Ausbildung Bewerbungsfrist: Frühzeitig erkundigen!

Die meisten Ausbildungen starten im Herbst. Für Schüler, die sich im Ausbildungsjahr noch nicht beworben haben, könnte es eng werden, wenn sie für die gewünschte Ausbildung die Bewerbungsfrist nicht beachtet haben.

Je nach Branche und Betriebsgröße kann die Bewerbungsfrist variieren. Wer die drängende Frage nach der Bewerbungsfrist für seine Ausbildung aufschiebt, hat später das Nachsehen: Entweder Sie verlieren ein ganzes Jahr, weil Sie bis zum nächsten Start der Bewerbungsphase warten müssen.

Oder aber Sie entscheiden sich für das Zweitbeste. Damit Sie nicht in diese Falle tappen, zeigen wir Ihnen, worauf Sie achten müssen. Außerdem geben wir Tipps, was Sie tun können, wenn Sie für eine Ausbildung die Bewerbungsfrist verpasst haben…

Ausbildung Bewerbungsfrist: Frühzeitig erkundigen!

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Wonach richten sich Bewerbungsfristen?

Als Bewerbungsfrist wird die Zeitspanne bezeichnet, innerhalb derer Sie eine Bewerbung verfassen sollten, um bestmögliche Chancen auf Erfolg zu haben.

Bei den verschiedenen Ausbildungen können Bewerbungsfristen deutlich variieren. Abhängig ist dies von folgenden Faktoren:

  • Welche Ausbildungsform (schulisch oder betrieblich) planen Sie?
  • In welcher Branche streben Sie eine Ausbildung an?
  • Wie groß ist das Unternehmen?
  • Wie hoch ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen?

Auch wenn es abgedroschen klingt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Das heißt ganz allgemein, dass Sie auf der sicheren Seite sind, wenn Sie sich sehr früh bemühen. Sehr früh heißt in diesem Fall, dass Sie bis zu anderthalb Jahre vor dem Schulabschluss bereits damit beginnen sollten, sich Stellenangebote anzuschauen.

Für Schüler heißt das, dass sie die Bewerbungsfristen für die Ausbildung bereits im vorletzten Schuljahr im Blick haben sollten.


Bewerbungsfrist ist nicht gleich Ausschlussfrist

Achtung: Eine Bewerbungsfrist ist nicht dasselbe wie eine Ausschlussfrist! Bei manchen Unternehmen können Sie Ihre Bewerbung auch nach Verstreichen der Frist (dazu unten mehr) einsenden. In anderen wiederum werden spätere Bewerbungen ausdrücklich nicht berücksichtigt.

Zu diesen zählt vor allem der öffentliche Dienst, aber auch viele Großkonzerne der Privatwirtschaft. Der Grund dafür ist, dass das Bewerbungsverfahren insgesamt sehr aufwendig ist. Zum einen ist das Bewerbungsaufkommen hier deutlich höher, weil es sich um attraktive Arbeitgeber handelt. Auch Assessment Center können den Auswahlprozess in die Länge ziehen.

Zum anderen sind vor allem im öffentlichen Dienst etliche Hierarchien mit zahlreichen Entscheidungsebenen zu berücksichtigen. Von gesetzlicher Seite besteht die Pflicht, allen Bewerbern die gleiche Chance zu geben. Oftmals sind zusätzliche Personalbeauftragte (zum Beispiel Gleichstellungsbeauftragte) mit in den Prozess eingebunden.

Welche Bewerbungsfristen für Ausbildungen gibt es?

Um die bestmöglichen Aussichten auf einen Ausbildungsplatz zu haben, sollten Sie sich frühstmöglich bewerben. Zwar ist seit Jahren immer wieder vom Fachkräftemangel die Rede. Gleichzeitig mag kein Arbeitgeber den Eindruck vermittelt bekommen, nur zweite Wahl zu sein.

Genau die Gefahr besteht aber, wenn Sie aufgrund einer verpassten Bewerbungsfrist auf eine andere Ausbildung ausweichen müssen. Auch Beliebtheitgrad und Angebot in der jeweiligen Region tragen dazu bei, dass für viele Bewerber in manchen Branchen nur wenige Stellen existieren.

Was heißt das nun für die jeweiligen Branchen? Als Faustregel können Sie sich merken: Große Unternehmen und der öffentliche Dienst haben die längsten Bewerbungsfristen, die gleichzeitig meist Ausschlussfristen sind.

  • Etwa 1,5 bis 1 Jahr im Voraus
    • Banken
    • Versicherungen
    • Großkonzerne (mehr als 250 ständige Mitarbeiter)
    • Öffentlicher Dienst (bei der Stadt, Kommune, Land)
  • Etwa 9 Monate im Voraus
    • Automobilbranche
    • Hotellerie
    • Industrie
    • Gesundheitsbranche
    • Transport und Logistik
  • Etwa 6 Monate im Voraus
    • Gastronomie
    • Handel
    • Handwerk
    • Hotellerie
  • Kurze Bewerbungsfristen
    Deutlich kürzere Bewerbungsfristen haben Sie, wenn Sie nicht direkt eine Ausbildung anvisieren, sondern vorab ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) planen.

    Diese Tätigkeiten sind nicht nur Lückenbüßer, falls Sie eine Bewerbungsfrist verpasst haben. Sie sind für manche Ausbildungen (etwa zum Erzieher) sogar vorgeschrieben und vermitteln wertvolle Einsichten in spätere Berufe.

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Wann für eine Ausbildung bewerben?

Bewerbungsfrist Ausbildung schulische duale verpasst Anmeldung

[*Ausbildungsbeginn Gesundheitsbranche: 1. September/ Oktober; **1. März/ April;
Ausbildungsbeginn Hotellerie/Gastronomie: 1. September/ Oktober; **1. Februar]


Die obige Grafik illustriert es: Abhängig von Ihrer Branche gibt es zeitliche Schwerpunkte für eine Bewerbungsfrist bei Ausbildungen. Je nach Dunkelheitsgrad der Farbe wird hier die Hauptphase signalisiert – je heller, desto eher nähert sich die Bewerbungsfrist für die Ausbildung dem Ende.

Es sei ergänzt: Dies sind grobe Richtwerte. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen haben nicht unbedingt ein zentrales Bewerbungsverfahren (das womöglich noch über externe Dienstleister abgewickelt wird), sondern entscheiden recht spontan, ob Bedarf besteht.

Der Bewerbungsprozess kann in solchen Fällen zumindest im Hinblick auf die Bewerbungsfrist deutlich relaxter gehandhabt werden. Was natürlich nichts mit der generellen Qualität Ihrer Bewerbung zu tun haben sollte:

Eine vollständige und fehlerfreie Bewerbungsmappe brauchen Sie immer, egal ob Sie sich auf dem Postwege bewerben oder eine E-Mailbewerbung schreiben.

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Bewerbungsfrist abhängig von Ausbildungsform

Ein Großteil der Schulabgänger plant – sofern kein Studium angestrebt wird – die duale Ausbildung. Dabei wird eine praxisnahe Berufsausbildung im Betrieb vermittelt und gleichzeitig eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Das erste eigene Geld ist für viele eine hohe Motivation, direkt nach der Schule ins Berufsleben zu starten.

Daneben findet in der dualen Ausbildung die Vermittlung der theoretischen Grundlagen eines Berufs in Berufsschulen statt. Üblicherweise dauert die Ausbildung zwischen zweieinhalb und drei Jahren. Abhängig ist die Dauer häufig vom Schulabschluss und dem persönlichen Vorankommen.

Einige Berufe werden über die schulische Ausbildung vermittelt. Da in diesem Fall rein schulisch ausgebildet wird, spricht man auch von vollzeitschulischen oder vollschulischen Ausbildungen. Dies gilt vor allem für Berufe aus dem Gesundheits- und Sozialwesen wie Erzieher, Logopäde oder Altenpfleger.

Ebenfalls Vollzeitunterricht an Berufsfachschulen erhalten Ausbildungen im technischen Bereich wie der medizinisch-technische Assistent und der Informatikassistent oder auch Medien- und Fremdsprachenberufe. Die Zugangsvoraussetzungen schwanken von Schule zu Schule; der Großteil der Auszubildenden hat einen Realschulabschluss.

In einigen Fällen werden ebenfalls Auszubildende mit Hauptschulabschluss aufgenommen. Der große Vorteil der Berufsfachschule: Je nachdem bieten einige die Möglichkeit, neben der Berufsausbildung den Realschulabschluss oder die fachgebundene Fachhochschulreife zu erwerben.

Beendet wird diese Ausbildung meist nach zwei bis dreieinhalb Jahren, der praktische Teil wird durch Praktika abgedeckt. Im Unterschied zur betrieblichen Ausbildung wird diese jedoch oftmals nicht vergütet; im Gegenteil: Wer eine private berufsbildende Schule besucht, muss unter Umständen für die Ausbildung zahlen.

Zu den Bewerbungsfristen von schulischen Ausbildungen lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen, da diese von Schule zu Schule ganz individuell gehandhabt werden. Daher gilt hier, dass Sie sich am besten frühzeitig um die Anmeldung kümmern, idealerweise ein Jahr vor Ausbildungsbeginn.


Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen

Berufe Rubrik: In der Übersicht der wichtigste Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen mit Beispieltexten.

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Wie verfassen Sie eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz?

Grundsätzlich wird eine Bewerbung für eine Ausbildung nicht anders als andere Bewerbungen auf Jobs verfasst. Aber hier liegt für viele Schulabgänger die Herausforderung, da kaum Erfahrung darin vorhanden ist.

Sie müssen sich ein Anschreiben für eine Bewerbung wie einen förmlichen Brief vorstellen, der folgende Bestandteile enthält:

  • Briefkopf
    Im Briefkopf stehen Namen und Adressdaten des Absenders und Empfängers.
  • Datumsangabe
    Rechtsbündig etwa auf Höhe Ihres Namens stehen Ort und aktuelles Tagesdatum, zum Beispiel: Oberhausen, TT.MM.JJJJ.
  • Betreffzeile
    In die Betreffzeile (ohne das Wort „Betreff“) schreiben Sie Ihr Anliegen, also: Bewerbung um eine Ausbildung zur/zum…. Große Unternehmen und Behörden bitten oft um Angabe der jeweiligen Kennziffer – diese gehört ebenfalls in die Betreffzeile.
  • Anrede
    Achten Sie unbedingt darauf, den Namen des Ansprechpartners zu nennen. Allgemeine Anreden sind in der Regel verpönt. Ausnahme: Bei manchen Behörden gehen die Bewerbungen durch viele Hände, so dass eine unkonkrete Anrede erwünscht sein kann.
  • Mittelteil
    Nach einem ansprechenden Einleitungssatz, in dem Sie Ihre Motivation für diese Bewerbung darlegen, führen Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse im Mittelteil des Anschreibens aus.

    Da Schulabgänger für gewöhnlich wenig Berufserfahrung vorweisen können, sollten Sie hier auf Ihre Stärken anhand von Praktika und Schulnoten zurückgreifen. Diese sollten einen Bezug zum Unternehmen beziehungsweise der Ausbildung haben, für die Sie sich bewerben.

    Personaler interessieren sich auch immer für die Persönlichkeit hinter dem Bewerber. Gern gesehen sind Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit oder Konfliktfähigkeit. Diese sollten Sie nicht nur hineinschreiben, sondern anhand von Beispielen belegen können. Zum Beispiel:



    Nachdem ich früh eine Zusatzqualifikation als Junior Coach erworben habe, war ich zwei Jahre als Schiedsrichter für den Volleyballverein 08/15 Musterhausen tätig. In dieser Rolle habe ich wiederholt durch meine Deeskalationsstrategien dafür gesorgt, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.


  • Schlussteil
    Sie beenden Ihr Anschreiben, indem Sie eine Formulierung wählen, die Zuversicht ausstrahlt. Das heißt, sie klingt nicht zu arrogant, aber auch nicht zu defensiv. Streichen Sie daher sämtliche Konjunktivformulierungen mit „würde“.



    Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen würden.

    Ich freue mich auf die Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.


  • Anlagenverzeichnis
    Am Ende Ihres Anschreibens steht ein kleines Anlagenverzeichnis. Hier listen Sie auf, was Ihrer Bewerbung hinzugefügt wird:
    • Lebenslauf
    • Zeugnisse (in Kopie)
    • Referenzen
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Bewerbungsfrist für Ausbildung abgelaufen: Was tun?

Was, wenn Sie die Bewerbungsfrist für Ihre Ausbildung verpasst haben? Es kommt ganz darauf an, worauf Sie sich beworben haben:

  • Kaum Ausnahmen im öffentlichen Dienst
    Wer sich für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst interessiert, wird Pech haben. Diese Ausbildungen gehören mit zu denjenigen, bei denen eine lange Vorlaufzeit mit eingeplant werden muss. Das Bewerbungsverfahren wird oftmals zentral koordiniert, so dass selten Ausnahmen gemacht werden.

    Je nachdem, ob allerdings genügend Bewerbungen eingingen und wie lang nach der Bewerbungsfrist Sie den verpassten Termin bemerkt haben, kann sich ein Anruf lohnen. Klären Sie sicherheitshalber ab, ob Sie die Unterlagen nachreichen können, denn anderenfalls verlieren Sie zumindest in dieser Branche ein ganzes Jahr.

  • Gute Aussichten bei Mangelberufen
    Anders sieht es in Ausbildungsberufen aus, in denen händeringend nach Arbeitskräften geguckt wird. Das ist oft bei Ausbildungsplätzen zum Gesundheits- und Krankenpfleger der Fall. In solchen Fällen kann ein verpasster erster Termin immer noch die Aufnahme in einen späteren Kurs im selben Ausbildungsjahr bedeuten.
  • Nachmeldetermine bei schulischen Ausbildungen
    Ebenfalls bessere Chancen haben angehende Auszubildende, wenn sie sich für eine schulische Ausbildung entscheiden. Hier gibt es zwar ebenfalls feste Termine (die Sie jeweils an der Schule erfragen müssen), jedoch ist es in einigen Fällen möglich, zu einem späteren Nachmeldetermin sich anzumelden.
[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Quellen und Ratgeber

Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
Hobbys im Lebenslauf
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Bewerbungsschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Tipps zum Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnis bewerten
Geheimcodes im Zeugnis
Zwischenzeugnis
Tätigkeitsbeschreibung
Referenzen & Muster

Besondere Bewerbungen
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18. September 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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