Betriebswirt: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Als Betriebswirt verfügen Sie über die Qualifikation zu höheren kaufmännischen Aufgaben in einem Unternehmen. Und wo genau Sie arbeiten wollen, können Sie sich aussuchen – denn Betriebswirte haben kein klares Berufsbild, aber dafür ein festes Berufsfeld. Meist wird im mittleren oder höheren Management gearbeitet. Das bedeutet nicht nur konzeptionell und strategisch ausgerichtete Tätigkeiten, sondern viel Kommunikation mit der Geschäftsleitung. Was Sie noch zu den Tätigkeiten wissen müssen, welche Ausbildung zur Tätigkeit als Betriebswirt führt und wie Sie sich bewerben können…

Betriebswirt: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ausbildung: Wie wird man Betriebswirt?

Betriebswirt ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Weg zum Abschluss als Betriebswirt ist äußerst vielseitig und steht Arbeitnehmern mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen zur Verfügung. Unterschieden wird zwischen nicht-akademischen und akademischen Abschlüssen.

Wofür Sie sich entscheiden, ist letztlich eine Frage des persönlichen Zugangs. Sind Sie eher praktisch orientiert und brauchen Fallbeispiele aus dem Berufsalltag? Oder liegt Ihnen besonders die wissenschaftliche Beschäftigung mit einem Thema und streben Sie womöglich eine spätere Karriere in der Lehre an?

Sie haben die Wahl zwischen diesen Ausbildungsformen:

  • Ausbildung

    Sie absolvieren eine sogenannte Abiturientenausbildung. Dabei handelt es sich um eine Sonderform der Ausbildung, die inhaltlich nah an der späteren Tätigkeit liegt. Das kann beispielsweise eine Ausbildung zur Bankkauffrau oder Einzelhandelskaufmann sein, oder auch zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Diese Sonderausbildungen dauern in der Regel zwei bis vier Jahre und beinhalten wie die klassische duale Ausbildung praktische und theoretische Anteile. Das theoretische Wissen wird an privaten Berufsfachschulen, verschiedenen Akademien, sowie bei internen Schulungen des Ausbildungsbetriebs vermittelt. Nach zwei Jahren wird bereits ein berufsqualifizierender Abschluss erworben, beispielsweise als Handelsfach- oder Betriebswirt. Wichtig für diese Form der Ausbildung sind vor allem gute Noten in Mathematik und Deutsch und ein Abitur beziehungsweise die Fachhochschulreife.

  • Fortbildung

    Ebenfalls möglich ist der Erwerb eines Abschlusses als geprüfter Betriebswirt. Hierbei handelt es sich um eine kaufmännische Aufstiegsfortbildung, bei der Sie eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ablegen. Für die Zulassung zu dieser bundeseinheitlich gleich geregelten Prüfung müssen Sie zuvor eine IHK-Aufstiegsfortbildung zum Fachkaufmann oder zum Fachwirt absolviert haben. Für diese Fortbildung ist eine Stundenzahl von 745 Unterrichtsstunden angesetzt. Gemäß Deutschem Qualifikationsrahmen (DQR) wird der Abschluss als geprüfter Betriebswirt mit einem Masterabschluss an Hochschulen gleichgesetzt.

  • Studium

    Der klassische Weg zum Betriebswirt führt durch ein Studium der Betriebswirtschaftslehre. Studiert werden kann an einer Hochschule oder Fachhochschule, aber auch ein duales Studium oder ein MBA-Zertifikat einer Business School führen zur Tätigkeit als Betriebswirt.

Wer kein Problem damit hat, sich in theorielastige Inhalte zu vertiefen, für den ist der akademische Weg zum Betriebswirt mit einem Bachelor oder Master genau richtig. Auch die Dauer der jeweiligen Ausbildungsformen lässt sich vielfach Ihren Wünschen anpassen und sowohl in Teilzeit (beispielsweise durch ein Fernstudium) als auch in Vollzeit organisieren.

Berufsbild: Was macht ein Betriebswirt?

Die Einsatzmöglichkeiten eines Betriebswirts sind sehr breit gefächert, weshalb der Betriebswirt zu den Allroundern in der Arbeitswelt gehört. Jedes Unternehmen braucht einen, unabhängig von der Branche. Aufgabenbereiche sind unter anderem:

  • Personalwesen

    Als Betriebswirt im Personalwesen sind ebenfalls vielfältige Einsatzbereiche denkbar. Human Resources ist das große Überthema, in Ihren Zuständigkeitsbereich fallen die Rekrutierung neuer Mitarbeiter als auch deren Kündigung. Sie übernehmen Themen wie Fortbildung, Förderung und Einsatzplanung. Hauptziel ist die Optimierung bestehender Abläufe und eine geringe Fluktuation. Dazu gehören auch Instrumente wie Mitarbeiterbewertung, Feedbackgespräche, Führungskräftetrainings, Workshops und Seminare.

  • Finanz- und Rechnungswesen

    Hier kann es um das Entgeltmanagement gehen, beispielsweise die Lohnabrechnung für die Mitarbeiter. Teil des externen Rechnungswesens hingegen ist die Darstellung der finanziellen Situation eines Unternehmens nach außen. Dies ist vor allem wichtig, um dem Finanzamt oder Banken gegenüber Rechenschaft ablegen zu können. Im Rechnungswesen kalkulieren Sie als Betriebswirt auch das Budget für die Zukunft. Ebenso können Sie bei der Finanzierung Wirtschaftlichkeitsanalysen erstellen und Statistiken auswerten. Ihre Ergebnisse sind maßgeblich für weitere Entscheidungen der Unternehmensführung.

  • Marketing

    Arbeiten Sie als Betriebswirt in der Marketingabteilung eines Unternehmens, sind Sie beispielsweise für Tätigkeiten zuständig, mit denen Sie Employer Branding betreiben. Damit machen Sie einerseits für Angestellte, aber auch für externe Arbeitnehmer auf sich aufmerksam und positionieren sich als attraktiver Arbeitgeber. Dies dient der Mitarbeiterbindung beziehungsweise Neurekrutierung von Fachkräften.

Sind Sie hingegen im Vertrieb tätig, betreuen Sie womöglich als Key Account Manager wichtige Kunden. Wer als Betriebswirt in der Produktion arbeitet, überprüft betriebliche Prozesse. Damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist, sorgen Sie dafür, dass Rohstoffe und Maschinen entsprechend verfügbar sind.

Gehalt: Was verdient ein Betriebswirt?

Der Weg zum Betriebswirt ist vor allem mit Kosten verbunden, sofern Sie nicht im Rahmen einer Abiturientenausbildung eine Ausbildungsvergütung erhalten. Kommen für Sie eine Aufstiegsfortbildung, Umschulung oder Studium infrage, gibt es verschiedene staatliche Instrumente zur Unterstützung, etwa das Bafög, das Aufstiegs-Bafög oder den Bildungsgutschein.

Wie so häufig, lassen sich keine pauschalen Aussagen darüber machen, welche Gehälter in einem Beruf nach erfolgtem Abschluss möglich sind. Da der Betriebswirt an sich keine geschützte Berufsbezeichnung ist, kommt es im hohen Maße auf den tatsächlichen Abschluss und Ihre Qualifikationen, aber auch Ihr Verhandlungsgeschick an.

Daneben spielen immer wieder verschiedene Faktoren beim Gehalt eine Rolle:

Im Allgemeinen gelten die Finanz- und Versicherungsbranche sowie die Wirtschaftsinformatik als besonders lukrativ. Klar ist auch, dass Einstiegsgehälter von Berufsanfängern geringer sind. So liegt das Einstiegsgehalt eines staatlich geprüften Betriebswirts in einem kleineren Unternehmen bei 2.800 Euro brutto im Monat. Der 50-jähriger Kollege hingegen kann mit einem Monatsbruttogehalt von 6.000 Euro rechnen, also mehr als das Doppelte.

Karriere: Chancen und Aussichten als Betriebswirt?

Die beruflichen Perspektiven sind ausnehmend gut, da Betriebswirte in nahezu allen Bereichen und Branchen eingesetzt werden können. Typischerweise führt der Weg viele Uniabsolventen in die Wirtschaft zu privaten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.

Ebenso können Sie als Betriebswirt aber auch im öffentlichen Dienst (beispielsweise in Krankenhäusern) oder in Handwerksbetrieben unterkommen. Wer sich im Management weiterbildet, qualifiziert sich für Führungsaufgaben und leitende Positionen. Dies wiederum beschert neben einer Beförderung einen finanziellen Gewinn.

Gleichermaßen können Betriebswirte eine fachliche Spezialisierung in einem bestimmten Bereich anstreben, beispielsweise als Experte für Wirtschaftsrecht. Ein technisches Studium wiederum könnte zum Wirtschaftsingenieur oder Wirtschaftsinformatiker führen.

Daneben gibt es immer die Möglichkeit, sich mit einem Abschluss als Betriebswirt selbständig zu machen, beispielsweise als Steuerberater, Consultant oder Coach.

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Bewerbung als Betriebswirt: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Als Betriebswirt müssen Sie über eine Reihe von Soft Skills verfügen, so zum Beispiel:

Gleichzeitig benötigen Sie umfangreiches Wissen über die Branche, das Unternehmen und die Kunden. Je nach Einsatzbereich müssen Sie für die Tätigkeit als Betriebswirt sehr gutes Wissen in Wirtschaftszusammenhängen vorweisen können. Wer im Personalwesen unterkommen will, sollte über Kenntnisse im Bereich Human Resources verfügen.

Wollen Sie für ein international tätiges Unternehmen arbeiten, werden Sie mit guten Kenntnissen in Business English punkten können, Englisch ist ohnehin meist Verkehrssprache. Für alle Kompetenzen gilt, dass Sie sie anhand von Beispielen belegen, zum Beispiel so:

Meine Kommunikationsstärke habe ich in Seminaren zur Führungskräfteentwicklung ausgebaut. Dort lernte ich nicht nur durch bestimmte Gesprächstechniken, wie man deeskalierend in Konfliktsituationen auf sein Gegenüber eingeht. Auch den Umgang mit unangenehmen und kritischen Themen – etwa verminderter Leistungsfähigkeit, nicht nachvollziehbare Entscheidungen – beherrsche ich klar und souverän.

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7. April 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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