Innenarchitekt werden: Studium, Aufgaben + Gehalt

Innenarchitekten sind Künstler und Handwerker in Einem. Wenn Sie ein wunderschönes Restaurant oder Foyer, eine Arztpraxis oder Kino sehen, steckt sehr wahrscheinlich ein Innenarchitekt oder eine Innenarchitektin dahinter. Der Beruf eignet sich für Menschen, die gerne gestalten und kreieren. Schiere Selbstverwirklichung aber verspricht er nicht…

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Studium: Wie kann ich Innenarchitekt werden?

Vor der Karriere als Innenarchitekt steht ein Studium in Innenarchitektur. Dafür benötigt man eine Hochschulzugangsberechtigung wie etwa das Abitur, Fachabitur oder entsprechende Berufserfahrung. Einige Hochschulen setzen zusätzlich einen Numerus Clausus voraus, verlangen den Nachweis eines Praktikums oder führen Eignungsprüfungen durch. An staatlichen Hochschulen ist das Studium kostenlos, an privaten fallen in der Regel Studiengebühren an.

Das Bachelorstudium dauert sechs bis acht Semester. Grundsätzlich ratsam ist, danach ein Masterstudium mit einer Dauer von vier Semestern anzuhängen. Dies kann in einigen Bundesländern erforderlich sein, um in die jeweilige Architektenkammer aufgenommen zu werden. Zusätzlich ist dazu eine 2-jährige Berufspraxis unter Aufsicht eines eingetragenen Mitglieds notwendig.

Die Aufnahmekriterien sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Berufsbezeichnung Innenarchitekt ist geschützt, ein Kammereintrag erforderlich, um ihn tragen zu dürfen.

Auch ein Studium in Architektur kann Grundlage für eine Karriere als Innenarchitekt sein. Das Fach bieten zahlreiche Universitäten und Fachhochschulen an. Eine beliebte Möglichkeit ist, zunächst ein Bachelorstudium in Architektur zu absolvieren und sich hiernach im Master auf Innenarchitektur zu spezialisieren.

Wo kann ich Innenarchitektur studieren?

Das Fach Innenarchitektur bieten in Deutschland vorwiegend Fachhochschulen und Kunstakademien an. Dazu zählen die Hochschulen in Darmstadt, Detmold, Düsseldorf, Hannover, Kaiserslautern, Mainz, Rosenheim, Stuttgart, Trier und Wismar. Alternative Studiengänge sind „Exhibition Design“, „Farbtechnik und Raumgestaltung“, „Furniture and Interior Design“, „Kommunikation im Raum“ oder „Raumstrategien“.

Viele Studiengänge sehen neben den Seminaren und Vorlesungen auch ein Praxissemester vor. Inhaltlich beschäftigen sich die Studierenden mit so verschiedenen Themen wie Werkstofflehre, Kunstgeschichte und Baurecht. Ganz oben steht die Frage, wie man Innenräume gestaltet oder konstruiert.

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Was macht man als Innenarchitekt?

Innenarchitekten haben eine künstlerische und eine praktische Ader. Sie planen und gestalten Innenräume so, damit sie die Funktion optimal erfüllen, die ihr Besitzer für sie vorgesehen hat — und dabei auch noch ästhetisch ansprechend aussehen. Die Entwicklung von Raum- und Einrichtungskonzepten ist ihre Hauptaufgabe.

Der Alltag von Innenarchitekten besteht aus kreativen, technischen und organisatorischen Einzelaufgaben. Sie arbeiten häufig in Büros, besuchen Baustellen und treffen sich mit Kunden. Flexibilität, Kreativität und technisches Verständnis sind entscheidende Fähigkeiten in dem Beruf.

Diese Aufgaben hat man als Innenarchitekt

  1. Planen und entwerfen

    Innenarchitekten führen Gespräche mit Kunden, um ihre Wünsche und Anforderungen zu verstehen, zum Beispiel zu Design, Funktionalität und Budget. Daraufhin entwickeln sie Gestaltungskonzepte, erstellen Skizzen, Zeichnungen und 3D-Modelle. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Auswahl von Farben, Materialien, Möbeln und Dekorationselementen.

  2. Idee umsetzen

    Um das Konzept umzusetzen, müssen detaillierte Pläne angefertigt und Fachleute zusammengezogen werden. Innenarchitekten arbeiten eng mit Architekten, Ingenieuren und Handwerkern und überwachen die Arbeiten vor Ort, um sicherzustellen, dass alles nach Plan verläuft.

  3. Projekt managen

    Nicht zu unterschätzen ist der administrative Part. Budgets, Kostenkalkulationen und Angebote müssen erstellt, Zeitpläne und Fristen eingehalten werden, Projekte umfassend dokumentiert werden.

  4. Kunden überzeugen

    Beratungskompetenz steht Innenarchitekten gut zu Gesicht. Ihre Konzepte müssen beim Kunden zunächst Anklang finden, bevor es an die eigentliche Arbeit geht. Dazu ist Fachwissen unabdingbar. Wer mit Know-how zu Einzelbereichen wie Beleuchtung, Akustik und Ergonomie aufwartet, hinterlässt Eindruck und darf auf Folgeaufträge und eine positive Mund-zu-Mund-Propaganda hoffen.

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Gehalt: Wie viel verdienen Innenarchitekten?

Im Durchschnitt können Innenarchitekten mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3.600 bis 3.800 Euro rechnen. Maßgeblich hängt das Einkommen von Faktoren wie der Berufserfahrung, Arbeitgeber, Standort und einem möglichen Tarifvertrag ab.

Zu Beginn der Karriere steigen Innenarchitekten mit 2.800 Euro bis 3.200 Euro brutto monatlich in den Beruf ein. Nach einigen Jahren im Beruf sind 3.600 Euro bis 4.100 Euro brutto realistisch. Mit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung ist ein monatliches Gehalt von rund 4.500 Euro möglich. In der Spitze kommt ein Innenarchitekt bzw. eine Innenarchitektin auf 5.250 Euro brutto im Monat.

Was Verdienen Innenarchitekten Gehalt

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Welche Perspektiven haben Innenarchitekten?

In Deutschland gibt es nach offiziellen Angaben zirka 6.600 eingetragene Innenarchitekten. Davon arbeiten rund 3.600 als Angestellte und 2.600 selbstständig. Eine geringe Zahl ist sogar verbeamtet. Der Großteil der Innenarchitekten ist in den westlichen Bundesländern tätig. Während die Zahl der Selbstständigen stagniert, wächst jene der Angestellten. Die Architektendichte hierzulande ist hoch, der Markt hart umkämpft.

Wer sich nicht mit einem eigenen Innenarchitekturbüro selbstständig machen möchte, findet eine Anstellung in Architektur-, Innenarchitektur-, Consulting-, Planungs- oder Ingenieurbüros, in Betrieben für Ausstellungs- und Messebau, im Ladenbau, Gaststätten- und Hotelbau, in Einrichtungshäusern der Möbelindustrie, handwerklichen Herstellungsbetrieben, im Ausstattungsbereich von Filmateliers, Fernsehanstalten und Theatern oder auch im öffentlichen Dienst. Auch in der Denkmalpflege, im barrierefreien Planen, Facility Management oder für Sachverständigentätigkeiten wird oft die Expertenrat von Innenarchitekten eingeholt.

Beruf eignet sich für Sie, wenn Sie…

  • technisch versiert und naturwissenschaftlich interessiert sind.
  • eine kreative Ader und ästhetisches Empfinden haben.
  • bei einem Besuch gleich darüber nachdenken, wie Sie die Wohnung einrichten würden.

Beruf eignet sich NICHT für Sie, wenn…

  • es Sie abschreckt, in einer wettbewerbsintensiven Branche um Aufträge kämpfen zu müssen.
  • es Ihnen keine Freude macht, Zimmer und Wohnungen einzurichten.
  • Sie Kunstbanause und farbenblind sind.


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