Friseur: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Der Friseur gehört zu den weithin unterschätzten Berufen. Man könnte annehmen, dass ein bisschen Haareschneiden und Färben so schwer nicht sein könnte. Doch weit gefehlt: Neben Fingerspitzengefühl und Geschicklichkeit ist auch ein hohes Maß an Kreativität gefragt. Reizvoll ist insbesondere der intensive Kontakt zu den Kunden und die attraktiven Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

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Friseur: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ausbildung: Wie wird man Friseur?

Ein Friseur muss seinen Beruf drei Jahre in einer Lehre erlernen. Dabei handelt es sich um einen dualen Ausbildungsgang, der abwechselnd im Friseursalon und in der Berufsschule stattfindet. Wer im Laufe der ersten beiden Jahre mit handwerklichem Talent und hervorragenden Berufsschulnoten punktet, hat die Möglichkeit, die Ausbildung zu verkürzen und die Abschlussprüfung um ein halbes Jahr vorzuziehen.

Um eine Ausbildung als Friseur beginnen zu können, ist zwar ein Schulabschluss keine zwingende Voraussetzung, dennoch hat sich in der Praxis herausgestellt, dass Bewerber mit gutem Realschulabschluss die besten Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass gute Vorkenntnisse in Chemie, Mathematik und Deutsch von erheblichem Vorteil sind.

Chemische Zusammenhänge spielen zum Beispiel beim Färben der Haare eine große Rolle. Es ist eine Grundvoraussetzung, zu wissen, wie vorbehandeltes Haar fachgerecht zu einer neuen Farbe kommt. Andernfalls kann dies zur Folge haben, dass dem Kunden nachhaltig die Frisur beziehungsweise die Haarfarbe ruiniert wird.

Ferner legen viele – insbesondere ältere und weibliche – Kunden hohen Wert darauf, neben der Beratung noch ein sympathisches Gespräch mit dem Friseur führen zu können. Solche Konversationen gehören gewissermaßen mit zu einem guten Service.

Fachlich ist die Ausbildung schwerpunktmäßig von folgenden Inhalten geprägt:

  • Erlernen von Schnitt- und Färbe-Techniken
  • Hygienevorschriften
  • Dauerwelle und Volumenwellen
  • Haarverlängerungen
  • Gestaltung außergewöhnlicher Hochsteckfrisuren
  • Typberatung
  • Haarverdichtungen
  • Haarpflege
  • Chemische Zusammenhänge
  • Vertrieb von Haarpflegeprodukten
  • Wimpern- und Augenbrauenfärben
  • Schminktechniken
  • Maniküre
  • Terminplanung
  • Buchhaltung
  • Pflege der Kundenkartei
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Berufsbild: Was macht ein Friseur?

Zu dem Jobprofil Friseur gehört mehr als nur den ganzen Tag Haare zu schneiden oder zu färben. Friseure beraten ihre Kunden, welche Frisur und welcher Stil zur ihrem Typ passt. Eine wichtige Basis für diese Tätigkeit ist daher neben Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis insbesondere die Kreativität.

Ein Friseur sollte im Idealfall seine Beratung auf den Charakter und den Beruf des Kunden anpassen können. Darüber hinaus erwarten viele Kunden neben Hinweisen zur Haarpflege noch Tipps zu Make-up und Hautpflege.

Insbesondere traditionelle Friseursalons verfügen über einen festen Kreis an Stammkunden, die regelmäßig wiederkehren. Daher ist die Terminverwaltung und die Pflege der Kundenkartei ein zentraler Aspekt in diesem Bereich, der viel Koordinationsgeschick erfordert.

Im Dienstleistungssektor ist Wochenendarbeit nichts Ungewöhnliches. Dies trifft ebenso auf das Friseurhandwerk zu. Damit zum Beispiel die Braut auch am Sonntag mit einer tollen Hochsteckfrisur zu ihrer Hochzeit gehen kann, werden manchmal sogar jenseits der Ladenöffnungszeiten Termine vergeben. Anfallende Überstunden werden infolgedessen durch freie Tage ausgeglichen.

In vielen kleinen Salons wird noch die Tradition aufrecht erhalten, dass das Geschäft montags geschlossen ist. Größere Friseurketten hingegeben haben häufig sechs Tage in der Woche geöffnet.

Die Personalbelegung rotiert in der Regel, so dass die Verteilung der freien Tage bei einem größeren Team in der Regel ausgeglichen ist. Insbesondere in der Zeit vor Weihnachten gilt für Friseure jedoch in den meisten Fällen eine Urlaubssperre.

Gehalt: Was verdient ein Friseur?

Der Verdienst im Berufsbild Friseur hängt stark von der Region und der Größe des Arbeitgebers ab. Weiterhin spielt es eine Rolle, ob der Beruf in einem traditionellen Handwerksbetrieb, einer großen Kette oder einem anderen Feld, wie zum Beispiel als Maskenbildner ausgeübt wird.

Das durchschnittliche Gehalt in der Lehre staffelt sich wie folgt:

  • 1. Ausbildungsjahr: ca. 450 Euro brutto

  • 2. Ausbildungsjahr: ca. 550 Euro brutto

  • 3. Ausbildungsjahr: ca. 700 Euro brutto

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei ungefähr 1.400 bis 1.800 Euro brutto. Dazu kommt noch das Trinkgeld der Kunden, das je nach Ruf und Zufriedenheit oftmals 50 bis 100 Euro pro Tag oder mehr betragen kann.

Hat man einige Jahre Berufserfahrung gesammelt, kann man sich zum Friseurmeister weiterbilden. Diese Weiterbildung ist jedoch kostenintensiv. Hier muss man mit bis zu 10.000 Euro rechnen. Jedoch kann ein Friseurmeister anschließend mit einem monatlichen Gehalt von circa 3.000 Euro rechen.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Friseur?

Im Friseurhandwerk herrscht wie in so vielen Branchen erheblicher Fachkräftemangel. Meistens gibt es mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber. Daher haben Berufsanwärter gute Chancen, einen Einstieg in den Job zu finden.

Außerdem ist nicht abzusehen, dass dieses Jobprofil aussterben wird. Im Gegenteil: ein Friseur dürfte gebraucht werden, so lange die Menschen auf ihre optische Erscheinung wert legen.

Friseure können in vielen Bereichen eine Anstellung finden. Neben dem klassischen Friseursalon bieten sich weitere Branchen an, die spannende Betätigungsfelder zu offerieren:

  • Film
  • Theater
  • Fernsehen
  • Perückenherstellung
  • Wellnessbereich

Im weiteren Verlauf einer Berufskarriere bieten sich dem Friseur zahlreiche Entwicklungschancen. So ist zum Beispiel die Eröffnung eines eigenen Salons nach der absolvierten Meisterprüfung eine Möglichkeit, um sein Einkommen weiter zu steigern.

Dazu ist es notwendig, dass in einem der Bildungszentren der Handwerkskammern eine zusätzliche Weiterbildung absolviert wird. Je nach Intensität (Teilzeit- oder Vollzeitausbildung) ist hier mit einer Dauer von drei Monaten bis zwei Jahren zu rechnen.

Stellenangebote für Friseur.

Bewerbung als Friseur: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Wer als Friseur tätig sein möchte, sollte insbesondere über folgende Fähigkeiten verfügen, die er im Bewerbungsverfahren herausstellen kann:

  • Kreativität
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Handwerkliches Geschick
  • Gespür für Trends und Ästhetik
  • Gute Umgangsformen
  • Fingerspitzengefühl

Muster-Anschreiben-Bewerbung-Friseur-Kostenlos-pdf-WordUm sich für das Berufsbild Friseur bewerben zu können, haben wir für Sie zudem ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier auch gleich bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Bereits früh entdeckte ich meine kreative Ader und meine Begeisterung fürs Hairstyling. So habe ich bereits schon vor meiner Ausbildung zum Friseur zwei Praktika absolviert, die meine Leidenschaft noch gesteigert haben.

Mein Interesse und Gespür für Trends sind für mich nicht nur Beruf, sondern Berufung. So bin ich stets auf dem neuesten Stand, welche Frisurmoden zur Zeit en vogue sind und kann meine Haarkreationen am Kundenwunsch und Zeitgeist ausrichten.

[Bildnachweis: Olena Yakobchuk by Shutterstock.com]

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8. Januar 2020 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.



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