Quereinsteiger: Tipps für den Neustart

Das Umfrageergebnis ist erschreckend: Rund 92 Prozent der Deutschen sagen, dass sie nicht ihrem Traumberuf nachgehen. Fehlende Perspektiven, enge Grenzen, anstrengende Chefs, langweilige Aufgaben – die Liste der Frustrationen am Arbeitsplatz ist lang. Summieren sich diese auf, wächst bei vielen der Wunsch für einen beruflichen Neustart. Womöglich sogar als Quereinsteiger in eine ganz andere Branche, einen ganz anderen Beruf – vielleicht doch endlich in den Traumjob! Ein solcher Wechsel will gut überlegt und vorbereitet sein. Deshalb haben wir für Sie hier die besten Tipps für den Quereinstieg und einen beruflichen Neustart zusammen gestellt…

Quereinsteiger: Tipps für den Neustart

Quereinsteiger Definition: Was ist das?

Quereinsteiger Jobs Berufe Definition Lehrer WikiLaut Wikipedia gilt jemand als Quereinsteiger oder Seiteneinsteiger, wenn er…

aus einer fremden Sparte/Branche in ein neues Betätigungsfeld wechselt, ohne die für diesen Beruf/Branche sonst allgemein übliche „klassische“ Berufsausbildung/Studium absolviert zu haben.

Und genau hier liegt der Knackpunkt – was ist eigentlich die klassische Berufsausbildung? Tatsächlich ist in Deutschland die Berufsausbildung für mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung der klassische Weg, trotz steigender Zahlen von Studierenden an Hochschulen.

Das Besondere an der deutschen Berufsausbildung ist das duale Ausbildungssystem. Hier werden Theorie und Praxis in der Schule und im ausbildenden Unternehmen vermittelt.

Dies geschieht durch die Handwerksordnung (HwO) von 1953 und das Berufsbildungsgesetz (BBiG) von 1969 in enger Absprache zwischen Wirtschaft und Staat. Diese stellt sicher, dass einerseits Rahmenbedingungen und Standards eingehalten, andererseits Arbeits- und Lerninhalte nah am tatsächlichen Bedarf vermittelt werden.

In einer meist dreijährigen Ausbildung werden also weitgehend genormte, qualitativ gleichbleibend hochwertige Qualifikationen vermittelt.

Was ist ein Quereinsteiger-Beruf?

Dass derart strukturiert und denselben Qualitätsmaßstäben entsprechend nicht mal eben hobbymäßig die gleichen Kenntnisse erworben werden können, liegt nahe. Ein Berufseinstieg als Quereinsteiger ist somit im deutschen Ausbildungssystem eigentlich nicht vorgesehen.

In anderen Ländern wie beispielsweise England hingegen existiert dieses duale Ausbildungssystem nicht. Dort ist Training on the Job, also die Ausbildung am Arbeitsplatz üblich. Und das beinhaltet letztlich Learning by doing, also das Lernen durchs Ausführen.

In Ländern mit diesem Prinzip sind alle Arbeitnehmer Quereinsteiger: Denn von Berufen, die ein Studium erfordern, einmal abgesehen, lässt sich demnach alles erlernen, wenn man nur irgendwie eingearbeitet wird.

Nicht umsonst genießt das deutsche Ausbildungssystem einen guten Ruf. Denn zusätzlich zu den hohen Standards existieren hierzulande geschützte Berufsbezeichnungen.

Besonders im medizinisch-psychologischen und juristischen Bereich darf sich nicht einfach jeder Arbeitnehmer irgendwie titulieren, denn letztlich würden ohne entsprechend fundierte Ausbildung beziehungsweise Studium die Standards zwangsläufig unterlaufen. Geschützt sind demnach Berufsbezeichnungen wie:

  • Apotheker
  • Architekt
  • Arzt
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
  • Notar
  • Psychotherapeut
  • Patentanwalt
  • Psychologischer Psychotherapeut
  • Rechtsanwalt
  • Steuerberater
  • Steuerbevollmächtigter
  • Tierarzt
  • Vereidigter Buchprüfer
  • Wirtschaftsprüfer
  • Zahnarzt

So gesehen können Quereinsteiger Berufe nur solche sein, deren Berufsbezeichnung nicht geschützt ist – anderenfalls ist es strenggenommen kein Quereinstieg. Denn wenn sich ein Bauingenieur entschließt umzusatteln und stattdessen als Arzt zu praktizieren, muss er dennoch zuvor ein Medizinstudium absolvieren.

Eins der bekanntesten Beispiele für eine ähnlich ungewöhnliche Karriere ist die deutsche Ärztin Marianne Koch. Sie unterbrach ihr Medizinstudium für eine Schauspielkarriere, nahm es später wieder auf, um mit 43 Jahren zu promovieren und als Ärztin zu praktizieren.

Da sie nie die Schauspielschule besucht hat, war sie als Quereinsteigerin Schauspielerin.

Quereinsteiger: Lehrer im Schnelldurchlauf

Ganz allgemein lässt sich feststellen: Da wo Mangel herrscht, sind Quereinsteiger besonders willkommen. So aktuell im Beruf des Lehrers. Zwar ist diese Berufsbezeichnung nicht geschützt, aber üblicherweise erfordert das Unterrichten an Grundschulen wie auch Gymnasien ein mehrjähriges ordentliches Studium mit anschließendem Referendariat.

Derzeit existiert allerdings großer Mangel an Lehrkräften, weshalb je nach Bundesland zweierlei Quereinsteiger-Typen besonders große Chancen haben:

  • Quereinsteiger, die nicht auf Lehramt studiert haben, aber ein Referendariat absolviert haben (beispielsweise Juristen).
  • Quereinsteiger, die nicht auf Lehramt studiert haben, aber fachnahe Inhalte studiert haben (beispielsweise Germanisten als Deutschlehrer).

Es gibt verschiedene Gründe für die große Nachfrage. Zum einen hat die Flüchtlingskrise ganz klar einen großen Bedarf vor allem im Grundschulbereich hervorgerufen. Gemäß des Deutschen Lehrerverbandes wurden zusätzlich 200.000 Lehrkräfte benötigt.

Zusätzlich stellten sich Prognosen über den Geburtenanstieg der vergangenen Jahre als falsch heraus. Bei gleichzeitiger Reduzierung von Lehrerstellen entstand plötzlich ein Mehrbedarf. Das führte zuletzt im Falle des Bundeslandes Sachsen beispielsweise dazu, dass mehr als die Hälfte der mittlerweile 1.400 besetzten Lehrerstellen mit Bewerbern besetzt wurden, die Seiteneinsteiger sind.

Ein weiteres, systemimmanentes Problem ist der sogenannte Schweinezyklus: Angebot und Nachfrage treffen sich immer erst mit großer Verzögerung. Bei Schulen bedeutet das häufig: Auf eine Pensionierungswelle folgt ein geburtenstarker Jahrgang, auf einen geburtenschwachen Jahrgang folgt eine Lehrerschwemme.

Ungeachtet dieser Gründe sind besonders in gewerblichen Berufsschulen Quereinsteiger seit jeher willkommen. Die nachträgliche Fortbildung für den Beruf als Lehrer bekommen Quereinsteiger völlig unterschiedlich vermittelt, abhängig von persönlichen Voraussetzungen, der Schulform und dem Bundesland.

Quereinsteiger: Ist Ihre Motivation nachhaltig?

Etwas völlig anderes zu machen, die Branche zu wechseln, ist heute keine Seltenheit mehr. Jobwechsel gehören heute längst zu jeder Erwerbsbiografie. Fast jeder Arbeitnehmer wechselt den Arbeitgeber mehrfach im Verlauf seiner Karriere.

Kein Wunder, dass die Zahl der Branchenwechsler und Quereinsteiger in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Durch vielfältige Aufgaben und Anforderungen müssen Arbeitnehmer heute Kompetenzen und Kenntnisse entwickeln, die oft über ihren ursprünglich erlernten Beruf hinaus gehen.

Trotz des zusätzlich erworbenen Wissens sollte Ihnen als Quereinsteiger bewusst sein, dass Sie sich gegen andere behaupten müssen, die diesen Beruf gewissermaßen von der Pike auf gelernt haben. Unzufriedenheit allein reicht für einen Jobwechsel nicht aus.

Wenn Sie den Quereinstieg primär aus Frustration oder aufgrund eines aktuellen Negativ-Erlebnisses ins Auge fassen, sollten Sie den Gedanken erst einmal beiseitelegen. Frust, Wut und andere negative Emotionen können zwar als Antrieb und Impulse für eine Veränderung dienen, eignen sich jedoch nicht als nachhaltige Motivation.

Zumal Sie nie aus einer Kurzschlussreaktion handeln sollten: Entscheidungen von dieser Tragweite sollten sich vielmehr aus positiven Emotionen und klaren Zielen speisen. Die wichtigste aller Fragen lautet daher:

Kennen Sie gute Gründe für den beruflichen Neustart?

Und daran anschließend: Können Sie diese anderen überzeugend erklären? Hier geht es nicht um Rechtfertigung, sondern darum, die eigene Motivation zu erkennen.

In 5 Schritten zum beruflichen Neustart

Sie sind ganz aktuell unzufrieden und spüren genau, dass Ihnen im aktuellen Job etwas fehlt? Nehmen Sie diese Unzufriedenheit zum Anlass, sich nüchtern mit Ihrer Situation zu befassen und herauszufinden, was genau Ihnen fehlt.

Im folgenden skizzieren wir fünf bewährte Schritte, mit denen Ihnen Analyse und beruflicher Neustart gelingen können:

  1. Lösen Sie sich von Ihren aktuellen Erwartungen.

    Beginnen Sie bei null. Das ist zwar unbequem, doch nur wenn Sie die Analyse wirklich offen und vorbehaltlos angehen, können Sie den für Sie passenden Weg finden. Wollen Sie Ihre berufliche Neuorientierung ernsthaft und nachhaltig angehen, müssen Sie sich dafür auch mit Ihren persönlichen Wünschen, Plänen und Leidenschaften, aber eben auch Ihren Ängsten, Zweifeln und Befürchtungen befassen.

    Und das gilt nicht nur für den beruflichen, sondern auch für den privaten und persönlichen Bereich. Nehmen Sie sich Zeit für eine ehrliche und umfassende Bestandsaufnahme, gehen Sie Ihre innere Inventur konsequent und brutal ehrlich an und Sie werden herausfinden, was Ihnen gerade fehlt. In der Regel brauchen Sie dazu Reflexion von Dritten – Freunden oder Coach – um sich über einige Themen und fehlende Puzzleteile klar zu werden.

  2. Stellen Sie sich die richtigen Fragen.

    Haben Sie passende Reflexionspartner gefunden und sich innerlich so gut wie möglich von Erwartungen gelöst, beginnt die eigentliche Analyse. Im Folgenden finden Sie Fragen, die Ihnen als Inspiration dienen sollen. Tun Sie diese bitte nicht nach einer ersten oberflächlichen Betrachtung als zu einfach ab. Lassen Sie sich wirklich auf die Fragen ein und stellen Sie sich allen damit verbundenen Konsequenzen. Das tut sicherlich mehr als einmal weh, ist jedoch eine absolut notwendige Voraussetzung für echte Veränderung.

    • Wann waren Sie das letzte Mal wirklich mit Ihrer Situation zufrieden?
    • Seit wann sind Sie bereits unzufrieden?
    • Was hat sich seit dem in Ihrem Leben geändert?
    • Welche Aspekte Ihres Jobs machen Ihnen noch Spaß?
    • Welche Aspekte sind nur noch Belastung und Stress?
    • Wie sieht Ihr Privatleben aktuell aus?
    • Wie beeinflusst Ihr Job Ihr Privatleben und umgekehrt?
    • Welche unerfüllten Wünsche und Träume tragen Sie mit sich herum?
    • Welche Aufgaben reizen Sie noch?
    • Welche Themen und Leidenschaften können Sie wirklich begeistern?
  3. Prüfen Sie, ob Sie Ihr Arbeitsgebiet wechseln wollen.

    Stellen Sie sich nun der Frage, ob Ihr aktueller Job wirklich so schlecht ist und ob Sie Arbeitgeber und Aufgabengebiet ganz grundlegend wechseln wollen. Warum der ganze Aufwand und die teilweise unangenehmen Fragen, wenn Sie schlussendlich vielleicht doch im Unternehmen bleiben? Deswegen sollten Sie sich auch über Entwicklungsmöglichkeiten in Ihrem aktuellen Unternehmen Gedanken machen. Allerdings vor dem Hintergrund, der Wünsche und Motive, die sich vorher herauskristallisiert haben.

  4. Suchen Sie nach Alternativen.

    Stellt sich bei Ihrer Suche heraus, dass Ihre Zukunft nicht bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber und nicht in Ihrem angestammten Job liegt, beginnt die Suche nach passenden Alternativen. Hier gilt: Ziehen Sie zunächst jede denkbare Möglichkeit in Betracht und schließen Sie keine Option aus, weil diese scheinbar unrealistisch ist.

    Sie kennen sicherlich die Redewendung „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Ausreden.“ Für den beruflichen Neustart gilt dieses Motto ganz besonders. Im besten Fall stoßen Sie bei der Sammlung verschiedener Optionen auf eine, die sich intuitiv richtig anfühlt und die Sie mit Begeisterung und Leidenschaft erfüllt.

  5. Beschäftigen Sie sich dem Berufswunsch.

    Im letzten Schritt geht es darum, den gefundenen Weg realistisch und ganz konkret anzugehen. Machen Sie sich dabei bitte klar, dass der Weg zu Ihrem Wunschjob und zur Neuorientierung in den meisten Fällen nicht gerade verlaufen wird.

    Niemand hat behauptet, dass die Neuorientierung einfach oder gar unkompliziert werden wird. Doch wenn Ihre Erwartungen und Ziele halbwegs realistisch sind, können Sie diese auch mit den richtigen Schritten und ausreichend viel Geduld erreichen. Realistisch bedeutet hier nicht, dass andere Ihnen zustimmen und Ihre Pläne gutheißen.

    Sie werden vermutlich die Erfahrung machen, das grundlegende Veränderungen in Ihrem Umfeld auf Widerstand treffen. Ignorieren Sie toxische Menschen und Aussagen so gut es geht – auch wenn es manchmal schwerfällt. Schlussendlich werden Sie den Weg gehen müssen.

Quereinstieg: Glaubenssätze für berufliche Veränderung

Quereinstieg: Glaubenssätze für berufliche VeränderungSprache prägt Wahrnehmung und das gilt auch für die Sprache, die Sie gedanklich und beim Umgang mit sich selbst verwenden. Die folgenden Sätze wirken sich positiv auf Ihre Einstellung aus und ermutigen Sie auf Ihrem Weg:

  • Ich gestalte meine berufliche Zukunft selbst und nutze meine Chancen.
  • Wenn ich meinen Werten folge, werde ich den passenden Job finden.
  • Weiter- und Fortbildungen sind Teil meines persönlichen Wachstums.
  • Jeder Schritt bringt mich meinem Ziel näher und ich werde es erreichen.
  • Wenn ich alles für mein Ziel gebe, werden mich die richtigen Menschen unterstützen.

So ermitteln Sie Ihre Chancen als Quereinsteiger

Im Zuge einer beruflichen Neuorientierung fragen sich viele Arbeitnehmer: Habe ich überhaupt Chancen? Sollte ich den Schritt wagen? Um die Chancen in einer neuen Branche sinnvoll und realistisch einschätzen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die beiden wichtigsten:

  • Sie sind sich über Ihre Motivation im Klaren, das heißt, Sie haben diese bereits eingehend analysiert.
  • Sie verfügen bereits über Erfahrung im angestrebten Fachbereich.

Letztere müssen Sie natürlich nicht im beruflichen Kontext gesammelt haben. Doch es ist völlig illusorisch, ohne jegliche Vorkenntnisse in eine andere Branche einsteigen zu wollen. Damit werden Sie wenig erfolgreich sein.

Welche Anknüpfungspunkte gibt es?

Sie verfügen über Erfahrung aus Hobby, Ehrenamt oder Nebenberuf und wollen sich als Quereinsteiger versuchen? Ihr Ausgangspunkt ist dann Ihre bereits vorhandene Erfahrung. Diese dient Ihnen als Orientierung bei Ihrer Recherche, die unter einer konkreten Fragestellung steht: Welche Anknüpfungspunkte gibt es in der neuen Branche?

Wichtig ist, dass Sie an diese Recherche und Suche völlig offen herangehen. Oft haben potenzielle Quereinsteiger bereits einen bestimmten Job oder eine klare Vorstellung von ihrer künftigen Tätigkeit vor Augen. Das ist zwar nicht unwichtig, doch erstens ist diese Vorstellung teilweise verklärt und zweitens schränken Sie Ihren Blick durch ein solches Bild unnötig ein.

Mit einem exakten Bild vor Augen sind Sie nicht mehr offen für alle Optionen und Alternativen. Es besteht also das Risiko, dass Sie wichtige Chancen, Einstiegs- und Anknüpfungspunkte übersehen. Machen Sie sich daher im Vorfeld Ihrer Recherche von allzu konkreten Vorstellungen frei.

Stellenanzeigen in den Blick nehmen

Sobald Sie Anknüpfungspunkte und Chancen identifiziert haben, nehmen Sie die aktuellen Stellenanzeigen der Unternehmen Ihrer Zielbranche unter die Lupe. Finden Sie zahlreiche Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten, haben Sie damit bereits einen ersten Hinweis, dass es um Ihre Chancen gut bestellt ist.

Nutzen Sie zur Recherche ruhig auch unsere Online-Jobbörse Karrieresprung.de mit mehr als 60.000 offenen Stellen. So finden Sie heraus, was gesucht wird und wer sucht:

Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Aktivieren Sie Ihre Kontakte und sprechen Sie Gesprächspartner, Bekannte und Freunde in der Zielbranche an. Mit Freunden können Sie vermutlich offen über Ihre Pläne, Vorstellungen und Einschätzungen sprechen.

Bei anderen Kontaktpartnern sollten Sie sich dagegen behutsam nach dem aktuellen Zustand der Branche, den Kriterien für erfolgreiche Bewerbungen und den zurzeit gefragten Qualifikationen und Kompetenzen erkundigen.

Lassen Sie in die Gespräche ruhig Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen über die Branche und deren Anforderung einfließen. An den Reaktionen sehen Sie dann, wie gut es um Ihre Kenntnisse bestellt ist.

Bewerbungstipps für Quereinsteiger: Auf Stärken und Erfahrung setzen

Bei den konkreten Bewerbungen sollten Sie dann all die aus Gesprächen und Recherche gewonnen Informationen und Erkenntnisse einfließen lassen. Wichtig ist auch, dass Sie Ihre bisherige Berufserfahrung – die für die neue Branche weitgehend fachfremd sein dürfte – als Stärke nutzen.

Eine Frage schwingt unausgesprochen mit: Welche Vorteile bieten Sie dem Unternehmen im Vergleich zu einem Arbeitnehmer, der aus der Branche stammt?

Wichtig: Die gerade genannte Frage sollte von Ihnen subtil beantwortet werden. Direkte Vergleiche mit anderen Arbeitnehmern verbieten sich daher von selbst und würden Sie höchstens unsicher wirken lassen. Ihr Fokus sollte darauf liegen, Ihre bisherige Berufserfahrung mit Ihren für die neue Branche relevanten Kompetenzen zu kombinieren.

So können Sie verdeutlichen, wie diese Kombination für die ausgeschriebene Stelle genutzt werden kann. Beispiel: Fertigt ein Germanist eine Beschreibung über ein technisches Produkt an, wird diese immer anders ausfallen als von einem Ingenieur, der an der Entwicklung beteiligt war oder zumindest einen ähnlichen technischen Hintergrund hat.

Um das überzeugend tun zu können, sollten Sie vor allem deutlich machen, welche praktischen Erfahrungen Sie bereits mit Aufgaben der neuen Branche gesammelt haben. Diese können zwar aus Projekten in Ihrem bisherigen Job stammen, müssen das jedoch nicht tun.

Gerade weil Sie aus einer anderen Branche kommen, sollten Sie sich selbstbewusst präsentieren, zu Ihren Stärken und Erfahrungen und Ihren fachlichen Fähigkeiten stehen. Kombinieren Sie diese selbstbewusste Haltung dann mit Lernbereitschaft und machen Sie deutlich, dass Sie schnell lernen können und wollen, steigen Ihre Chancen auf einen Job.

Wie so ein Lebenslauf eines Quereinsteigers aussieht, zeigt unser Musterlebenslauf. Diesen können Sie auch gratis als PDF herunterladen. Weitere Tipps dazu finden Sie in dem Dossier HIER.

Quereinsteiger-Lebenslauf

Lebenslauf für Quereinsteiger: 3 wichtige Tipps

  1. Achten Sie auf die Formulierungen.

    In Ihrem Lebenslauf und auch der restlichen Bewerbung darf nicht der Eindruck entstehen, der Quereinstieg sei eine Notlösung. Es geht nicht darum, warum Sie Ihre alte Wirkungsstätte verlassen, sondern um die Ziele, die Sie mit Ihrem Quereinstieg erreichen wollen und den Nutzen, den Sie dabei zu bieten haben.

  2. Nutzen Sie einen amerikanischen Lebenslauf.

    Der amerikanische Stil hat sich zwar sowieso schon durchgesetzt, doch gerade bei Lebensläufen für Quereinsteiger ist diese Form besonders nützlich. Der Blick des Lesers wird so zunächst auf die aktuellen Stationen gelenkt, die vielleicht schon mit dem Branchenwechsel in Zusammenhang stehen, die so mehr Aufmerksamkeit erfahren.

  3. Bringen Sie Referenzen ein.

    Falls vorhanden, sind Referenzen für Quereinsteiger ein wichtiger Punkt, der unbedingt einen Platz in der Bewerbung haben sollte. Haben Sie bereits einen Praktikum gemacht oder Kontakte geknüpft, können Fürsprecher Ihrem Lebenslauf und Ihren Absichten eine größere Glaubwürdigkeit verleihen.

Um Ihnen bei der Erstellung zu helfen und zu kontrollieren, ob Sie die wichtigsten Punkte beachtet haben, kann Ihnen die Checkliste für den Lebenslauf eines Quereinsteigers helfen. Diese Fragen sollten Sie unbedingt beachten:

  • Was bringen Sie mit, was haben Sie bereits gelernt?
  • Warum wollen Sie die Branche wechseln?
  • Welche Erfahrung haben Sie in der neuen Branche?
  • Haben Sie die relevanten Kompetenzen im Lebenslauf herausgestellt?
  • Warum haben Sie sich genau diese Branche herausgesucht?

Extra-Tipp: Netzwerken nicht vergessen!

Quereinsteiger Jobs Berufe Definition Lehrer MöglichkeitenDehnen Sie Ihr Netzwerk auf Ihre Zielbranche aus. Die Bedeutung eines gut aufgebauten Netzwerks für Ihre Jobsuche ist nicht zu unterschätzen.

Erst recht bei einem beruflichen Neustart und dem häufig damit verbundenen Branchenwechsel spielen Ihre Kontakte eine noch deutlich größere Rolle.

Denn in der Regel erstreckt sich Ihr Netzwerk primär auf Ihre Stammbranche und weist vermutlich nur wenig Berührungspunkte zur neuen Zielbranche auf – und ist für Sie daher nur eingeschränkt nutzbar. Deswegen ist es wichtig, dass Sie Ihr Netzwerk auf die neue Branche ausdehnen und dort sichtbar werden.

Wodurch Sie auf sich aufmerksam machen können:

  • Den Besuch von Fachmessen
  • Engagement in Fachforen, Linkedin- oder Xing-Gruppen
  • Den Besuch von Kongressen und Vorträgen
  • Ein eigenes Blog

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[Bildnachweis: aslysun by Shutterstock.com]
12. April 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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