Ganz unten angekommen: So geht’s wieder nach oben

Solange alles gut läuft, verschwendet wohl niemand einen Gedanken an schlechte Zeiten. Allerdings hat das Leben verschiedene Facetten – und längst nicht alle sind schön. Krisen, Niederlagen, Enttäuschungen, Scheitern, Schicksalsschläge – all das gehört zum Leben dazu und manchmal muss man sich eingestehen, dass man ganz unten angekommen ist. Mit voller Wucht schlagen Sie auf und wissen erst einmal nicht, wie es weiter gehen soll. Leicht wird es nicht, doch Sie können sich aus dem Loch wieder herauskämpfen. Warum es so wichtig ist, schnell wieder aufzustehen, wenn Sie ganz unten angekommen sind und was Sie dafür tun können…

Ganz unten angekommen: So geht's wieder nach oben

Ganz unten angekommen: Viele mögliche Ursachen

Die Redewendung Jemand ist ganz unten angekommen ist bekannt und verbreitet. Gemeint ist damit ein Zustand emotionaler Erschöpfung. Betroffene sind auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen, fühlen sich hilflos, leiden meist unter großer Angst und sehen keinen Ausweg, um etwas an ihrer eigenen Situation zu ändern.

Alles scheint aussichtslos, wenn Sie erst einmal ganz unten angekommen sind. Die Ursachen, die in ein solch emotionales Abrutschen verursachen können, sind dabei sehr individuell und verschieden. Abhängig sind die Auslöser auch von der jeweiligen Persönlichkeit und vorhandener (oder eben nicht vorhandener) Resilienz. Was den einen völlig aus der Bahn wird und in ein Loch fallen lässt, hat auf andere kaum eine Auswirkung.

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Der Job gilt dabei als ein besonders häufiger Grund, der dazu führt, dass Arbeitnehmer ganz unten ankommen – gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen kann ein Jobverlust eine regelrechte Sinnkrise auslösen. Ein wichtiger Teil des Lebens fällt plötzlich weg, verstärkt wird das Gefühl, ganz unten angekommen zu sein, durch mögliche finanzielle Probleme, Angst vor der Zukunft und Sorgen um die sozialen Auswirkungen der eigenen Arbeitslosigkeit.

Auf der anderen Seite kann beruflicher Stress bis an den Rand des Abgrunds treiben. Das ohnmächtige Gefühl, den Erwartungen nicht gerecht werden zu können, die Angst, einen Fehler zu machen, der fehlende Ausgleich zur dauerhaften Anspannung. All das kann gesundheitliche Folgen haben und Betroffene emotional in ein Loch reißen.

Neben dem Job kann eine Beziehung – vor allem deren Ende – eine so starke emotionale Belastung sein, dass Menschen ganz unten ankommen. Trennungen können regelrecht den Boden unter den Füßen wegreißen, besonders wenn diese plötzlich und unerwartet kommen. Es herrscht ein Gefühlschaos aus Verletzung, Wut, nicht erwiderten Gefühlen, Schuldgefühlen und purer Verzweiflung, das nur schwer zu kontrollieren ist.

Noch schlimmer sind die Auswirkungen eines ernsthaften Schicksalsschlags. Die Diagnose einer schweren Krankheit – bei einem selbst oder einer nahestehenden Person – oder Tod und Verlust eines geliebten Menschen sorgen bei vielen Betroffenen für eine ernste Krise.

Aufstehen und weitermachen: Darum ist es so wichtig

Es ist eine Binsenweisheit und fällt in die Kategorie Leichter gesagt, als getan, trotzdem ist die Aussage ungemein wichtig: Wer ganz unten angekommen ist, sollte nicht liegen bleiben, sondern möglichst schnell aufstehen und dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht.

Je mehr Zeit ganz unten vergeht, desto schwieriger wird es, den Weg zurück nach oben zu gehen. Die Einstellung passt sich an, das niedergeschlagene Gefühl wird zur Gewohnheit, aus Befürchtungen werden mehr und mehr Gewissheiten. Statt sich aus dem Loch zu kämpfen, ergeben Betroffene sich in die neue Lage, adaptieren zunehmend eine Opferrolle und werden endgültig mut- und antriebslos.

Wird hingegen der erste Schritt nach oben gemacht, folgt meist die Erkenntnis: Es geht eben doch weiter! Das Leben ist nicht immer schön, selten einfach und fast nie fair – wie damit umgegangen wird, liegt jedoch in der Verantwortung eines jeden einzelnen. Man kann sich selbst als Opfer der Umstände betrachten und nicht nur ganz unten ankommen, sondern sich dort einrichten. Oder Sie nehmen die Steine, die Ihnen das Leben in den Weg legt, um etwas Neues daraus zu bauen.

Tipps: So schaffen Sie es wieder nach oben

Die schlechte Nachricht vorneweg: Leider ist es nicht einfach, wieder aufzustehen, wenn Sie ganz unten angekommen sind. Ohnehin ist es sehr schmerzlich, auf dem Boden aufzuschlagen, doch aus der Erfahrung können Sie auch Kraft und Motivation ziehen, um sich am eigenen Schopf aus der Krise zu ziehen.

Bleibt die Frage: Was können Sie tun, wenn Sie ganz unten angekommen sind? Tatsächlich gibt es mehr, als die meisten vermuten. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, die emotionale Krise zu überwinden und aus dem Tal wieder nach oben zu klettern:

  • Schämen Sie sich nicht

    Es unangenehm und schwierig, sich selbst einzugestehen, dass man ganz unten angekommen ist. Anderen gegenüber schämen sich Betroffene häufig, fühlen sich deshalb noch schlechter, machen sich Vorwürfe oder isolieren sich. Solch negative Gefühle sind alles andere als hilfreich. Außerdem gibt es gar keinen Grund, sich zu schämen. Schlechte Zeiten erlebt jeder und vermutlich erfahren Sie in Ihrem Umfeld viel mehr Verständnis, als Sie erwarten.

  • Ziehen Sie die nötigen Schlüsse

    Aus jeder großen Krise lässt sich eine Menge lernen. Über andere, über sich selbst, über die gesamte Situation… Nutzen Sie die Zeit, um zu reflektieren und zu analysieren. Was hat dazu geführt, dass Sie ganz unten angekommen sind? Hätten Sie etwas anders machen können? Welche Auslöser und Gründe sind weiterhin vorhanden? Welche können Sie überwinden? Sie sollten versuchen, aus der Phase so viel wie möglich für die Zukunft zu lernen.

  • Vertrauen Sie sich selbst

    Die vielleicht wichtigste Erkenntnis, um von ganz unten wieder nach oben zu kommen, lautet: Sie haben es selbst in der Hand! Warten Sie nicht darauf, dass jemand anders eine Lösung findet oder dass die Dinge von sich aus besser werden. Egal, wie schwer es Ihnen anfangs erscheinen mag, Ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen bringen Sie wieder auf den richtigen Weg. Trauen Sie sich genug zu, werden Sie schneller aus der Krise heraus kommen.

  • Suchen Sie sich Unterstützung

    Trotzdem müssen Sie in der schwierigen Zeit nicht vollkommen auf sich allein gestellt sein. Freunde und Familie sind ein wichtiger Rückhalt, auf den Sie nicht verzichten sollten. Sprechen Sie offen über Ihre Gefühle und Ängste, hören Sie sich Ratschläge und Hilfsangebote an. Zu wissen, dass Sie wichtige Menschen an Ihrer Seite haben, kann den mühsamen Weg ein wenig leichter machen.

  • Sehen Sie das Positive

    Wenn Sie ganz unten angekommen sind, ist es vor allem Ihre Einstellung, die darüber entscheidet, wie schnell es wieder aufwärts geht. Halten Sie sich dabei vor Augen, dass es von nun an nur noch besser werden kann. Sie sind bereits ganz unten, es kann somit nur noch aufwärts gehen. Optimismus mag in dieser Zeit schwer bis unmöglich erscheinen, doch wird er Ihnen dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

  • Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen

    Sie sollten nicht zu lange warten, bevor Sie Ihren Aufstieg beginnen – allerdings sollten Sie dabei nicht erwarten, dass alles auf einmal funktioniert und Sie in kürzester Zeit wieder beim Normalzustand ankommen. Machen Sie lieber kleine, dafür aber stetige Schritte. Ansonsten laufen Sie Gefahr, sich zu überfordern und rutschen erneut in eine emotionale Talfahrt.

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]
22. Januar 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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