Sprache lernen: Mehr als 20 effektive Tipps

Eine mühelose Verständigung im Ausland gelingt, wenn Sie eine Sprache lernen. Viele denken, dass sei nur für Sprachgenies und schlagen sich auf Reisen so gerade noch mit ihrem Schulenglisch durch. Dabei gibt es zahlreiche Tipps, wie Sie kostenlos eine neue Sprache lernen können. Auch ohne Kurs! Wir geben Ihnen zahlreiche Methoden und effektive Tricks, mit denen Sie zum Sprachprofi werden. Wie Sie Sprachen online oder offline lernen und die Motivation bewahren…

Sprache lernen: Mehr als 20 effektive Tipps

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Effektive Tipps, um eine neue Sprache zu lernen

Fremdsprache gleich endlose Vokabeln und komplizierte Grammatikregeln? Das muss nicht sein! Kein Wunder, dass die Motivation bei manchen in den Keller sinkt. Entscheidend ist die richtige Herangehensweise. Wir haben effektive Tipps, die Ihnen dabei helfen, erfolgreich eine neue Sprache zu erlernen.

  1. Einstellung ändern

    Mit Ausreden wie „mangelndes Talent“ wollen sich manche vor möglichen Rückschlägen schützen. Wollen Sie eine Sprache lernen, braucht es aber die richtige Einstellung. Lassen Sie solche Ausreden und fangen Sie stattdessen an, einen Plan zu machen, den Sie Schritt für Schritt in die Tat umsetzen. Jeder kann eine neue Sprache lernen, wenn er sich darauf einlässt und Zeit investiert.

  2. Freizeit einplanen

    Wenn Sie ernsthaft eine Sprache lernen wollen, sollten Sie mehrere Stunden pro Woche für Ihre neue Beschäftigung aufwenden. Da derart intensive Hobbys aber auch anstrengend sein können, sollten Sie ebenso Freizeit und Regeneration einplanen. Das hält Sie frisch und motiviert.

  3. Motivation kennen

    Zwischen Tür und Angel werden Sie keine neue Sprache lernen. Es erfordert Arbeit, Motivation und Durchhaltevermögen. Gibt es gute Gründe für Sie – beispielsweise der Besuch eines guten Freundes im Ausland – wird es Ihnen leichter fallen. Das funktioniert auch beruflich, beispielsweise wenn Sie eine internationale Postion anstreben. Halten Sie sich Ihre Beweggründe vor Augen, wenn es mal an Motivation mangelt. So kommen Sie schnell wieder auf den richtigen Weg.

  4. Sprachreise machen

    Sprachreisen sind ideal, um schnell eine neue Sprache zu lernen. Dabei kombinieren Sie einen Auslandsaufenthalt mit einem Sprachkurs. Sie lernen Neues im Unterricht, können dieses direkt außerhalb der Schule anwenden und sind ständig von der Sprache umgeben. Diese Voraussetzungen schaffen eine ausgezeichnete Lernatmosphäre. Der Sprachreisenanbieter EF.de (Education First) bietet beispielsweise solche Reisen zu weltweit 40 möglichen Destinationen an. Allerdings ist eine Sprachreise nicht ganz billig. Für eine zweiwöchige Reise müssen Sie je nach Land und Kursform (Grund- oder Intensivkurs) zwischen 700 Euro und 1100 Euro einplanen.

  5. Sprache anwenden

    Eine Sprache lernen Sie, um mit anderen zu kommunizieren. Warten Sie mit dem Sprechen nicht, bis Sie das Gefühl haben, die Sprache perfekt zu sprechen. Scheuen Sie sich nicht, beispielsweise bei einer Sprachreise auf Muttersprachler zuzugehen. Fragen Sie nach dem Weg oder bestellen Sie etwas zu essen. Je häufiger Sie sich trauen, desto sicherer werden Sie im Umgang mit der Sprache und selbstbewusster, diese zu benutzen.

  6. Floskeln lernen

    Jeder Reiseführer wartet mit dem Wichtigsten auf, denn bestimmte Floskeln sollten Sie beherrschen, wenn Sie eine Sprache lernen. Dazu gehören Formulierungen, mit denen Sie sich Ihrem Gegenüber vorstellen, jemanden nach den Weg fragen oder Smalltalk betreiben: „Ich heiße… wo finde ich ein Restaurant… das Wetter ist schön…“ – solche kurzen Sätze sollten Sie auswendig lernen, sie erleichtern Ihnen den Gesprächseinstieg.

  7. Unsicherheit überwinden

    Manchmal kann das eigene Schamgefühl zu einem Problem werden. Die Angst vor Blamage führt dazu, dass viele doch auf das gute alte Schulenglisch zurückgreifen. Dabei reagieren die meisten Menschen sehr positiv, wenn sie merken, dass sich jemand Mühe gibt, ihre Sprache zu sprechen. Sie haben also nichts zu verlieren: Im besten Fall sammeln Sie Selbstvertrauen, bekommen ein Lob oder weitere Tipps – und falls es nicht klappt, tragen Sie Ihr Anliegen einfach auf Englisch vor.

  8. Umsetzung variieren

    Stundenlang vor Vokabeln und Grammatikregeln zu sitzen ist langweilig und demotiviert. Langfristig erfolgreich ist aber nur, wer sich den Spaß an der Sache erhalten kann. Probieren Sie doch mal etwas Neues und nutzen Sie die Fremdsprache, um ein Gedicht zu schreiben. Singen Sie sich neue Vokabeln vor, kaufen Sie sich Hörbücher oder führen Sie ein inszeniertes Interview mit einem Kollegen. Inzwischen gibt es zahlreiche Lernsoftwares und Apps, die das spielerische Lernen unterstützen und häufig sogar kostenlos erhältlich sind. So können Sie Neues lernen, Ihre Motivation beibehalten und Spaß am Lernen entwickeln.

  9. Alltag einbinden

    Experten raten: Wer sich den ganzen Tag mit einer Sprache umgibt, lernt und verinnerlicht diese schneller. Versuchen Sie also jeden Tag dafür zu nutzen, sich mit der Sprache zu beschäftigen. Und zwar nicht nur für einen bestimmten Zeitraum, in dem Sie gezielt lernen, sondern einfach immer und überall. Kleben Sie Post-Its an Ihre Möbel, auf denen Sie die passenden Vokabeln notiert haben, hören Sie ausländische Radiosender, bestellen Sie eine Zeitung in fremder Sprache. Sie können auch versuchen, E-Mails oder kurze Nachrichten in Ihrer Wunschsprache zu verfassen. Je mehr Sie sich mit einer neuen Sprache umgehen, desto schneller werden Sie diese lernen.

  10. Fokus ausrichten

    Machen Sie sich bewusst, was Sie als Erstes in der neuen Sprache erreichen wollen. Wollen Sie ein Gespräch führen können oder ein Buch in der Sprache lesen und verstehen? Um eine Unterhaltung zu führen, brauchen Sie in der Regel keine Kenntnisse über das Vokabular der Quantenphysik. Selektieren Sie also Ihre Lerninhalte und konzentrieren Sie sich auf die wichtigen Dinge. Wenn Sie merken, dass Sie Fortschritte machen und bereits Gesprächsteile verstehen oder Sie sich beteiligen können, wird das Ihre Motivation ankurbeln.

  11. Lernpartner suchen

    Vielleicht haben Sie einen Freund oder Kollegen, der die Sprache spricht, die Sie noch erlernen wollen. Bitten Sie darum, Ihre Gespräche nach und nach auf die neue Sprache umzustellen und fragen Sie auch gezielt nach Feedback, wenn Ihnen bestimmte Punkte schwer fallen. Oder Sie suchen sich gleich einen Tandempartner. Mit gegenseitiger Unterstützung geht vieles besser und macht einfach mehr Spaß. Mit einem Lernpartner wird das Herausreden an unbequemen Stellen schwer, also werden Sie konsequenter arbeiten. Sind beide auf einem ähnlichen Lernniveau, profitieren beide Seiten davon und können sich gegenseitig verbessern. Zusätzlich kann sich ein kleiner Wettstreit positiv auf Ihr Lernen auswirken.

  12. Kognaten finden

    Kognaten sind solche Begriffe, die auf ein gemeinsames Ursprungswort zurückgehen und einander ähneln. Versuchen Sie, Ähnlichkeiten festzustellen, dann können Sie sich die Bedeutung leichter einprägen. Das klappt vor allem bei indogermanischen Fremdsprachen gut. Beispiel: Das Adjektiv „rüde“ ähnelt dem englischen „rude“ und dem französischen „rude“ und bedeutet roh, ungebildet, unhöflich. Alle lassen sich auf das lateinische „rudis“ zurückführen. Vorsicht aber vor sogenannten „false friends“: In solchen Fällen ist die Ähnlichkeit rein zufällig oder es hat ein Bedeutungswandel stattgefunden. Beispiel: Das englische Verb „to become“ bedeutet im Deutschen „werden“, nicht „bekommen“! Solche Fälle müssen Sie leider einfach lernen.

  13. Muttersprachler beobachten

    Beim Sprache lernen hilft, anderen beim Sprechen zuzuschauen. Jede Sprache hat Wörter oder Töne, die auf unterschiedliche Weise gebildet werden und für Nicht-Muttersprachler herausfordernd sind. Sie selbst haben es als Kind schlicht nie gelernt, bestimmte Laute in die Sprache einzubauen. Wer Muttersprachler gezielt bei der Aussprache dieser Töne beobachtet, kann daran seine eigene Aussprache orientieren. Versuchen Sie dabei vor allem auf die Bewegungen von Lippen und Zunge zu achten. Und: Fragen Sie nach und bitten Sie um Hilfestellung. Kein Freund wird es Ihnen übel nehmen, wenn Sie ihn bitten, ein paar Tipps und Ratschläge für die Aussprache zu geben.

  14. Filme schauen

    Schauen Sie Serien oder Filme im Originalton. Gerade zu Beginn Ihres Lernprozesses sollten es leichtverständliche Filme oder kurze Serien sein, da die Konzentration schnell nachlässt, wenn Sie das Gefühl haben, kein einziges Wort zu verstehen. Sie können einen Film auch mehrmals schauen, um das Verständnis zu fördern. Wenn Sie versuchen Spanisch zu lernen, suchen Sie sich einen spanischen Film. Auf diese Weise können Sie, genau wie bei den Muttersprachlern, die Schauspieler bei der Aussprache beobachten. Ein weiteres gutes Hilfsmittel sind die Untertitel. Natürlich nicht auf Deutsch, sondern ebenfalls in der Fremdsprache, da Sie sonst nur lesen, statt zu lernen.

  15. Selbstgespräche führen

    Wenn Sie keinen Partner haben, mit dem Sie in der neuen Sprache reden können, sind Selbstgespräche eine gute Alternative. Sie können Ihr Vokabel- und Grammatikwissen testen, sich Sätze einprägen und dadurch selbstbewusster auftreten, wenn Sie diese Sätze in einem wirklichen Gespräch benutzen. Dafür sind keine tiefsinnigen Diskussionen nötig. Am Anfang reicht es schon, einfach darüber zu sprechen, was Sie gerade machen oder was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Der Lerneffekt tritt bereits dadurch ein, dass Sie Sätze bilden und Ihr Wissen anwenden.

  16. Perfektionismus bremsen

    Erwachsene haben den Drang, immer alles perfekt machen zu wollen. Für Kinder ist es hingegen normal, fehlerhafte Sätze zu bauen und auch mal unverständlich zu reden. Der zweite Weg ist besser. Akzeptieren Sie also, immer wieder Fehler zu machen. Nichts daran ist peinlich – es bringt Sie aber dem Ziel näher, Ihr Sprachgefühl zu verbessern.

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Sprache lernen für die Karriere

Ob Französisch, Spanisch, Russisch oder Chinesisch – gerne sehen Arbeitgeber bei ihren Bewerbern Fremdsprachenkenntnisse. Die Nachfrage ergibt sich aus der Globalisierung: Viele Unternehmen besitzen Zweigstellen oder Tochterunternehmen über die Kontinente verteilt. Um den Anforderungen gerecht zu werden, steigen die Ansprüche an neue Mitarbeiter. Manchmal hat eine Bewerbung ohne entsprechende Sprachkenntnisse gar keine Erfolgschancen, in anderen Fällen ist es zumindest ein großer Pluspunkt, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Doch auch für langjährige Mitarbeiter kann sich eine Weiterbildung in verschiedenen Sprachen lohnen, um sich für höhere Positionen oder Geschäftsreisen zu empfehlen. Wer vorausschauend plant und handelt, kann bereits frühzeitig die eigenen sprachlichen Kompetenzen an die Erwartungen und Herausforderungen im späteren Job anpassen. Gerade für Abiturienten, Uni-Absolventen oder nach einer Ausbildung, wenn der Berufseinstieg nicht sofort erfolgt, gibt es einige Wege. Vier klassische Möglichkeiten und ihre Besonderheiten stellen wir Ihnen vor:

Au Pair

Vor allem junge Frauen zieht es immer wieder als Au-pair ins Ausland, wo sie bei einer Gastfamilie wohnen und deren Kinder betreuen. Voraussetzung für einen Au Pair-Aufenthalt ist, dass die jungen Frauen (oder Männer) über Erfahrung im Babysitten verfügen und/oder ein Praktikum im Kindergarten absolviert haben. Von den meisten Organisationen werden mindestens 200 Stunden Erfahrung im Umgang mit Kindern gefordert. Zudem müssen die Au-pairs bei Abflug zwischen 18 und 26 Jahre alt sein.

Nicht nur die Erfahrungen im Umgang mit Menschen, der Aufenthalt in einem fremden Land und die Verbesserung der jeweiligen Fremdsprache sind für viele ausschlaggebend bei der Entscheidung. Auch die Herausforderung, alleine im Ausland zurechtzukommen, reizt viele. In vielen Programmen ist ein Sprachkurs vor Ort vorgesehen, um die Sprachkenntnisse weiter zu schulen. Außerdem kann sich die Tätigkeit als Au-pair positiv auf eine spätere Ausbildung im erzieherischen Bereich auswirken.

Auslandspraktikum

Bei einem Auslandspraktikum sammeln Sie nicht nur Arbeitserfahrung, sondern verbessern gleichzeitig Ihre Sprachkenntnisse, fördern die Eigenständigkeit und erwerben zudem länderspezifische Kenntnisse. All das kann sich als wichtig für den angestrebten Beruf oder das Studium erweisen, weshalb Auslandspraktika einen hohen Stellenwert bei Unternehmen genießen.

Wer beispielsweise einen Aufenthalt in China nachweisen kann und sich dort nicht nur sprachlich, sondern auch beruflich und kulturell weitergebildet hat, dürfte bei einer Bewerbung etwa in der Textil- oder Eletronikbranche derzeit gute Chancen haben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst liefert hierfür übrigens gute Informationen – auch zu finanziellen Hilfen und Stipendien.

Work & Travel

Mit Work & Travel können Sie vergleichsweise kostengünstig durch die USA, Australien, Neuseeland, Südafrika oder Kanada reisen. Gleichzeitig erweitern Sie Ihren persönlichen Horizont. Dabei arbeiten Sie praktisch immer dann, wenn es die Reisekasse wieder erfordert. Sie erwerben praktische Kenntnisse während der Jobs auf Farmen, als Animateur oder im Callcenter. Die Voraussetzungen für das benötigte Working Holiday Visum: Bewerber müssen zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, Kenntnisse der Landessprache und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Freiwilligenarbeit

Zunehmend beliebter sind Volunteer-Programme im Ausland. Die Unterstützung von Umweltschutzprojekten, Entwicklungshilfe oder anderen freiwilligen Tätigkeiten machen sich vor allem für soziale und ökologische Berufe oder Studiengänge gut im Lebenslauf. Volunteer-Projekte gibt es in den ärmeren Regionen dieser Welt wie Süd- und Lateinamerika sowie Asien und Afrika, aber auch in vielen westlichen Ländern. Interessant an Freiwilligenarbeit ist, dass Interessenten im Gegensatz zu den meisten anderen Wegen ins Ausland auch mit über 30 Jahren problemlos daran teilnehmen können. Weitere Informationen zum Thema bietet das Portal Freiwilligenarbeit.de.

5 Sprachen, die Ihr Bewusstsein erweitern

Haben Sie sich schon mal gefragt, ob Menschen die Welt mit anderen Augen sehen, wenn sie Englisch oder Deutsch sprechen? Arabisch oder Persisch? Wie sehr beeinflusst die Sprache unser Denken? Schon in den vierziger Jahren stellte sich der amerikanische Linguist Benjamin Whorf genau diese Frage und kam zu der Erkenntnis: Die Art, wie eine Sprache Zeit, Raum oder auch Geschlecht ausdrückt, beeinflusst, wie der Sprecher über die Welt denkt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die sogenannte Sapir-Whorf-Hypothese zwar immer wieder kritisch untersucht und auch an einigen Stellen widerlegt. Die grundsätzliche Frage nach dem Einfluss von Sprache auf unser Denken bleibt aber bestehen.

In den neunziger Jahren führten beispielsweise Psychologen einen Test mit spanischen und deutschen Probanden durch. Sie wollten wissen, welche Assoziationen diese zu bestimmten Begriffen herstellten. Zum Beispiel beim Wort Brücke. Im Deutschen ist die Brücke feminin, im Spanischen maskulin (el puente). Die Spanier schrieben der Brücke erstaunlicherweise eher männliche Eigenschaften wie Stärke zu, die Deutschen eher weibliche Eigenschaften wie Eleganz oder Schmalheit. Bei anderen Begriffen war etwas ganz Ähnliches zu beobachten, zum Beispiel bei Berg (der Berg – la montana) und Stuhl (der Stuhl – la silla).

Allein schon um Ihre Sinne zu schärfen, stellen wir Ihnen fünf Sprachen vor, die Sie wahrscheinlich noch nicht kannten. Sich vor Augen zu führen, welche Unterschiede es in Sprachen geben kann, zeigt auch, wie hilflos man ohne die eigene wäre. Oder in welcher der fünf Sprachen würden Sie am liebsten mit Ihren Kollegen kommunizieren? Spielen Sie die Szenarien doch einfach mal gedanklich durch. Zum Lesen einfach den nachfolgenden Link klicken (PDF).

5 bewusstseinserweiternde Sprachen


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Methoden beim Sprache lernen

Wer ernsthaft eine neue Sprache lernen will, kann von verschiedenen Methoden profitieren, die das Lernen erleichtern. Je nach Lerntyp ist ein Lernkanal bei Ihnen besonders ausgeprägt, ein anderer weniger. Welcher für Sie der richtige ist, sollten Sie zuerst im Lerntypentest herausfinden. Häufig lässt sich zwischen diesen vier Lerntypen unterscheiden:

  • Der visuelle Lerntyp

    Wissen wird am besten durch Lesen und die bildliche Veranschaulichung einprägt. Dazu tragen Skizzen, Diagramme oder Mindmaps bei, ebenso das farbliche Markieren von Textstellen. Vorteilhaft: Lernen mit Karteikarten und Videos. Nachteilig: Ein unaufgeräumter Schreibtisch – der lenkt nur ab.

  • Der motorische Lerntyp

    Das Haptische und Gestalterische liegt diesem Lerntyp, weshalb praktische Tätigkeiten – beispielsweise im Labor oder an einem Modell – ideal für diese Person sind. Vorteilhaft: Greifbare Lernmaterialien ein wie Scrabble-Steine oder Memory-Karten. Nachteilig: Wenn dieser Lerntyp zum Stillsitzen verdammt ist – Bewegung hilft, das Gelernte im Gedächtnis zu verankern.

  • Der kommunikative Lerntyp

    Der kommunikative Lerntyp braucht den Austausch mit anderen, um Informationen verarbeiten und speichern zu können. Dafür muss allerdings zuvor natürlich der Lernstoff bereits aufgeschrieben und gelesen, grob reflektiert worden sein. Im Austausch mit anderen werden Unklarheiten beseitigt. Vorteilhaft: Lernen in Lerngruppen. Nachteilig: kein Feedback anderer.

  • Der auditive Lerntyp

    Das alleinige Lesen der Informationen reicht oft nicht, um sich erinnern zu können, muss er bestimmte Themen bereits einmal gehört haben. Hier ist das sich selbst Vorlesen sehr hilfreich, um Lernstoff entsprechend speichern zu können. Vorteilhaft: Podcasts und Lern-CDs aus Fachbüchern. Nachteilig: Laute Umgebung – sie stört die Konzentration.

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Karteikärtchen: Sprache lernen mit System

Viele wollen eine Sprache lernen, scheuen aber das Vokabeln pauken. Es macht natürlich einen Unterschied, ob Sie mal eben für den nächsten Urlaub (und die eigene Eitelkeit) Vokabeln lernen wollen oder ob eine berufliche Notwendigkeit dahintersteht.

Dann benötigen Sie womöglich Fachtermini und die lassen sich nicht mal eben durch Hollywoodfilme lernen. Eine der effizientesten Methoden ist das Lernen mit Karteikärtchen. Dafür unterteilen Sie einen Karteikasten in fünf verschiedene Fächer:

  • Erstes Fach
    Hier kommen die Karten mit den neuen Vokabeln hinein. Sie lernen sie und sobald Sie sie auswendig können, wandern die Vokabeln ins zweite Fach, andernfalls bleiben sie hinten im ersten Fach. Dieses Fach wird täglich gelernt.
  • Zweites Fach
    Die Vokabeln hier drin überprüfen Sie alle zwei Tage. Sobald Sie diese auswendig wissen, kommen die Karten ins dritte Fach, ansonsten wandern sie zurück ans Ende vom ersten Fach.
  • Drittes Fach
    Die Vokabeln hier werden einmal pro Woche getestet. Wenn Sie sie beherrschen, wandert die jeweilige Karte ins nächste Fach, anderenfalls kommt sie ganz nach hinten ins erste Fach.
  • Viertes Fach
    Die Kärtchen hier werden alle zwei Wochen überprüft.
  • Fünftes Fach
    Einmal im Monat an einem festen Wochentag überprüfen Sie die Vokabeln aus diesem Fach. Wenn Sie sie beherrschen, können Sie sie ganz aus dem Karteikasten herausnehmen.

Heimatgefühle stören beim Lernen von Fremdsprachen

Wenn Sie eine Fremdsprache lernen wollen, beseitigen Sie alles in Ihrer Umgebung, was Sie an Ihre Muttersprache erinnern könnte. Denn wenn Sie beim Lernen an Ihre Muttersprache denken, werden Sie weniger Erfolg mit der neuen Sprache haben. Dies entdeckte der Sozialpsychologe Michael Morris von der Columbia Business School in New York.

Und dabei half ihm der Zufall: Eine chinesische Studentin hatte sich in einem Referat verplappert und Chinesisch und Englisch aus Versehen gemixt, obwohl sie eigentlich längst fließend Englisch spricht. Der Auslöser: Sie hatte während des Referats lediglich ihren chinesischen Professor angeschaut. Oder wie Morris inzwischen sagen würde: Sie hatte etwas gesehen, das sie an ihre Heimat erinnerte. Weitere Tests und Untersuchungen bestätigten die These: Dinge, Gegenstände, Fotos, ja sogar Menschen, die uns an unsere Heimat (und damit unsere Muttersprache) erinnern, können beim Lernen von Fremdsprachen äußerst störend sein.

Stolpersteine erkennen und umgehen

Es gibt einige Dinge, die den Lernerfolg ausbremsen können. Folgende Stolpersteine sollten Sie kennen, um leichter gegensteuern zu können:

Machen Sie es sich leicht

Lernen Sie nur zum Spaß, beispielsweise als Gedächtnistraining, können Sie sich die Sprache selbst aussuchen. Es gibt Sprachen, bei denen die Herausforderungen von vornherein größer sind. Beispielsweise müssen Sie nicht nur eine neue Grammatik mit neuen Vokabeln, sondern eine neue Schrift etwa bei Arabisch, Russisch oder Chinesisch lernen.

Dazu kommt, dass manche Sprachen für Sie als deutscher Muttersprachler ohnehin leichter zu lernen sind als andere. Deutsch gehört mit Englisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Färöisch, Jiddisch und sogar Afrikaans zur indogermanischen Sprachfamilie. Viele Vokabeln lassen sich erschließen. Ähnliches gilt, wenn Sie bereits eine romanische Sprache wie Französisch beherrschen, dann können Sie auf Gemeinsamkeiten im Italienischen und Spanischen zurückgreifen.

Denken Sie an Pausen

Wenn Sie eine Sprache lernen, gibt es immer auch Anteile, die nicht so viel Spaß machen, ergo: Der notwendige Vorgang wird als „Arbeit“ empfunden. Hier liegt das Problem, wenn Sie sich überfordern und von Ehrgeiz gepackt versuchen, sich grammatikalische Gesetzmäßigkeiten oder Vokabeln in den Kopf zu hämmern, obwohl Sie schon längst eine Pause bräuchten. Irgendwann lässt die Aufnahmefähigkeit nach und dem sollten Sie Rechnung tragen.

Arbeiten Sie mit Wiederholungen

Mit einem Sprachkurs, der einmal die Woche stattfindet, werden Sie nur sehr langwierig eine Sprache lernen, gleiches gilt für Sprachferien. Da sind Sie zwar geballt 24 Stunden einer fremdsprachigen Umgebung ausgesetzt, aber irgendwann geht jede Reise zu Ende. Aus der Pädagogik und der Neurologie ist aber bekannt, dass ständige Wiederholung maßgeblich für Lernerfolge ist. Wer nicht die Zeit hat, dreimal die Woche einen Kurs oder Stammtisch zu besuchen, kann sich mit Apps wie von Babbel.com oder Duolingo.com Zehn-Minuten-Häppchen am Tag zu Gemüte führen.

Wie Sie am besten eine Sprache lernen: Häufige Fragen & Antworten

Was ist die einfachste Sprache zu lernen?

Als Deutsch-Muttersprachler werden Sie am ehesten Zugang zu Fremdsprachen aus der gleichen Sprachfamilie haben. Zur germanischen Sprachfamilie zählen Sprachen wie Englisch, Niederländisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, aber auch Afrikaans oder Isländisch.

Der große Vorteil bei Englisch: Sie brauchen keine Geschlechter zu lernen und auch die Konjugation ist simpel. Hinzu kommt, dass es als Weltsprache nahezu überall verstanden wird. Das Gleiche gilt übrigens für andere Sprachfamilien: Als Spanisch-Muttersprachler werden Sie leichter andere romanische Sprachen lernen wie Französisch und Italienisch.

Welche Sprachen sind für Deutsche schwer zu lernen?

Der Schwierigkeitsgrad für Deutsch-Muttersprachler beginnt bereits bei einem anderen Schriftsystem, wie etwa bei Arabisch. Mandarin (Chinesisch), Japanisch und Koreanisch gelten als sehr schwer. Sie verwenden Schriftzeichen, die für Denkinhalte statt Buchstaben stehen. So müssen Sprachschüler tausende Zeichen lernen.

Anders bei Sprachen, die zwar eine andere Schrift haben, aber dennoch auf einer Alphabetschrift basieren, so etwa Russisch oder Griechisch, die ebenfalls schwer sind. Hinzu kommt die Aussprache, die auf Laute zurückgreift, die es so im Deutschen nicht gibt. Das gilt beispielsweise fürs Polnische, das zusätzliche Vokale bildet und zahlreiche Zischlaute beinhaltet.

Kann man in 4 Wochen eine Sprache lernen?

Diese Frage lässt sich nur mit „jein“ beantworten. Entscheidend für den Erfolg sind verschiedene Faktoren:

  • Wie viel Zeit Sie investieren
  • Der Verwandtschaftsgrad der Sprache
  • Ihre Motivation (Hobby oder Karriere)
  • Wie oft Sie üben

Heißt: Wer sich für eine verwandte Sprache entscheidet und jeden Tag mehrere Stunden investiert, fleißig Gelerntes wiederholt und ein klares Ziel vor Augen hat, kann eine Sprache in der Zeit erlernen. Sicherlich nicht bis zur Perfektion, aber für gute Verständigung reicht es.

Was kostet eine Sprachreise?

Je länger es dauert und je weiter die Entfernung, desto teurer. Das gilt vor allem für Flüge – die Unterbringung kann durchaus günstiger sein. Für einen zweiwöchigen Sprachkurs sollten Sie in jedem Fall mit 1.500 Euro rechnen – für das Grundpaket inklusive An- und Abreise sowie einer einfachen Unterbringung vor Ort.

Informieren Sie sich unbedingt über die Verpflegungskosten. Teilweise sind sie bereits inbegriffen (Voll- oder Halbpension), manchmal kommen sie extra. Mindestens 2.000 Euro sollten Sie für eine zweiwöchige Sprachreise um den Globus einkalkulieren. Entsprechend teurer wird es, wenn Sie nicht in einer Gastfamilie unterkommen, sondern im Hotel wohnen wollen.

Wer kann daran teilnehmen?

In den meisten Fällen gilt: Eine Sprachreise kann jeder machen, der Lust daran hat, eine neue Sprache zu lernen – und sich die Kosten dafür leisten kann. Oftmals bieten Anbieter verschiedene Programme und spezielle Kurse für unterschiedliche Altersgruppen an. So gibt es Sprachreisen für Erwachsene, aber auch Lehrgänge, die auf Schulkinder zugeschnitten sind.

Wie viele Stunden umfasst eine Sprachreise?

Wie in der Schule oder an der Universität bemisst sich auch eine Sprachreise nach Wochenstunden. Die meisten Kurse nutzen dabei ein System zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche.

Je nach Gesamtdauer umfasst eine Sprachreise demnach ungefähr 40 bis 60 Stunden gemeinsamen Lernens. Nicht einbegriffen sind dabei die Zeiten, in denen Sie die Sprache vor Ort außerhalb des Sprachkurses anwenden.

Welche Leistungen sind inbegriffen?

Die Angebote unterscheiden sich zum Teil deutlich. Die meisten Sprachreisen beinhalten die An- und Abreise, den Sprachkurs selbst sowie den Aufenthalt vor Ort. Unterschiede im Preis hängen von der Art der Unterbringung ab: Gastfamilie oder Hotel.

Alternativ können Sie oft den Sprachkurs ohne Unterbringung vor Ort buchen (mit oder ohne Flug, je nach Angebot). In diesem Fall müssen Sie dann in Eigenregie eine passende Unterkunft finden und diese gegebenenfalls getrennt bezahlen.

Wer unterrichtet auf einer Sprachreise?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Die meisten Anbieter von Sprachreisen arbeiten mit Muttersprachlern zusammen. Diese sind geschult darin, das Wissen an eine Gruppe Lernwilliger weiterzugeben.

Möglich ist aber auch, dass Sie ein Nichtmuttersprachler als Sprachlehrer unterrichtet. Der zeichnet sich meist dadurch aus, dass er lange im jeweiligen Ausland gelebt hat und die Fremdsprache wie seine Muttersprache spricht.

Kann man Sprachen zuhause lernen?

Keine Zeit für Sprachreisen? Ganz leicht kann man Sprachen zuhause lernen – und zwar mit Apps. Viele sind sogar kostenlos oder bieten zumindest eine kostenfreie (natürlich abgespeckte) Variante. Ebenfalls sehr kostengünstig können Sie zuhause lernen, wenn Sie Filme in der jeweiligen Fremdsprache schauen oder Bücher lesen.

Integrieren Sie die Fremdsprache in den Alltag: Kleben Sie Post-its auf Gegenstände, deren Bezeichnung Sie leicht vergessen. Oder einfach nur, um sich an einen bestimmten Begriff zu erinnern. Noch eine Möglichkeit: Ändern Sie die Spracheinstellungen am Smartphone in die Fremdsprache.

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