Hochschulabsolvent: Bedeutung, Jobs, Verdienstaussichten

Ein Hochschulabsolvent verfügt über ein abgeschlossenes Studium. Dennoch besteht je nach Studiengang häufig eine gewisse Orientierungslosigkeit: Welche Jobs kommen infrage und wie bewirbt man sich darauf? Und wie geht es weiter, falls es nicht sofort mit dem Einstieg ins Berufsleben klappt? Wir erklären, welche Bedeutung Hochschulabsolvent hat und geben Tipps für die Zeit nach dem Studium…

Hochschulabsolvent: Bedeutung, Jobs, Verdienstaussichten

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Bedeutung: Was ist ein Hochschulabsolvent?

Die Bezeichnung Hochschulabsolvent streicht heraus, dass eine Person eine Hochschule besucht und erfolgreich abgeschlossen hat. Als Hochschulen gelten Fachhochschulen oder Universitäten, auch einige Akademien und gleichgestellte Bildungseinrichtungen. Sie gehören dem sogenannten Tertiären Bildungsbereich an und bauen auf weiterführende Schulen auf.

Gymnasien, Gesamt-, Real- und Hauptschulen gehören also mitnichten zu Hochschulen, was manche fälschlicherweise annehmen, sondern zum Sekundären Bildungsbereich. Der Begriff Hochschulabsolvent ist vor allem für Studenten kurz vor oder nach der Abschlussprüfung üblich. Sobald der Berufseinstieg geglückt ist, spricht man von Berufsanfänger oder Berufseinsteiger, später von Berufserfahrenen.

Wie nennt man einen Hochschulabsolventen?

Ein anderes Wort für Hochschulabsolvent ist Alumnus. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Zögling“. Analog dazu für Frauen Alumna. Der dazugehörige Plural von Hochschulabsolventen lautet Alumni beziehungsweise Alumnae. Die Hochschulen selbst verwenden für ihre Hochschulabsolventen Alumni in der Bedeutung „Ehemalige“. Das schließt zum Beispiel an der Universität Hohenheim nicht nur ehemalige Studierende, sondern auch Gastwissenschaftler und Mitarbeiter ein. Daneben gibt weitere Begriffe für Hochschulabsolvent, deren Bedeutung allerdings feine Unterschiede aufweisen:

  • Trainee

    Ein Trainee ist ein Hochschulabsolvent, der ein Trainee-Programm durchläuft. Dabei handelt es sich um eine praktische Vorbereitung auf eine Tätigkeit im Unternehmen.

  • Diplomand

    Die Bezeichnung Diplomand ist etwas spezifischer. Sie steht für jemanden, der an seiner Diplomarbeit schreibt und ebenfalls kurz vor dem Studienabschluss ist. Allerdings laufen Diplom-Studiengänge zunehmend aus.

  • Akademiker

    Synonym zu Hochschulabsolvent können Sie auch Akademiker sagen: Jemand, der die Abschlussprüfung an der Hochschule (die früher oft Akademien hießen) bestanden hat. Das bezieht sich heutzutage auf Studierende, die ein Bachelorstudium absolvieren, aber ebenso auf Masterabsolventen.

  • Examinierter

    Schwammiger ist dieser Begriff. Ein Examinierter hat zwar eine Prüfung (Examen) bestanden, unklar bleibt aber, an welcher Bildungseinrichtung. Eine examinierte Pflegefachkraft ist dennoch kein Hochschulabsolvent.

  • Doktorand

    Ein Doktorand ist eine Person, die gerade promoviert, also eine Dissertation schreibt. Der Doktor ist der höchste akademische Grad, den ein Hochschulabsolvent erlangen kann.

  • Graduate

    Bezeichnet sich ein Hochschulabsolvent als Graduate, hat er seinen Abschluss meist im Rahmen eines Auslandsstudiums erhalten. Üblich ist der Begriff auch für englischsprachige Studiengänge wie etwa beim Management-Studium.

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Jobeinstieg: Bewerben als Hochschulabsolvent

Ob Ausbildung oder Studium: Als Absolvent sind Sie häufig mit dem Permission Paradox konfrontiert. Bedeutet: Zahlreiche Unternehmen wünschen sich erfahrene Mitarbeiter, aber nur wenige sind bereit, Berufsanfängern diese Chance zu geben.

Demnach soll ein Hochschulabsolvent in Regelstudienzeit studiert und am besten über drei Jahre Berufserfahrung verfügen… Die Ausbildung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist eben auch ein Zeit- und Kostenfaktor. Das Dilemma der geringen Berufserfahrung können Sie als Hochschulabsolvent durch folgende Wege lösen:

  • Erfahrung sammeln

    Für Studierende wirtschaftsferner Studiengänge ist es sinnvoll, durch Praktika, Studentenjobs oder noch besser: Werkstudentenjobs praktische Erfahrungen zu sammeln. Das zeigt dem Arbeitgeber, dass Sie Ihrerseits sich aktiv um Wissensaneignung bemühen..

  • Stärken erkennen

    Machen Sie sich Ihrer Stärken bewusst. Das hilft, passende Stellen zu identifizieren und verleiht das nötige Selbstbewusstsein für die Bewerbung. Dennoch werden Sie auch entsprechende Hard Skills demonstrieren müssen.

  • Career Service nutzen

    Noch vor Studienende sollten Sie die Beratungs- und Informationsangebote des Career Services nutzen. Als Bindeglied zwischen Universität und Arbeitsmarkt haben sie Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern. Als angehender Hochschulabsolvent können Sie hier ein Bewerbungstraining erhalten und können Fragen zum Arbeitsvertrag oder zur Gehaltsverhandlung stellen.

  • Karriere-Events besuchen

    Jobmessen sind die ideale Gelegenheit, mit interessanten Unternehmen in Kontakt zu kommen. Dort können Sie sich nicht nur über das Unternehmen informieren, sondern mit der richtigen Vorbereitung sich selbst als potenziellen Mitarbeiter präsentieren.

  • Netzwerk ausbauen

    Bauen Sie rechtzeitig Ihr Netzwerk aus. Viele Hochschulen bieten gezielte Alumni-Programme, auch Karriereplattformen wie Xing und Linkedin sind eine Option. Allerdings ist es verpönt, offensiv um Gefälligkeiten zu bitten. Kontaktpflege steht immer an erster Stelle; ein Job, der sich daraus ergibt, ist das Sahnehäubchen oben drauf.

Hochschulabsolvent Jobs

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Wie schreibe ich eine Bewerbung ohne Berufserfahrung?

Wer ein Vollzeitstudium absolviert, hat in der Regel wenig Zeit, um neben dem Studium fundierte Berufserfahrung zu sammeln. Eine Bewerbung ohne Berufserfahrung kann trotzdem klappen: Absolventen gefragter MINT-Fächer haben meist weniger Probleme. Anders Studierende der Geisteswissenschaften und/oder Orchideenfächern. Aber auch hier gibt es Tipps, die Ihre Bewerbungschancen erhöhen:

1. Auswahl

Achten Sie bei der Jobsuche auf Stellenanzeigen, in denen Berufserfahrung zwar vorteilhaft, aber nicht zwingende Voraussetzung ist. Erkennbar ist dies an Formulierungen wie „ist wünschenswert/vorteilhaft/gern gesehen“. Das signalisiert: Auch ohne Erfahrung haben Bewerber Chancen.

2. Radius

An manchen Orten ist die Dichte der Hochschulabsolventen mit einem sehr ähnlichen Bewerberprofil deutlich höher als an anderen. So beispielsweise in Großstädten und an Hochschulorten. Sie erhöhen Ihre Aussichten, wenn Sie Ihren Radius erweitern und gegebenenfalls einen Umzug für den Job in Kauf nehmen.

3. Unternehmen

Viele Hochschulabsolventen haben nur die Global Player auf dem Schirm. Der größte Arbeitgeber ist aber der Mittelstand. Die sogenannten „Hidden Champions„, also außerhalb ihrer Branche eher unbekannte Unternehmen, aber dennoch führend in ihrem Segment, suchen oft händeringend. Und sie bieten neben familiärer Atmosphäre zahlreiche Aufstiegschancen.

4. Ausland

So mancher Hochschulabsolvent entscheidet sich für ein Gap Year oder nimmt eine Auszeit, bevor er ins Berufsleben einsteigt. Auslandserfahrung macht sich immer gut im Lebenslauf und demonstriert Mobilität und geistige Flexibilität. Ein Strandurlaub reicht aber nicht: Für brauchbare Erfahrungen sollten Sie ein Praktikum im Ausland absolvieren.

5. Zeitarbeit

Zeitarbeitsfirmen haben den Vorteil, dass sie auch Bewerbern eine Chance geben, denen der Einstieg am Arbeitsmarkt schwerfällt. Wer sich bewährt, kann häufig beim ausleihenden Unternehmen unterkommen (Klebeeffekt).

6. Initiativbewerbung

Bewerben Sie sich initiativ bei einem Unternehmen. Einige Unternehmen rufen dazu sogar auf ihrer Webseite auf. In dem Fall liegt zwar keine offen ausgeschriebene Stelle vor, aber es besteht grundsätzlicher Bedarf. Als Hochschulabsolvent ohne Berufserfahrung sind die Aussichten nicht schlecht: Gerade mal 35 Prozent aller freien Stellen werden öffentlich – der Rest (der sogenannte „verdeckte Stellenmarkt„) geht unter der Hand weg. Nicht selten über Vitamin B.

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Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung richtig?

Als Hochschulabsolvent sollten Sie auf eine formal korrekte Bewerbung achten. Eine vollständige Bewerbungsmappe – auch in digitaler Form – besteht aus folgenden Unterlagen:

Folgende Tipps helfen beim Formulieren:

Streichen Sie Ihre Rolle heraus

Vielleicht sind Sie bisher keiner Erwerbsarbeit nachgegangen, aber haben ehrenamtliche Projekte übernommen oder sind im Verein aktiv. Letztlich geht es darum, dass ein Unternehmen sich ein Bild vom Bewerber machen will. Ihn charakterlich besser einschätzen können will, aber auch etwas über seine Fähigkeiten erfahren will:

Seit fünf Jahren bin ich Mitglied beim Technischen Hilfswerk. Hier kommt mir meine große Organisationsfähigkeit zugute. Beim Katastropheneinsatz in _____ war ich zuständig für die Koordinierung Lebensmitteln und Kleidung. Während solcher Einsätze blühe ich auf und kann meine Stressresistenz unter Beweis stellen.

Betonen Sie Ihre Stärken

Dazu können Qualifikationen gehören, die Sie sich im oder neben dem Studium angeeignet haben. Beispielsweise, wenn Sie Ihr eigenes Blog oder eine eigene Homepage aufgebaut haben. Und ganz nebenbei sind Sie zum Experten für einen Teilbereich Ihres Studiums geworden. Wichtig dabei: Liefern Sie immer entsprechende Belege für Ihre Angaben.

Während meines Studiums der Kunstgeschichte fing ich an, mich besonders für Heraldik und Ikonographie zu interessieren. Da ich meine Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte, startete ich mein eigenes Blog, das mittlerweile regelmäßig ___ Leser monatlich hat. Ich stehe zudem im Austausch mit internationalen Forschern.

Ein ausführliches Dossier darüber, wie Sie eine Initiativbewerbung richtig schreiben, finden Sie HIER. Dort erhalten Sie nicht nur Tipps für die Gestaltung, sondern zahlreiche Bewerbungsvorlagen. Wie immer für unsere Leser: völlig kostenlos.

Verdienstaussichten von Hochschulabsolventen

Der Mincer-Koeffizient belegt, dass Bildung sich langfristig finanziell auszahlt. Heißt: Je höher der Bildungsabschluss, desto höher das Gehalt. Einer Ifo-Studie zufolge verdient ein Hochschulabsolvent in seinem Leben 400.000 Euro mehr als jemand mit einer Ausbildung. Es gibt allerdings Unterschiede: Je nach Studiengang, Studienabschluss und Bildungseinrichtung. Pauschal lässt sich sagen: Technische Studiengänge liegen vor sozial- und geisteswissenschaftlichen, Master vor Bachelor und Universität vor Fachhochschule.

Es kommt aber darauf an: Einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zufolge stehen beispielsweise unter verschiedenen Akademikern die Informatiker mit FH-Abschluss am besten da: 100 Prozent aller Hochschulabsolventen hatten binnen kürzester Zeit eine Anstellung. Und da Fachhochschulen tendenziell wirtschaftsnahe Fächer unterrichten, sind hier die Verdienstmöglichkeiten oft sehr gut. Ausnahme: Wenn der gleiche Studiengang (etwa BWL) ebenfalls an der Universität existiert.

Das ist ein MBA wert

Im Vergleich zu den Absolventengehältern erscheinen die Verdienstmöglichkeiten mit MBA-Abschluss geradezu fantastisch. Absolventen der Tuck School of Business zum Beispiel kommen laut internem Report auf ein Durchschnittsgehalt von 117.000 US-Dollar. Und laut Forbes bringt ein MBA der Stanford Graduate School of Business einen Fünfjahresgewinn von 89.100 US-Dollar. Dafür hat man die Gehälter der Absolventen in den ersten fünf Berufsjahren nach Abschluss auf der einen Seite und die (horrenden) Studiengebühren sowie Opportunitätskosten wie entgangene Gehälter während des MBA-Studiums gegenübergestellt. Was hingegen ein deutscher MBA bringt, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen.


Wie melde ich mich arbeitslos?

Manchmal gelingt der Berufsstart nicht sofort – die Bewerbungen verlaufen im Sande. Was nun? Als Hochschulabsolvent müssen Sie sich nicht arbeitslos melden. Wann und ob Sie sich arbeitslos melden, ist also Ihre Entscheidung. Sie haben üblicherweise nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt, sofern Sie vor dem Studium nicht berufstätig waren. Somit haben Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Allerdings steht Ihnen ALG II (auch als Hartz 4 bekannt) zu. Damit kommen Sie zumindest finanziell vorerst über die Runden.

Haken an der Sache: Im Rahmen von „Fördern und Fordern“ kann das Jobcenter Sie in Maßnahmen stecken, die es als sinnvoll erachtet. Auch bekommen Sie gegebenenfalls Jobs vorgeschlagen, auf die Sie sich bewerben müssen, obwohl sie deutlich unter Ihrer Qualifikation liegen. Die gute Nachricht: Als Hochschulabsolvent haben Sie den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern ist seit Jahren konstant unter vier Prozent.

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