sie das Risiko, Ihre Energie für die Erreichung der Ziele anderer aufzubringen.
  3. Sie stehen zu Ihrer eigenen Meinung
    Selbstbewusstsein und geistige Unabhängigkeit sind starke Schlüssel, um nicht auf Manipulatoren hereinzufallen. Diese versuchen oft, andere mit allerlei rhetorischen Tricks zu überzeugen. Sind Sie aber in der Lage, Ihre Meinung zu äußern und diese auch zu vertreten, machen Sie jedem Manipulator das Leben schwer.
  4. Sie bauen intensive Beziehungen auf
    Eine besondere Form der Manipulation ist es, verschiedene Personen gegeneinander auszuspielen. Dies gelingt aber nur dann, wenn die Kommunikation zwischen den Betroffenen nicht richtig funktioniert. Je fundierter eine Beziehung ist, desto eher wird es Ihnen auffallen, wenn jemand versucht, Sie oder einen Ihrer Freunde auszunutzen.
  5. Sie fühlen sich gut
    Niemand wird gerne ausgenutzt und für fremde Zwecke missbraucht. Wer sich regelmäßig in dieser Situation wiederfindet, reagiert darauf mit Stress, Nervosität und innerer Unruhe. Es ist das ungute Gefühl, zur Marionette zu werden. Es ist daher ein simples, aber veritables Anzeichen, dass Sie sich nicht manipulieren lassen, wenn Sie sich einfach gut und sicher fühlen.
  6. Sie durchschauen Tricksereien
    Menschen, die andere manipulieren möchte, schlüpfen dazu gerne in eine Rolle. Meist spielen Sie die aufopferungsvolle Person, den barmherzigen Samariter, der nur dazu da ist, anderen zu helfen und ihr gesamtes Dasein danach ausrichtet. Dahinter steckt ein Manipulationsversuch. Wenn Sie solche Schauspielerei durch gute Menschenkenntnis durchschauen, lassen Sie sich seltener manipulieren.

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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