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Duale Ausbildung: Bedeutung, Dauer & Ablauf

Die duale Ausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell, mehr als die Hälfte aller Schulabgänger entscheidet sich dafür. Dieser Ausbildungsweg garantiert die erfolgreiche Kombination aus Theorie und Praxis. Aus Schülersicht ist sie attraktiv für alle, die nach der Schule schnell Geld verdienen wollen. Aber die duale Ausbildung hat noch mehr Vorteile. Mehr dazu sowie zur Dauer, Voraussetzung und Ablauf…

Duale Ausbildung: Bedeutung, Dauer & Ablauf

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Was ist eine duale Ausbildung?

Die duale Ausbildung ist eine von mehreren Ausbildungsarten. In Deutschland ist das sogenannte duale Ausbildungssystem vorherrschend. Dual stammt aus dem Lateinischen und drückt eine „Zweiheit“ aus. Bezogen auf die Ausbildungsform bedeutet das, dass die Ausbildung an zwei Lernorten stattfindet.

Das praktische Wissen rund um den Ausbildungsberuf lernen die Auszubildenden in einem Ausbildungsbetrieb. Daher heißt die duale Ausbildung auch betriebliche Ausbildung. Das theoretische Wissen erwerben die Azubis in der Berufsschule. Das unterscheidet die duale von der schulischen Ausbildung, bei der die Schüler bestimmte Ausbildungsberufe überwiegend an Fachschulen, Berufsfachschulen oder Berufskollegien erlernen. Praktische Kenntnisse gibt es dort nur in Form von längeren Praxisphasen.

Dauer der Ausbildung

Die Dauer der Berufsausbildung hängt von dem jeweiligen Ausbildungsberuf ab. Üblicherweise dauert eine duale Ausbildung mindestens zwei Jahre, in einigen Fällen auch drei oder dreieinhalb. Mit einem Abitur als Schulabschluss und/oder guten Leistungen während der Ausbildung können Azubis außerdem die Ausbildung verkürzen.

Gehalt in der dualen Ausbildung

Für viele Schulabgänger besonders reizvoll: Sie erhalten in der dualen Ausbildung bereits ein Gehalt. Diese Ausbildungsvergütung steigt in jedem Ausbildungsjahr.

Ablauf und Struktur

  • Berufsschule

    Je nach Ausbildungsvertrag besuchen Auszubildende – abgekürzt Azubi, teilweise auch Lehrling genannt – an ein bis zwei Tagen die Berufsschule. In diesen acht bis 12 wöchentlichen Unterrichtsstunden setzt sich nicht nur einfach der Lehrplan der Regelschule fort. Vielmehr erwerben die Azubis fachspezifisches, theoretisches Wissen (fachtheoretischer Teil). Im allgemeinen Teil vertiefen sie mit Fächern wie Deutsch, Politik und Sport das Allgemeinwissen.

  • Betrieb

    Das Hauptaugenmerk der dualen Ausbildung liegt auf der Vermittlung der praktischen Kenntnisse. Dazu vermittelt der Ausbildungsbetrieb an den restlichen Wochentagen – also drei- bis viermal die Woche – durch Learning by doing die notwendige Berufserfahrung.

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Voraussetzung für duale Ausbildung

Für eine duale Ausbildung ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig. Das heißt, Sie können mit einem Hauptschulabschluss, mit mittlerer Reife oder mit Abitur eine duale Ausbildung machen, theoretisch sogar als Schulabbrecher.

Vor allem im Handwerk haben zwar zahlreiche Unternehmen echte Nachwuchssorgen. Aber jeden nehmen sie deshalb noch lange nicht. Hinzu kommt, dass die duale Ausbildung je nach angestrebtem Beruf Anforderungen hat, für die ein Haupt- oder Realschulabschluss nicht ausreicht. Zudem sind einige Ausbildungsberufe derart beliebt, dass die Firmen wählen können. Die Entscheidung fällt dann meist zugunsten höherer Schulabschlüsse und besserer Noten.

Um eine duale Ausbildung beginnen zu können, müssen Sie sich bei einem geeigneten Unternehmen um einen Ausbildungsplatz bewerben. Viele Ausbildungen beginnen am 1. August oder 1. September. Für Sie Bewerber heißt das: Je früher Ihre Bewerbung, desto größer Ihre Aussicht auf Erfolg.

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Vor- und Nachteile der dualen Ausbildung

Besonders im Vergleich mit der schulischen Ausbildung, aber auch mit einem Studium gibt es einige Vorteile der dualen Ausbildung. Welche Ausbildungsform sich jedoch eher für jemanden eignet, ist individuell unterschiedlich. Unser Überblick:

Vorteile

  • Anerkennung
    Die Abschlüsse sind nicht nur bundesweit, sondern oft international anerkannt.
  • Vergütung
    Auszubildende erhalten vom ersten Ausbildungsjahr an eine Ausbildungsvergütung. Diese steigt von Jahr zu Jahr.
  • Berufserfahrung
    Sie lernen einen Beruf nicht nur in der Theorie, sondern können Ihr Wissen direkt in die Praxis umsetzen.
  • Abwechslung
    Durch den Wechsel zwischen Berufsschule und Betrieb bleibt die Ausbildung abwechslungsreich, Sie müssen nicht nur trockene Theorie pauken.
  • Übernahmechancen
    Wer während der Ausbildung Engagement zeigt und gute Leistungen erbringt, erhält meist ein Übernahmeangebot seines Ausbildungsbetriebs.

Nachteile

  • Freizeit
    Vor allem gegenüber einer schulischen Ausbildung haben Azubis in einer dualen Ausbildung weniger Freizeit. Die Ferien fallen geringer aus, gegebenenfalls müssen sie noch für eine Prüfung nach dem Arbeitstag büffeln.
  • Arbeitskraft
    Manche Unternehmen kommen ihrer Verpflichtung nicht nach und sehen im Azubi lediglich eine billige Arbeitskraft für Hilfstätigkeiten. In solchen Fällen sollten Azubis die Ausbildung wechseln.
  • Gehaltsperspektive
    Je nach gewähltem Ausbildungsberuf können die Gehaltsperspektiven im Vergleich zu einem Studium deutlich geringer sein. Meist lässt sich das aber mit diversen Weiterbildungsmöglichkeiten ausgleichen.
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Beispiele für Ausbildungsberufe nach Schulabschluss

Die Bundesagentur für Arbeit erläutert in ihrem Portal Berufenet allein 16 Berufsfelder, in denen sich Schulabgänger und Interessierte nach einem passenden Ausbildungsberuf umschauen können – 350 anerkannte Ausbildungsgänge gibt es in Deutschland. Zu den fünf beliebtesten Berufen mit Abitur in der dualen Ausbildung gehören folgende:

Bei den fünf beliebtesten Ausbildungsberufen mit Realschulabschluss tauchte ebenfalls der Kaufmann für Büromanagement auf. Ansonsten waren diese in den Top Five:

Die fünf beliebtesten Ausbildungsberufe mit Hauptschulabschluss waren folgende:

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Erfolgsgeschichte der dualen Ausbildung

Erste Vorläufer der dualen Ausbildung waren in früheren Jahrhunderten die Zünfte. Hier regelte das Handwerk in Berufsvereinigungen, wie die Ausbildung auszusehen hatte und welche Prüfungen ein Lehrling am Ende bestehen mussten. In der heutigen Form ist die duale Ausbildung in Deutschland seit 1964 üblich. Hervorgegangen ist sie aus der Handwerksordnung von 1953 und dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) von 1969. Erstmals wurde die Ausbildung staatlich geregelt und die Rahmenbedingungen gesetzlich verankert.

Nur wenige andere Länder wie Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Dänemark praktizieren diese Art der Ausbildung. Andere setzen auf Berufsschule in Vollzeit und schließen ein dreimonatiges Praktikum an (Portugal) oder praktizieren Training on the job (Großbritannien). Mittlerweile ist die duale Ausbildung ein echter Exportschlager: Über die Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation arbeitet die Bundesregierung mit über 100 Ländern (beispielsweise Costa Rica) weltweit zusammen, um auch dort zu einer besseren beruflichen Bildung beizutragen.


Prüfungen während der Ausbildung

Die duale Ausbildung gliedert sich in zwei Prüfungen. Während der Ausbildung absolvieren Sie die Zwischenprüfung (Teil-1-Prüfung). Damit weist der Auszubildende seine Lernfortschritte nach. Die Note fließt zum Teil bereits in die Abschlussnote ein. Am Ende Ihrer Ausbildung steht die zentralen Abschlussprüfung (auch Teil-2-Prüfung genannt). Um sie zu bestehen, absolviert der Azubi eine schriftliche und eine mündliche Prüfung. Im Handwerk heißt diese Prüfung auch Gesellenprüfung. Durchgeführt wird die Abschlussprüfung von den Prüfungsausschüssen der Handwerkskammer oder IHK. Am Ende halten Sie drei Zeugnisse in Ihren Händen:

  • Prüfungszeugnis
    Hier erhalten Sie den Gesellen- oder Facharbeiterbrief beziehungsweise Ihr Abschlusszeugnis.
  • Berufsschulzeugnis
    Das dokumentiert Ihre schulischen Leistungen und wird von der Berufsschule ausgehändigt.
  • Ausbildungszeugnis
    Ihr Ausbildungsbetrieb bescheinigt Ihnen damit die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie während Ihrer dualen Ausbildung im Unternehmen gewonnen haben.

Falls Sie die Abschlussprüfung nicht bestanden haben, können Sie die Ausbildung auf Antrag verlängern lassen und zu einem späteren Prüfungstermin die Abschlussprüfung wiederholen.

Regelung der Ausbildung und Prüfung

Aufgabe der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist zu überprüfen, ob ein Unternehmen als Ausbildungsbetrieb geeignet ist. Außerdem muss er sich an die Ausbildungsverordnung für den jeweiligen Beruf halten, so dass ein Auszubildender am Ende seiner Ausbildung in der Lage ist, theoretisch erworbenes Wissen in die Praxis umzusetzen und gegebenenfalls eigene Projekte zu entwickeln.

Grundlage dieser Ausbildung ist ein Ausbildungsvertrag, der zwischen dem Unternehmen und dem Auszubildenden abgeschlossen und von der IHK eingetragen wird. Des Weiteren ist sie für die zentral durchgeführten Prüfungen verantwortlich. Sollte ein Azubi Gefahr laufen, seine Ausbildung abzubrechen, können vermittelnde Gespräche zwischen Azubi und Ausbildungsbetrieb durch die IHK Probleme aus dem Weg räumen.


Zukunftsperspektiven und alternative Ausbildungsarten

Je nachdem, wie Sie Ihren beruflichen Lebensweg gestalten wollen, können Sie von hier aus Ihre Karriere weiterplanen. Einige Absolventen entscheiden sich, einen Ausbilderschein zu machen. So können Sie zukünftige Fachkräfte im Betrieb ausbilden. Ein anderer naheliegender Karriereschritt für Absolventen im Handwerk ist beispielsweise die Aufstiegsfortbildung zum Meister. Denn die ermöglicht nicht nur ein höheres Gehalt, sondern ist Grundvoraussetzung für die Selbstständigkeit.

Führungspositionen in anderen Berufsfeldern stehen Ihnen außerdem durch Weiterbildungen oder ein berufsbegleitendes Studium offen. Aber es gibt noch weitere Ausbildungswege neben der klassischen dualen Ausbildung. Inwieweit Sie diese beschreiten können, hängt von Ihrem Schulabschluss ab:

Duale Ausbildung mit Abitur: Doppelt qualifizierende Ausbildungen

Ein Vorteil der Ausbildung mit Abitur: Sie haben vielfältige Optionen. Eine ist beispielsweise die Sonderausbildung für Abiturienten. Die eignet sich für diejenigen, die ein Fachabitur oder die allgemeine Hochschulreife besitzen und sich für eine Ausbildung interessieren. Bei dieser Sonderausbildung erhalten Sie einen Berufsabschluss und zusätzliche Qualifikationen. Da der Lernaufwand höher ist, kann dieser Ausbildungsweg bis zu vier Jahren dauern. Ein Beispiel für eine solche doppelt qualifizierende Ausbildung ist der Finanzassistent: Sie absolvieren eine kaufmännische Ausbildung und erhalten zusätzlich eine zwei- bis zweieinhalbjährige Ausbildung zum Finanzassistenten.

Ausbildung im Ausland

Eine Variante der dualen Ausbildung ist die Ausbildung im Ausland. Geeignet ist sie für Schulabgänger, die einerseits Auslandserfahrung sammeln, aber gleichzeitig durch einen verzögerten Berufseinstieg nicht zu viel Zeit verlieren möchten. In Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern und Projekten können Auszubildende dann einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren. So sind neben Auslandserfahrung in einigen Fällen sogar Doppelabschlüsse möglich. Häufig läuft die Organisation über das Erasmus-Programm. Interessenten sollten sich mit ihrem Ausbildungsbetrieb, der Berufsschule und den zuständigen Kammern in Verbindung setzen.

Schulische Ausbildung

Eine Alternative ist die schulische Ausbildung. Diese findet ausschließlich an einer Berufsfachschule (alternativ: Berufskolleg, Fachakademie oder andere berufliche Schule) statt. Wer hier einen Beruf erlernt, behält den Status als Schüler: Betriebe lernt der Schüler lediglich durch Blockpraktika kennen. Schulische Ausbildungen gelten als generalistischer gegenüber betrieblichen Ausbildungen. Auch führen manche Lehrgänge bereits nach einem Jahr zum Berufsabschluss. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Mit Ausnahme von Ausbildungsberufen aus dem Gesundheitsbereich (unter anderem Pflegefachkraft, Physiotherapeut) werden sie nicht vergütet. Auch sind sie im Gegensatz zur dualen Ausbildung nicht bundesweit einheitlich geregelt – der Abschluss ist in einem anderen Bundesland womöglich nicht anerkannt.

Studium

Vor allem Schulabgänger mit Hochschulreife entscheiden sich statt für eine Ausbildung immer häufiger für ein Studium. Das dauert im Gegensatz zur dualen Ausbildung deutlich länger: Bei einer Regelstudienzeit von sechs Semestern benötigen Sie drei Jahre bis zum Bachelor. Vor allem in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen reicht das Bachelorstudium für höhere Positionen aber meist nicht. Auch fehlt beim theoretisch angelegten Studium häufig die Berufspraxis.

Duales / Triales Studium

Eine Alternative zum akademischen Studium kann das duale Studium beziehungsweise triale Studium sein. Beide Studienformen verweben Theorie und Praxis in deutlich stärkerem Ausmaß als das klassische Universitätsstudium. Beim ausbildungsintegrierenden dualen Studium erwerben Sie neben Ihrem Berufsabschluss zusätzlich einen Bachelor. Sogar drei Abschlüsse – Gesellenbrief, Meisterbrief und Bachelor – erwerben Studierende im Handwerk mit dem trialen Studium.

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[Bildnachweis: Vectorium by Shutterstock.com]

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