30-60-90-Strategie: In 90 Tagen zum Job

Falls Sie gerade vorhaben, den Job zu wechseln, finden Sie sich in bester Gesellschaft: Wie Google-Trends offenbart, suchen die Menschen im März besonders intensiv nach einer beruflichen Veränderung. Rein statistisch werden die Stellen hierzulande alle drei bis vier Jahre neu besetzt. Das entspricht einer Fluktuationsrate von rund 30 Prozent. 52 Prozent der Beschäftigten gehen diesen Schritt durchaus freiwillig, denn er lohnt sich: Wer sich aus eigenem Antrieb beruflich verändert, kann sein Gehalt in der Regel um bis zu 13 Prozent steigern…

30-60-90-Strategie: In 90 Tagen zum Job

30-60-90-Strategie: In 90 Tagen zum Job

Allerdings sollte dieser Wechselschritt gut geplant und strategisch vorbereitet werden. Gerade das Internet und Social Media bieten hierbei zahlreiche Optionen, eine Art Treibnetz auszulegen und so an die besten Jobs aus dem verdeckten Arbeitsmarkt zu gelangen. Dennoch können Sie Ihre Jobsuche nicht offen thematisieren. Diskretion ist oberste Pflicht. Die meisten Chefs empfinden solche Pläne als persönlichen Verrat und reagieren entsprechend verstimmt. Im Extrem werden Sie rausgemobbt, bevor Sie die neue Stelle haben. Unnötig!

Der Schlüssel zum neuen Job heißt: Reputations-Management.

Es wäre viel zu auffällig und auch zu plump, in sein Xing- oder Linkedin-Profil „Suche nach neuen Herausforderungen“ zu schreiben. Diese Profile bringen Sie bitte allenfalls durch einen Frühjahrsputz auf Vordermann:

  • Foto aktualisieren,
  • Lebenslauf vervollständigen,
  • wichtige Qualifikationen ergänzen.

Auch Online-Visitenkarten wie about.me sollten sie anlegen und verlinken – wie alle diese Profilseiten untereinander. Mehr aber nicht. Positionieren Sie sich stattdessen im Netz völlig neu – zum Beispiel als Experte und bauen Sie entsprechende Kontakte auf – mit der 30-60-90-Strategie

Die 30-60-90 Strategie

  • In den ersten 30 Tagen

    beginnen Sie ein Blog zu schreiben, um sich eine entsprechende Reputation aufzubauen. Bei WordPress können Sie ein solches Blog kostenlos aufsetzen und sofort losschreiben. Als Alternative geht auch Google+. Der Trick ist, sich vorher genau zu überlegen unter welchen Suchbegriffen, sogenannten Keywords, man Sie finden soll. Wonach würde ein Headhunter oder Personaler suchen, wenn er jemanden wie Sie einstellen will? Ihre Blog- und Fachartikel sollten exakt auf diese Keywords optimiert sein und diese schon in der Überschrift enthalten. Wichtig in dieser ersten Phase ist, überhaupt erst einmal Fundstellen im Netz zu erzeugen.

  • In den nächsten 30 Tagen

    schreiben Sie fleißig weiter, Sie haben ja schon etwas Routine. Zusätzlich beginnen Sie, Reichweite auf- und Ihr Netzwerk auszubauen. Starten Sie damit, andere Experten-Blogger und deren Artikel zu verlinken und zu besprechen sowie potenzielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Etwa, indem Sie den Mitarbeitern auf Twitter folgen, deren Tweets kommentieren oder Retweeten sowie entsprechende Karriereseiten auf Facebook liken und dort inhaltlich starke (Fach-)Kommentare hinterlassen. Ab und an können Sie auch auf einen Ihrer Blogartikel mit einem Link verweisen. Aber bitte nur dezent! Sie wollen durch inhaltliche Qualität auf sich neugierig machen – nicht durch Jobbettelei.

  • In den letzten 30 Tagen

    wird es Zeit, die Strategie zu verfeinern: Während Sie weiter bloggen, schärfen Sie Ihren Suchradius. Wer sind die einschlägigen Headhunter für Ihre Profession? Googeln! Auch die haben vielleicht schon Social Media Kanäle, wie Twitter, eine Facebookseite oder ein Blog. Hier suchen Sie ebenfalls den Kontakt nur über die inhaltliche Auseinandersetzung und beweisen fundierte Branchen- und Fachkenntnisse. Lokalisieren Sie via Xing oder Linkedin wichtige Entscheider aus Ihrem Zielunternehmen. Engagieren die sich in entsprechenden Gruppen (steht im Profil)? Werden Sie dort ebenfalls Mitglied und diskutieren Sie mit! Nutzen Sie die gesamte Klaviatur der Sozialen Netzwerke und bauen Sie Ihre Online-Reputation auf und aus. Das nutzt Ihnen nicht nur in diesen drei Monaten und bei der aktuellen Jobsuche, sondern ein Berufsleben lang.

Je nachhaltiger Sie Ihre Online-Referenzen und -Reputation pflegen und je engmaschiger Sie Ihr Internetz knüpfen, desto weniger müssen Sie in Zukunft nach neuen Herausforderungen und Jobs suchen – die schwimmen Ihnen dann von ganz allein in die Maschen…

[Bildnachweis: studiostoks by Shutterstock.com]
4. März 2013 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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