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Transaktionsanalyse nach Berne: Einfach erklärt + Beispiele

Wieso verhalten sich Menschen so, wie sie es tun? Die Transaktionsanalyse beantwortet diese Frage. Das Modell hilft dabei, die zwischenmenschliche Kommunikation zu verstehen und Reaktionen anderer Personen nachvollziehen oder gar vorhersagen zu können. Wir erklären, was die Transaktionsanalyse nach Eric Berne ist und geben Beispiele, wie das Kommunikationsmodell funktioniert…



Transaktionsanalyse nach Berne: Einfach erklärt + Beispiele

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Was ist die Transaktionsanalyse? Einfach erklärt!

Die Transaktionsanalyse (kurz: TA) von Eric Berne ist ein Kommunikationsmodell, das sich mit der Persönlichkeit und dem Verhalten von Menschen beschäftigt. Es ist eine Methode und ein psychologisches Modell, um zwischenmenschliche Kommunikation und daraus entstehende Reaktionen besser zu verstehen – bei sich selbst und bei anderen.

Eric Berne sieht Kommunikation als Transaktion von Informationen. Zwischen den Beteiligten werden verschiedene Kommunikationseinheiten ausgetauscht, die analysiert und interpretiert werden. Entscheidend dafür sind die drei Ich-Zustände der Transaktionsanalyse: das Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Kinder-Ich.

Ziel der Transaktionsanalyse

Durch die TA das Verhalten und auch das Miteinander von Menschen besser verstanden werden. Durch die Analyse können Sie Ihre Wahrnehmung reflektieren und falls nötig ändern. Sie können über sich selbst lernen, warum Sie in manchen Situationen auf eine bestimmte Weise reagieren. Zusätzlich können Missverständnisse, Konflikte und Kommunikationsstörungen verhindert werden.

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Grundannahme: Ich bin ok, du bist ok

Die zentrale Grundannahme der Transaktionsanalyse ist ein auf den ersten Blick schlichter Satz, der für die damalige Psychoanalyse jedoch revolutionär war: Ich bin ok, du bist ok. Ein solch grundsätzlich positives Menschenbild von Selbstbestimmung, Anerkennung und Kompetenz war vorher nicht vorstellbar. So änderte sich beispielsweise der Umgang zwischen Erkrankten und Psychologen, der fortan auf Augenhöhe stattfand und von mehr Respekt geprägt war.

Hinter der Grundannahme stehen gleich mehrere wichtige Erkenntnisse:

  • Der Mensch ist von Geburt an ok – jeder kommt mit einem guten und gesunden Potenzial zur Welt.
  • In der Kommunikation sollte man sich auf Augenhöhe begegnen. Man nimmt den Menschen als solchen wahr – nicht sein Verhalten, seine Entscheidungen oder seine Fähigkeiten.
  • Jeder Mensch ist eine vollwertige und intelligente Person – auch jene mit psychischen Erkrankungen.
  • Jeder kann das eigene Leben gestalten – im Menschen selbst sind die notwendigen Werkzeuge dazu angelegt.
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Ich-Zustände in der Transaktionsanalyse

Für Eric Berne ist menschliche Kommunikation der Schlüssel zur Psyche. In unserer Kommunikation zeigt sich demnach nicht nur der Charakter, sondern auch Gefühle, Gedanken und Erinnerungen, die unser Verhalten beeinflussen. Der Psychiater identifizierte drei Ich-Zustände, die durch unterschiedliche Situationen oder Erinnerungen hervorgerufen werden können.

In jeder Kommunikation dominiert einer der Ich-Zustände. Dieser entscheidet, wie wir mit anderen kommunizieren und diesen gegenüber auftreten. Die Kommunikation ist aber nicht nur auf diesen einzelnen Ich-Zustand begrenzt. Durch Veränderungen, andere Situationen, neue Informationen oder schwankende Stimmungen kann er jederzeit wechseln. Dabei merken wir selbst oft nicht, in welchem Zustand wir uns befinden. Hier ein Überblick über die drei Ich-Zustände der Transaktionsanalyse:

Eltern-Ich (Exeropsyche)

Das Eltern-Ich orientiert sich an Erfahrungen aus der Kindheit und dem Verhalten der Eltern bei der Kommunikation. Was sie sagen und tun, prägt nachhaltig für das restliche Leben – gerade in den ersten fünf bis sechs Jahren. Von den Eltern lernen Sie Regeln, Werte, Verbote und Moralvorstellungen, die ungeprüft übernommen werden. Die Bezugspersonen stehen aber auch für Fürsorge und Sicherheit. In der Kommunikation zeigt sich das Eltern-Ich auf zwei unterschiedliche Arten:

  1. Kritisch / autoritär
    Andere werden auf Fehler hingewiesen und das Verhalten kritisch kommentiert. Auch Zurechtweisungen und offene Kritik gehören zum Eltern-Ich.
  2. Fürsorglich / umsorgend
    Das Eltern-Ich kann auch fürsorgliche Kommunikation zeigen, die das Wohlbefinden der Mitmenschen in den Vordergrund stellt. Andere werden umsorgt und teilweise bevormundet, um ihnen zu helfen.

Erwachsenen-Ich (Neopsyche)

Das Erwachsenen-Ich ist Voraussetzung für rationale, sachliche, wohlüberlegte und respektvolle Kommunikation. Der Austausch ist reflektiert und konstruktiv. Mitmenschen werden auf Augenhöhe betrachtet und entsprechend respektvoll behandelt. Das zeigt sich auch im aktiven und interessierten Zuhören. Im Erwachsenen-Ich kennen Sie Ihre Handlungsmöglichkeiten und Optionen. Sie entscheiden bewusst und überlegt auf Grundlage der vorhandenen Informationen.

Kind-Ich (Archeopsyche)

Wie das Eltern-Ich ist auch das Kind-Ich geprägt von Eindrücken, Gefühlen und Erinnerungen aus der Kindheit. Typisch kindlich ist das Verhalten in diesem Ich-Zustand oft spontan, unvorhersehbar und unreflektiert. Mögliche Konsequenzen werden nicht berücksichtigt oder durchdacht. Ebenso zählt albernes sowie trotziges Auftreten zu diesem Zustand. Zentraler Aspekt im Kind-Ich ist auch ein Gefühl von Hilflosigkeit oder Abhängigkeit. Das Kind-Ich kann sich deshalb auf drei verschiedenen Arten zeigen:

  1. Angepasst / ängstlich
    Dieser Zustand ist geprägt von Unsicherheit und Angst. Das Verhalten orientiert sich an Regeln, Vorgaben von außen und den Erwartungen anderer.
  2. Natürlich / frei
    Das natürliche Kind-Ich ist spontan, kreativ und teilweise aufgedreht. Auch albernes Verhalten und unreflektierte Entscheidungen zählen dazu.
  3. Rebellisch / trotzig
    Beim rebellischen Kind-Ich dominiert trotziges und uneinsichtiges Verhalten. Grenzen werden bewusst überschritten und es kann zu Eskalationen kommen.

Transaktionsanalyse Kommunikationsmodelle Definition Beispiel Bedeutung

Transaktionsebenen der Kommunikation

Die Kommunikation als Austausch von Informationen findet in der Transaktionsanalyse auf zwei Ebenen ab. Auf diesen zeigt sich das Verhalten der jeweiligen Ich-Zustände – für die Betroffenen selbst, aber auch für Außenstehende:

  • Verbale Ebene
    Die verbale Ebene umfasst die tatsächlich ausgesprochenen Inhalte und Worte. Die Frage lautet: Was genau wird gesagt? Hier können zentrale Informationen weitergegeben werden, die Sie einem anderen mitteilen wollen
  • Nonverbale / körperliche Ebene
    Ein großer Teil der Kommunikation findet nonverbal, also auf der körperlichen Ebene statt. Hier lautet die Frage: Wie wird etwas gesagt? Eine Botschaft kann sich je nach Tonfall bei gleicher Wortwahl völlig unterscheiden. Wichtig sind zudem Körpersprache, Mimik und Gestik.


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Transaktionsanalyse: 3 Arten der Kommunikation

Wie die Kommunikation gemäß der Transaktionsanalyse abläuft, hängt von der Konstellation der Ich-Zustände der Beteiligten ab. Heißt zum Beispiel: Interagieren beide als Erwachsenen-Ich oder treffen unterschiedliche Zustände aufeinander? Dabei ergeben sich 3 Arten der Transaktion:

1. Parallele / komplementäre Transaktion

Eine einfache und erfolgreiche Kommunikation erfolgt bei komplementärer Transaktion. Die Gesprächspartner befinden sich im gleichen Ich-Zustand. Begegnen sich beispielsweise zwei Personen als Erwachsenen-Ich, können sie gemeinsam rational überlegen, Lösungsmöglichkeiten entwickeln und abwägen. Es gibt keinerlei Konflikte und der Austausch von Informationen gelingt.

Eine Sonderform ist die komplementäre Transaktion zwischen Eltern-Ich und Kind-Ich. Die beiden Zustände ergänzen sich, wenn das Eltern-Ich mit dem Gesagten das Kind-Ich des Empfängers anspricht. Beispiel: „Jetzt kümmer dich doch bitte endlich darum!“ Antwort: „Ja, Entschuldigung. Ich mache es sofort.“

2. Gekreuzte / ungleiche Transaktion

Findet Kommunikation in unterschiedlichen Ich-Zuständen statt, kommt es zu Konflikten oder Missverständnissen. Beispiel: Eine Person fragt im Erwachsenen-Ich: „Kennst du den Weg zum Bahnhof?“ Folgt darauf die trotzige Antwort aus dem Kind-Ich „Guck doch einfach selbst nach dem Weg…“, kommt es zu Streit. Gekreuzte Transaktionen entstehen, wenn eine Person in einem anderen Ich-Zustand antwortet, als Sie erwarten. Sie sprechen das Erwachsenen-Ich an, erhalten aber eine Reaktion aus dem Kind-Ich.

3. Versteckte Transaktion

Häufig kommt es in Gesprächen zu versteckten Transaktionen, an denen mehrere Ich-Zustände beteiligt sind. Die Schwierigkeit: Es wird etwas anderes gesagt, als tatsächlich gemeint ist. Die Aussage scheint vom Erwachsenen-Ich zu kommen, ist aber in Wahrheit ein trotziger Kommentar vom Kind-Ich. Hier können Ironie oder ein veränderter Tonfall entscheidend sein. Da zwischen den Ich-Zuständen gewechselt wird, fällt eine klare Zuordnung schwer. Oft kommt es zu Streit und Eskalation.

Kritik und Wert der Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse kann die Kommunikation verbessern, das gegenseitige Verständnis erhöhen, Konflikte auflösen und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. In der Praxis ist das jedoch deutlich schwieriger, als es die psychologische Theorie vermuten lässt. Grundvoraussetzung sind gründliche Selbstreflexion und Durchhaltevermögen. Erst mit der nötigen Distanz zum eigenen Verhalten und dem Erkennen der Ich-Zustände können Botschaften verstanden und Probleme erkannt werden.

Häufige Kritik an der Transaktionsanalyse ist deshalb die Vereinfachung. Die gesamte Persönlichkeit auf drei Ich-Zustände herunterzubrechen, führt zwangsläufig zu Ungenauigkeiten und falschen Erkenntnissen. Ursprünglich beschäftigt sich die Analyse zudem mit einzelnen Transaktionen von Informationen, wurde mit der Zeit aber immer mehr auf die gesamte Kommunikation ausgeweitet.


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