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Scanner-Persönlichkeiten: Vom Fluch, vielbegabt zu sein

Tausendsassa, Multitalent, Allrounder – es gibt verschiedene Synonyme für Scanner-Persönlichkeiten. Was alle Scanner aber eint, ist: ein Job allein schränkt sie zu sehr ein. Scanner-Persönlichkeiten sind vielbegabte Menschen mit zahlreichen Interessen, Hobbys und Kompetenzen. Das klingt toll, ist aber Fluch und Segen zugleich. Für betroffene Menschen werden die vielen Talente häufig zur Qual – insbesondere bei der Jobwahl und Entscheidung für einen Beruf. Was Scanner-Persönlichkeiten ausmacht plus Tipps, wie Sie mit der Vielbegabung umgehen…



Scanner-Persönlichkeiten: Vom Fluch, vielbegabt zu sein

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Was sind Scanner-Persönlichkeiten?

Scanner-Persönlichkeiten sind Hochbegabte mit vielen Interessen und Talenten in unterschiedlichen Bereichen. Wesentliche Merkmale und Eigenschaften sind: ausgeprägte Neugier, hohe Intelligenz und zahlreiche Ideen. Häufige Synonyme sind: Multitalent, Multiprofessional, Multiheld, Vielbegabte, Vielinteressierte, Generalisten, Universalgenie oder Hans-Dampf-in-allen-Gassen.

Viele Scanner haben allerdings gleichzeitig Probleme damit, sich festzulegen oder für einen Job zu entscheiden. Sie verlieren schnell das Interesse, weil sie sich für viele Dinge begeistern können und bei einer Sache langweilen und sind deshalb frustriert.

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9 Typen der Scanner-Persönlichkeit

Geprägt wurde der Begriff der Scanner-Persönlichkeit von der amerikanischen Autorin Barbara Sher. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit Menschen, die Schwierigkeiten bei der Zielfindung und Motivation haben. Lesetipp: „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“ (das Buch von Barbara Sher).

Allerdings gibt es nicht nur EINE Scanner-Persönlichkeit, sondern 2 Untergruppen mit bis zu 9 Typologien:

1. Zyklische Scanner

Dazu gehören sogenannte:

  1. Doppelagenten
  2. Sibyllinische Scanner
  3. Tellerjongleure

2. Sequenz-Scanner

Dazu gehören sogenannte:

  1. Ausprobierer
  2. Serienmeister
  3. Serienspezialisten
  4. Turbo-Wechsler
  5. Universalisten
  6. Wanderer

Das alles sind nur Prototypen und sollten nach Barbara Sher auch nicht als Entweder-Oder-Typen missverstanden werden. Häufiger seien sogenannte Mischtypen – gerade aufgrund der vielfältigen Interessen und Lebensstile der Scanner.

Gegenteil einer Scannerpersönlichkeit

Das Gegenstück zur Scanner-Persönlichkeit ist der sogenannte Taucher. Er vertieft sich immer weiter in ein bestimmtes Wissensgebiet und taucht darin regelrecht ab. Er beschäftigt sich hingebungsvoll mit diesem Thema und allem, was irgendwie damit zusammenhängt. Er kann auch andere Hobbys haben, diese fesseln ihn aber niemals mit derselben Intensität wie sein auserwähltes Fachgebiet.

Unterschied zum High-Sensation-Seeker

Beide Typen und Begriffe – Scanner und High-Sensation-Seeker (HSS) – wurden von Barbara Sher geprägt, sind verwandt, dennoch gibt es Unterschiede:

Sogenannte High-Sensation-Seeker suchen vor allem nach intensiven und aufregenden Erfahrungen. Wie Scanner bringen sie ein hohes Maß an Abenteuerlust und Neugier mit. High-Sensation-Seeker sind aber oft risikofreudiger und suchen nach neuen Herausforderungen, um sich zu stimulieren.

Scanner-Persönlichkeiten dagegen wechseln Tätigkeiten, Jobs oder Hobbys, weil diese sie langweilen oder einschränken. Sie möchten möglichst alle Ihre Talente und Leidenschaften ausleben – der HSS dagegen sucht den neuen Kick.


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Scanner-Persönlichkeiten: Merkmale der Hochbegabung

Scanner-Persönlichkeiten sind eine Variante und Ausprägung der Hochbegabung. Sie eignen sich Wissen schnell an und sind oft sehr gut in dem, was sie tun. Das ändert nichts daran, dass ihre Aufmerksamkeit nur kurzfristig auf einer Sache liegt. Es gibt einige Symptome und Merkmale einer Scanner-Persönlichkeit:

  • Sie lernen schnell Neues und können zwischen Themen wechseln.
  • Scanner-Persönlichkeiten sind kreativ und gute Autodidakten.
  • Sie verfügen über eine hochsensible Wahrnehmung.
  • Ihre Interessen gehen weniger in die Tiefe, dafür in die Breite.
  • Sie haben 1000 Ideen, die sie sofort umsetzen wollen – möglichst gleichzeitig.
  • Sie vermeiden eine Spezialisierung, weil diese schnell langweilt.
  • Sollen Sie sich auf eine Sache konzentrieren, fühlen sie sich eingeengt.
  • Sie probieren gerne neue Dinge aus, bringen aber nicht alles zu Ende.
  • Scanner neigen dazu, sich zwischen all ihren Projekten zu verzetteln.
  • Für Sie ist der Prozess wichtiger als das Ergebnis.
  • Sie wirken teils abwesend, weil ihre Gedanken ständig abschweifen.

Scannner Persönlichkeit Test 4 Fragen Multitalent Begabungen Interessen

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Herausforderungen für Scanner-Persönlichkeiten

Vielfältige Interessen und Begabungen sind nicht nur eine Stärke. Nicht selten werden Scanner-Persönlichkeiten von ihrem Umfeld als flatterhaft, wankelmütig und unbeständig wahrgenommen. Die vielen angefangenen Projekte wirken auf Außenstehende unorganisiert, unstrukturiert oder unzuverlässig. Scanner hingegen empfinden das nicht so.

Multitalent oder Generaldilettant? Scanner-Persönlichkeiten stehen häufig im Widerspruch zu den Erwartungen der Gesellschaft. „Was man angefangen hat, muss man zu Ende bringen…“, sagen viele. Auch die Berufswahl ist in der Regel auf Jahrzehnte ausgelegt. Das Verhalten von Scannern wirkt daher auf andere meist chaotisch und ziellos.

Selbstzweifel als Nichtskönner

Damit gepaart wird oft der Vorwurf, Scanner können nichts so richtig. Sie machen alles nur ein bisschen. Falsch! Scannerpersönlichkeiten widmen sich ihren Themen durchaus intensiv, durchdringen sie und sind auch gut darin. Auf hohem Niveau angekommen, vergeht ihnen allerdings der Spaß. Ihnen fehlt nicht das Können, sondern vielmehr die langfristige Lust und Begeisterungsfähigkeit. Durch den Druck und die Wahrnehmung anderer fühlen sich Scanner-Persönlichkeiten jedoch häufig wie Nichtskönner. Das führt nicht selten zu wachsenden Selbstzweifeln und einem sinkenden Selbstwertgefühl der Multitalente.

Das Verkennen eigener Stärken geht teils soweit, dass Betroffene sich selbst für einen Hochstapler halten. Aus Angst vor Ablehnung oder Mobbing versuchen manche gar, die eigenen Begabungen zu verschleiern.

Test: Bin ich eine Scanner-Persönlichkeit?

Erkennen Sie sich in den genannten Merkmalen und Beschreibungen? Ob auch Sie ein Scanner sind, können Sie mit dem folgenden Test herausfinden. Dieser ersetzt zwar weder ein ausführliches Coaching noch eine psychologische Beratung – er hilft aber bei der ehrlichen Selbsteinschätzung. Kreuzen Sie direkt online im Browser an, was auf Sie zutrifft. Je häufiger Sie zustimmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine Scanner-Persönlichkeit sind…

  • Schon als Kind hatte ich einen unstillbaren Wissensdurst.
  • Ich interessiere mich für völlig unterschiedliche Themen.
  • Für Neues kann ich mich sofort begeistern.
  • Ich sauge Wissen auf wie ein Schwamm.
  • Ich kann mir Wissen schnell und autodidaktisch aneignen.
  • Hat etwas mein Interesse geweckt, verfolge ich es intensiv weiter.
  • Projekte oder Hobbys lasse ich fallen, wenn sie mich langweilen.
  • Ich wünschte manchmal, mein Tag hätte 36 Stunden.
  • Es nervt mit kolossal, wenn andere langsam denken oder sprechen.
  • Ich besitze mehrere Abschlüsse, Weiterbildungen oder Auszeichnungen.
  • Ich bin reflektiert und selbstkritisch.
  • Ich empfinde mich als individuell und unkonventionell.
  • Ich besitze hohe Empathie und Einfühlungsvermögen.
  • Menschen, die nicht so vielseitig interessiert sind, finde ich schnell langweilig.
  • Bei mehreren Optionen kann ich schwer klare Entscheidungen treffen.
  • Ich neige dazu, mich zwischen all meinen Projekten zu verzetteln.
  • Die EINE Berufung kann ich einfach nicht finden.
  • Es fällt mir enorm leicht, neue Ideen oder Konzepte zu entwickeln.
  • Hierarchien und Autoritäten hinterfrage ich oft.
  • Starre Strukturen und enge Vorgaben sind mir ein Graus.
  • Ich arbeite lieber allein als im Team.
  • Freunde sagen mir nach, ich sei sprunghaft oder unstrukturiert.

Jobs und Jobsuche als Scanner-Persönlichkeit

Für Scanner ist die Berufswahl und Jobsuche eine der größten Herausforderungen. Ihr Lebenslauf weist oft viele Praktika oder mehrere Ausbildungen auf. Sich festzulegen und zu fokussieren, fällt Scanner-Persönlichkeiten extrem schwer.

Eine gute Nachricht für Scanner: Die heutige Arbeitswelt steht wechselhaften Persönlichkeiten und Lebensläufen mit Brüchen oder Lücken offener gegenüber als noch vor Jahren. Auszeiten, Sabbaticals, Umschulungen oder eine Selbstständigkeit im CV sind kaum noch ein Problem. Das gibt Scannern mehr Freiheiten.

Gute Jobs für Scanner-Persönlichkeiten

Weil Scanner-Persönlichkeiten auf zahlreiche Interessen und Talente zurückgreifen können, gibt es für sie auch mehrere Jobs und Berufe, in denen sie glücklich arbeiten können. Hier einige Beispiele und Job-Ideen:

  • Freiberufe und Freelancer

    Als Freelancer und Freiberufler können Sie Ihre Projekte selber wählen und arbeiten, was Sie wollen. Klar, das Geschäftsmodell muss funktionieren. Dank Internet und Online-Business bieten sich Scanner-Persönlichkeiten hier aber weite Betätigungsfelder. Beispiel: Virtuelle Assistenz.

  • Journalist und Autor

    Wer gerne schreibt, kann eine Karriere als Schriftsteller anstreben. Sei es als Autor von Fachbüchern oder Romanen, als Journalist oder Online-Redakteur. Vorteil: Jedes Thema ist neu, jeder Artikel anders. Vielseitigkeit ist also garantiert.

  • Coach, Trainer oder Berater

    Mit entsprechender Ausbildung, Erfahrung und Sozialkompetenz können Sie Ihr vielseitiges Wissen an andere weitergeben. Gleichzeitig lernen Sie immer wieder neue spannende Menschen kennen. Ob Sie als Coach, Trainer oder Berater arbeiten, kann zudem wechseln – die Abgrenzungen sind fließend.

  • Gründer und Unternehmer

    Wer vielfältige kaufmännische Interessen besitzt, kann sich damit selbstständig machen und eines oder mehrere Unternehmen gründen, Geschäftsideen und Märkte ausprobieren.

  • Kreative Berufe

    Viele Scanner haben ausgeprägte musische Begabungen. Für diese Scanner-Persönlichkeiten kommen vor allem Jobs in der Kunst, Musik, in den Medien, im Theater oder beim Film infrage. Aber auch im Marketing finden sie ein gutes Umfeld.

  • Wissenschaftliche Berufe

    Wer lieber forscht, lernt und neues Wissen sammelt, ist in Wissenschaft, Technologie und Ingenieurwesen gut aufgehoben. Auch die Medizin bietet ein breites Spektrum an Jobs.

  • Projektarbeit

    Die moderne Projektarbeit bietet ebenfalls größere Abwechslung als eine Festanstellung. Hier arbeiten Sie regelmäßig in einem anderen Umfeld, mit anderen Menschen und an wechselnden Aufgabem. Das vermeidet Langeweile. Eine Alternative können mehrere Teilzeitjobs sein.

Bevor sie sich entscheiden, sollten Scanner-Persönlichkeiten trotzdem herausfinden, welche Interessen und Leidenschaften bei ihnen besonders ausgeprägt sind und somit die Berufswahl zumindest etwas eingrenzen. Ebenfalls wichtig: Formulieren Sie für sich und die nächsten 5 Jahre ein paar Karriereziele. Auch das hilft dabei, sich zumindest vorübergehend zu fokussieren.

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Tipps für Scanner-Persönlichkeiten

Sie sprudeln nur so voller Ideen und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Diese Tipps helfen Scanner-Persönlichkeiten, Ihre Persönlichkeit mit den Herausforderungen des Alltags in Einklang bringen:

Wertschätzen Sie Ihre Multitalente

Akzeptieren Sie die Vielfalt Ihrer Talente und Leistungen. Lernen Sie zu schätzen, was Ihnen die Natur geschenkt hat. Ihr Wissensdurst und die vielen Interessen öffnen Ihren Horizont und durchlüften regelmäßig den Geist. Darauf dürfen Sie stolz – auch wenn Ihnen manche Erfolge scheinbar zufliegen oder leicht von der Hand gehen. Selbstannahme und -akzeptanz sind der Grundstein für den weiteren Erfolg.

Lernen Sie sich zu fokussieren

Die vielseitigen Interessen und Begabungen sind Ihr größtes Handicap. Umso wichtiger ist, dass Scanner-Persönlichkeit lernen, ihre Aufmerksamkeit zu konzentrieren und gleichzeitig Raum für unterschiedliche Aufgaben und Herausforderungen zu lassen. Routinejobs sind Ihr Feind, klar. Dennoch sollten Sie sich nicht schlecht oder schuldig fühlen, wenn Sie sich vorübergehend (!) für eine Tätigkeit entscheiden.

Notieren Sie Ihre Projekte

Weil es bei Ihnen in der Oberstube nur so blitzt und sprudelt, ist es wichtig, dass Sie Ihre Ideen und Einfälle sortieren und strukturieren. Hierbei kann ein „Projektbuch“, Bullet Journal oder Tagebuch helfen. Darin notieren Sie Vorhaben und behalten so den Überblick, indem Sie manches streichen oder ergänzen. Ebenfalls nützlich: besseres Zeitmanagement. Denn das gehört nicht unbedingt zu den Stärken der Scanner-Persönlichkeit.

Leben Sie Ihre Hobbys aus

Wer nicht alle paar Jahre den Job wechseln will, aber viele Interessen verfolgt, kann das in die Freizeit verlagern und sich per Hobby mit unterschiedlichen Themen beschäftigen. Machen Sie am Wochenende, worauf Sie Lust haben. Sorgen Sie privat für mehr Abwechslung und stillen Sie so Ihren Wissensdurst.


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[Bildnachweis: PanyaStudio by Shutterstock.com]

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