Introvertiert? Sie werden völlig zu unrecht unterschätzt!

Wer introvertiert ist, geht im Job leichter unter. So manche Führungskraft verkennt die Talente Introvertierter, sind diese Menschen doch nicht selten zurückhaltend, still, gewissenhaft, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Introvertierte werden von ihren extrovertierten Kollegen schnell überstrahlt und in den Schatten gestellt. Oder missverstanden: Sie seien menschenscheu, wortkarg und verstünden keinen Spaß, heißt es. Falsch! Was es wirklich bedeutet, introvertiert zu sein, was Introvertierte so interessant macht und welche Mythen über sie so gar nicht stimmen…

Introvertiert? Sie werden völlig zu unrecht unterschätzt!

Anzeige

Introvertiert Definition: Merkmale Introvertierter

Introvertierte Menschen richten ihren Blick stärker nach innen. Introvertiert sein, bedeutet laut Psychologie, seine Kraft, Energie und Motivation vor allem aus sich selbst heraus zu schöpfen und weniger aus äußerer Anerkennung oder großer Aufmerksamkeit. Deswegen werden Introvertierte fälschlicherweise oft mit stillen, verschlossenen oder schüchternen Menschen verwechselt.

Das Gegenteil einer introvertierten Persönlichkeit ist extrovertiert sein (siehe Kasten unten). Vor allem stark introvertierte Männer sind im Internet immer wieder ein Thema. Während extrovertierte Männer locker plaudern, wirken Introvertierte eher verschlossen und brauchen mehr Zeit, um sich zu öffnen oder bis sie sich zu Wort melden.

Introvertierte Merkmale

Jennifer B. Kahnweiler, die ein Buch über introvertierte Männer und Manager geschrieben hat, definiert die sogenannte Intraversion anhand folgender Merkmale:

  1. Ein Introvertierter denkt erst und spricht später. Er reflektiert lieber gründlich, was andere sagen und denken, bevor er oder sie sich zu Wort meldet.
  2. Introvertierte fokussieren auf Tiefe. Weniger auf Glanz und Glorie. Sie lieben es, gründlich zu analysieren oder tief gehende Gespräche zu führen. Smalltalk ist dagegen nicht so ihr Ding.
  3. Sie strahlen Ruhe aus. Vor allem in Krisenzeiten oder bei Problemen neigen sie nicht zu Aktionismus und Ad-Hoc-Entscheidungen, sondern bleiben bei allem gründlich, besonnen und gewissenhaft.
  4. Introvertierte bevorzugen das geschriebene Wort. Mit dem gesprochenen Wort fühlen sie sich nicht so komfortabel. Etwas aufzuschreiben, hilft ihnen, exakter zu formulierten.
  5. Sie mögen die Einsamkeit. Nicht dauerhaft, aber immer wieder. Sie brauchen diese zurückgezogenen Auszeiten, um für sich Klarheit zu schaffen, Energie aufzuladen, Gedanken zu sortieren und zu verarbeiten. Der Rummel dagegen vernebelt ihre Sinne.

Introvertiert Gegenteil von extravertiert

Das Gegenteil von introvertiert ist „extrovertiert“ (umgangssprachlich) oder „extravertiert“ (fachsprachlich). Extraversion gilt als eine Persönlichkeitseigenschaft der sogenannten Big Five. Also eine von fünf prägenden Eigenschaften in der Persönlichkeitskeitsdiagnostik. Oft assoziiert man sie mit hoher Energie, mit dem expressiven Ausleben von Emotionen, mit Offenheit und Geselligkeit, dem Drang zur Bühne. So jemand sucht die Gesellschaft und Aufmerksamkeit anderer Menschen, er oder sie will im Rampenlicht stehen. Eine richtige Rampensau eben.


Anzeige

Introvertierte Persönlichkeiten

Die Eigenschaften introvertierter Menschen sind keineswegs schlecht. Oder gar ein Handicap im Job oder für einen Manager. Im Gegenteil: Jemand, der zuhören kann, differenzieren, analysieren; dem Tiefgang wichtiger ist als Effekte und dessen Entscheidungen wohl überlegt sind, kann keine schlechte Führungskraft sein. Es gibt sogar einige historische Beispiele für erfolgreiche und zugleich introvertierte Persönlichkeiten und Anführer:

  • Abraham Lincoln
  • Mahatma Gandhi
  • Bill Gates
  • Warren Buffett
  • Helmut Schmidt
  • Reinhold Würth

Aber zugegeben: Introvertierte Persönlichkeiten sind selten unter Top-Managern. Weil sie ihre Umwelt durch tiefe Gedanken interpretieren, könnte das Entscheidungstempo darunter leiden.

Allerdings ist kein Mensch zu 100 Prozent introvertiert oder extrovertiert. Jeder Charakter trägt grundsätzlich Anlagen und Wesenszüge beider Richtungen in sich. Der Unterschied besteht lediglich in der Ausprägung der Facetten. Die meisten Menschen sind Mischtypen, zählen zu den sogenannten ambivertierten Menschen und zeigen je nach Kontext und Situation mal stärkere introvertierte oder extrovertierte Züge.

9 Grafiken, die Introvertierte nur zu gut verstehen

Zum besseren Verständnis dienen die folgenden (zugespitzten) Grafiken, die introvertierte Menschen skizzieren. Einfach hier herunterladen:

Verhalten introvertierter Persönlichkeiten (PDF)

Introvertiert Test: Sind Sie introvertiert?

Introvertiert oder extrovertiert? Anhand unseres kompakten Selbsttest finden Sie heraus, zu welchem Typ Sie tendenziell mehr gehören. Dazu haben wir verschiedene Aussagen zusammengestellt. Entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie eher zustimmen oder nicht. Für ein möglichst realistisches Bild sollten Sie ehrlich zu sich selbst sein. Die Aussagen können Sie direkt im Browserfenster abhaken, die Auflösung folgt am Ende des Tests:

  • Andere beschreiben mich häufig als ruhig, zurückhaltend oder sogar schüchtern.
  • Ich kann mich gut für längere Zeit auf eine Sache konzentrieren.
  • Mir fällt es schwer, mich spontan zu entscheiden. Lieber nehmen ich mir die Zeit für eine ausgiebige Analyse.
  • Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt. Bei Diskussionen mit mehreren Beteiligten halte ich mich deshalb lieber im Hintergrund, auch wenn ich eine Meinung zum Thema habe.
  • Ich mag keine unerwarteten Situationen. Sowohl im Job als auch privat sind mir deshalb Überraschungen und kurzfristige Veränderungen unangenehm.
  • Ich frage mich oft, was andere von mir und meinen Handlungen halten.
  • Ich habe ein gutes Gespür für anstehende Konflikte. Dies fällt mir schon an der Art und Weise auf, wie die Menschen einander begegnen, auch wenn sie dabei nicht sprechen.
  • Kommt es dann wirklich zum Konflikt, halte ich mich raus und nehme eher eine beobachtende Position ein.
  • Ich tue mich schwer damit, auf andere Menschen zuzugehen. Auch neue Kontakte zu knüpfen fällt mir besonders schwer.
  • Es dauert lange, bis ich wirklich Vertrauen zu einer Person aufbauen kann. Selbst wenn es keinen konkreten Anlass für Misstrauen gibt, kann ich es nur schwer überwinden.
  • Mir gefällt es, an Projekten alleine zu arbeiten. So kann ich meine Konzentration nutzen und die Dinge so umsetzen, wie ich sie mir vorstelle.
  • Der Gedanke, eine Rede vor Publikum halten zu müssen, macht mir Angst und ich tue alles, um es zu verhindern.
  • Manchmal lasse ich mir Ausreden einfallen, um nicht auf eine Party gehen zu müssen.
  • Ich schreibe die Dinge lieber auf, anstatt sie in Worte zu fassen und auszusprechen.
  • Auch in stressigen Situationen, schaffe ich es ruhig zu bleiben und mich nicht zu Hektik hinreißen zu lassen.

Die Auswertung zum Test

Zählen Sie nun bitte zusammen, wie vielen Antworten Sie zustimmen konnten. Hier ist die Auswertung dazu:

0 bis 5 Mal zugestimmt
Sie sind alles andere als introvertiert. Sie suchen die Gesellschaft anderer, haben kein Problem damit, auch einmal die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ihre Offenheit kann Ihnen in vielen Situationen nützlich sein. Vorsicht bei allzu impulsiv getroffenen Entscheidungen!

6 bis 11 Mal zugestimmt
Wie viele Menschen vereinen Sie in sich die klassische Ambiversion. Der Vorteil: Sie profitieren von den positiven Eigenschaften beider Extreme. Sie fühlen sich in der Gesellschaft anderer wohl, haben aber auch kein Problem damit, gelegentlich allein zu sein und sich zurückzuziehen.

12 bis 15 Mal zugestimmt
Vieles spricht für einen introvertierten Charakter. Sie wirken eher ruhig, große Menschenmengen und Aufmerksamkeit behagen Ihnen nicht. Das sollten Sie aber nicht als Schwäche deuten, nur weil Extrovertierte sich in den Vordergrund drängen. Nutzen Sie Ihre Ruhe, Konzentration, Auffassungsgabe und Detailorientierung als Ihre Stärken.

Anzeige

Eigenschaften, die Introvertierte interessant machen

Vorurteile und Mythen gegenüber Introvertierten gibt es viele (dazu weiter unten mehr), die meisten davon negativ. Deshalb müssen es noch lange keine Langweiler sein. Hinter der ruhigen Fassade verbirgt sich häufig eine weitaus interessantere Persönlichkeit. 9 Eigenschaften, die Introvertierte interessant machen:

  1. Sie sind exzellente Zuhörer

    Introvertierte hören tatsächlich zu und warten nicht nur darauf, selbst zu Wort zu kommen. Oft verstehen sie den Gesprächspartner wirklich, auch wenn dieser nicht alles offen ausspricht. In Gesprächen mit Introvertierten können beide Parteien zu Wort kommen – anders, wenn ein extrovertierter Gesprächspartner zu einem Monolog ansetzt.

  2. Sie sind besonders zuverlässig

    Ein introvertierter Mensch macht keine leeren Versprechungen. Sie würden sich unwohl fühlen, wenn sie Erwartungen des Gegenübers nicht erfüllen könnten. Sie vermeiden etwas in Aussicht zu stellen, das sie anschließend nicht einhalten können. Dies gilt beispielsweise für die Qualität ihrer Arbeit, aber auch für Pünktlichkeit. Um sich unangenehme Überraschungen zu ersparen und Deadlines zu halten, planen Introvertierte genügend Puffer ein. Auf das Wort eines Introvertierten können Sie sich in jedem Fall verlassen.

  3. Sie haben vertrauliche Beziehungen

    Introvertierte verfügen in der Regel nicht über einen riesigen Freundeskreis oder Bekanntschaften in jeder Stadt Deutschlands. Wenn sie aber jemanden an sich heranlassen, geht diese Beziehung über eine oberflächliche Freundschaft hinaus.

  4. Sie wissen, wer sie sind

    Introvertierte sind sich der eigenen Stärken und Schwächen oft sehr gut bewusst. Sie wissen, was Sie mögen, was ihnen gut tut oder was sie erreichen wollen. Introversion mit mangelndem Selbstbewusstsein zu assoziieren wäre also falsch. Gerade Introvertierte wissen sehr genau, wer sie sind und können aus dieser Sicherheit heraus handeln.

  5. Sie handeln äußerst bedacht

    Um ihre Entscheidungen zu überdenken, nehmen sich Introvertierte genügend Zeit. Sie verhindern so voreilige Schlüsse und Kurzschlussreaktionen. Wenn sie sich zu einem Thema äußern, dann ist die Argumentation gut durchdacht. Besonders hilfreich ist diese Eigenschaft, wenn Sie einen Introvertierten um Rat fragen. Der dauert vielleicht etwas länger, ist dafür aber wohl abgewägt.

  6. Sie verfügen über Empathie

    Introvertierte verstehen oft sehr genau die Gefühle ihres Gegenübers und deren Auslöser. Oftmals geht die Empathie sogar so weit, dass Introvertierte die Stimmung ihrer Gesprächspartner übernehmen. Dies gilt sowohl für Freude als auch für Trauer. Wer also seine Gefühle mit jemandem teilen möchte, findet in einem Introvertierten den richtigen Gesprächspartner.

  7. Sie sind ausgezeichnete Beobachter

    Introvertierte verfügen über eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. Auf diese Weise nehmen sie viele Dinge wahr, die bei oberflächlicher Betrachtung vielleicht verborgen geblieben wären. Kein Detail bleibt bei einem introvertierten Beobachter unbemerkt – egal ob in der Körpersprache eines Gesprächspartners oder bei der Erledigung einer Aufgabe, die große Konzentration erfordert.

  8. Sie stellen eine Herausforderung dar

    Es erfordert ein wenig Geduld, um zu einem Introvertierten durchzudringen und ihn besser kennenzulernen. Gerade das macht ihn interessant. Haben Sie nach dem ersten Treffen das Gefühl, alles über Ihren Gesprächspartner zu wissen, verlieren Sie schnell das Interesse. Ist hingegen das Gegenüber introvertiert, lassen sich noch einige interessante Seiten entdecken.

  9. Sie sind außerordentlich kritisch

    Veränderungen oder neue Impulse hinterfragen und überdenken Introvertierte kritisch. Allerdings nicht, um sie aufzuhalten, sondern um diese zu verbessern und Fehler aufzudecken. So bieten Introvertierte in vielen Fällen einen zweiten Blickwinkel, der nicht unbeachtet bleiben sollte.

Introvertierte sind häufiger Grammatikpedanten

Kaum ein Kommentar mit Rechtschreibfehler, für den der Verfasser auf Facebook nicht durch den Kakao und zur Rechenschaft gezogen wird. Aber welche Persönlichkeiten machen diese Grammatikpedanten aus? Dieser Frage widmete sich die Forscher Julie E. Boland und Robin Queen von der Universität von Michigan in einer Studie.

Das Ergebnis des Experiments: Je umgänglicher und liebenswürdiger der Proband war, desto weniger nahm er Grammatikfehler krumm. Mehr noch: Verträgliche Menschen waren die einzigen, die die Verfasser der Mails MIT den Grammatikfehlern sogar positiver bewerteten als die Fehler- und Makellosen. Wer im Umgang weniger freundlich war, reagierte dagegen besonders sensibel auf grammatikalische Unzulänglichkeiten. Zusammengefasst: Die Netten und Hilfsbereiten machen sich nichts aus falschen Sätzen, die Mürrischen und Miesepetrigen dagegen umso mehr.

Das war aber noch nicht alles. Extrovertierte waren nachsichtiger als Introvertierte. Auffällig dabei: Die Introvertierten waren insgesamt am pedantischsten – und sehr viel pingeliger in Bezug auf Tippfehler. Mit anderen Worten: Wer einem Introvertierten einen fehlerhaften Kommentar auf die Facebook-Wand pinnt oder eine verunglückte E-Mail schickt, setzt sein Image eher aufs Spiel und wird möglicherweise schon durch Tippfehler als weniger kompetent wahrgenommen.


Anzeige

Mythen über introvertierte Menschen

Viel zu oft existiert im Job und in ihren Köpfen der Kollegen und Manager ein falsches Bild von Introvertierten. Ihr stilles und in sich gekehrtes Auftreten führt zu Vorurteilen, die meist schlichtweg falsch sind. Zeit, mit einigen Mythen über Introvertierte aufzuräumen:

  • Introvertierte sind schüchtern

    Fälschlicherweise halten viele die zurückhaltende Art introvertierter Menschen für Schüchternheit. Schüchterne Menschen haben Angst vor sozialen Kontakten. Sie fürchten sich davor, von ihren Mitmenschen verurteilt zu werden. Introvertierte aber sind nur nach innen gekehrt. Sie fürchten sich nicht vor sozialer Interaktion, sie brauchen lediglich einen Grund dafür.

  • Introvertierte reden nicht gerne

    In Diskussionsrunden halten sie sich oft zurück. Das erweckt den Eindruck, als hätten sie nichts zu sagen. Doch das ist nicht der Fall. Sie posaunen nicht den erstbesten Gedanken raus, sondern melden sich erst zu Wort, wenn ihre Beiträge Hand und Fuß haben. Introvertierte Menschen verspüren nur den Drang sich zu unterhalten, wenn ein Gespräch Substanz hat. Über ein Thema, für das sie sich begeistern, können sie stundenlang sprechen.

  • Introvertierte sind menschenscheu

    Absagen zu Partys deuten manche als Desinteresse. Doch Introvertierte meiden solche Veranstaltungen nicht, weil sie desinteressiert sind, sondern weil sie große und laute Menschenmassen schnell überfordern. Sie mögen es eher überschaubar. Im direkten Kontakt haben sie ihre Stärken. Sie pflegen lieber eine enge Beziehung zu wenigen Menschen, statt viele oberflächliche Kontakte zu haben.

  • Introvertierte sind Spaßbremsen

    Dieses Vorurteil ist entstanden, weil Introvertierte ein anderes Verständnis von Spaß haben, als extrovertierte Menschen. Sie brauchen weniger Action im Leben. Sie genießen es, allein zu sein und lieben stille Orte. Im Park ein gutes Buch zu lesen, macht ihnen in der Regel mehr Spaß, als auf ein lautes Konzert zu gehen.

  • Introvertierte wollen allein gelassen werden

    Richtig ist: Ihnen macht das Alleinsein nichts aus. Doch das bedeutet nicht, dass sie kein Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Sie schätzen Freundschaften und gute Beziehungen zu Kollegen. Doch meistens braucht es länger, bis diese zustandekommen.

  • Introvertierte sind unfreundlich

    Sie wirken mitunter unhöflich und unfreundlich, weil sie auf Smalltalk und andere Höflichkeitsfloskeln verzichten. Viele introvertierte Menschen wollen authentische und ehrliche Interaktion mit ihren Mitmenschen. Smalltalk über das Wetter oder die Veranstaltung erscheint ihnen in der Regel überflüssig und sie tun sich oft schwer damit.

  • Introvertierte sind unnahbar

    Ihre stille und zurückhaltende Art erschwert ihren Mitmenschen oft eine Einschätzung. Introvertierte Menschen geben nicht so schnell preis, was ihnen durch den Kopf geht. Deswegen gelten sie schnell als verschlossen und zurückweisend. Doch im Grunde geht es nur darum, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie aus der Reserve zu locken.

  • Introvertierte sind sonderbar

    Introvertierte Menschen reflektieren und hinterfragen ihre Umwelt. Oftmals führt das dazu, dass sie nicht mit der Masse schwimmen, sondern ihren eigenen Weg gehen. Für Außenstehende ist das nicht immer leicht nachvollziehbar und wirkt deswegen sonderbar.

  • Introvertierte sind gefühlskalt

    Im Job würden sie nie offen zeigen, dass sie etwas verärgert oder verletzt. Ihre Mitmenschen halten das dann für gefühlskalt und berechnend. Doch das ist nicht der Fall, sie lassen nur nicht ihr gesamtes Umfeld an ihren Gefühlen teilhaben, sondern nur ausgewählte Personen, beispielsweise den Lieblingskollegen.

  • Introvertierte sind nicht teamfähig

    Nur weil introvertierte Menschen am liebsten alleine arbeiten, bedeutet nicht, dass sie nicht im Team arbeiten können. Es fällt ihnen nur schwerer, sich im Team durchzusetzen. Beziehen die Teamkollegen sie nicht aktiv mit ein, neigen sie dazu, sich zurückzuziehen. Wird ihre Arbeit jedoch wertgeschätzt und ihrer Meinung Gehör geschenkt, sind sie ein wertvoller Teil des Teams.

  • Introvertierte können nicht vor Menschen sprechen

    Das lässt sich pauschal nicht so sagen. Wahr ist, dass sich die wenigsten introvertierten Mitarbeiter darum reißen werden, vor einer großen Gruppe zu sprechen. Werden Sie jedoch beispielsweise vom Chef dazu ermutigt, die Ergebnisse eines Projekts der Belegschaft zu präsentieren, übernehmen sie diese Aufgabe.

  • Introvertierte können extrovertiert werden

    Es wäre falsch anzunehmen, dass aus einer introvertierten Persönlichkeit eine extrovertierte werden kann. Sie können sich zwar anpassen, dennoch bleiben beispielsweise das Rückzugsbedürfnis und das Desinteresse im Mittelpunkt zu stehen.

  • Introvertierte können keine Führungskraft sein

    Sylvia Löhken, Autorin des Ratgebers „Leise Menschen – starke Wirkung“ ist der Meinung, introvertierte Menschen seien hervorragend dazu geeignet, Führungspositionen zu übernehmen. Ihre Stärken in der Beziehung zu Einzelpersonen, ihre reflektierende Art und ihre Fähigkeit zuzuhören, würden viele Mitarbeiter schätzen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Bewertung: 4,98/5 - 9124 Bewertungen.

Aktuelle Videos

Hier weiterlesen

Weiter zur Startseite