Schlafgewohnheiten: Diese behindern Erfolg

„Aufwachen, Schulze!“ Schlafen ist nichts, das man gemeinhin mit beruflichem Erfolg assoziiert. In Wahrheit aber ist es ein – stark unterschätzter – Erfolgsfaktor. Darum bestimmen unsere Schlafgewohnheiten mit, wie wir uns am nächsten Tag auf der Arbeit schlagen, wie fit, ausgeruht und produktiv wir sind. Karrierebibel sagt Ihnen, welche Schlafgewohnheiten Sie von der Bettkante stoßen sollten…

Schlafgewohnheiten: Diese behindern Erfolg

Schlafgewohnheit: Gähn!

Arianna Huffington hat einen Auftrag. Wie wichtig, wie gesund, erholsam und wohltuend das Schlafen doch sei – aaahhhh! – das möchte sie der Welt eintrichtern. Die Gründerin der Huffington Post ist so etwas wie die Kreuzritterin des guten Schlafs.

„Überall, wo man hinschaut, wird Schlafentzug verherrlicht und gefeiert“, beklagt sich Arianna Huffington auf ihrer Webseite. Das Motto sei: „Wer schnarcht, verliert.“ Oder – besser – im Original: „You snooze, you lose.

Vor allem stört sie sich an einer Catchphrase, die es aus der Popkultur ins Alltagsvokabular (oder umgekehrt) des gemeinen Westerners geschafft hat. „I’ll sleep when I’m dead.“ Das kam schon Bon Jovi singend über die Lippen oder zuletzt der Punkrock-Band Set it off. 2003 erschien ein gleichnamiger Thriller mit Clive Owen, in diesem Jahr ein Dokumentarfilm über DJ Steve Aoki. „I’ll sleep when I’m dead.“

„Schlafen kann ich, wenn ich tot bin“

Hierzulande hatte Regie-Legende Rainer Werner Fassbinder den Journalisten damals in die Blöcke notiert. „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.“ Das Tragikomische: Kurze Zeit später war er’s wirklich. Mit 37.

Die Botschaft ist klar: Spielen Sie dieses Spielchen lieber nicht mit! Warum auch? Schlafen verlängert das Leben, macht erfolgreich, fühlt sich einfach gut an. Nicht raus aus den Federn, rein in die Federn!

Fassbinders Satz hätte also richtig lauten müssen: „Schlafen kann ich nicht mehr, wenn ich tot bin.“ Oder noch griffiger: „You don’t snooze, you lose!“

Karrierebibel sagt Ihnen, welche Schlafgewohnheiten Sie daher schleunigst abwerfen sollten …

Diese Schlafgewohnheiten sollten Sie einstellen

  1. Sie schlafen zu kurz oder zu lang

    Dieser Tipp ist so simpel wie einleuchtend: Bitte ausreichend schlafen! Schlaflosigkeit ist ein Gesundheitsrisiko, kann Übergewicht begünstigen, dem Immunsystem schaden, die Konzentrationsfähigkeit verschlechtern, die Unfallgefahr erhöhen und sogar die Alterung beschleunigen.

    Eine neue Studie aus Amsterdam stützt zudem die Vermutung, dass Schlafmangel das Diabetes-Risiko erhöht – speziell von Männern. Erhöht war vor allem das Risiko der Männer, die am kürzesten und am längsten schliefen.

    Vermutung also: Auch zu viel Schlaf ist schädlich. Die Amsterdamer Probanden schliefen 7,3 Stunden im Schnitt. Mit einem Schlafpensum von sieben bis acht Stunden dürfte man daher auf der sicheren Seite – und ausgeruht – sein.


  2. Sie denken nicht an morgen

    Der Überlieferung nach stand Benjamin Franklin stets um fünf Uhr in der Früh auf und begann den Tag mit dem Satz: „What good shall I do this day?“ Dann machte er sich an sein Tagwerk, arbeitete bis 10 Uhr abends. Den Tag beschloss er verbal so: „What good have I done today?“

    Klingt nach einer guten Schlafgewohnheit. Einerseits den Tag Revue passieren lassen und damit auch gedanklich abschließen: Selbstreflexion begünstigt Zufriedenheit begünstigt Erfolg.

    Zweitens einen Plan für den nächsten Tag aufstellen: Das gibt Sicherheit und Antrieb.


  3. Sie fluten das Schlafzimmer mit Technik

    Technik kann die Schlafqualität durchaus verbessern, zum Beispiel in Form von Fitnessbändern oder Apps, die den Schlaf überwachen und messen. Die Erfahrung aber, dass ein medialer Overkill die Schlafqualität reduziert, dürften die meisten schon gemacht haben.

    Laut einer aktuellen Studie des King’s College in London schlafen Kinder, die abends noch mit Handy oder Tablet herumspielen, nur halb so gut wie ihre techniklosen Altersgenossen. Das ist umso bedeutender, weil mittlerweile schon 72 Prozent der Kinder und 89 Prozent der Jugendlichen mindestens ein Gerät im Schlafzimmer stehen oder liegen haben.

    Darum, auch für Erwachsene: Technik – so weit wie möglich – raus aus der Nachtkammer.


  4. Sie trinken Alkohol

    Glasklar: Alkohol ist eine Einschlafhilfe, die wirkt. Wer ein Gläschen Wein nippt oder ein Bierchen zischt, schläft schnell und fest ein. Das ist so politisch-pädagogisch inkorrekt wie wahr.

    Und mehr noch: Je mehr Alkohol man trinkt, desto schneller verabschiedet man sich ins Lummerland. Aber: Zwar verläuft die erste Schlafphase meist äußerst geruhsam, die zweite aber ist – im Wirtschaftssprech – umso disruptiver. Die Tiefschlafphase ist gestört, Schnarchen und schlechte Atmung können eine Folge sein.

    Fazit: Alkohol mag im Ausnahmefall ein geeignetes Mittelchen sein, um wegzudösen, ist aber auf Dauer ein Tiefschlaf-Killer. Lieber keine Angewohnheit daraus machen.


  5. Sie haben keinen Rhythmus

    Wer erst einen All-Nighter durchzieht und am nächsten Tag die Lampen schon um 21 Uhr ausmacht, wirbelt den Schlafrhythmus gehörig durcheinander.

    Ein fester Rhythmus, der sich optimalerweise an der inneren Uhr orientiert, hilft. Beim Einschlafen, beim Aufstehen, bei der Entwicklung einer Routine. Folge: Mehr Produktivität, mehr Kreativität.

    Daher: Unstete Zeiten sind Gift. Es muss ja keine sakrosankte Uhrzeit sein, die man festlegt, so etwas wie Punkt 22.30 Uhr. Die Definition eines Zeitraums könnte auch funktionieren. Wie wäre es zum Beispiel zwischen 22 und 23 Uhr?

[Bildnachweis: puhhha by Shutterstock.com]
9. Dezember 2016 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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