Quereinsteiger: Tipps für den Neustart

Umfragen kommen zu erschreckenden Ergebnissen: Rund 90 Prozent der Deutschen sagen, dass sie nicht ihrem Traumberuf nachgehen. Fehlende Perspektiven, enge Grenzen, anstrengende Chefs, langweilige Aufgaben… Endlose Gründe für den Wunsch nach einem beruflichen Neustart. Womöglich sogar als Quereinsteiger in eine ganz andere Branche, einen ganz anderen Beruf – vielleicht doch endlich in den Traumjob! Ein solcher Wechsel als Quereinsteiger will gut überlegt und vorbereitet sein. Deshalb haben wir für Sie die wichtigsten Fragen rund um das Thema Quereinstieg beantwortet und die besten Tipps für Quereinsteiger zusammengestellt…

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Quereinsteiger: Tipps für den Neustart

Definition: Was ist ein Quereinsteiger?

Laut Wikipedia gilt jemand als Quereinsteiger oder Seiteneinsteiger, wenn er…

aus einer fremden Sparte/Branche in ein neues Betätigungsfeld wechselt, ohne die für diesen Beruf/Branche sonst allgemein übliche „klassische“ Berufsausbildung/Studium absolviert zu haben.

Quereinsteiger sind somit zunächst fachfremd in dem Bereich, in den sie wechseln. Während die Kollegen eine mehrjährige Ausbildung für den Job mitbringen, haben Quereinsteiger neben großer Motivation und Interesse für die Tätigkeit keine klassischen Nachweise über Studium oder Ausbildung, die auf den Job vorbereitet hätten oder die von Arbeitgebern üblicherweise als Voraussetzung für die Einstellung erwartet werden.

Welche Berufe kommen für Quereinsteiger infrage?

Ein Berufseinstieg als Quereinsteiger ist somit im deutschen Ausbildungssystem eigentlich nicht vorgesehen. Dennoch hat sich das Konzept in fast allen Branchen durchgesetzt und bietet die Möglichkeit, trotz fehlender Ausbildung in eine Branche einzusteigen.

Wie das funktioniert, zeigen Beispiele aus anderen Ländern, in denen das duale Ausbildungssystem nicht üblich ist. In England ist etwa das Training on the Job, also die Ausbildung am Arbeitsplatz, die verbreitete Methode. Hier werden Mitarbeiter direkt im Job eingearbeitet, ausgebildet und auf die eigenständige Arbeit vorbereitet.

Somit sind für Quereinsteiger auch in Deutschland nahezu alle Berufe ein möglicher Weg. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, denn zusätzlich zu den hohen Standards im Ausbildungssystem existieren hierzulande geschützte Berufsbezeichnungen.

Besonders geschützt sind die vielen Tätigkeiten als Freiberufler im medizinisch-psychologischen und juristischen Bereich. Nicht jeder Arbeitnehmer darf sich einfach titulieren und die entsprechende Berufsbezeichnung verwenden. Geschützt sind demnach Berufsbezeichnungen wie:

  • Apotheker
  • Architekt
  • Arzt
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
  • Notar
  • Psychotherapeut
  • Patentanwalt
  • Psychologischer Psychotherapeut
  • Rechtsanwalt
  • Steuerberater
  • Steuerbevollmächtigter
  • Tierarzt
  • Vereidigter Buchprüfer
  • Wirtschaftsprüfer
  • Zahnarzt

So gesehen können Quereinsteiger Berufe nur solche sein, deren Berufsbezeichnung nicht geschützt ist – anderenfalls ist es strenggenommen kein Quereinstieg. Denn wenn sich ein Bauingenieur entschließt umzusatteln und stattdessen als Arzt zu praktizieren, muss er dennoch zuvor ein Medizinstudium absolvieren.

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Quereinsteiger: Schritte zum beruflichen Neustart

Sie sind ganz aktuell unzufrieden und spüren genau, dass Ihnen im aktuellen Job etwas fehlt? Nehmen Sie diese Unzufriedenheit zum Anlass, sich nüchtern mit Ihrer Situation zu befassen und herauszufinden, was genau Ihnen fehlt.

Im folgenden skizzieren wir fünf bewährte Schritte, mit denen Ihnen Analyse und beruflicher Neustart gelingen können:

  • Lösen Sie sich von Ihren Erwartungen

    Beginnen Sie bei null. Das ist zwar unbequem, doch nur wenn Sie die Analyse wirklich offen und vorbehaltlos angehen, können Sie den für sich passenden Weg finden. Wollen Sie Ihre berufliche Neuorientierung ernsthaft und nachhaltig angehen, müssen Sie sich dafür mit Ihren persönlichen Wünschen, Plänen und Leidenschaften, sowie Ihren Ängsten, Zweifeln und Befürchtungen befassen.

    Das gilt gleichermaßen für den beruflichen, wie für den privaten und persönlichen Bereich. Nehmen Sie sich Zeit für eine umfassende Bestandsaufnahme. Oft hilft dabei Reflexion von Dritten – Freunden oder Coach – um sich über einige Themen und fehlende Puzzleteile klar zu werden.

  • Analysieren Sie die Ausgangslage

    Haben Sie sich von Ihrer ursprünglichen Erwartungshaltung gelöst, beginnt die eigentliche Analyse. Nachfolgend finden Sie Reflexionsfragen, die Ihnen als Inspiration dienen sollen. Lassen Sie sich diese Fragen nebst den damit verbundenen Konsequenzen durch den Kopf gehen. Das Ergebnis kann unerfreulich sein, ist aber gleichzeitig eine notwendige Voraussetzung für Veränderung.

    • Wann waren Sie das letzte Mal wirklich mit Ihrer Situation zufrieden?
    • Seit wann sind Sie bereits unzufrieden?
    • Was hat sich seitdem in Ihrem Leben geändert?
    • Welche Aspekte Ihres Jobs machen Ihnen noch Spaß?
    • Welche Aspekte sind nur noch Belastung und Stress?
    • Wie sieht Ihr Privatleben aktuell aus?
    • Wie beeinflusst Ihr Job Ihr Privatleben und umgekehrt?
    • Welche unerfüllten Wünsche und Träume tragen Sie mit sich herum?
    • Welche Themen und Aufgaben reizen Sie wirklich?
  • Überdenken Sie die Konsequenzen

    Ist Ihr aktueller Job wirklich so schlecht und wollen Sie Arbeitgeber und Aufgabengebiet ganz grundlegend wechseln? Oder bezieht sich die Unzufriedenheit womöglich nur auf einzelne Aspekte wie Tätigkeitsspielraum oder Chef?

    Je nach Antwort kommt nicht zwangsläufig ein Arbeitsplatzwechsel infrage. Deswegen sollten Sie die Entwicklungsmöglichkeiten in Ihrem aktuellen Unternehmen erforschen – natürlich vor dem Hintergrund der Wünsche und Motive, die sich zuvor herauskristallisiert haben.

  • Suchen Sie nach Alternativen

    Stellt sich bei Ihrer Suche heraus, dass Ihre Zukunft nicht bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber und nicht in Ihrem angestammten Job liegt, beginnt die Suche nach passenden Alternativen. Hier gilt: Ziehen Sie zunächst jede denkbare Möglichkeit in Betracht und schließen Sie keine Option aus, weil diese scheinbar unrealistisch ist.

    Sie kennen sicherlich die Redewendung „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Ausreden.“ Für den beruflichen Neustart gilt dieses Motto ganz besonders. Im besten Fall stoßen Sie bei der Sammlung verschiedener Optionen auf eine, die sich intuitiv richtig anfühlt und die Sie begeistert.

  • Beschäftigen Sie sich mit dem Berufswunsch

    Im letzten Schritt geht es darum, den gefundenen Weg realistisch und ganz konkret anzugehen. Bedenken Sie, dass der Weg zu Ihrem Wunschjob und zur Neuorientierung in den meisten Fällen nicht gerade verlaufen wird. Niemand hat behauptet, dass die Neuorientierung einfach oder gar unkompliziert werden wird.

    Sind Ihre Erwartungen und Ziele halbwegs realistisch, können Sie diese mit den richtigen Schritten und entsprechender Ausdauer erreichen. Realistisch bedeutet jedoch nicht, dass andere Ihnen zustimmen und Ihre Pläne gutheißen.

    Sie werden vermutlich die Erfahrung machen, das grundlegende Veränderungen in Ihrem Umfeld auf Widerstand treffen. Ignorieren Sie toxische Menschen und Aussagen so gut es geht – auch wenn es manchmal schwerfällt. Schlussendlich werden Sie den Weg gehen müssen.

Bewerbungstipps für Quereinsteiger

Je nach Stellenausschreibung ist eine Bewerbung als Quereinsteiger eine große Herausforderung: Sie wollen einen Arbeitgeber überzeugen, dass Sie eine gute Besetzung für die Stelle sind, obwohl eine Ausbildung oder ein relevantes Studium in diesem Bereich fehlt. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre anderen Stärken in den Vordergrund stellen.

Das ist leider leichter gesagt als getan. Damit Ihre Jobsuche als Quereinsteiger erfolgreich verläuft, haben wir wichtige Tipps für die Bewerbungsphase zusammengetragen:

  • Bauen Sie ein Netzwerk auf

    Dehnen Sie Ihr Netzwerk auf Ihre Zielbranche aus. Bei einem beruflichen Neustart und dem damit verbundenen Branchenwechsel spielen Ihre Kontakte eine große Rolle. So haben Sie einen Punkt, an dem Sie anknüpfen können und im besten Fall Fürsprecher innerhalb der neuen Branche. Ihr Netzwerk können Sie durch den Besuch von Fach- und Jobmessen, auf Kongressen und Vorträgen oder durch Engagement auf Xing, Linkedin und anderen Social-Media-Kanälen ausbauen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Bleiben Sie selbstbewusst

    Ein Fehler, den Quereinsteiger immer wieder machen, ist mangelndes Selbstbewusstsein bei der Jobsuche. Wenn Sie sich selbst von Anfang an klein machen und als schlechte Alternative zu anderen Bewerbern präsentieren, werden Sie niemanden von sich überzeugen können. Entsteht der Eindruck, dass der Quereinstieg eine Notlösung ist, sinken die Chancen auf den Nullpunkt. Gerade weil Sie aus einer anderen Branche kommen, sollten und müssen Sie sich selbstbewusst präsentieren, zu Ihren Stärken und Erfahrungen und Ihren fachlichen Fähigkeiten stehen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Meiden Sie direkte Vergleiche mit Kollegen

    Eine Frage muss jeder Quereinsteiger beantworten: Welche Vorteile bieten Sie dem Unternehmen im Vergleich zu einem Arbeitnehmer, der aus der Branche stammt? Direkte Vergleiche bringen dabei nicht weiter und lassen Sie höchstens unsicher wirken. Ihr Fokus liegt auf den eigenen Stärken, Erfahrungen und relevanten Kompetenzen – nicht auf dem, was andere im Vergleich mitbringen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Nutzen Sie Ihre bisherigen Erfahrungen

    Wichtig ist, dass Sie Ihre bisherige Berufserfahrung als Stärke nutzen. Schließlich bringen Sie eine völlig neue Perspektive durch Ihren fachfremden Hintergrund mit ein – eine Stärke, die Eingeweihten aus der Branche fehlt. Um das überzeugend tun zu können, sollten Sie vor allem deutlich machen, welche praktischen Erfahrungen Sie bereits mit Aufgaben und Tätigkeitsfeldern der neuen Branche gesammelt haben. Diese können aus Projekten in Ihrem bisherigen Job stammen, müssen es aber nicht zwangsläufig.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Geben Sie Referenzen an

    Falls vorhanden, sind Referenzen für Quereinsteiger ein wichtiger Punkt, der unbedingt einen Platz in der Bewerbung haben sollte. Haben Sie bereits einen Praktikum gemacht oder Kontakte geknüpft, können Fürsprecher Ihrem Lebenslauf und Ihren Absichten eine größere Glaubwürdigkeit verleihen.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

  • Verdeutlichen Sie Ihre Lernbereitschaft

    Wirken Sie Zweifeln von Personalern entgegen, indem Sie Ihre Lernbereitschaft deutlich machen und idealerweise mit Belegen untermauern. Geben Sie den Kurs an, den Sie zur Vorbereitung absolviert haben oder beschreiben Sie, was Sie als angehender Quereinsteiger schon im Selbststudium gelernt haben. Machen Sie deutlich, dass Sie schnell lernen können und wollen. So steigen Ihre Chancen auf einen Job.

    Mehr dazu lesen Sie hier:

Wie so ein Lebenslauf eines Quereinsteigers aussieht, zeigt unser Musterlebenslauf. Diesen können Sie auch gratis als PDF herunterladen. Weitere Tipps dazu finden Sie in dem Dossier HIER. Oder Sie nutzen unsere kostenlosen Lebenslauf-Vorlagen, die Sie sich hier gleich herunterladen können. Dazu einfach mit den orangen Pfeilen durch die Vorlagen und auf das jeweilige Vorschaubild klicken.





Um Ihnen bei der Erstellung zu helfen und zu kontrollieren, ob Sie die wichtigsten Punkte beachtet haben, kann Ihnen die Checkliste für den Lebenslauf eines Quereinsteigers helfen. Diese Fragen sollten Sie unbedingt beachten:

  • Was bringen Sie mit, was haben Sie bereits gelernt?
  • Warum wollen Sie die Branche wechseln?
  • Welche Erfahrung haben Sie in der neuen Branche?
  • Haben Sie die relevanten Kompetenzen im Lebenslauf herausgestellt?

Die richtige Motivation für Quereinsteiger

Etwas völlig anderes zu machen, die Branche zu wechseln, ist heute keine Seltenheit mehr. Jobwechsel gehören heute längst zu jeder Erwerbsbiografie. Fast jeder Arbeitnehmer wechselt den Arbeitgeber mehrfach im Verlauf seiner Karriere.

Kein Wunder, dass die Zahl der Branchenwechsler und Quereinsteiger in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Durch vielfältige Aufgaben und Anforderungen müssen Arbeitnehmer heute Kompetenzen und Kenntnisse entwickeln, die oft über ihren ursprünglich erlernten Beruf hinaus gehen.

Trotz des zusätzlich erworbenen Wissens sollte Ihnen als Quereinsteiger bewusst sein: Unzufriedenheit allein reicht für einen Jobwechsel nicht aus.

Wenn Sie den Quereinstieg primär aus Frustration oder aufgrund eines aktuellen Negativ-Erlebnisses ins Auge fassen, sollten Sie den Gedanken erst einmal beiseitelegen. Frust, Wut und andere negative Emotionen können zwar als Antrieb und Impulse für eine Veränderung dienen, eignen sich jedoch nicht als nachhaltige Motivation.

Zumal Sie nie aus einer Kurzschlussreaktion handeln sollten: Entscheidungen von dieser Tragweite sollten sich vielmehr aus positiven Emotionen und klaren Zielen speisen. Die wichtigste aller Fragen lautet daher:

Kennen Sie gute Gründe für den beruflichen Neustart?

Und daran anschließend: Können Sie diese anderen überzeugend erklären? Hier geht es nicht um Rechtfertigung, sondern darum, die eigene Motivation zu erkennen.

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FAQ: Häufige Fragen und Antworten für Quereinsteiger

Der Quereinstieg ist ein großer Schritt, Sie lassen Ihren erlernten Beruf hinter sich und wagen den Sprung in einen gänzlich neuen Job und Arbeitsbereich. Entsprechend gibt es einige Unsicherheiten und Fragen, die Quereinsteiger besonders häufig stellen. Diese haben wir in einem kleinen FAQ zum Quereinstieg für Sie zusammengefasst und beantwortet:

  • Wie hoch sind die Chancen als Quereinsteiger?

    Im Zuge einer beruflichen Neuorientierung als Quereinsteiger fragen sich viele Arbeitnehmer: Habe ich überhaupt Chancen? Sollte ich den Schritt wagen? Um die Chancen in einer neuen Branche sinnvoll und realistisch einschätzen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die beiden wichtigsten:

    • Sie sind sich über Ihre Motivation im Klaren, das heißt, Sie haben diese bereits eingehend analysiert.
    • Sie verfügen bereits über Erfahrung im angestrebten Fachbereich.

    Letztere müssen Sie natürlich nicht im beruflichen Kontext gesammelt haben. Doch es ist schwierig bis unmöglich, ohne jegliche Vorkenntnisse in eine andere Branche einsteigen zu wollen. Damit werden Sie wenig erfolgreich sein. Quereinsteiger werden nach Eignung und Befähigung ausgesucht – auch ohne die klassische Ausbildung in einem anderen Bereich müssen Sie also trotzdem wichtige Fähigkeiten mitbringen.

    Wie hoch die Chancen für Quereinsteiger sind, lässt sich somit vor allem an zwei Faktoren erkennen:

    • Anknüpfungspunkte

      Sie verfügen über Erfahrung aus Hobby, Ehrenamt oder Nebenberuf und wollen sich als Quereinsteiger versuchen? Ihr Ausgangspunkt ist dann Ihre bereits vorhandene Erfahrung. Sie kennen bereits Arbeitgeber oder andere Kontakte in der angestrebten Branche oder sogar beim Zielunternehmen? Dann ist dies ein weiterer Anknüpfungspunkt.

      Je mehr solcher Schnittstellen es gibt, desto größer werden Ihre Chancen als Quereinsteiger. Ein weiteres Beispiel sind Fähigkeiten, die Sie auf die neue Tätigkeit übertragen können.

    • Arbeitsmarkt

      Sobald Sie Anknüpfungspunkte und Chancen identifiziert haben, nehmen Sie die aktuellen Stellenanzeigen der Unternehmen Ihrer Zielbranche unter die Lupe. Finden Sie zahlreiche Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten, haben Sie damit bereits einen ersten Hinweis, dass es um Ihre Chancen gut bestellt ist.

      Nutzen Sie zur Recherche auch unsere Online-Jobbörse Karrieresprung.de mit mehr als 60.000 offenen Stellen. So finden Sie heraus, was gesucht wird und wer sucht:

      Zur Jobbörse

  • Warum sind Quereinsteiger so gefragt?

    Nahe zu alle Branchen stehen Quereinsteigern offen gegenüber und viele werben die fachfremden Mitarbeiter sogar direkt an. In zahlreichen Stellenanzeigen findet sich der Zusatz, dass gerne auch Quereinsteiger eine Bewerbung einreichen können.

    Für das Interesse an Quereinsteigern sprechen gleich mehrere Aspekte: In Zeiten des Fachkräftemangels sind Unternehmen zum Teil auf Quereinsteiger angewiesen, um freie Stellen zu besetzen. Durch Quereinsteiger kann ein entstehender Personalbedarf zudem schneller gedeckt werden.

    Hinzu kommt, dass durch die gezielte Einarbeitung und Vermittlung von nötigen Kompetenzen im Job Quereinsteiger ein vergleichbares Niveau erreicht wird, wie bei ausgebildeten Mitarbeitern.

  • Wie hoch ist das Gehalt als Quereinsteiger?

    Natürlich hängt das Gehalt vom Beruf ab, in den der Quereinstieg erfolgt und auch zahlreiche individuelle Faktoren spielen eine Rolle. Entscheidend für Quereinsteiger ist somit vor allem der Gehaltsvergleich zu Kollegen, die den Beruf erlernt haben.

    Hier zeigt sich: Beim Gehalt müssen Quereinsteiger einige Abstriche machen. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge bekommen Quereinsteiger rund 10 Prozent weniger als Kollegen in vergleichbarer Position.

  • Wie kann ich mich auf einen Quereinstieg vorbereiten?

    Wenn Sie als Quereinsteiger in einen neuen Bereich wechseln wollen , sollten Sie sich zunächst umfangreich über Anforderungen und Aufgabenfelder informieren. Das hilft Ihnen auf der einen Seite dabei, richtig zu beurteilen, ob der Quereinstieg wirklich zu Ihnen passt und Sie mit Freude und Leidenschaft in den neuen Job starten.

    Gleichzeitig wissen Sie, mit welchen Fähigkeiten und Erfahrungen Sie punkten und Ihre Chancen erhöhen können. Sollten Ihnen wichtige Kompetenzen oder gefragte Eigenschaften fehlen, können Sie diese in Vorbereitung auf den Quereinstieg nachholen und erwerben. Dies können Sie durch Verantwortungen und Projekte im aktuellen Job oder durch gezielte Fort- und Weiterbildungen tun.

Quereinstieg: Im öffentlichen Dienst, bei der Deutschen Bahn und als Lehrer

Ganz allgemein lässt sich feststellen: Da wo Mangel herrscht, sind Quereinsteiger besonders willkommen.

Derzeit wirkt sich der Fachkräftemangel aufgrund demographischer Entwicklungen in etlichen Branchen aus. Nachgefragt sind Quereinsteiger dabei besonders hier:

  • Öffentlicher Dienst

    Eine jahrelang restriktive Personalpolitik und der Ruhestand vieler älterer Arbeitnehmer hat dazu geführt, dass in der Personalplanung im öffentlichen Dienst eine Lücke klafft. Entsprechend gute Aussichten haben Quereinsteiger. Die Bundesregierung wirbt auf ihrer Seite mit guten Zugangsbedingungen: Das Alter der Quereinsteiger spiele keine Rolle, lediglich die Ausbildung, Qualifikation und Berufserfahrung für die jeweilige Stelle.

    Das gilt nicht nur für die Bewerbungsphase, sondern auch bei zukünftigen Beförderungen. Interessenten können sich HIER drei klassische Beispiele für Quereinsteiger-Jobs im öffentlichen Dienst anschauen und über weitere Angebote informieren.

  • Deutsche Bahn

    Als ehemaliger Staatsbetrieb ist auch die Deutsche Bahn (DB) als Arbeitgeber wieder gefragt. Sie bietet zahlreiche Möglichkeiten für Quereinsteiger, beispielsweise…

    • als Lokführer

      Hier brauchen Quereinsteiger einen technischen Background wie bei gewerblich-technischen Ausbildungen, beispielsweise als Elektriker, Mechatroniker, aber auch Einzelhandelskaufmann oder Callcenteragent. Sie eignen sich damit für den Quereinstieg als Triebfahrzeugführer, Lokführer oder Lokrangierführer.

    • im Kundenservice

      Diese Stellen sprechen besonders Quereinsteiger aus Branchen an, die Spaß am täglichen Umgang mit Kunden haben. Ideal für Reiseleiter, Flugbegleiter, Verkäufer, Arbeitnehmer aus dem Hotel- und Gastgewerbe oder der Touristik. Mit diesem Hintergrund können Arbeitnehmer bei der Deutschen Bahn als Zugbegleiter, Kundenbetreuer oder Mitarbeiter im Bordservice arbeiten.

    • als Fahrdienstleiter

      Oben genannte Ausbildungsberufe sowie Industrieelektriker oder Werkzeugmacher haben auch gute Chancen, als Quereinsteiger Fahrdienstleiter zu werden. Als solcher tragen Sie dafür Sorge, dass in der Zentrale die Weichen für die fahrenden Züge gestellt werden. Dieser Job ermöglicht nicht nur einen reibungslosen, sicheren Ablauf, sondern zeichnet sich vor allem durch ein hohes Maß an Verantwortung aus.

    • als Elektrotechniker

      Wer sich für die Infrastruktur, die Instandhaltung von Fahrzeugen, Energie- und Anlagenmanagement oder Bahntechnik interessiert, kann ebenfalls im Quereinstieg bei der Deutschen Bahn anfangen. Folgende Ausbildungsberufe haben die besten Chancen für Jobs in der Elektrotechnik: Elektriker, Elektroniker, Industrieelektroniker und Mechatroniker.

  • Lehrer

    Meist werden die Begriffe Quereinsteiger und Seiteneinsteiger umgangssprachlich synonym verwendet. Beim Berufseinstieg als Lehrer wird etwas genauer unterschieden. Hier bezeichnet Quereinsteiger angehende Lehrer, die nicht auf Lehramt studiert haben, je nach Bundesland aber zu einem Referendariat verpflichtet sind.

    Seiteneinsteiger hingegen sind angehende Lehrer, die weder ein Lehramtsstudium, noch ein Referendariat abgeschlossen haben.

    Derzeit existiert allerdings großer Mangel an Lehrkräften, weshalb je nach Bundesland zweierlei Quereinsteiger-/Seiteneinsteiger-Typen besonders große Chancen haben:

    • Quereinsteiger, die nicht auf Lehramt studiert haben, aber ein Referendariat absolviert haben (beispielsweise Juristen).
    • Quereinsteiger, die nicht auf Lehramt studiert haben, aber fachnahe Inhalte studiert haben (beispielsweise Germanisten als Deutschlehrer, Elektromeister als Physiklehrer).

    Je nach Bundesland, Schulform und individuellen Voraussetzungen der Quereinsteiger erfolgt die Vermittlung des benötigten Wissens über verschiedene Wege – doch die Chancen, als Quereinsteiger Lehrer werden zu können, sind aktuell besonders hoch.

[Bildnachweis: Dmitry Guzhanin by Shutterstock.com]
21. Februar 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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