Introvertiert-Mensch-Persoenlichkeit-Erklaerung
Introvertierte haben es nicht immer leicht - das gilt besonders im Job, wo sie aufgrund ihrer Persönlichkeit immer wieder auf Probleme stoßen. So manche Führungskraft verkennt ihre Talente, sind diese Menschen doch nicht selten zurückhaltend, still, gewissenhaft, ohne sich jedoch in den Vordergrund zu drängen. Introvertierte werden von ihren extrovertierten Kollegen schnell überstrahlt und in den Schatten gestellt. Oder missverstanden: Sie seien menschenscheu, wortkarg und verstünden keinen Spaß, heißt es dann. Fehler! Was es wirklich bedeutet, introvertiert zu sein, was Introvertierte so interessant macht und welche weit verbreiteten Mythen nicht stimmen...

Introvertiert Erklärung: Was Introvertierte auszeichnet

Introvertiert Erklärung Persönlichkeit SynonymSehen wir uns die Sache genauer an: Extraversion gilt als eine der sogenannten Big Five, also eine von fünf prägenden Eigenschaften in der Persönlichkeitskeitsdiagnostik. Sie wird oft assoziiert mit hoher Energie, mit dem expressiven Ausleben von Emotionen, mit Offenheit und Geselligkeit, aber auch dem Zug zur Bühne. So jemand sucht die Gesellschaft und Aufmerksamkeit anderer Menschen, er oder sie will gehört und gesehen werden, im Rampenlicht stehen. Eine richtige Rampensau eben.

Auf der anderen Seite der Skala stehen die Introvertierten. Bei ihnen denkt man vorzugsweise an einen schüchternen, ängstlichen, verschlossenen Menschen. Doch das ist falsch, findet Jennifer B. Kahnweiler, die ein Buch über introvertierte Manager geschrieben hat. Sie definiert Intraversion beispielsweise so:

  • Ein Introvertierter denkt erst und spricht später. Er reflektiert lieber gründlich, was andere sagen und denken, bevor er oder sie sich zu Wort meldet.
  • Introvertierte fokussieren auf Tiefe, weniger auf Glanz und Glorie. Sie lieben es, gründlich zu analysieren oder tief gehende Gespräche zu führen. Smalltalk ist dagegen nicht so ihr Ding.
  • Sie strahlen Ruhe aus. Vor allem in Krisenzeiten oder bei Problemen neigen sie nicht zu Aktionismus und Ad-Hoc-Entscheidungen, sondern bleiben bei allem gründlich, besonnen und gewissenhaft - ebenfalls eine Ausprägung der Big Five.
  • Introvertierte bevorzugen das geschriebene Wort. Mit dem gesprochenen Wort fühlen sie sich nicht so komfortabel. Etwas aufzuschreiben, hilft ihnen, exakter zu formulierten.
  • Und sie mögen die Einsamkeit. Nicht dauerhaft, aber immer wieder. Sie brauchen diese zurückgezogenen Auszeiten, um für sich Klarheit zu schaffen, Energie aufzuladen, Gedanken zu sortieren und zu verarbeiten. Der Rummel dagegen vernebelt ihre Sinne.

Introvertierte richten ihren Blick eher nach innen, schöpfen Kraft, Energie und Motivation aus sich selbst und weniger aus der Anerkennung von außen oder großer Aufmerksamkeit.

Man kann nicht wirklich sagen, dass diese Eigenschaften schlechte wären oder gar ein Handicap im Job oder für einen Manager. Im Gegenteil: Jemand, der zuhören kann, differenzieren, analysieren; dem Tiefgang wichtiger ist als Effekte und dessen Entscheidungen wohl überlegt sind, kann keine schlechte Führungskraft sein.

Es gibt sogar Beispiel für erfolgreiche und zugleich introvertierte Anführer:

  • Abraham Lincoln
  • Mahatma Gandhi
  • Bill Gates
  • Warren Buffett
  • Helmut Schmidt oder
  • der schwäbische Milliardär Reinhold Würth.

Aber zugegeben: Man muss sie suchen unter den Top-Managern. Dennoch sind Introvertierte allenfalls stärker nach innen gerichtet. Sie interpretieren ihre Umwelt durch ihre Gedanken. Einzig das Entscheidungstempo könnte zuweilen darunter leiden.

Zumal die wenigsten Menschen klar einer der beiden Kategorien - introvertiert / extrovertiert - zuzuordnen. Jeder trägt grundsätzlich Anlagen und Wesenszüge beider Richtungen in sich. Der Unterschied besteht lediglich in der Ausprägung der verschiedenen Facetten. Die meisten Menschen sind Mischtypen, zählen zu den sogenannten ambivertierten Menschen und zeigen je nach Kontext und Situation stärkere introvertierte oder extrovertierte Ausprägungen.

Introvertiert Test: Sind Sie introvertiert?

Introvertiert Test Erklärung SynonymIntrovertiert oder extrovertiert? Zurückhaltend, ruhig und nach innen gekehrt oder offen und kontaktfreudig? Immer werden Menschen in diese beiden Extreme aufgeteilt. Dabei geht es nicht um gut oder schlecht. Beides sind verschiedene Ausprägungen der Persönlichkeit mit ihren individuellen Vor- und Nachteilen. Manchmal fällt die Unterteilung leicht, gerade wenn wir jemand anderen betrachten, machen wir uns schnell eine Meinung. Aber wie sieht es bei Ihnen selbst aus? Wir haben einen kleinen Test für Sie zusammengestellt, der Ihnen bei Ihrer Einschätzung helfen kann.

Zunächst einmal hat dieser Selbsttest natürlich keinen wissenschaftlichen Anspruch. Es geht hierbei lediglich darum, Ihnen eine bessere Einschätzung über sich selbst zu ermöglichen und Ihr Selbstbild zu schärfen. Um das zu ermöglichen, haben wir eine Liste mit verschiedenen Aussagen zusammengestellt. Lesen Sie sich die einzelnen Punkte in Ruhe durch und entscheiden Sie für sich selbst, ob Sie der Aussage zustimmen oder widersprechen. Denken Sie bitte daran, dass es nicht darum geht, möglichst viele Punkte zu erhalten, sondern ein realistisches Bild aufzuzeigen. Bleiben Sie deshalb ehrlich bei Ihren Antworten. Viel Spaß!

  • Andere beschreiben mich häufig als ruhig, zurückhaltend oder sogar schüchtern.
  • Ich kann mich gut für längere Zeit auf eine Sache konzentrieren.
  • Mir fällt es schwer, mich spontan zu entscheiden. Lieber nehmen ich mir die Zeit für eine ausgiebige Analyse.
  • Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Bei Diskussionen mit mehreren Beteiligten halte ich mich deshalb lieber im Hintergrund, auch wenn ich eine Meinung zum Thema habe.
  • Ich werde nicht gerne in unerwartete Situationen gebracht. Sowohl im Job als auch privat sind mir deshalb Überraschungen und kurzfristige Veränderungen unangenehm.
  • Ich frage mich oft, was andere von mir und meinen Handlungen halten.
  • Ich habe ein gutes Gespür, um zu erkennen, wann ein Konflikt ansteht. Dies fällt mir schon an der Art und Weise auf, wie die Menschen einander begegnen, auch wenn sie dabei nicht sprechen.
  • Kommt es dann wirklich zum Konflikt, halte ich mich raus und nehme eher eine beobachtende Position ein.
  • Ich tue mich schwer damit, auf andere Menschen zuzugehen. Auch das knüpfen neuer Kontakte fällt mir deshalb besonders schwer.
  • Es dauert lange, bis ich wirklich Vertrauen zu einer Person aufbauen kann. Auch wenn es keinen konkreten Anlass für das Misstrauen gibt, kann ich es nur schwer überwinden.
  • Mir gefällt es, an Projekten alleine zu arbeiten. So kann ich meine Konzentration nutzen und die Dinge so umsetzen, wie ich sie mir vorstelle.
  • Der Gedanke, eine Rede vor Publikum halten zu müssen, macht mir Angst und ich tue alles, um es zu verhindern.
  • Manchmal lasse ich mir Ausreden einfallen, um nicht auf eine Party gehen zu müssen.
  • Ich schreibe die Dinge lieber auf, anstatt sie in Worte zu fassen und auszusprechen.
  • Auch in stressigen Situationen, schaffe ich es ruhig zu bleiben und mich nicht zu Hektik hinreißen zu lassen.

Introvertiert Test: Die Auswertung

Nachdem Sie alle Aussagen gelesen und ehrlich entschieden haben, welche auf Sie zutreffen, finden Sie hier die Auflösung des kleinen Selbsttests. Sie müssen lediglich zusammen zählen, wie oft Sie zugestimmt haben:

  • 0 bis 5 Zustimmungen: Sie sind alles andere als introvertiert. Sie suchen die Gesellschaft anderer, haben kein Problem damit, auch einmal die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und sind auf der Suche nach neuen Kontakten und Erfahrungen. Ihre Offenheit kann Ihnen in vielen Situationen nützlich sein, doch sollten Sie vorsichtig bei allzu impulsiv getroffenen Entscheidungen sein.
  • 6 bis 11 Zustimmungen: Sie vereinen das Mittelmaß zwischen Intro- und Extrovertiertheit - klassische Ambiversion. Dieser Kategorie gehören viele Menschen an und haben prinzipiell einen Vorteil: Sie vereinen die positiven Eigenschaften beider Extreme. Sie fühlen sich in der Gesellschaft anderer wohl, haben aber auch kein Problem damit, gelegentlich allein zu sein und sich zurückzuziehen.
  • 12 bis 15 Zustimmungen. Ihre Antworten sprechen für eine introvertierte Persönlichkeit. Sie wirken auf andere eher ruhig, fühlen sich in großen Menschenmengen und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit unwohl und legen wenig Wert auf Oberflächlichkeit. Ihre Charaktereigenschaften sollten Sie aber nicht als Schwäche deuten, nur weil Extrovertierte sich eher in den Vordergrund drängen. Nutzen Sie Ihre Ruhe, Konzentration, Auffassungsgabe und Detailorientierung als Ihre Stärken.

Eigenschaften, die Introvertierte interessant machen

Introvertiert Eigenschaften PersönlichkeitVorurteile und Mythen gegenüber Introvertierten gibt es viele (dazu weiter unten mehr), die meisten davon negativ. Doch introvertierte Menschen sind nicht einfach nur schüchtern, ruhig oder gar langweilig. Sie spielen sich zwar weniger in den Vordergrund, doch das bedeutet nicht, dass der extrovertierte Kollegen auch automatisch die interessantere Person ist. Ganz im Gegenteil. Wer einem Introvertierten die Chance gibt, sich ein wenig zu öffnen, wird schnell feststellen, dass hinter der ruhigen Fassade eine weitaus interessantere Persönlichkeit stecken kann. 9 Eigenschaften, die Introvertierte interessant machen:

  • Sie sind exzellente Zuhörer

    Zu einem Gespräch gehören immer zwei Seiten, doch es ist nicht wirklich schwer jemanden zu finden, der gerne und viel über sich selbst redet. Introvertierte sind aber besonders gut darin, die Rolle des Zuhörers einzunehmen. Das große Plus: Sie hören tatsächlich zu und warten nicht nur darauf, selbst zu Wort zu kommen.

    Oft gelingt es ihnen, den Gesprächspartner wirklich zu verstehen, auch wenn dieser nicht alles offen ausspricht. Gespräche mit introvertierten Personen bieten daher deutlich mehr Möglichkeiten, als nur stumm zu nicken, wenn ein extrovertierter Gesprächspartner zu einem Monolog ansetzt.


  • Sie sind besonders zuverlässig

    Ein introvertierter Mensch macht keine leeren Versprechungen. Sie würden sich unwohl fühlen, wenn die Erwartungen des Gegenübers nicht erfüllt werden könnten. Es liegt daher nicht in ihrer Natur, etwas in Aussicht zu stellen, das sie anschließend nicht einhalten können. Dies gilt beispielsweise für die Qualität ihrer Arbeit, aber auch für Pünktlichkeit.

    Um nicht von einem Zufall überrascht zu werden, planen Introvertierte genügend Puffer ein, um auf jeden Fall pünktlich zu sein. Auf das Wort eines Introvertierten können Sie sich also in jedem Fall verlassen.


  • Sie haben vertrauliche Beziehungen

    Es ist zugegeben nicht ganz leicht, eine enge Beziehung zu einer introvertierten Person aufzubauen. Doch die Mühe ist es allemal wert! Denn wenn es Ihnen gelingt, gehören Sie zu einem exklusiven Kreis.

    Introvertierte verfügen in der Regel nicht über einen riesigen Freundeskreis oder Bekanntschaften in jeder Stadt Deutschlands. Wenn sie aber jemanden an sich heran lassen, geht diese Beziehung über eine oberflächliche Freundschaft hinaus.


  • Sie wissen, wer sie sind

    Introvertiert sein bedeutet auch, sich selbst zu kennen und zu verstehen. Introvertierte sind sich daher den eigenen Stärken und Schwächen oft sehr gut bewusst. Sie wissen, was Sie mögen, was ihnen gut tut oder was sie erreichen wollen.

    Introversion mit mangelndem Selbstbewusstsein zu assoziieren wäre also falsch. Gerade Introvertierte wissen sehr genau, wer sie sind und können aus dieser Sicherheit heraus handeln.


  • Sie handeln äußerst bedacht

    Unvorbereitete Entscheidungen oder spontane Aktionen entsprechen nicht dem Charakter eines Introvertierten. Sie nehmen sich genügend Zeit, um ihre Entscheidungen zu überdenken und verhindern so, voreilige Entschlüsse zu treffen. Wenn sie sich also zu einem Thema äußern, können Sie sich sicher sein, dass die Argumentation gut durchdacht ist.

    Besonders hilfreich ist diese Eigenschaft, wenn Sie einen Introvertierten um Rat fragen. Es wird wahrscheinlich etwas länger dauern, doch es wird ein ernst gemeinter Rat sein, auf den Sie sich verlassen können.


  • Sie verfügen über Empathie

    Manchen Menschen fällt es sehr schwer, sich in ihr Umfeld hineinzuversetzen und deren Emotionen nachvollziehen zu können. Introvertierte gehören aber nicht dazu. Sie verstehen oft sehr genau, wie sich ein Gegenüber fühlt und was die Auslöser der Gefühle sind.

    Oftmals geht die Empathie sogar so weit, dass Introvertierte die Stimmung ihrer Gesprächspartner übernehmen. Dies gilt sowohl für Freude als auch für Trauer. Wer also seine Gefühle mit jemandem teilen möchte, findet in einem Introvertierten den richtigen Gesprächspartner.


  • Sie sind ausgezeichnete Beobachter

    Introvertierte nehmen ihre Umwelt sehr aufmerksam wahr und verfügen über eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. Auf diese Weise nehmen sie viele Dinge wahr, die bei oberflächlicher Betrachtung vielleicht verborgen geblieben wären.

    Kein Detail bleibt bei einem introvertierten Beobachter unbemerkt - egal ob in der Körpersprache eines Gesprächspartners oder bei der Erledigung einer Aufgabe, die große Konzentration erfordert.


  • Sie stellen eine Herausforderung dar

    Was könnte einen Menschen interessanter machen, als eine Herausforderung? Es erfordert wahrscheinlich ein wenig Geduld, um zu einem Introvertierten durchzudringen und ihn besser kennenzulernen, doch gerade das macht ihn interessant.

    Haben Sie nach dem ersten Treffen das Gefühl, alles über Ihren Gesprächspartner zu wissen, verlieren Sie schnell das Interesse. Handelt es sich allerdings um einen introvertierten Gegenüber, können Sie sicher sein, noch einige interessante Seiten zu entdecken.


  • Sie sind außerordentlich kritisch

    Informationen einfach hinnehmen und akzeptieren? Nicht bei einem Introvertierten. Veränderungen oder neue Impulse werden zunächst einmal hinterfragt und kritisch überdacht.

    Der Zweck ist jedoch nicht, die Veränderungen aufzuhalten, sondern diese zu verbessern und Fehler aufzudecken. So bieten Introvertierte in vielen Fällen einen zweiten Blickwinkel, der nicht unbeachtet bleiben sollte.

Introvertierte sind häufiger Grammatikpedanten

Introvertiert Synonym Männer PersönlichkeitDie Sprachpolizei ist heutzutage ständig auf Streife. Kaum ein Kommentar mit Rechtschreibfehler, für den man auf Facebook nicht durch den Kakao und zur Rechenschaft gezogen wird. Aber welche Persönlichkeiten machen diese Grammatikpedanten aus? Dieser Frage widmete sich die Forscher Julie E. Boland und Robin Queen von der Universität von Michigan in einer Studie.

Das Ergebnis des Experiments: Je umgänglicher und liebenswürdiger der Proband war, desto weniger nahm er Grammatikfehler krumm. Mehr noch: Verträgliche Menschen waren die einzigen, die die Verfasser der Mails MIT den Grammatikfehlern sogar positiver bewerteten als die Fehler- und Makellosen. Wer im Umgang weniger freundlich war, reagierte dagegen besonders sensibel auf grammatikalische Unzulänglichkeiten. Zusammengefasst: Die Netten und Hilfsbereiten machen sich nichts aus falschen Sätzen, die Mürrischen und Miesepetrigen dagegen umso mehr.

Das war aber noch nicht alles. Extrovertierte waren nachsichtiger als Introvertierte. Auffällig dabei: Die Introvertierten waren insgesamt am pedantischsten - und sehr viel pingeliger in Bezug auf Tippfehler. Mit anderen Worten: Wer einem Introvertierten einen fehlerhaften Kommentar auf die Facebook-Wand pinnt oder eine verunglückte E-Mail schickt, setzt sein Image eher aufs Spiel und wird möglicherweise schon durch Tippfehler als weniger kompetent wahrgenommen.

Mythen über introvertierte Menschen

Viel zu oft existiert im Job und in ihren Köpfen der Kollegen und Manager ein falsches Bild von Introvertierten. Ihr stilles und in sich gekehrtes Auftreten führt daher zu Vorurteilen, die meist schlichtweg falsch sind.

Zeit, mit einigen Mythen über Introvertierte aufzuräumen:

  1. Introvertierte sind schüchtern.

    Fälschlicherweise wird die zurückhaltende Art introvertierter Menschen für Schüchternheit gehalten. Schüchterne Menschen haben Angst vor sozialen Kontakten. Sie fürchten sich davor, von ihren Mitmenschen verurteilt zu werden. Introvertierte aber sind nur nach innen gekehrt und denken viel über ihre Umwelt nach. Sie fürchten sich nicht vor sozialer Interaktion, sie brauchen lediglich einen Grund dafür.

  2. Introvertierte reden nicht gerne.

    In Diskussionsrunden halten sie sich oft zurück. Sie preschen mit Ihrer Meinung nicht vor, sondern behalten diese lieber für sich. Das erweckt den Eindruck, als hätten sie nichts zu sagen. Doch das ist nicht der Fall. Sie posaunen nicht den erstbesten Gedanken raus, sondern melden sich erst zu Wort, wenn ihre Beiträge Hand und Fuß haben. Introvertierte Menschen verspüren nur den Drang sich zu unterhalten, wenn ein Gespräch Substanz hat. Über ein Thema, für das sie sich begeistern, können Sie stundenlang sprechen.

  3. Introvertierte sind menschenscheu.

    Absagen zu Partys werden als Desinteresse gedeutet. Doch Introvertierte meiden solche Veranstaltungen nicht, weil sie desinteressiert sind, sondern weil sie große und laute Menschenmassen schnell überfordern. Sie mögen es eher überschaubar. Im eins zu eins Kontakt haben sie ihre Stärken. Sie pflegen lieber eine enge Beziehung zu wenigen Menschen, statt viele oberflächliche Kontakte zu haben.

  4. Introvertierte sind Spaßbremsen.

    Dieses Vorurteil ist entstanden, weil Introvertierte ein anderes Verständnis von Spaß haben, als extrovertierte Menschen. Sie brauchen weniger Action im Leben. Sie genießen es allein zu sein und lieben stille Orte. Im Park ein gutes Buch zu lesen, macht ihnen in der Regel mehr Spaß, als auf ein lautes Konzert zu gehen.

  5. Introvertierte wollen allein gelassen werden.

    Richtig ist: Ihnen macht es nichts aus, alleine zu sein, oftmals genießen sie es sogar für sich zu sein und sich mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen. Doch das bedeutet nicht, dass sie kein Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Sie schätzen Freundschaften und gute Beziehungen zu Kollegen. Doch meistens braucht es länger bis diese zustande kommen.

  6. Introvertierte sind unfreundlich.

    Sie werden oft für unhöflich und unfreundlich gehalten, weil sie auf Smalltalk und andere Höflichkeitsfloskeln verzichten. Viele introvertierte Menschen wollen authentische und ehrliche Interaktion mit ihren Mitmenschen. Smalltalk über das Wetter oder die Veranstaltung erscheint ihnen in der Regel überflüssig und sie tun sich oft schwer damit.

  7. Introvertierte sind unnahbar.

    Ihre stille und zurückhaltende Art macht es ihren Mitmenschen oft schwer, sie einzuschätzen. Introvertierte Menschen geben nicht so schnell Preis, was ihnen durch den Kopf geht. Deswegen werden sie schnell für verschlossen und zurückweisend gehalten. Doch im Grunde geht es nur darum, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie aus der Reserve zu locken.

  8. Introvertierte sind sonderbar.

    Introvertierte Menschen reflektieren und hinterfragen ihre Umwelt. Oftmals führt das dazu, dass sie nicht mit der Masse schwimmen, sondern ihren eigenen Weg gehen. Für Außenstehende ist das nicht immer leicht nachvollziehbar und wirkt deswegen sonderbar.

  9. Introvertierte sind gefühlskalt.

    Ihre Gefühle behalten sie meist für sich. Zu emotionalen Ausbrüchen kommt es in der Öffentlichkeit nie. Im Job würden sie nie offen zeigen, dass sie etwas verärgert oder verletzt. Ihre Mitmenschen halten das dann für gefühlskalt und berechnend. Doch das ist nicht der Fall, sie lassen nur nicht ihr gesamtes Umfeld an ihren Gefühlen teilhaben, sondern nur ausgewählte Personen, beispielsweise den Lieblingskollegen, dem sie erzählen, wie verletzend der Kommentar des Chefs war.

  10. Introvertierte sind nicht teamfähig.

    Es stimmt, dass introvertierte Menschen am liebsten alleine arbeiten. Doch das bedeutet nicht, dass sie per se nicht im Team arbeiten können. Es fällt ihnen nur schwerer, sich im Team durchzusetzen. Werden sie nicht vom Team aktiv einbezogen, neigen sie dazu, sich zurückzuziehen. Wird ihre Arbeit jedoch wertgeschätzt und ihrer Meinung Gehör geschenkt, sind sie ein wertvoller Teil des Teams. Hier hängt es also viel daran, wie das Team mit introvertierten Persönlichkeiten umgeht.

  11. Introvertierte können nicht vor Menschen sprechen.

    Das lässt sich pauschal nicht so sagen. Wahr ist, dass sich die wenigsten introvertierten Mitarbeiter darum reißen werden, vor einer großen Gruppe zu sprechen, denn sie stehen nicht gerne im Mittelpunkt. Werden Sie jedoch beispielsweise vom Chef dazu ermutigt die Ergebnisse eines Projekts der Belegschaft zu präsentieren, übernehmen sie diese Aufgabe.

  12. Introvertierte können extrovertiert werden.

    Es wäre falsch anzunehmen, dass aus einer introvertierten Persönlichkeit eine extrovertierte werden kann. Sie können sich zwar anpassen, dennoch bleiben beispielsweise das Rückzugsbedürfnis und das Desinteresse im Mittelpunkt zu stehen.

  13. Introvertierte können keine Führungskraft sein.

    Sylvia Löhken, Autorin des Ratgebers "Leise Menschen - starke Wirkung" ist der Meinung, introvertierte Menschen seien hervorragend dazu geeignet, Führungspositionen zu übernehmen. Ihre Stärken in der Beziehung zu Einzelpersonen, ihre reflektierende Art und ihre Fähigkeit zuzuhören wird von Mitarbeitern geschätzt.

9 Dinge, die Introvertierte nur zu gut verstehen

Zum Abschluss: Manchmal braucht es gar nicht viele Worte und bekanntlich sagen Bilder ohnehin viel mehr...

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[Bildnachweis: racorn, by Shutterstock.com]

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