Jobangst: Was tun bei Entlassungen und Jobverlust?

In vielen Branchen und Berufen geht die Jobangst um. Waren die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die wirtschaftlichen Aussichten in den letzten Jahren immer sehr gut, ist Jobangst zum Begleiter zahlreicher Arbeitnehmer geworden – mit spürbaren Folgen. Vermehrte Kurzarbeit, Ankündigung von Stellenabbau und unsichere Entwicklungen schüren die Jobangst. Doch Jobangst kann auch außerhalb der aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie entstehen. Aber was genau sind die Ursachen hinter der Jobangst – und was hilft dagegen? Wir zeigen, was Sie zur Jobangst wissen sollten, erklären, warum diese so schädlich ist und wie Sie mit Jobangst umgehen können…

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Jobangst: Was tun bei Entlassungen und Jobverlust?

Jobangst: Wodurch wird sie ausgelöst?

Jobsicherheit ist ein wichtiger Faktor, auf den Mitarbeiter großen Wert legen. Sie erlaubt langfristige Planung, nimmt finanzielle und existenzielle Sorgen und vermittelt das gute Gefühl, sich in nächster Zeit nicht nach einem neuen Job umsehen zu müssen.

Gerade in letzter Zeit wächst jedoch die Jobangst. Fast in jedem Bereich zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Krise. Für Millionen von Arbeitnehmer wurde Kurzarbeit beantragt, Unternehmen bangen um die Existenz und die Arbeitslosenzahlen steigen.

Nicht überraschend, dass sich unter diesem Umständen die Jobangst ausbreitet. Kaum jemand kann sicher sein, wie der eigene Arbeitgeber aus der Krise hervorgeht und ob der eigene Arbeitsplatz sicher ist.

Die Wirtschaft bekommt die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren, Umfragen und Schätzungen zufolge könnte jedes Fünfte Unternehmen von Kündigungen als direkte Folge der Krise betroffen sein.

Unabhängig von der aktuellen Situation gibt es verschiedene Gründe und Auslöser, die zu verstärkter Jobangst unter Angestellten führen können:

  • Schwache Auftragslage

    Gerade in kleinen Unternehmen kann eine Flaute bei den Aufträgen schnell zu Jobangst führen. Bleiben die Kunden aus, bekommen Mitarbeiter dies schnell mit – schon weil weniger Arbeit anfällt und der Stress nachlässt. Hält dieser Zustand länger an, müssen Unternehmen sich möglicherweise anpassen und verkleinern. Das wissen auch Arbeitnehmer und die Jobangst steigt.

  • Sinkende Umsätze

    Oft in Kombination mit der oben genannten Auftragslage können sinkende Umsätze der Auslöser für Jobangst sein. Schreibt der eigene Arbeitgeber rote Zahlen, schrillen bei Mitarbeitern die Alarmglocken.

  • Kommende Veränderungen

    Arbeitgeber müssen mit der Zeit gehen, doch stehen Veränderungen an, steigt oft die Jobangst von Mitarbeitern. Gerade bei schlechter oder fehlender Kommunikation auf Seiten des Unternehmens wissen die Angestellten nicht, was auf sie zukommt und bangen um den Arbeitsplatz.

  • Angekündigter Stellenabbau

    Eine Garantie für verbreitete Jobangst: Gibt ein Unternehmen bekannt, dass in nächster Zeit Stellen abgebaut werden müssen – möglicherweise sogar im großen Umfang – versetzt dies die gesamte Belegschaft in Jobangst. Keiner weiß genau, ob er selbst von den Maßnahmen zum Stellenabbau getroffen wird.

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Konsequenzen: So sehr schadet die Jobangst

Wer schon einmal um den eigenen Job gebangt hat und eine Kündigung befürchtet hat, kann leicht nachvollziehen, wie schwierig die Phase der Jobangst ist. Vom Umfeld gibt es dann oft gut gemeinte Ratschläge im Sinne von Mach dir keine Sorgen, das wird schon wieder… oder Du findest doch auch einen anderen Job.

Das mag zwar stimmen, doch die Konsequenzen und negativen Auswirkungen der Jobangst sollten nicht unterschätzt werden. Jobangst kann sich in verschiedenen Folgen zeigen – sowohl körperlich als auch psychisch:

Wie stark die Konsequenzen der Jobangst sind, ist dabei individuell sehr unterschiedlich. Entscheidend sind Resilienz und Selbstbewusstsein des Einzelnen.

Jobangst ist schlimmer als der Jobverlust selbst

Die Angst vor einem Ereignis ist oft schlimmer als das Eintreten der befürchteten Situation. Genau so verhält es sich auch bei der Jobangst. Das soll den Jobverlust selbst natürlich nicht schönreden, doch gibt es einige Argumente dafür, dass viele Arbeitnehmer mehr unter der Jobangst leiden, als unter dem tatsächlichen Verlust der Arbeitsstelle. Das lässt sich gleich mehrfach begründen:

  • Gedanken sind schlimmer als die Realität

    Wer unter Jobangst leidet, stellt sich gedanklich meist das absolute Worst Case Szenario vor. Job weg, sofortiger finanzieller Notstand, eine lange Jobsuche, die nicht klappen will… Gedanklich malen Betroffene alles so schwarz, dass die Angst zu einer immer größeren Belastung wird.

  • Jobangst dauert an

    Jobangst kann sich über Wochen und sogar Monate hinziehen und stellt das Nervenkostüm auf eine Zerreißprobe. Mit dieser langfristigen Belastung kann nicht jeder umgehen.

  • Kontrollverlust

    Besonders schlimm während der Jobangst ist das Gefühl des Kontrollverlusts. Sie warten ab, bis sich herausstellt, ob Sie Ihren Arbeitsplatz behalten oder nicht. Nach dem Jobverlust können Sie die Kontrolle wieder übernehmen, aktiv werden und den weiteren Weg gestalten. Das fällt leichter, als in der Jobangst zu verharren.

Jobangst: So gehen Sie damit um

So unangenehm Jobangst auch ist, sie ist eine normale Reaktion auf schwierige Umstände. Der Wunsch nach finanzieller Sicherheit ist tief verankert, ein drohender Verlust der Einnahmequelle weckt somit Existenzängste. Auch zeigt Jobangst, dass Ihnen der Arbeitsplatz etwas bedeutet – wenn Sie auf einen drohenden Jobverlust mit Gleichgültigkeit reagieren, ist es vielleicht ohnehin Zeit, über einen Jobwechsel nachzudenken.

Die Frage ist: Wie gehen Sie mit der Jobangst um? Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können – um die Jobangst nicht nur besser ertragen zu können, sondern daran zu wachsen:

  • Suchen Sie den Austausch mit Ihrem Arbeitgeber

    Kommunikation zwischen Mitarbeiter und Unternehmen ist ein wichtiger Faktor im Umgang mit Jobangst. Suchen Sie deshalb den Austausch mit Ihrem Chef, sprechen Sie das Thema an und bitten Sie um weitere Informationen. Je mehr Sie erfahren, desto genauer können Sie sich darauf einstellen. Schon das hilft dabei, die Jobangst zu mindern.

  • Glauben Sie an sich selbst

    Klingt nach Binsenweisheit und Kalenderspruch, ist aber ein wichtiger Tipp bei Jobangst. Trauen Sie sich selbst zu, mit der Situation umzugehen und die Herausforderungen zu meistern. So sehen Sie sich der Situation nicht hilflos ausgesetzt, sondern behalten die Kontrolle.

  • Steigern Sie Ihren Marktwert

    Ihre Jobangst muss nicht nur negativ sein – betrachten Sie diese auch als Chance. Gerade jetzt sollten Sie vermehrt an Ihrem Marktwert arbeiten. Das lohnt sich in jedem Fall: Ihr aktueller Arbeitgeber wird alles dafür tun, um Sie als wichtigen Mitarbeiter zu halten. Falls eine Entlassung doch nicht vermeidbar ist, haben Sie bessere Karten auf dem Arbeitsmarkt.

  • Beginnen Sie frühzeitig mit Bewerbungen

    Wenn Sie unter Jobangst leiden, müssen Sie nicht abwarten, bis sich herausstellt, ob diese berechtigt ist oder nicht. Schauen Sie sich frühzeitig nach anderen Jobs um, informieren Sie sich über Möglichkeiten und aktualisieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen.

    Stellt sich heraus, dass Sie keinen neuen Job brauchen, können Sie die Bewerbungen einstellen oder zurückziehen. Für den Fall, dass die Jobangst sich bewahrheitet und eine Kündigung kommt, haben Sie vielleicht schon ein Vorstellungsgespräch oder sogar eine Zusage für eine andere Position.

[Bildnachweis: rogistok by Shutterstock.com]
25. Mai 2020 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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