Soziale Berufe: Hier können Sie sozial tätig sein

Was willst du später einmal machen? – Ich würde gerne was Soziales machen und mit Menschen arbeiten. Eine Konversation, wie sie fast jeder schon einmal miterlebt hat. Soziale Berufe sind eine große Branche, die unzählige Menschen beschäftigt, doch der Bereich ist auch extrem breit gefächert und nur zu sagen Ich möchte einen sozialen Beruf ergreifen, reicht nicht aus, um damit eine wirkliche Zukunftsplanung zu gestalten. Was oft fehlt ist eine Vorstellung davon, welche sozialen Berufe es überhaupt gibt, um das Bild vom eigenen Traumberuf zu konkretisieren. Warum soziale Berufe gerade in Zukunft eine gute Option sind, weshalb die Branche immer noch mit einem schlechten Ruf zu kämpfen hat und eine Liste mit vielen sozialen Berufen, um Ihre Inspiration anzuregen…

Soziale Berufe: Hier können Sie sozial tätig sein

Soziale Berufe: Nicht nur ein Bereich für Frauen

Soziale Berufe – das bedeutet Pflege, Betreuung, zum Teil auch medizinische Versorgung, Beratung, Erziehung und Bildung aber auch die Anteilnahme an anderen Menschen. Der soziale Bereich ist seit jeher fest in weiblicher Hand, rund 75 Prozent der Beschäftigten in sozialen Berufen sind Frauen. Dies kann auf eine größere Empathie zurückgeführt werden, die Frauen meist bescheinigt wird.

Allerdings sollten sich auch Männer nicht abschrecken lassen, gerade in Zukunft werden Arbeitnehmer in sozialen Berufen händeringend benötigt. Der einfache aber folgenschwere Grund: Der demographische Wandel in Deutschland führt dazu, dass die Menschen immer älter werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Experten sehen deshalb ein großes Problem für die kommenden Jahre.

Je nach Studie und Schätzung schwanken die Zahlen, doch sind sich alle einig, dass mehrere Hunderttausend Pflegefachkräfte fehlen werden.

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Soziale Berufe werden immer gefragter

Der demographische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel in sozialen Berufen ist ein gesellschaftliches Problem, das von der Politik ernst genommen und gelöst werden muss. Erste Schritte werden unternommen, in Neuregelungen in der Ausbildung für Pflegeberufe die Arbeit attraktiver machen sollen. Die drohende Schwierigkeit ist aber auch eine Chance, sich als gefragte Fachkraft zu positionieren.

Je größer die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern in sozialen Berufen wird, desto besser sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Da in Zukunft, gerade in den kommenden 10 bis 15 Jahren noch deutlich mehr Personal benötigt wird, ist jetzt der beste Zeitpunkt, um in sozialen Berufen Fuß zu fassen und die Karriere in Schwung zu bringen.

Allerdings sollte auf der anderen Seite auch nicht verheimlicht werden, dass der Fachkräftemangel zwar die Jobchancen verbessert, die Arbeitsbedingungen aber darunter leiden können, wenn das Problem nicht in den Griff bekommen wird. Schon jetzt gibt es oft zu wenig Personal, was den Druck erhöht. Eine Handvoll Mitarbeiter müssen sich um zu viele Menschen kümmern – darunter leidet am Ende die soziale Arbeit, vor allem aber auch die Mitarbeiter selbst, die kaum eine Chance haben, allen Aufgaben gerecht zu werden, weil nicht genügend helfende Hände vorhanden sind.

Soziale Berufe: Bewundert, aber nicht beneidet

Soziale Berufe ohne Studium Quereinstieg Zukunft sozialWer davon berichtet, in einem sozialen Beruf zu arbeiten, erntet fast immer Respekt. Wir bewundern die Aufopferung, das Mitgefühl für andere, die Fähigkeiten anderen in schwierigen Situationen zu helfen und mehr für jemand anderen zu tun, als für sich selbst. Aber tauschen? Tauschen will fast niemand. Es heißt dann gerne Soziale Berufe müssen eine Berufung sein… Das stimmt vielleicht, trifft aber genauso auf alle anderen Berufe zu. Um seinen Beruf mit Leidenschaft zu machen, muss es immer mehr als reiner Geldverdienst sein.

Die Einstellung zeigt viel mehr, dass soziale Berufe zwar bewundert, aber nicht beneidet werden. Die Branche hat einen schlechten Ruf, der sich kurz und knapp zusammenfassen lässt: Harte Arbeit, schlechte Bezahlung. Soziale Berufe können sowohl körperlich als auch emotional alles abverlangen, werden dafür vergleichsweise sehr schlecht und weit unter dem Durchschnitt bezahlt.

Auch das ist ein Grund für den bereits vorhandenen und noch stärker drohenden Fachkräftemangel. Es werden zu wenig Anreize geschaffen, um soziale Berufe interessant und attraktiv zu gestalten. Zusätzlich braucht es ein Umdenken und eine größere Wertschätzung für die Arbeit in sozialen Berufen – die sich am Ende auch monetär zeigen sollte.

Soziale Berufe: Diese sind besonders beliebt

Wenn Sie einen sozialen Beruf ergreifen wollen, aber noch nicht genau wissen, welche Richtung für Sie in Frage kommt, kann eine Berufsberatung und gründliche Recherche helfen. Außerdem gibt es immer noch den Klassiker: Ein Praktikum, um in verschiedene soziale Berufe reinzuschnuppern, die Arbeit besser kennenzulernen und herauszufinden, in welchem Beruf Sie sich am ehesten selbst sehen.

Um Ihnen die Vorauswahl ein wenig zu erleichtern, einen Überblick zu schaffen und auch Ihrer Inspiration in Sachen soziale Berufe auf die Sprünge zu helfen, haben wir eine Liste mit besonders beliebten und häufigen sozialen Berufen zusammengestellt. Für einen ersten Einblick stellen wir die verschiedenen sozialen Berufe kurz vor:

  • Altenpfleger

    Altenpfleger helfen Menschen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr in der Lage sind, alle anfallenden Aufgaben und Tätigkeiten alleine zu erledigen. Klassische Aufgaben eines Altenpflegers sind die Pflege und Versorgung, die Körperpflege, Hilfe beim Essen und Anziehen oder auch kleinere medizinische Aufgaben. Darüberhinaus können jedoch auch Freizeitaktivitäten, Beratung oder die Hilfe bei der Bewältigung des Alltags dazu gehören.

    Um Altenpfleger zu werden, müssen Sie in der Regel eine dreijährige Ausbildung durchlaufen. Diese beinhaltet sowohl theoretische Elemente in einer Altenpflegeschule als auch praktische Anwendung des Gelernten, meist in einem Altenheim oder einer anderen Pflegeeinrichtung.


  • Erzieher

    Wer mit dem Gedanken spielt, Erzieher zu werden, muss in erster Linie gut mit Kindern umgehen können und Spaß daran haben, ihnen bei der Entwicklung zu helfen. Das bedeutet nicht nur spielen und singen, sondern pädagogische Arbeit, Förderung, gemeinsame Lernaktivitäten und auch die Einbeziehung der Eltern, um das Beste für ein Kind zu erreichen.

    Der Weg zur Arbeit in diesem sozialen Beruf führt über eine Ausbildung, in der vor allem pädagogisches Wissen vermittelt wird, um angehenden Erziehern dabei zu helfen, Kinder und deren Bedürfnisse besser zu verstehen und auf sie eingehen zu können.


  • Familienhelfer

    Läuft es in einer Familie nicht so, wie es sein sollte, können Familienhelfern zum Einsatz kommen. Dies ist meistens dann der Fall, wenn Drogen, Alkohol oder gar Missbrauch zu großen Problemen führen. Familienhelfer kümmern sich um Kinder in solch schwierigen Situationen, helfen bei der Betreuung und versuchen die Situation innerhalb der Familie zu stabilisieren und zu verbessern. Dieser soziale Beruf kann sehr fordernd sein und erfordert eine gestärkte Persönlichkeit.

    Es gibt keine klassische Ausbildung zum Familienhelfer, die meisten Menschen, die in diesem Beruf tätig sind, sind Sozialpädagogen. Es ist aber durchaus auch ein anderer Einstieg möglich, wenn das nötige Wissen über die Sozialarbeit vorhanden ist.


  • Sozialpädagoge

    Sozialpädagogen arbeiten in Schulen, Jugendzentren, Kindergärten oder auch Pflegeheimen und anderen Einrichtungen und sind darauf geschult, Menschen zu betreuen, zu beraten und ihnen in ihrer Entwicklung zu helfen und zur Seite zu stehen. So arbeiten Sozialpädagogen mit verhaltensauffälligen Kindern, in der Jugendhilfe oder in Obdachlosenheimen.

    Wer Sozialpädagoge werden möchte, benötigt dafür ein Studium im Bereich der Sozialpädagogik. Der Studiengang umfasst dabei verschiedene Bereiche, von Pädagogik über Psychologie bis hin zur Soziologie und Sozialer Arbeit.


  • Ergotherapeut

    Ergotherapeuten arbeiten mit Menschen, die unter körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden, um diesen ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen. Dabei geht es in erster Linie darum, das Körperbewusstsein zu verbessern, Bewegungsabläufe zu trainieren und motorische Fähigkeiten zu optimieren. Eine Ergotherapie ist beispielsweise nach einem Unfall oder auch im Falle einer Krankheit notwendig.

    Für die Arbeit als Ergotherapeut ist nicht zwingend ein Studium erforderlich. Es gibt die Möglichkeit, einen Bachelor-Abschluss zu machen und sich so für die Arbeit zu qualifizieren, doch ist auch eine dreijährige schulische Ausbildung möglich. Diese wird durch praktische Elemente ergänzt.


  • Krankenpfleger

    Krankenpfleger stellen das Bindeglied zwischen medizinischen und sozialen Berufen da und sind ein beliebtes Berufsbild. Sie sind nicht nur für die Betreuung der Patienten verantwortlich, sondern unterstützen Ärzte auch bei Untersuchungen und Behandlungen und sind darüberhinaus für die Dokumentation verantwortlich. Allerdings sollte Interessenten klar sein, dass Schichtdienst für Krankenpfleger normal ist.

    Krankenpfleger durchlaufen eine dreijährige Ausbildung, während der sie sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Teil absolvieren. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Gesundheits- und Krankenpflege, aber auch auf medizinischen Grundlagen und relevanten Kenntnissen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Der Abschluss der Ausbildung ist eine staatliche Prüfung.


  • Heilpädagoge

    Heilpädagogen helfen Menschen mit Behinderung. Dabei geht es um den Ausbau von Fähigkeiten und Begabungen, aber auch um soziale Bindungen und eine möglichst große Selbstbestimmung im Alltag. Entscheidend für Heilpädagogen ist es, auf die individuelle Situation der Patienten einzugehen, angepasste Pläne und Methoden zu entwickeln und so die Persönlichkeit zu stärken und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

    Heilpädagoge ist eine Weiterbildung für Erzieher oder Heilerziehungspfleger. Es muss also bereits eine abgeschlossene Ausbildung in diesem Bereich vorliegen. Hilfreich ist darüberhinaus einige Berufserfahrung.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
24. Juli 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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