Sozialpädagoge: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Soziale Berufe, wie der Beruf des Sozialpädagogen, erleben gerade eine Renaissance: Sie bieten ihren Klienten enorme Unterstützung, wenn deren Leben aus den Fugen geraten ist. Allerdings helfen Sozialpädagogen nicht nur in unterschiedlichsten Lebenskrisen, sondern wirken ebenso präventiv. Die Arbeitsfelder sind so verschieden wie die Aufgaben, die ein Sozialpädagoge zu bewältigen hat. Es nur gibt wenige Berufe, die so vielseitige Entfaltungsmöglichkeiten bieten…

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Sozialpädagoge: Ausbildung, Gehalt, Karriere, Bewerbung

Ausbildung: Wie wird man Sozialpädagoge?

Um als Sozialpädagoge arbeiten zu können, benötigt man mindestens einen Bachelor-Abschluss im Studienfach Sozialpädagogik beziehungsweise Soziale Arbeit. In manchen Bundesländern sind die beiden Studiengänge noch getrennt, in anderen firmieren sie inzwischen allein unter dem Sammelbegriff „Soziale Arbeit“. Inhaltlich macht dies in der Praxis ohnehin keinen Unterschied, da man sich nach den ersten beiden Semestern seine Schwerpunkte selbst zusammenstellt und so jedes Studium individuell unterschiedlich verläuft.

Prinzipiell gilt die Sozialpädagogik als der Teil der sozialen Arbeit, der sich eher den pädagogischen Tätigkeiten widmet. Diese Trennung hat sich in den letzten Jahrzehnten jedoch zunehmend aufgeweicht, so dass inzwischen bei nahezu allen Stellen sowohl Sozialarbeiter als auch Sozialpädagogen gleichrangig eingestellt werden, ohne dass es einen Unterschied gibt.

Im Studium werden den Studenten hier wie dort grundlegende Kenntnisse vermittelt, um Hilfsbedürftigen in unterschiedlichen Bereichen eine wichtige Unterstützung sein zu können. Folgende Fächer bilden daher die Grundlage im Studium:

  • Psychologie
  • Allgemeine Pädagogik
  • Theologie, Ethik und Philosophie
  • Heilpädagogik
  • Methodik, Didaktik und Gesprächsführung
  • Soziologie
  • Verwaltung, Management und Organisation
  • Sozialmedizin
  • Medien- und Kulturpädagogik
  • Recht
  • Politik

Nach dem Bachelor-Abschluss ist es möglich, einen weiterführenden Master-Abschluss zu erwerben. Hier kann man sich in verschiedenen Bereichen spezialisieren:

  • Erwachsenenbildung
  • Jugendhilfe
  • Familienhilfe
  • Sozialmanagement
  • Interkulturelle Sozialarbeit
  • Erlebnis- und Freizeitpädagogik
  • Suchthilfe
  • Supervision

Die Regelstudienzeit des Bachelor-Studiengangs, in dem das Grundlagenwissen vermittelt wird, beträgt je nach Bundesland sechs bis acht Semester. Der anschließende Master-Studiengang, in dem das Wissen vertieft wird, nimmt vier weitere Semester in Anspruch.

Im Bachelor-Studium ist mindestens ein komplettes Praxissemester vorgesehen. Zuzüglich wird studienbegleitend ein weiteres Praktikum absolviert, das in der Regel einmal pro Woche für mehrere Stunden neben den Vorlesungen, Übungsveranstaltungen und Seminaren abgeleistet wird.

Das Studium der Sozialen Arbeit schließt mit einer schriftlichen Bachelor- beziehungsweise Masterthesis ab. Darüber hinaus müssen schriftliche und mündliche Prüfungen absolviert werden.

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Berufsbild: Was macht ein Sozialpädagoge?

Sozialpädagogen werden häufig als die gute Seele in Institutionen und Einrichtungen betrachtet. Ihr Aufgabengebiet ist breit gefächert und reicht von der Arbeit mit Kindern und Kleinkindern über die Tätigkeit mit Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen und Familien in Problemlagen oder Senioren beziehungsweise Menschen mit Behinderung.

So sind Sozialpädagogen dafür ausgebildet, in Kindergärten, Schulen, Jugendzentren oder Pflegeeinrichtungen, Menschen zu betreuen, zu fördern oder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. In den meisten Bereichen steht dabei die Hilfestellung und Förderung der Eigenständigkeit der Klienten im Vordergrund. Es gilt, die Fähigkeiten jedes Einzelnen zu erkennen und optimal zu entwickeln.

Darüber hinaus sind Sozialpädagogen häufig in beratenden Tätigkeiten zu finden, wie beispielsweise in der Lebens-, der Erziehungs- oder der Drogenberatung. Ein weiteres großes Tätigkeitsfeld ist das Jugendamt, wo sie insbesondere Eltern mit verhaltensauffälligen Kindern unterstützen und schlimmstenfalls bei einer Kindeswohlgefährdung auch pädagogische Zwangsmaßnahmen ausüben müssen.

Ferner finden sich im Berufsbild des Sozialpädagogen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Verwaltung. Sie regeln zum Beispiel organisatorische Dinge wie die Vergabe freier Kita-Plätze einer Gemeinde oder überwachen den Personalschlüssel von Kindertages- oder Jugendhilfeeinrichtungen.

Die psychische und physische Belastung eines Sozialpädagogen ist je nach Einsatzgebiet unterschiedlich ausgeprägt. Die tagtägliche Arbeit mit drogenabhängigen Jugendlichen kann zum Beispiel eine andere Belastung hervorrufen, als eine geregelte Bürotätigkeit.

Gehalt: Was verdient ein Sozialpädagoge?

Das Einkommen eines Sozialpädagogen ist abhängig von dem Verantwortungsbereich, der Berufserfahrung, der Größe des Arbeitgebers und der Spezialisierung. Außerdem spielt es eine große Rolle, ob es sich beim Arbeitgeber um einen öffentlichen Träger handelt, der nach Tarifvertrag vergütet oder um einen privaten Anbieter.

Für Sozialpädagogen ist ein durchschnittlicher Verdienst von rund 2.800 Euro brutto monatlich realistisch. Das Einstiegsgehalt für Bachelor-Absolventen nach dem Studium liegt im Durchschnitt 2.400 Euro brutto pro Monat.

Für Absolventen mit einem Master-Grad liegt eine schnelle Zunahme an Führungsverantwortung und somit einem deutlichen Gehaltszuwachs durchaus im Bereich des Möglichen. So sind hier monatliche Bruttogehälter von 4.000 Euro und mehr keine Seltenheit. Mit zunehmender Berufserfahrung wächst – insbesondere im öffentlichen Dienst – das Gehalt außerdem weiter an.

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Karriere: Chancen und Aussichten als Sozialpädagoge?

Sozialpädagogen werden immer gesucht. Das Berufsbild gilt als zukunftssicher. Insbesondere im Jugendbereich sind die Berufsaussichten hervorragend. Ebenfalls als krisenfest gilt der Arbeitsmarkt in folgenden Bereichen:

  • Schulen
  • Verwaltungen
  • Beratungsstellen
  • Sozialämter
  • Behinderteneinrichtungen
  • Kliniken
  • Verbände
  • Gefängnisse
  • Entwicklungsorganisationen

Absolventen finden meist relativ zügig eine Stelle. Insbesondere wenn sie in dem jeweiligen Arbeitsbereich, in dem sie sich bewerben, schon praktische Erfahrungen gesammelt haben.

Daher ist es für Studienanfänger ratsam, sich so früh wie möglich auf ein Gebiet zu spezialisieren, um sowohl theoretische, als auch praktische Grundlagen zu sammeln.

Die Arbeit mit Migranten ist beispielsweise umso einfacher, wenn sowohl im theoretischen Studium das entsprechende Schwerpunktfach belegt als auch die Pflichtpraktika in einer Flüchtlingsorganisation absolviert wurden.

Wer hingegen gerne in der Schuldnerberatung arbeiten möchte, sollte dies bereits ebenfalls spätestens schon im dritten Semester mit der Wahl des Methodenfachs und einem Praktikum auf diesem Gebiet unterstreichen.

Für Sozialpädagogen gibt es zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. In der Kinder- und Jugendtherapie kann man sich beispielsweise zum Therapeuten weiterbilden und so sogar seine eigene Praxis eröffnen.

In dieser intensiven Ausbildung, die über mehrere Jahre andauert, sammelt man in kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken Erfahrungen in der Unterstützung von psychisch beeinträchtigten Heranwachsenden. Ferner sind die Teilnahme an Blockseminaren und Supervisionen obligatorisch.

Eine andere Möglichkeit stellt eine Fortbildung im Bereich der Fachberatung dar, für jene, die pädagogische Institutionen bezüglich ihrer Organisation oder finanzieller Fragen beratend zur Seite stehen möchten. Auf diese Weise kann ein Sozialpädagoge dazu beitragen, Einrichtungen dabei zu unterstützen, ihre internen Prozesse qualitativ hochwertig weiter zu entwickeln.

Manche Sozialpädagogen spezialisieren sich dagegen auf dem Gebiet der Personalarbeit in Unternehmen und bilden sich auf dem Feld der Organisationsentwicklung weiter. Sie beschäftigen sich mit:

  • Aufbau von Organisationen
  • Phasen der Organisationsentwicklung
  • Veränderungen von Organisationen
  • Teamentwicklung
  • Grundlagen der Organisationspsychologie
Stellenangebote für Sozialpädagogen.

Bewerbung als Sozialpädagoge: Tipps, Formulierungen, Vorlage

Das Berufsbild Sozialpädagoge erfordert viel Fingerspitzengefühl im direkten Kontakt mit Menschen. Sie können daher in ihrem Lebenslauf und dem Anschreiben besonders mit folgenden Skills punkten:

  • Motivationsfähigkeit
  • Belastungsfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Analytische Fähigkeiten
  • Organisationstalent
  • Kommunikationsstärke
  • Sozialkompetenz

Bewerbung Sozialpaedadgoge Anschreiben Vorlage Muster Beispiel Word Pdf VorschauUm sich für das Berufsbild Sozialpädagoge bewerben zu können, haben wir für Sie zudem ein Musteranschreiben verfasst, das Sie sich hier auch gleich bequem als Word-Dokument oder PDF-Datei kostenlos herunterladen und privat nutzen können. Bitte beachten Sie: Unser Anschreiben dient in erster Linie als Vorlage und Formulierungshilfe. Ihre eigene Bewerbung sollten Sie individuell anpassen.

Des weiteren können beispielsweise folgende Formulierungen hilfreich sein:

Schon seit vielen Jahren bin ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Hilfsorganisation XY dafür zuständig, mich intensiv um den Nachwuchs zu kümmern. Dabei konnte ich mein Einfühlungsvermögen des öfteren unter Beweis stellen.

Mein waches Auge und meine Menschenkenntnis ermöglichen es mir, schnell den wesentlichen Punkt zu erfassen, um meinen Klienten helfen zu können.

In meinem Praxissemester bei ABC habe ich insbesondere in stressigen und überraschenden Situationen mein Organisationstalent unter Beweis stellen können.

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]

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3. Januar 2020 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.



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