Controller: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Das Berufsbild Controller klingt auf den ersten Blick wenig aufregend: Man assoziiert damit, dauernd zu kontrollieren, ob die wirtschaftlichen Zahlen einer Firma stimmen. Ein besserer Buchhalter möchte man also meinen. Doch das ist mitnichten der Fall: ein Controller muss inzwischen sehr viel mehr können, als nur bloße Zahlen zu lesen. Der Beruf ist außerordentlich vielseitig und beinhaltet auch Führungsaufgaben. Spannendes zum Beruf Controller

Controller: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

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Ausbildung: Wie wird man Controller?

Controller ist kein Beruf, den man einfach in einer Ausbildung oder einem Studium erlernen kann. Vielmehr setzt er eines von beiden bereits voraus, um zu der entsprechenden Fortbildung zugelassen zu werden, mit der man sich „Geprüfter Controller (IHK)“ nennen darf.

Für die Weiterbildung und die entsprechende Prüfung werden nur Teilnehmer zugelassen, die eine der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Abschluss in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf plus drei Jahre Berufspraxis.
  • Oder:

  • Ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium an einer Hochschule, ein betriebswirtschaftlicher Abschluss einer staatlich anerkannten Berufsakademie oder ein Bachelor-Abschluss eines akkreditierten betriebswirtschaftlichen Ausbildungsganges einer Berufsakademie plus zwei Jahre Berufspraxis.
  • Oder:

  • Bestandene Gesellenprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf plus vier Jahre Berufspraxis.
  • Oder:

  • Sechs Jahr Berufspraxis in einem Beruf mit Bezügen zu den Aufgaben eines Controllers.

Die Ausbildung selbst beinhaltet folgende Bereiche:

  • Kostenrechnung
  • Berichtswesen
  • Kostenmanagement
  • Unternehmensplanung
  • Budgetierung
  • Informationsmanagement
  • Betriebswirtschaftliche Beratung
  • Jahresabschlussanalyse
  • Führungsaufgaben
  • Moderation

Der Lehrgang selbst dauert 18 Monate und kann bei einem Zeitaufwand von circa zehn Stunden pro Woche berufsbegleitend absolviert werden. Folgende Weiterbildungsinstitute bieten die Fortbildung zum Controller an:

  • Studiengemeinschaft Darmstadt (sgd)
  • ILS Fernkurs
  • Endriss

Dort lernen die angehenden Controller die Unternehmensplanung unter Berücksichtigung volks- und betriebswirtschaftlicher Aspekte zu organisieren und zu steuern. Das bedeutet konkret, sie…:

  • überprüfen Prozess- und Steuerungsgrößen
  • kontrollieren Planungsziele
  • koordinieren das Informationsmanagement
  • bauen ein Berichtswesen auf
  • beraten die Geschäftsleitung
  • führen Informationssysteme ein und wenden diese an
  • übernehmen Führungs- und Organisationsaufgaben
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Berufsbild: Was macht ein Controller?

Der Arbeitsalltag der Controller ist vielseitig und abwechslungsreich. Ihr Einfluss in einer Firma ist erheblich, denn sie beraten die Geschäftsleitung eines Unternehmens in Fragen der Einsparungen und der Weiterentwicklungspotentiale. Ziel des Controlling ist es, sicherzustellen, dass die Betriebsabläufe so wirtschaftlich wie möglich ablaufen.

Daher geht nicht selten auch ein Stellenabbau von der Controlling-Abteilung aus. Zudem überwachen Controller das betriebsinterne Berichts- und Planungswesen, um weitere Kosten besser und langfristig planen zu können. Sie sind daher das Rückgrat eines jeden größeren Unternehmens.

Wie in vielen Bereichen, schlägt auch im Controlling der Fachkräftemangel zu Buche. Umfragen zufolge beklagen 50 Prozent der deutschen Unternehmen den Mangel an Arbeitskräften im Bereich Finanz- und Rechnungswesen. Daher bietet der Arbeitsmarkt für Controller gute Perspektiven.

Dies liegt insbesondere auch daran, dass der Beruf sehr komplex ist und sich ständig weiterentwickelt. Vorschriften und Gesetze, wie zum Beispiel das Steuerrecht, ändern sich regelmäßig, so dass Controller ihr Wissen stets auf dem neuesten Stand halten müssen und das Thema lebenslanges Lernen für sie eine große Rolle spielt.

Dafür haben sie meist einen geregelten Arbeitstag, der es ihnen ermöglicht, Familie und Beruf gut unter einen Hut zu bringen. Viele Unternehmen bieten für Controller auch Beschäftigungsmodelle in Teilzeit an.

Dennoch kann der Beruf mitunter stressig sein, insbesondere dann, wenn etwa Steuerprüfer im Haus sind oder wenn Kostenoptimierungspläne erstellt werden müssen.

Die Branchen, in denen Controller gesucht werden, sind ebenso vielseitig, wie die Aufgaben, denn schließlich gibt es in jedem Unternehmen eine Finanzabteilung. Einige Beispiele für Wege, die einem Controller offen stehen:

  • Öffentlicher Dienst
  • Marketing
  • Informationstechnik
  • Logistik
  • Medien
  • Transport
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Gesundheitswesen
  • Ingenieurwesen
  • Elektronik

Einen Einblick in das dafür notwendige Fachwissen gibt das Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen, das Sie sich hier als kostenlose pdf-Datei herunterladen können.

Wie jeder Beruf, ist auch der des Controllers von Vor- sowie Nachteilen geprägt. Die Vorteile als Controller sind:

  • Einblick in alle Bereiche des Unternehmens
  • Viel Kontakt mit anderen Menschen im Unternehmen
  • Der Entscheidungsfaktor ist hoch
  • In kleinen Unternehmen sehr viel Verantwortung

Als Nachteile im Beruf als Controller sind zu nennen:

  • Urlaubssperre je nach Branche bis zu drei Monate
  • In großen Unternehmen starke Unterteilung der Arbeit
  • Geregelte 40 Stundenwoche unrealistisch in Hochzeiten
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Gehalt: Was verdient ein Controller?

Controller zählen eindeutig zu den Besserverdienern. Im Mittelstand können Berufseinsteiger bereits mit einem Jahresbruttogehalt von 36.000 bis 45.000 Euro rechnen. In Großunternehmen sogar zwischen 50.000 und 60.000 Euro.

Nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung steigt das Jahreseinkommen auf 50.000 bis 65.000 Euro im Mittelstand beziehungsweise 60.000 bis 70.000 in Großunternehmen.

Je länger die Berufserfahrung eines Controllers ist, umso besser sind seine Verdienstchancen. So sind Spitzenverdienste nach zehn oder mehr Berufsjahren von 80.000 bis 90.000 Euro brutto pro Jahr keine Seltenheit.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Controller?

Wie bereits erwähnt, haben Controller sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Branchenübergreifend fehlen gute Controller und werden daher überall händeringend gesucht.

Viele Unternehmen greifen daher auf spezialisierte Personaldienstleister (sogenannte Headhunter) zurück, um entweder kurzzeitige Peak-Zeiten mit Zeitarbeitskräften überbrücken zu können oder langfristig zuverlässige Fachkräfte in Festanstellung zu finden. Daher ist der Arbeitsmarkt für Controller eindeutig ein Arbeitnehmer-Markt. Absolventen haben innerhalb kürzester Zeit zumeist die Auswahl an mehreren Jobangeboten.

Controller haben diverse Möglichkeiten, Karriere zu machen. Zum einen klassisch in einem Unternehmen vom Teammitglied über die Leitung eines Teams bis hin zur Bereichsleitung und Vorstandsposition. Die nachfolgende Grafik zeigt einen typischen Karriereweg im Controlling:

Berufsbild-Controller-Karriere-Entwicklung-chancen-Moeglichkeiten

Zudem hinaus können sich Controller aber auch als Wirtschaftsmediatoren oder im Bereich der Unternehmensberatung selbstständig machen.

Stellenangebote für Controller finden Sie hier:
Stellenangebote für Controller.
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Bewerbung als Controller: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Controller bewegen sich einem sehr dynamischen und analytischen Umfeld. Daher sollten ihre Kompetenzen und Fähigkeiten in ihrer Bewerbung auch entsprechend dargestellt werden. So werden insbesondere auf folgende Talente und Soft-Skills wert gelegt:

  • Koordinationsfähigkeit
  • Veränderungsbereitschaft
  • Verhandlungsgeschick
  • Überzeugungsfähigkeit
  • Kompromissfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Führungsfähigkeit
  • Interne Kundenorientierung
  • Kreativität
  • Präsentationsfähigkeit
  • Reisebereitschaft

Bewerbung-Controller-Anschreiben-Muster-Vorlage-Beispiel-PDF-WordUm sich für das Berufsbild Controller bewerben zu können, haben wir für Sie zudem ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier auch gleich bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Gerade die Soft Skills sollten im Anschreiben der Bewerbung deutlich gemacht werden. Sie lassen sich zum Beispiel folgendermaßen formulieren:

Ein Gefühl für die richtige Interpretation von Zahlen habe ich bereits in meinem Studium unter Beweis gestellt, das ich mit herausragenden Noten absolviert habe. Aber auch in meiner vorherigen kaufmännischen Ausbildung im Unternehmen Pfefferminzia habe ich mich in der Buchhaltung am wohlsten gefühlt.

In meinem Praktikum in der Firma Koordinus habe ich bereits erfolgreich mitgeholfen, das Change Management im Unternehmen umzusetzen. Insbesondere im Bereich der flexibleren Arbeitszeitmodelle gehörte dazu die Präsentation der Inhalte und die Überzeugung der Mitarbeiter.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]

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22. September 2020 Tilman Schulze Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze arbeitet freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Er ist Autor verschiedner Bücher.


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