Netzwerken lernen: 33 Tipps für richtiges Networking
Beziehungen schaden nur dem, der keine hat. Die richtigen Kontakte, das sprichwörtliche Vitamin B - all das kann Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben. Doch was genau ist das Geheimnis für richtiges Netzwerken, das Sie auch in der Karriere weiterbringt? Worauf kommt es beim Netzwerken an? Worauf sollten Bewerber achten? Und noch wichtiger: Kann man Netzwerken lernen? Die Antwortet lautet: Ja, kann man lernen... Die folgenden Tipps, Tricks und Anregungen machen Sie zum Networking-Profi...

Netzwerken lernen: Definition und Grundregeln

Netzwerken DefinitionNetzwerken (auch "networken" oder "networking" genannt) beschreibt - laut Definition - den Aufbau und die Pflege des eigenen Kontaktnetzwerks. Ziele des Netzwerkens sind der Wissensaustausch, gegenseitige Hilfe und nicht zuletzt der berufliche Vorteil - etwa bei der Jobsuche oder Karriere. Dabei basiert das Netzwerk auf dem Prinzip der Freundesfreunde: Jedes neue Mitglied bringt seinerseits neue Kontakte ein. So erweitert sich das entstehende Beziehungsgeflecht stetig.

Wie aber wird man zum perfekten Netzwerker? Was raten Profis? Was sind die wichtigsten Regeln und die größten Fehler?

Bevor Sie zum perfekten Netzwerker aufsteigen, gilt es zunächst einmal die vier Grundregeln zu beherzigen:

  1. Ziel bestimmen.

    Was erwarte ich von den Kontakten? Was will ich damit erreichen? Nur wer seine Ziele definiert, behält den Blick fürs Wesentliche und kann das auch anderen vermitteln.

  2. Klasse statt Masse.

    Ein Netzwerk ist nur so wertvoll wie seine Mitglieder. Wen man in seinen privaten Zirkel aufnimmt, sollte von den Zielen abhängen, nicht von der Statistik.

  3. Erst geben, dann nehmen.

    Der beste Einstieg sind berufliche Gemeinsamkeiten und der Austausch von Wissen. Und zwar ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch mit Ratschlägen sollten andere nur versorgt werden, wenn sie fragen.

  4. Am Ball bleiben.

    Ist die Verbindung herstellt, sollte diese vertieft werden – durch virtuellen Gedankenaustausch und persönliche (!) Treffen. Kontakte müssen gepflegt werden.

Frauennetzwerke helfen nicht

Frauennetzwerke helfen nichtFrauennetzwerke werden den Erwartungen nicht gerecht. Laut einer Umfrage des Harvard Business Managers erhoffen sich deren Mitglieder zwar Kolleginnen kennenzulernen (56 Prozent), ein besseres Arbeitsumfeld für Frauen zu schaffen (54 Prozent) sowie im Unternehmen voranzukommen (48 Prozent). Doch werden diese klar umrissenen Erwartungen nur selten erfüllt. Vor allem die Weiterempfehlungsrate erreiche mit einem sogenannten Net Promoter Score von -3 (Skala: -100 bis 100) einen unterdurchschnittlich schlechten Wert. Mehr noch: Die Netzwerke seien sogar häufig nichts weiter als eine Karriere-Sackgasse.

Netzwerken lernen: Wer gehört in Ihr Netzwerk?

Sie werden sich vielleicht fragen: Was sind denn die richtigen Kontakte, wer gehört dazu?

Gute Frage! Das hängt immer auch von der eigenen Vita ab, den eigenen Karrierezielen, -plänen und -wegen. Aber im Kern - und das ist der Trick - sollten Sie in ihrem Netzwerk zwei Arten von Menschen sammeln:

  • Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie.
  • Menschen, die schon dort sind, wo Sie hinwollen.

Warum? Ganz einfach...

  1. Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie...

    dienen der Konspiration. Wer hierbei an potenzielle Konkurrenz denkt, hat den Kern des Networkings noch nicht verinnerlicht. Solche Kontakte haben ähnliche Hintergründe, ähnliche Ziele und damit auch ähnliche Probleme - und natürlich Erfahrungen und Lösungen. Profitieren Sie gegenseitig davon, indem Sie sich regelmäßig austauschen! Man muss schließlich nicht denselben Fehler begehen, den andere schon begangen haben - und alle können hierbei nur gewinnen.

    Allerdings sollte diese Gruppe nicht allzu groß ausfallen, weil sonst erfahrungsgemäß der Austausch leidet, und es immer schwieriger und aufwändiger wird, diesen regelmäßig zu organisieren.

    Ansonsten aber sollten Sie untereinander ein sogenanntes Gentleman's Agreement verabreden: Was dort ausgetauscht wird, bleibt in der Gruppe. Danach aber tauschen Sie sich so offen wie möglich aus über...

    Was Sie hierbei machen, ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Zitierkartell zu schaffen, das in der Soziologie auch als Dutch Admiral Paradigm bekannt ist: Zwei niederländische Kadetten sollen sich seinerzeit und bevor sie in den Krieg zogen, gegenseitig geschworen haben, nur Gutes über die Taten des anderen zu berichten. Sie lobten sich gegenseitig nach oben. Am Ende waren die beiden die jüngsten Admiräle der Niederlande.

  2. Menschen, die schon dort sind, wo Sie hinwollen...

    sind noch wichtiger. Aus zwei Gründen:

    • Sie wirken wie Mentoren, und Sie können von Ihnen viel lernen.
    • Sie könnten einmal ihr Nachfolger werden.

    Kurzum: Diese Menschen besitzen viele Erfahrungen und Insiderwissen, die Sie auf Ihrem Weg noch dringend benötigen. Pflegen Sie diese Kontakte gezielt und regelmäßig. Und vor allem Fragen Sie diese Menschen, um von ihnen zu lernen. Fragen können sein:

    • Was lieben Sie an Ihrem Job?
    • Welche Herausforderungen muss man erwarten?
    • Welche Schlüsselfähigkeit sind absolut erforderlich?
    • Was hätten Sie am liebsten schon eher gewusst?
    • Welchen Rat würden Sie einem Anfänger wie mir geben?

Selbsttest: Welcher Networking-Typ sind Sie?

Selbsttest: Welcher Networking-Typ sind Sie?Vitamin B, netzwerken, networking, Kontakte knüpfen – es gibt viele Ausdrücke dafür, Beziehungen zu neuen Menschen aufzubauen. Einigen fällt es dabei leichter, auf ihre Mitmenschen zuzugehen, andere kostet das Überwindung. Finden Sie in unserem Selbsttest heraus, zu welchem Networking-Typ Sie zählen.

Der Selbsttest besteht aus zehn Fragen. Für die Antworten wird eine unterschiedliche Punktzahl vergeben. Bitte addieren Sie jeweils die Punktzahl Ihrer Antworten zusammen. Am Ende der Fragenliste gelangen Sie zur Auswertung.

  1. Wie viel Networking-Veranstaltungen besuchen Sie jeden Monat?

    • Puh, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. (3 P.)
    • Och, so ein bis zwei werden es wohl sein. (1 P.)
    • Moment, jeden Monat? Das ist mir viel zu stressig. Ich nehme nur an großen Events einmal jährlich Teil. (2 P.)
  2. Wie lange bleiben Sie auf Stammtischen, Tagungen und ähnlichen Events?

    • Ich schaue kurz vorbei, gehe dann aber relativ schnell wieder. (1 P.)
    • Ich gehöre eigentlich immer zu den letzten, die gehen. Man trifft einfach so viele Leute und hat so viel zu erzählen. (3 P.)
    • Das kommt ganz darauf an, wie viele Menschen mich ansprechen. (2 P.)
  3. Wie knüpfen Sie neue Kontakte?

    • Freunde und Bekannte stellen mir diese vor. (2 P.)
    • Ich warte ab, bis ich angesprochen werde. (1 P.)
    • Ich gehe auf neue Menschen zu, stelle mich vor und komme ins Gespräch. (3 P.)
  4. Mit wem gehen Sie Essen oder einen Kaffee trinken in der Mittagspause?

    • Das wechselt, mal mit den Kollegen aus der Buchhaltung, mal mit einem Kunden und mit meinem Büronachbarn. (3 P.)
    • Wer gerade Zeit und Lust hat. (2 P.)
    • Ich gehe immer mit den Kollegen, die in meinem Büro sitzen, essen. Wir verstehen uns sehr gut. (1 P.)
  5. Sie sitzen mit den Kollegen beim Mittagstisch und diese unterhalten sich über das Wochenende. Wie nehmen Sie am Gespräch teil?

    • Ich höre größtenteils zu. (1 P.)
    • Ich erzähle von meinen Plänen, tausche mich mit den Kollegen über die besten Ziele für Kurztrips aus und gebe Empfehlungen. (3 P.)
    • Das kommt auf meine Laune an. Mal diskutiere ich mit, mal bin ich genervt. (2 P.)
  6. Welche Kontakte sind in Ihrem beruflichen Netzwerk?

    • Eigentlich alle, mit denen ich so zu tun habe. (2 P.)
    • Kollegen, mit denen ich mal zusammengearbeitet habe. (1 P.)
    • Ich suche mir meine Kontakte gezielt aus. (3 P.)
  7. Wie verbringen Sie Ihren Freitagabend?

    • Am liebsten gehe ich aus, entweder zu einer Party, essen mit Freunden und Bekannten. Irgendetwas ist immer. (3 P.)
    • Gemütlich auf der Couch mit einem guten Buch oder Spielfilm. (1 P.)
    • Meistens ruft einer von meinen Freunden oder Bekannten an und wir unternehmen etwas. Gerne auch ein Feierabendbier mit den Kollegen. (2 P.)
  8. Sie haben sich auf einem Networking Event gut mit jemandem verstanden. Was passiert danach?

    • Ich hoffe, die Person meldet sich bei mir. Wir haben die Kontaktinformationen ausgetauscht. (1 P.)
    • Einige Tage später melde ich mich bei der Person und vereinbare ein weiteres Treffen. (3 P.)
    • Ich muss zugeben, oft vergesse ich mich zu melden. (2 P.)
  9. Sie lernen jemand neues kennen. Wie stellen Sie sich vor?

    • Ich nenne meinen Namen und lächle schüchtern. (1 P.)
    • Ich lächle, stelle Augenkontakt her, stelle mich vor und erfrage Details zu meinem Gegenüber. (3 P.)
    • Ich grinse, sage kurz "Hi" und bin auch schon wieder weg. In der anderen Ecke habe ich einen Bekannten gesichtet. (2 P.)
  10. Wie gehen Sie mit beruflichen Erfolgen um?

    • Ich leiste gute Arbeit und will auch, dass meine Kollegen und mein Chef das wissen. Fortschritte und Erfolge teile ich gerne. (3 P.)
    • Es ist mir peinlich, über Erfolge zu sprechen. Es heißt doch Eigenlob stinkt. (1 P.)
    • Meine Leistungen sprechen für sich oder? (2 P.)


Auswertung


Apropos: Damit aus neuen Kontakten belastbare Beziehungen und ein vitales Netzwerk werden, muss man die Kontakte pflegen. Und leider ist es so, dass sich viele Bekanntschaften schnell wieder verflüchtigen, wenn man sich nicht darum kümmert.

Lauren Berger, die Gründerin einer Praktikumsvermittlung, hat deshalb die 3-Mal-1-Regel erfunden: Sie pflegt jeden ihrer Kontakte mindestens drei Mal in einem Jahr - jeweils im Frühjahr, Sommer und Herbst. Oft reichen dazu schon ein kurzes Telefonat und ein paar Mails.

Netzwerken Tipps Gründe - Spruch

Richtig Netzwerken: Tipps für besseres Networking

Der Kontakt zu den "richtigen" Leuten entsteht nicht von selbst, sondern ist das Ergebnis einer strategischen und kontinuierlichen Netzwerkarbeit. Die folgenden Tipps und Tricks helfen Ihnen beim gezielten Netzwerken:

    Körpersprache

  1. Behalten Sie stets Blickkontakt.

    Vor allem, wenn Sie mit der anderen Person reden oder diese redet. Alles andere wirkt desinteressiert oder unsicher. Beides bringt Ihnen kaum Sympathien ein. Übertreiben sollten Sie beim Blickkontakt aber auch nicht: Sein Gegenüber visuell zu fixieren, kann einschüchtern. Der prüfende Blick verunsichert oder mutiert zu einer Art Augenmikado: Wer zuerst wegsieht, hat verloren.

    Blickkontakt Netzwerken

  2. Lehnen Sie sich vor.

    Das signalisiert Interesse. Allerdings ist hierbei nur leichtes Vorlehnen statt entspanntem Lümmeln gemeint. Rücken Sie dem anderen zu dicht auf die Pelle, verletzen Sie seine Distanzzone, verschrecken und wirken zu dominant.

  3. Lächeln Sie.

    Lächeln macht sofort sympathisch und ist nachweislich der leichteste und beste Einstieg, jemanden kennenzulernen. Genauso hilft es, ein paar nette (aber nicht schlüpfrige) Komplimente zu machen. Die hört jeder gern.

  4. Haben Sie ein Ziel.

    Wenn Sie schon durch den Raum schreiten, sehen Sie bitte immer so aus, als hätten Sie ein Ziel – entweder eine Gruppe am anderen Ende des Saals oder die Bar. Wer nur so umherstreift, gibt ein armseliges Bild ab: das von einem einsamen Mickerling, mit dem keiner was zu tun haben will.

  5. Spiegeln Sie Ihr Gegenüber.

    Am spiegelbildlichen Verhalten lässt sich ablesen, wie harmonisch eine Beziehung oder ein Gespräch ist. Es lässt sich aber genauso einsetzen, um die Distanz zum Gegenüber oder dessen Vorbehalte abzubauen. Ahmen Sie mit der sogenannten Chamäleon-Technik behutsam die Körpersprache Ihres Gegenübers nach: Verschränkt er die Arme, machen Sie das ebenfalls. Mit der Zeit wird er unterbewusst Vertrauen gewinnen. Durch Ihre Körpersprache suggerieren Sie ihm Sympathie und Harmonie. Das funktioniert übrigens mit Mimik und Sprache genauso. Sie können sein Sprechtempo, seine Sprechweise, Betonungen oder Wortwahl imitieren. Aber bitte nicht nachäffen! Das alles muss subtil geschehen.

  6. Strategisches Vorgehen

  7. Bereiten Sie sich vor.

    Vor dem ersten Kontakt sollten Sie sich ausgiebig über die jeweilige Person informieren. Dieses Wissen kann Ihnen nicht nur als Gesprächseinstieg dienen, Sie können dadurch auch manche Reaktion vorhersehen und einordnen.

    Einstiegsfragen für Netzwerkveranstaltungen

    Einstiegsfragen für NetzwerkveranstaltungenOft rührt der Widerwille auf andere Menschen zuzugehen daher, dass man nicht weiß, was man sagen soll. Hier ein paar Vorschläge, wie Sie mit einfachen Fragen beginnen können:

    • Was machen Sie beruflich? Der Klassiker unter allen Smalltalk-Intros. Er eröffnet eine Reihe von Anschlussfragen, etwa zum Unternehmen, der Branche oder der Position, in der Ihr Gegenüber arbeitet. Die Frage ist gut, allerdings auch ziemlich abgedroschen. Durch Originalität fällt man damit nicht auf.
    • Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Zweifellos der originellere Opener. Denn er bringt den anderen dazu, über sich selbst zu reflektieren – und das inspiriert Sie beide. Die Frage eignet sich daher nicht nur als Gesprächseinstieg, sondern auch als Diskussionsauftakt in einer bereits etablierten Gruppe.
    • Welches Buch lesen Sie gerade? Diese Frage zielt ebenfalls auf Inspirationsquellen, kann aber auch durch Hobbys oder private Interessen erweitert werden. In jedem Fall gewinnen Sie so eine Menge Informationen über Ihr Gegenüber sowie weiteren Gesprächsstoff.
    • Wie fanden Sie den Vortrag? Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es eine solche Präsentation gegeben hat. Wichtig ist dann aber, dass Sie Ihre eigene Meinung nicht gleich hinausposaunen. Insbesondere wenn Sie den Vortrag doof fanden. Sonst verbreiten Sie sofort zu Beginn negative Stimmung. Und das blockiert. Eine inhaltliche und intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Gesagten betont indes Ihre Gemeinsamkeit als Zuhörer und schafft neue Gesprächspunkte.
    • Möchten Sie etwas trinken? Der ideale Einstieg für jemanden, der noch einsam und allein an einem Tisch steht. Sie beweisen so nicht nur Aufmerksamkeit und gute Manieren, sondern nutzen auch noch den Benjamin-Franklin-Effekt. Alternativ: "Soll ich Ihnen etwas von der Bar mitbringen?" Falls Sie einer attraktiven Frau begegnen und mit ihr auf diese Weise ins Gespräch kommen wollen, empfiehlt sich jedoch die Gentleman-Variante: Bringen Sie ihr den Drink direkt mit. Vorher aber bitte ihre Vorlieben ausspähen.
  8. Suchen Sie Gemeinsamkeiten.

    Aus der Sympathieforschung weiß man heute, dass wir jemanden sofort sympathischer finden, der uns ähnlich ist oder dieselben Gefühle teilt und uns versteht.

  9. Bieten Sie etwas an.

    Eine Idee, ein neues Konzept, einen guten Kontakt. Hauptsache, es ist etwas, das dem anderen weiterhilft. Eine solch noble Geste bricht jedes Eis und hinterlässt einen bleibenden Eindruck – nicht zuletzt wegen der Reziprozitäts-Regel.

    Die 70-20-10-Formel

    70-20-10-Formel Networking-Regel
    Der Social Media Berater Mike Sansone hat eigens eine Formel für erfolgreiches Netzwerken entwickelt - die 70-20-10-Regel:

    • 70

      Vertrauen ist der Anfang von allem – auch von guten, belastbaren Beziehungen. Wer also ein Beziehungsgeflecht aufbauen will (vulgo: netzwerkt), sollte 70 Prozent seiner Zeit und seines Engagements darin investieren, Vertrauen zu gewinnen. Und dies geschieht am besten, indem Sie für andere einen Nutzen stiften, Kontakte vermitteln oder ein paar Anrufe für andere machen, Tipps geben, weiterhelfen.

    • 20

      Sobald Ihnen die Menschen vertrauen und dank Ihrer Hilfe selbst ein Stück weitergekommen sind, fangen sie an, sich auch für Sie zu interessieren. Gut so. Denn die nächsten 20 Prozent verbringen Sie damit, dass andere Sie besser kennenlernen können – durch das, was Sie von sich erzählen, was Sie bewegt, wofür Sie kämpfen, wonach Sie streben. Zeigen Sie, wer Sie sind – aber bitte ohne zu prahlen.

    • 10

      Nachdem Sie sich für andere engagiert, Vertrauen aufgebaut und sich persönlich kennengelernt haben, sind echte Beziehungen entstanden. Erst können Sie erwarten, dass andere für Sie Zeit und Energie aufwenden, um Ihnen weiterzuhelfen, also eine Ressource für Sie werden. Jetzt können Sie über sich und Ihre Bedürfnisse sprechen, um Rat oder konkrete Hilfe bitten – aber eben nur zu 10 Prozent.

  10. Gehen Sie behutsam vor.

    Niemand mag überrumpelt werden. Oder frei nach Goethes Torquato Tasso: "So fühlt man die Absicht und man ist verstimmt." Beziehungen, genauso wie Vertrauen wachsen langsam.

  11. Teilen Sie Kontakte.

    Wenn Sie Leute weiterempfehlen (natürlich nur die, die Sie gut kennen), profitieren gleich drei davon: der neue Kontakt, ihr alter und Sie selbst. Denn die beiden sind nun auch noch Ihre Multiplikatoren, die Ihre Qualitäten als Vermittler und Helfer preisen werden.

  12. Treffen Sie verlässliche Zusagen.

    Sätze wie: "Ich melde mich morgen bei Ihnen." sind schnell ausgesprochen, müssen dann aber auch eingehalten werden. An Zusagen - und deren zuverlässiger Einhaltung - werden Sie gemessen. Nicht gehaltene Zusagen schaden Ihrer Glaubwürdigkeit enorm.

  13. Stellen Sie sinnvolle Fragen.

    Sie wissen nicht, über was Sie sprechen sollen? Dann fragen Sie. Durch höfliche und zielgerichtete Fragen zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie sich wirklich für ihn interessieren. Das bringt Ihnen nicht nur neue Informationen für Ihre Netzwerkarbeit, sondern schmeichelt auch dem Ego Ihres neuen Kontaktes.

  14. Erleichtern Sie die Kontaktaufnahme.

    Ihre E-Mail-Signatur, die Profile in verschiedenen sozialen Netzwerken (und Ihr Blog) haben eines gemeinsam: Sie können und sollten dort auf alle anderen Netzwerke verlinken und so die Kontaktaufnahme mit Ihnen erleichtern.

  15. Netzwerk-Veranstaltungen

  16. Stellen Sie sich richtig vor.

    Stellen Sie sich möglichst zuerst und mit vollem Namen vor. Schön wäre ein guter erster Satz, der Sie charakterisiert und was der andere von Ihnen potenziell zu erwarten hat. Das kann eine kurze (!) Beschreibung dessen sein, was Sie beruflich machen oder eine Formulierung, die neugierig macht - eben eine Art Elevator-Pitch. Nur eins ist verboten: langweilen.

  17. Geben Sie die Hand.

    Klingt selbstverständlich, hat aber zwei viel wichtigere Effekte: Ein ordentlicher Händedruck verrät viel über Sie selbst und schafft körperlichen Kontakt. Das verbindet subtil.

    Hand geben Knigge

  18. Nehmen Sie genug Visitenkarten mit.

    Erstens, weil die erfahrungsgemäß schneller ausgehen als man meint; und zweitens, weil man die besten Leute oft erst zum Schluss kennenlernt. Blöd, wenn dann die Karten alle sind. Wichtig hierbei: Visitenkarten nie verteilen wie ordinäre Spielkarten, sondern mit gebührender Selbstachtung. Nur so wird man Ihnen auch entsprechende Wertschätzung spiegeln.

    Der 2-Taschen-Trick für Netzwerk-Treffen

    2-Taschen-Trick für Netzwerk-TreffenEin typischer Netzwerk-Abend. Jeder steckt Ihnen seine Karte zu. Ergebnis: Sie besitzen am Schluss ein hübsches Kartenspiel, mit dem man locker Titel-Quartett spielen könnte... Aber, verflixt, wer war noch mal wer?

    Es ist ein klassisches Netzwerker-Problem. Eigentlich sollte man die interessantesten Leute nach einem solchen ersten Treffen noch einmal kontaktieren - Follow-up heißt das in der Fachsprache. Man bedankt sich für das nette Gespräch, baut ein paar Details vom Vorabend ein und plant weitere Kooperationsschritte. Blöd, wenn man dann die Fakten durcheinander bringt oder sich partout nicht mehr erinnern kann.

    Profis raten daher, sich noch am selben Abend regelmäßig ein paar Notizen zu den Personen auf der Kartenrückseite zu machen. Natürlich nicht, während die Leute noch daneben stehen und das sehen können. Dazu zieht man sich diskret zurück – im Zweifel auf die Toilette.

    Eine andere Methode ist der Zwei-Hosentaschen-Trick: Nachdem Sie die Visitenkarte des anderen ausreichend gewürdigt haben, stecken Sie diese in unterschiedliche Taschen:

    • Die Karten von Leuten, zu denen Sie auch weiterhin Kontakt halten möchten, verwahren Sie in der rechten Hosentasche,
    • die Nervensägen in der linken.

    Den Unterschied merkt kein Mensch, aber die Entsorgung ist hinterher wesentlich leichter.

  19. Seien Sie authentisch.

    Sicher, das ist ein überstrapaziertes Wort. Gemeint ist hier aber vor allem, freundlich, erfrischend und ehrlich zu sein. Niemand mag selbstverliebte Sprücheklopfer. Wenn Sie Sorge haben, dazu zu neigen, loben Sie zunächst den anderen und stellen Sie ihm Fragen.

  20. Strahlen Sie etwas Positives aus - immer.

    Sie kennen das Bonmot: "Erfolg macht sexy"? Der Grund dafür ist einfach: Man sieht es den Menschen buchstäblich an, wenn Sie mit sich und der Welt zufrieden sind. Und da wir alle uns danach sehnen, sind solche Menschen extrem anziehend. Versuchen Sie diese innere Zufriedenheit vor einem solchen Event zu konservieren und vor Ort auszustrahlen – und die Leute werden auf Sie zugehen.

  21. Ziehen Sie etwas Bequemes an.

    Natürlich sollten Sie – falls ausgewiesen – etwaige Dresscodes berücksichtigen. Aber Sie sollten sich in Ihrer Kleidung auch wohl fühlen und nicht wie verkleidet. Denn auch das strahlen Sie aus.

  22. Machen Sie Pausen.

    Networking ist, wie das Wort "working" erahnen lässt, durchaus harte Arbeit. Der Geist muss ständig hellwach bleiben, Stresspegel und Reaktionsgeschwindigkeit sind entsprechend hoch. Wer so energetisch geladen ist, fasziniert. Wer müde ist, allerdings nicht. Gönnen Sie sich daher zwischendurch auch Pausen – etwa an der Bar, um unauffällig bei einem Drink die eingesammelten Visitenkarten mit kurzen Notizen zu versehen. Und sprechen Sie neue Menschen nur an, wenn Sie geistig voll da sind. Ansonsten: Es ist keine Schande, irgendwann nach Hause zu gehen, weil man müde wird.

  23. Haken Sie IMMER nach.

    Jeden neuen Kontakt sollte man binnen drei Tagen noch einmal kontaktieren – per E-Mail, Brief oder Telefon. Sonst zerreißt das noch zarte Band. Sagen Sie demjenigen, wie sehr Sie sich gefreut haben, ihn kennengelernt zu haben, dass Sie das Gespräch als angenehm erinnern und sich über ein baldiges Wiedersehen freuen würden. Ideal ist natürlich, wenn Sie dies zugleich zur Vertiefung gemeinsam angedachter Projekte nutzen.

  24. Klassische Netzwerk-Fehler

  25. Nur an den eigenen Nutzen denken.

    Besonders Anfänger neigen dazu. Kaum ist der Kontakt hergestellt, fallen sie mit der Tür ins Haus und wollen etwas haben. Ganz schlechter Stil! Oder: Sobald sie vom Wissen oder der Hilfe eines anderen profitiert haben, drehen sie sich auf dem Absatz um und gehen. Wer so handelt, beweist nicht nur soziale Inkompetenz, er schlägt auch eine Tür zu, durch die er auf dem Weg nach oben vielleicht noch einmal schreiten muss.

    Darf man auf einem Netzwerktreffen nach einem Job fragen?

    Netzwerken TippGute Frage. Die simple Antwort: Nein. Warum nicht?

    Ganz einfach: Sie verursachen bei Ihrem Gegenüber nur schlechte Gefühle. Der- oder diejenige wollte vielleicht heute nur Kontakte pflegen – und Sie bringen ihn nun in Bedrängnis und Verlegenheit. Was soll Ihr Gegenüber auch sagen? Ein "Nein, ich kann Ihnen nicht helfen", wäre ein Affront. Und ein "Ja, ich werde versuchen, was ich kann", wäre irgendwie verpflichtend.

    Außerdem dokumentieren Sie damit nur, dass Sie kein Feingefühl für das Netzwerken besitzen. Solche Treffen sind dazu da, Kontakte entweder anzubahnen oder zu vertiefen. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen. Und seinen Wert innerhalb des Netzwerks zu begründen, indem man erst einmal versucht, anderen zu helfen oder Kontakte zu vermitteln. Erst Geben, dann Nehmen! So lautet das oberste Gebot erfolgreicher Netzwerker.

    Wesentlich eleganter wäre es daher zu erwähnen, dass Sie sich beruflich neu orientieren. Erzählen Sie ruhig, warum Sie den Job wechseln wollen und welche Herausforderungen Sie heute suchen. Anschließend können Sie immer noch erwähnen, dass Sie natürlich für sachdienliche Hinweise diesbezüglich dankbar wären. Eine Empfehlung – nur falls sich jemand nach Ihnen erkundigt – würde aber auch schon helfen.

  26. Auf Quantität achten.

    Die Qualität Ihres Netzwerks bemisst sich nicht nach der Anzahl der Kontakte. Vielmehr geht es darum, die richtigen Personen in das eigene Netzwerk aufnehmen zu können. Was nützen Ihnen 50 verschiedene Kontakte, wenn keiner darunter ist, der Ihnen weiterhelfen kann?

  27. Zu viele Kontakte sammeln.

    Beginnen Sie rechtzeitig damit, Ihre Kontakte zu gewichten und eine Art inneren Kreis zu bilden. In manche Beziehungen lohnt es sich mehr Zeit und Energie zu investieren als in andere. Gehen Sie beim Netzwerken unbedingt effektiv mit Ihren Ressourcen um.

  28. Kontakte beeindrucken wollen.

    Berufliche Kontakte entstehen nicht zwangsläufig dadurch, dass Sie durch Bestleistungen überzeugen. Viel wichtiger ist ein ehrliches und authentisches Interesse an Ihrem Gegenüber, eine offene und freundliche Ausstrahlung und gute Manieren.

  29. Aus der Begegnung eine Verkaufsveranstaltung machen.

    Fangen Sie auf Netzwerktreffen bloß nicht an, Ihre Produkte, Dienstleistungen oder Seminare zu verkaufen. Das ist eine Todsünde. Ein solches Treffen ist weder Verkaufsmesse noch Showroom. Hier geht es allein um Vitamin B, also um Beziehungen zu Menschen. Zudem törnt es garantiert jeden ab, wenn er merkt, dass Sie sich gar nicht für ihn, sondern nur für seine Vorzüge interessieren.

  30. Keine Zeit zum Netzwerken nehmen.

    Es ist einer der häufigsten Networking-Fehler, der gleichzeitig eine beliebte Ausrede ist. Sie sollten sich aber bitte nie dahinter verstecken, keine Zeit zu haben. Es braucht wirklich nicht viel Zeit, um Kontakte zu knüpfen. Und die Zeit, die Sie sich nehmen, ist immer gut investiert, wenn am Ende ein funktionierendes Netzwerk dabei herauskommt.

  31. Zu spät anfangen.

    Das Netzwerk muss stehen, BEVOR Sie es brauchen. Oder wie es das Bonmot formuliert: Man baut Netzwerke, wenn man sie nicht braucht, um davon zu profitieren, wenn man sie braucht. Sich erst um Kontakte zu bemühen, wenn man sie dringend benötigt, funktioniert nie. Erstens, weil das Geben zuerst kommen muss und zweitens, weil die Leute einem Bittsteller nicht mehr auf Augenhöhe begegnen. Das mindert also Ihren eigenen Wert für die Gruppe.

  32. Nur reagieren.

    Wer immer nur auf die Kontaktaufnahme anderer wartet, wird sein Netzwerk niemals erweitern. Sie müssen schon selbst aktiv werden.

  33. Gar nicht netzwerken.

    In diesem Fall ist Ihnen nicht zu helfen.

Wer netzwerkt, fühlt sich schmutzig

Umsehen, ansprechen, Hände schütteln - das liegt nicht jedem. Mehr noch: Manchen ist das Netzwerken sogar derart unangenehm, dass sie sich dabei regelrecht schmutzig fühlen. So schmutzig, dass sich einige danach sogar duschen oder wenigstens die Hände waschen müssen.

Zu diesem Ergebnis kommt zum Beispiel eine Gemeinschaftsstudie von Forschern der Universitäten Toronto, Harvard und der Northwestern Universität. Die Wissenschaftlerinnen um Tiziana Casciaro untersuchten in vier unabhängigen Studien, wie sich die Teilnehmer später an die Netzwerkveranstaltungen erinnerten.

Ergebnis: Insbesondere nach Karrieremessen, also Events, die genau zum Netzwerken gedacht sind, fühlten sich die 306 Befragten dreckig, unauthentisch, unmoralisch, unwohl. Nicht gerade wenige hatten danach das Bedürfnis, sich zu säubern. Bei einigen wenigen waren die Schuldgefühle sogar so ausgeprägt, dass sie eine Jobmesse nie mehr besuchen wollten.


Wie Sie netzwerken - selbst wenn Sie es hassen

Netzwerken kann ein Riesenspaß sein. Muss es aber nicht. Tatsächlich ist es für manche auch einfach nur Qual, ein notwendiges Übel.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Schüchternheit kann eine Rolle spielen, ebenso eigenbrödlerische Tendenzen, die Unlust nach einer anstrengenden Arbeitswoche. Wir empfehlen natürlich trotzdem, sich zu überwinden - auch wenn Sie das Netzwerken hassen. Der Anfang ist auch gar nicht so schwer, wie er vielleicht erscheint.

Deshalb, daher und darum:

  1. Lassen Sie es langsam angehen.

    Ein Sprung ins kalte Wasser kann enorm erfrischend sein. Soll heißen: Sie müssen nicht sofort vom 10-Meter-Turm springen und jeden ansprechen. Überlegen Sie sich in Ruhe, was Sie mit dem Netzwerk erreichen wollen und welche Personen Ihnen dabei helfen können. Dann versuchen Sie langsam Kontakt aufzubauen - etwa mit ersten Tweets, Kommentaren auf Facebook und dezenten Mails. Lassen Sie sich Zeit - Qualität kommt vor Quantität.

  2. Betrachten Sie es als Spiel.

    Kaum etwas hilft so gut, um sich zu motivieren, wie eine spielerische Attitüde. Nehmen Sie sich beispielsweise vor, bei einem kommenden Event mit mindestens drei interessanten Personen ins Gespräch zu kommen. Teilen Sie dieses Ziel am besten noch mit jemand anderem und machen Sie einen sportlichen Wettkampf daraus. Natürlich geht es hier nicht um den nächsten Aufreißer-Champion, aber durch das Spiel werden Sie Ihre Schüchternheit schnell vergessen und überwinden.

  3. Nehmen Sie einen Freund mit.

    Vielen missfällt die Vorstellung, alleine in einem Raum voller fremder Menschen zu sein. Was könnte da besser helfen, als einen guten Freund oder Kollegen mitzunehmen? Allerdings sollten Sie nicht die gesamte Zeit zusammen verbringen und damit dem Netzwerken aus dem Weg gehen. Teilen Sie sich während der Veranstaltung auf. So geben Sie anderen die Möglichkeit, auf Sie zuzukommen und ein Gespräch zu beginnen.

  4. Hören Sie aktiv zu.

    Viele glauben, dass es beim Netzwerken vor allem darauf ankommt, eloquent zu plaudern. Natürlich ist das hilfreich. Aber einen genauso guten Eindruck macht, wer kluge Fragen stellt und sich als guter Zuhörer beweist. Hören Sie also ruhig aktiv zu - zum Beispiel, indem Sie immer wieder Rückfragen stellen. Sie können sicher sein, so positiv im Gedächtnis zu bleiben.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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