Friseur: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt + Bewerbung

Sie verfügen über modisches Empfinden, handwerkliches Geschick und haben Freude am Umgang mit Menschen? Dann ist Friseur vielleicht der Beruf für Sie. Als Friseur (auch: Haarstylist) dürfen Sie sich auf einen abwechslungsreichen Tätigkeitsbereich freuen, der mehr als nur ein bisschen Haare schneiden und färben umfasst: Neben Fingerspitzengefühl und Geschicklichkeit ist auch ein hohes Maß an Kreativität gefragt. Wir gehen den Fragen zum Beruf Friseur nach: Welche Voraussetzungen müssen Sie mitbringen? Worauf sollten Sie sich bei den Arbeitszeiten einstellen? Und welches Gehalt können Sie verdienen?

Friseur: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt + Bewerbung

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Friseur Aufgaben

Haare schneiden und färben sind nur ein Teil des Berufbildes. Friseure beraten ihre Kunden, welche Frisur und welcher Stil zur ihrem Typ passt. Eine wichtige Basis für diese Tätigkeit ist daher neben Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis insbesondere die Kreativität.

Idealerweise kann ein Friseur seine Beratung an der Persönlichkeit und dem Beruf des Kunden ausrichten. Darüber hinaus erwarten viele Kunden neben Hinweisen zur Haarpflege noch Tipps zu Make-up und Hautpflege. Insbesondere traditionelle Friseursalons verfügen über einen festen Kreis an Stammkunden, die regelmäßig wiederkehren. Somit ist die Terminverwaltung und die Pflege der Kundenkartei ein zentraler Aspekt in diesem Bereich, der viel Koordinationsgeschick erfordert.

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Friseur Arbeitszeiten

Im Dienstleistungssektor ist Wochenendarbeit nichts Ungewöhnliches. Dies trifft ebenso auf das Friseurhandwerk zu. Damit zum Beispiel die Braut auch am Sonntag mit einer tollen Hochsteckfrisur zu ihrer Hochzeit gehen kann, vergeben Friseure manchmal sogar jenseits der Ladenöffnungszeiten Termine. Die dadurch anfallenden Überstunden werden durch freie Tage ausgeglichen.

In vielen kleinen Salons hält man noch die Tradition aufrecht, dass das Geschäft montags geschlossen ist. Größere Friseurketten hingegeben haben häufig sechs Tage in der Woche geöffnet. Die Personalbelegung rotiert in der Regel, so dass die Verteilung der freien Tage bei einem größeren Team in der Regel ausgeglichen ist. Insbesondere in der Zeit vor Weihnachten gilt für Friseure jedoch in den meisten Fällen eine Urlaubssperre. Da es sich bei diesem Beruf um eine Frauendomäne handelt, arbeiten viele Friseurinnen zudem in Teilzeit.

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Friseur Ausbildung

Ein Friseur erlernt seinen Beruf in einer auf drei Jahre angelegten Lehre. Dabei handelt es sich um eine duale Ausbildung, die abwechselnd im Friseursalon und in der Berufsschule stattfindet. Wer im Laufe der ersten beiden Jahre mit handwerklichem Talent und hervorragenden Berufsschulnoten punktet, hat die Möglichkeit, die Ausbildung zu verkürzen und die Abschlussprüfung um ein halbes Jahr vorzuziehen. Schwerpunkte der Ausbildung sind folgende Inhalte:

  • Erlernen von Schnitt- und Färbe-Techniken
  • Hygienevorschriften
  • Dauerwelle und Volumenwellen
  • Haarverlängerungen
  • Gestaltung außergewöhnlicher Hochsteckfrisuren
  • Typberatung
  • Haarverdichtungen
  • Haarpflege
  • Chemische Zusammenhänge
  • Vertrieb von Haarpflegeprodukten
  • Wimpern- und Augenbrauenfärben
  • Schminktechniken
  • Maniküre
  • Terminplanung
  • Buchhaltung
  • Pflege der Kundenkartei

Friseur Voraussetzungen

Um eine Ausbildung als Friseur beginnen zu können, ist ein Schulabschluss zwar keine zwingende Voraussetzung. In der Praxis ist es jedoch so, dass Bewerber mit gutem Realschulabschluss die besten Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass gute Vorkenntnisse in Chemie, Mathematik und Deutsch von erheblichem Vorteil sind.

Chemische Zusammenhänge spielen zum Beispiel beim Färben der Haare eine große Rolle. Es ist eine Grundvoraussetzung, zu wissen, wie vorbehandeltes Haar fachgerecht zu einer neuen Farbe kommt. Andernfalls kann dies zur Folge haben, dass dem Kunden nachhaltig die Frisur beziehungsweise die Haarfarbe ruiniert wird. Ferner legen viele – insbesondere ältere und weibliche – Kunden hohen Wert darauf, neben der Beratung noch ein sympathisches Gespräch mit dem Friseur führen zu können. Solche Konversationen gehören gewissermaßen mit zu einem guten Service.

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Friseur Gehalt

Das Gehalt eines Friseurs hängt stark von der Region und der Größe des Arbeitgebers ab. Weiterhin spielt es eine Rolle, ob Sie Ihren Beruf in einem traditionellen Handwerksbetrieb, einer großen Kette oder einem anderen Feld ausüben, wie zum Beispiel als Maskenbildner. Die Ausbildungsvergütung im Friseurhandwerk gehört definitiv nicht zu den höchsten. Das durchschnittliche Gehalt in der Ausbildung staffelt sich wie folgt:

  • 1. Ausbildungsjahr: 540 bis 575 Euro brutto
  • 2. Ausbildungsjahr: 660 bis 685 Euro brutto
  • 3. Ausbildungsjahr: 760 bis 800 Euro brutto

Ausbildungsgehalt Friseur Ausbildung Gehalt

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei ungefähr 1.400 bis 1.800 Euro brutto. Dazu kommt noch das Trinkgeld der Kunden, das je nach Ruf und Zufriedenheit oftmals 50 bis 100 Euro pro Tag oder mehr betragen kann.

Haben Sie einige Jahre Berufserfahrung gesammelt, können Sie sich zum Friseurmeister weiterbilden. Diese Weiterbildung ist kostenintensiv. Hier müssen Sie bis zu 10.000 Euro einkalkulieren. Jedoch kann ein Friseurmeister anschließend mit einem monatlichen Gehalt von circa 3.000 Euro rechen. Die nachfolgenden Angaben entstammen dem Tarifregister Nordrhein-Westfalen und zeigen die Grundvergütung:

Grundverguetung Tarifregister Friseur

Das geringste Gehalt weisen Friseure nach der Gesellenprüfung auf, die lediglich Basistätigtechniken beherrschen. Mit steigender Position steigt das Gehalt: Knapp 2.700 Euro Grundvergütung erhält ein Friseurmeister, der als Geschäftsführer oder Betriebsleiter tätig ist und zusätzlich für die Ausbildung verantwortlich ist.

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Friseur Jobs: Karrierechancen + Aussichten

Die derzeitige Corona-Pandemie macht vielen Betrieben zu schaffen: Starke Hygieneauflagen bis hin zum Berufsverbot stellen eine finanzielle Belastung dar. Sobald dies nicht mehr gilt, herrscht im Friseurhandwerk wie in so vielen Branchen erheblicher Fachkräftemangel. Meistens gibt es mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber. Daher haben Berufsanwärter gute Chancen, einen Einstieg in den Job zu finden.

Hinzu kommt, dass der Friseur ein altes Handwerk ausübt, das sich immer großer Nachfrage erfreuen wird, solange es Menschen gibt: Schon immer haben Menschen Wert auf ein gepflegtes Äußeres gelegt. Und das gilt nicht nur für den privaten Bereich: Menschen, die in der Öffentlichkeit präsent sind, müssen noch viel stärker auf ihr Aussehen achten, als womöglich der Otto Normalverbraucher. Neben dem klassischen Friseursalon bieten sich Friseuren somit weitere Branchen an, die spannende Betätigungsfelder bereithalten:

  • Film
  • Theater
  • Fernsehen
  • Perückenherstellung
  • Wellnessbereich

Um Karriere zu machen, ist die Eröffnung eines eigenen Salons nach der absolvierten Meisterprüfung eine Möglichkeit. Dazu müssen Friseure in einem der Bildungszentren der Handwerkskammern eine zusätzliche Weiterbildung absolvieren. Je nach Intensität (Teilzeit- oder Vollzeitausbildung) müssen Sie hier mit einer Dauer von drei Monaten bis zwei Jahren rechnen. Wer sich abseits des klassischen Friseursalons weiter qualifizieren will, kann mit Hochschulreife seinen Bachelor im Studienfach Maskenbild absolvieren.

Bewerbung als Friseur: Tipps + Vorlagen

Wer als Friseur tätig sein möchte, sollte insbesondere über folgende Fähigkeiten verfügen, die er im Bewerbungsverfahren herausstellen kann:

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich hervortreten. Dafür können Sie zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Bereits früh entdeckte ich meine kreative Ader und meine Begeisterung fürs Hairstyling. So habe ich schon vor meiner Ausbildung zum Friseur zwei Praktika absolviert, die meine Begeisterung noch verstärkten.

Mein Interesse und Gespür für Trends sind für mich nicht nur Beruf, sondern Berufung. So bin ich stets auf dem neuesten Stand, welche Frisurmoden zur Zeit en vogue sind. Das hilft mir, meine Haarkreationen am Kundenwunsch und Zeitgeist auszurichten.

Die Bewerbung an sich sollten Sie gemäß Stellenausschreibung verfassen: Häufig ist erwünscht, dass sich Bewerber digital bewerben. Die Bewerbung per E-Mail hat den großen Vorteil, dass sie schnell beim Adressaten ankommt und deutlich kostengünstiger als eine postalische Bewerbung ist.

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[Bildnachweis: Olena Yakobchuk by Shutterstock.com]
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2. Februar 2021 Tilman Schulze Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Er ist Autor verschiedner Bücher.

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