Lebenskrise: So überwinden Sie sie

Wer eine Lebenskrise durchläuft, fühlt sich im ersten Moment völlig hilflos. Das Leben verlässt für eine gewisse Zeit die gewohnten Bahnen und die Person sieht sich einer Herausforderung gegenüber. Das kann eine Lebenskrise mit 50 sein, wenn der Arbeitsplatz infolge einer Insolvenz plötzlich in Gefahr ist und sich jemand nach langen Jahren der Beschäftigung plötzlich wieder damit konfrontiert sieht, sich als Bewerber Unternehmen zu präsentieren. Das kann ebenso gut die Lebenskrise einer Frau und Mutter sein, deren Kinder (meist nicht so) plötzlich flügge werden und ausziehen. Solche Erfahrungen gehören zum Leben dazu. Und dennoch wissen viele nicht, wie sie damit umgehen sollen. Wie Sie sie überwinden können…

Lebenskrise: So überwinden Sie sie

Lebenskrise Definition: Eine von vielen Stationen im Leben

Lebenskrisen Beispiele wie überwiende ich eine Frau mit 50 40 30 Symptome DefinitionDem Wort Lebenskrise haftet nichts Positives an. Krise meint eine schwierige Lage, in der viele zunächst einmal nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Der Begriff leitet sich vom griechischen Verb krínein ab, welches für trennen beziehungsweise (unter-)scheiden steht. Daraus entstand später Krise, was so viel wie entscheidende Wendung oder Wendepunkt bedeutet.

Und im Begriff Lebenskrise schwingt erst recht etwas Existenzielles mit: Das ganze Leben so wie es bisher war, wird auf den Kopf gestellt.

Oder hängt womöglich von bestimmten Entscheidungen ab und wir wissen gerade nicht, wo uns der Kopf steht. – So oder so steckt viel Drama darin. Die Betroffenen stehen vor einer unbekannten Situation, können damit teilweise nur schlecht umgehen und befürchten das Schlimmste.

Beispiele für so eine Lebenskrise können sein:

  • Ihnen wurde gekündigt.
  • Ihr Partner hat Sie verlassen oder betrogen.
  • Sie erleiden eine schwere Krankheit.
  • Sie haben sich extrem verschuldet.
  • Sie haben einen schweren Unfall überlebt.
  • Eine geliebte Person verstirbt.
  • Sie stellen den Sinn Ihrer Arbeit infrage.
  • Sie erleben Mobbing am Arbeitsplatz.

Eine Lebenskrise kann eine Identitätskrise sein: So kann ein Jobverlust dazu führen, dass jemand seinen Wert infrage stellt. Bisher hatte er sich ausschließlich über die Arbeit definiert. Doch angesichts seiner Arbeitslosigkeit muss er sich erneut mit sich selbst, seinen Werten, Interessen, Stärken und Schwächen auseinandersetzen.

Diese Phase ist eine Zeit der Gefährdung und häufig der Überforderung: Was soll ich jetzt tun? Wie geht es weiter? Wer kann mir helfen?

Subjektive Empfindung ausschlaggebend für Bewertung

Eine Lebenskrise durchbricht unsere Routine. Bis dahin plätscherte alles so dahin, wir fühlten uns sicher. Und das Gefühl der Sicherheit ist ein hohes Gut, weshalb Krisen nicht besonders geschätzt werden.

Wer sich wünscht, dass alles doch einfach nur so weiterlaufen möge, verkennt einen entscheidenden Aspekt von Lebenskrisen. Sie erinnern uns an den Wert dessen, was wir haben, selbst im Falle eines Verlustes. Bestes Beispiel ist die Gesundheit: Geht es uns gut, nehmen wir es als selbstverständlich hin. Das ist völlig normal.

Denn es tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Dass unsere Gesundheit aber eben keine Selbstverständlichkeit ist, wird uns in dem Moment bewusst, in dem wir erkranken. Und umso dankbarer sind wir anschließend, wenn die Krankheit überwunden ist, selbst bei einer schnöden Erkältung.

Gleiches gilt für Lebenskrisen. Wenn alles glatt läuft, nehmen wir gar nicht mehr zur Kenntnis, dass es anders sein könnte. Dabei gibt es immer auch Menschen, die es deutlich schwerer haben. Natürlich ist eine objektive Bewertung dessen, was eine Lebenskrise auslöst, nicht ganz einfach und teilweise sogar unmöglich.

Das subjektive Empfinden kann davon absolut abweichen: Für einen Grundschüler mag die erstmalige fünf in der Mathearbeit einer Katastrophe gleichkommen – verglichen mit der Insolvenz eines Unternehmens, das nun 20 Mitarbeiter entlassen muss, sind die Konsequenzen natürlich deutlich geringer.

Das ändert aber eben nichts am Empfinden des Schülers. Andererseits gibt es Ereignisse, die bei vielen Menschen eine Lebenskrise auslösen würden. Der entscheidende Punkt ist, dass für jemanden eine unerwartete Veränderung eintritt, auf die er so gar nicht vorbereitet war.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass man sich nicht auf alles vorbereiten kann. Bestimmte Dinge werden mit einer größeren Wahrscheinlichkeit eintreten, lassen sich aber dennoch nicht beeinflussen. Der Tod der Eltern vor dem eigenen gehört beispielsweise dazu.

5 Krisen, die jeder Mensch hat

Lebenskrisen Beispiele wie überwiende ich eine Frau mit 50 40 30 Symptome DefinitionVielleicht denken Sie gerade: Na klar ist das Empfinden einer Lebenskrise subjektiv – deshalb ist es immer noch eine Krise! Und damit lägen Sie absolut richtig. Dennoch kann der Vergleich helfen zu erkennen, dass nicht jede Lebenskrise eine Katastrophe sein muss.

Sie ist mehr eine Zäsur, ein Hinweis für einen neuen Lebensabschnitt. Wer den Blick auf eine Lebenskrise durch eine neue Perspektive ändert, gibt sich die Chance, Krisen als etwas Normales zu begreifen, das jedem Menschen widerfährt und somit Teil des Lebens ist.

  • Die Erfahrung des Scheiterns

    Ganz gleich, ob Sie sich eine Joggingstrecke, eine Abschlussnote im Examen oder einen lukrativen Deal mit einem Kunden vorgenommen hatten: Wer sein gestecktes Ziel nicht erreicht, ist enttäuscht. Das gilt für alle Lebensbereiche, beruflich wie privat.

    Sie haben Zeit und Energie investiert und sich die entsprechende Belohnung erhofft. Bleibt die aus, gibt das dem Selbstbewusstsein erst einmal einen Dämpfer. Allerdings sollten Sie sich nicht zu lange gedanklich am Scheitern aufhalten. Denn immerhin haben Sie Ihr Glück versucht:

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren. Es bestand also eine gute Chance, dass es anders ausgeht – diese Erkenntnis sollten Sie vor Augen haben und stolz auf Ihren Einsatz sein. Beim nächsten Mal würden Sie es besser machen.

  • Die Erfahrung des Älterwerdens

    Auch das gehört zum menschlichen Leben dazu. Alle wollen älter werden, aber keiner will alt sein – nur leider geht das eine ohne das andere nicht. Das Alter, das durch einen runden Geburtstag in den Fokus rückt, kann eine Lebenskrise auslösen – etwa in Form einer Midlife-Crisis.

    Letztlich spielt das Alter aber nicht zwangsläufig eine Rolle. Auftauchen kann eine Lebenskrise mit 25, 30 oder 40 genauso wie in der Kindheit oder im hohen Alter. Entscheidend ist das persönliche Empfinden. Das ist üblicherweise mit fortgeschrittenem Alter anders ausgeprägt. Kinder haben häufig noch kein Zeitempfinden, sie haben eher das Gefühl, unendlich viel Zeit zu haben.

    Erwachsene hingegen haben schon die eine oder andere Lebenskrise gemeistert und schauen teilweise mit Wehmut auf verpasste Chancen. An dieser Stelle sollten Sie sich bewusst machen, dass es nicht den einen Lebensweg gibt. Viele Wege führen nach Rom und manche mögen Umwege, aber deshalb nicht weniger zielführend sein.

  • Die Erfahrung der Sterblichkeit

    Früher war der Tod Teil des gesellschaftlichen Lebens. In Zeiten geringer Kenntnisse und schlechter medizinischer Versorgung wie beispielsweise bis in die Neuzeit, war der Tod allgegenwärtig. Davon zeugen nicht nur künstlerische Darstellungen, sondern auch Bräuche wie das Aufbahren geliebter Menschen im Kreise der Familie.

    Seit diese Bräuche zurückgegangen und der Tod immer weiter hinausgezögert wurde, fand gleichzeitig eine immer stärkere Tabuisierung statt. Das trägt dazu bei, dass Menschen den Tod viel stärker fürchten. Auch der Umgang mit Trauer erschwert das Überwinden der Lebenskrise – denn Trauer ist ein Gefühl, das viele gerne beiseite schieben wollen. Nur lässt sich der Verlust so nicht verarbeiten.

    Er wird lediglich gedeckelt, die Gefühle in eine Ecke geschoben. Akzeptanz und Dankbarkeit hingegen helfen dabei, das traumatische Erlebnis zu überwinden. Akzeptanz, indem Sie die Gefühle zulassen. Dankbarkeit, indem Sie den Blick auf etwas anderes wenden: Für eine gewisse Zeit haben Sie diese Person begleiten und mit ihr bestimmte Erfahrungen und Erlebnisse sammeln dürfen.

    Alles das würden Sie vermissen, wenn es den Verstorbenen nie gegeben oder Sie ihn nie gekannt hätten. Und schließlich ist die Erinnerung an die eigene Vergänglichkeit eine Mahnung, wie sie in der ursprünglichen Bedeutung von Carpe diem erhalten ist: Nämlich jeden Tag sinnlich zu erleben, dankbar für die positiven Dinge zu sein, die einem widerfahren.

  • Die Erfahrung der eigenen Grenzen

    Dieser Punkt hängt ebenfalls mit dem Alter zusammen, allerdings geht es hier nicht um den psychologischen, sondern den körperlichen Aspekt: Die Glieder werden schwerer, erste Zipperlein stellen sich ein, vielleicht sogar mehr. Der Körper lässt sich nur bedingt nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Selbst eiserne Disziplin kann nicht verhindern, dass Falten entstehen, Haarverlust oder Sehschwäche eintreten.

    Ein gesunder Lebenswandel hilft in vielen Bereichen, aber er ist kein Garant dafür, nicht zu erkranken. Auch hier geht es letztlich um Akzeptanz: Die Dinge anzunehmen, die wir nicht ändern können. Und das dazu beizutragen, was wir ändern können – besseres Essen, mehr Bewegung und vielleicht auch mehr Wertschätzung dessen, was unser Körper tagtäglich leisten muss.

  • Die Erfahrung des Verlusts

    Das Ende einer Liebe wird oft ähnlich wie der Tod eines geliebten Menschen empfunden. Es handelt sich um eine Verlusterfahrung. Wir bleiben zurück, während eine andere Person sich entliebt hat. Oder Sie haben sich in eine Person verliebt, die Ihre Gefühle nicht erwidert. Der Gedanke daran, was hätte sein können – oder auch war – macht traurig.

    Dem können Sie ähnlich wie im Todesfall begegnen: Akzeptieren Sie das Unabänderliche. Und lassen Sie los. Konfuzius sagte einst: Wenn du etwas liebst, lass es los. Wenn es zu dir zurückkommt, gehört es dir. Ergänzt wird dieser Satz häufig: Wenn es nicht zurückkommt, hat es dir nie gehört.

    Darin zeigt sich, wie viel Lebenszeit unter Umständen vergeudet wird, wenn man der einen Person nachtrauert. Und es blendet einen zentralen Aspekt aus, nämlich den der Selbstliebe. Zu glauben, man sei nur vollständig, wenn eine andere Person einen liebt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Daher geht es nicht nur um Akzeptanz der Umstände, sondern auch um Selbstannahme.

    Der Wunsch nach Anerkennung und Liebe ist indes völlig menschlich und längst nicht nur auf die erotische Liebe bezogen. Aber statt sich nach seiner Erfüllung von Menschen zu sehnen, die das nicht leisten können (oder wollen), sollten Sie sich Menschen zuwenden, die Sie lieben.

Symptome offenbaren häufig Krisen

Nicht alle Menschen haben einen direkten Zugang zu ihren Gefühlen, haben gelernt, sich zu fragen, wie es ihnen geht. Oder ihr eigenes Handeln zu reflektieren. Bei manchen besteht ein diffuses Gefühl dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Aber die Hilflosigkeit wird nicht als solche erkannt und das Problem nicht angegangen. Manche Menschen haben auch nie gelernt, konstruktiv ihre Probleme zu lösen und haben sich negative Mechanismen zur Bewältigung ihrer Probleme angeeignet.

Manche Begleiterscheinungen können Symptome einer Lebenskrise sein, werden aber als solche nicht erkannt, da sie sich langsam eingeschlichen haben. Das können sein:

  • Besonders hoher Stress oder eine Lebenskrise werden mit Suchtverhalten kompensiert, etwa besonders starkes Rauchen, Fressattacken, Alkoholsucht.
  • Der Betroffene leidet unter Schlafstörungen. Er hat Schwierigkeiten durchzuschlafen oder Probleme beim Einschlafen.
  • Das gesundheitliche Befinden ist insgesamt nicht gut, häufige Infekte, aber nichts Greifbares.

Das sind nur drei Aspekte, die auf eine Lebenskrise hindeuten können. Es können weitaus mehr Symptome auftauchen. Dies ist abhängig davon, ob es sich noch um eine Krise handelt, die durch eine Veränderung der persönlichen Einstellung oder durch Coaching gelöst werden kann.

Oder aber ob diese Lebenskrise sich bereits zu einer Depression entwickelt hat. Die Symptome bei Depression und Lebenskrise können sich durchaus ähneln. Entscheidend für den Unterschied ist bei einer Depression vor allem die Dauer bestimmter Anzeichen.

Umgang mit einer Lebenskrise

Wie gut Sie eine Lebenskrise verarbeiten, hängt von Ihrer Resilienz, Ihrer Widerstandsfähigkeit ab. Manche Menschen werden schon durch kleine Vorkommnisse aus der Bahn geworfen, andere gehen aus Krisen gestärkt hervor.

Und das ist nicht zuletzt eine Willenssache: Entscheidend ist, was Sie daraus machen. Dafür bedarf es eines realistischen Optimismus und des Wunsches, etwas zu ändern und eigenständig Dinge anzupacken.

Wie Sie sich selbst helfen können:

  • Das Gute in jedem Tag sehen.

    Diese Idee hängst stark mit dem Konzept der Achtsamkeit zusammen. Es ist nie alles nur schlecht – es gibt immer etwas, das schön ist und wofür es sich zu leben lohnt. Aber manchmal verlieren wir den Fokus, weil wir uns nur auf das konzentrieren, was gerade nicht funktioniert.

    Dabei wird schnell vergessen, dass das andere nicht selbstverständlich ist. Achten Sie wieder bewusster auf Ihre Umgebung und registrieren Sie die angenehmen Dinge: Das kann der Scherz mit einer Kollegin sein. Das sonnige Wetter, das zum Eisessen einlädt. Die grüne Wiese hinterm Haus. Ein Waldspaziergang und dergleichen mehr – überhaupt eignet sich die Natur für faszinierende Entdeckungen.

  • Die eigenen Stärken erkennen.

    In einer akuten Lebenskrise entwickeln wir einen Tunnelblick. Das ist völlig normal, aber es ist wichtig, das zu wissen. Denn dieser Tunnelblick stellt lediglich einen Ausschnitt der Realität dar und führt dazu, dass wir diesen Ausschnitt als die ultimative Wahrheit missdeuten.

    Damit wird alles Momentane viel stärker gewichtet und das Vergangene beiseite geschoben. Wer beispielsweise seine Ausbildung abbricht, weil er merkt, dass die Inhalte in der Praxis so gar nicht sein Fall sind, könnte versucht sein zu denken, dass er so gar nichts kann. Dass dies der größte Fehler in der Menschheitsgeschichte sei und so weiter.

    Aber dieses Gefühl ist vor allem in der akuten Situation so stark. Es nimmt wieder ab. Nach etwas Zeit kommen wir zur Besinnung und dann sollten die eigenen Stärken bewusst gesehen werden: Dies ist nicht das erste Problem, was Sie in der Vergangenheit gemeistert haben. Danach ging es auch weiter.

    Erinnern Sie sich, wie Sie damals vorgegangen sind, was Ihnen gut getan hat. Zu wissen, dass man bereits aus eigener Kraft vieles bewältigt hat, verleiht Selbstvertrauen und die Zuversicht, auch künftige Lebenskrisen meistern zu können.

  • Das eigene Wohlbefinden fördern.

    Nehmen Sie sich Zeit, Ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und sich mit Problemen auseinanderzusetzen, etwa durch Meditation. Tun Sie etwas Gutes für sich. Nicht nur an einem Tag, an dem Sie sich (vermeintlich) mit etwas belohnen, das eher eine Sucht befriedigt (Tabak, Alkohol, Essen, Shopping…).

    Sondern dauerhaft, indem Sie gesunde Gewohnheiten einführen. Dazu kann beispielsweise das Kochen ohne Fertiggerichte gehören, ein bewussterer Umgang mit Nahrungsmitteln und eine größere Abwechslung. Oder aber sportliche Aktivitäten, indem Sie sich mehr bewegen, anfangen mit Joggen oder Wandern.

  • Die Hilfe anderer annehmen.

    Manche Menschen sind zu stolz oder schämen sich, Hilfe von anderen anzunehmen und erst recht, andere um Hilfe zu bitten. Das Eingeständnis, selbst an seine Grenzen gekommen zu sein, wird als Versagen empfunden. Dabei zeugt es von Selbsterkenntnis, seine eigenen Grenzen zu erkennen.

    Und wem sollten Sie Ihre vermeintliche Schwäche besser eingestehen können als Freunden? Ist das tatsächlich nicht möglich, müssen Sie sich fragen, ob diese Menschen wirklich Ihre Freunde sind? Tatsächlich ist es so, dass Freundschaften sich in einer Lebenskrise bewähren müssen.

    Hier trennt sich dann teilweise die Spreu vom Weizen – aber auch das hat etwas Gutes: Freunde, die keine sind, braucht niemand. Und auf der anderen Seite kann es Menschen geben, die einem beistehen, von denen man es vielleicht gar nicht erwartet hätte.

Positive Effekte von Krisenphasen

Wie gesagt: Eigentlich wollen wir uns in Sicherheit wiegen, so eine Lebenskrise reißt einen genau aus diesem Gefühl heraus und ist erst einmal unangenehm. Und dennoch gibt es tatsächlich positive Effekte. Was im ersten Augenblick zynisch klingen mag, erklärt sich bei näherer Betrachtung:

  • Wir schenken auch Kleinigkeiten wieder Aufmerksamkeit.
  • Wir erkennen die wirklich wichtigen Dinge besser.
  • Wir finden heraus, wem wir wirklich etwas bedeuten, wer in der Not beisteht.
  • Wir lernen wieder stärker auf unseren Körper und seine Signale zu achten.
  • Wir gelangen zu mehr Ruhe durch Akzeptanz und Selbstannahme.
  • Wir wachsen über uns selbst hinaus, machen Unmögliches möglich.

Und schließlich merken wir gerade rückblickend, dass wir viel stärker sind, als wir dachten. Die Lebenskrise wurde gemeistert, das Leben geht weiter. Manchmal in alten Bahnen, manchmal in neuen – hinzugekommen ist eine Portion Selbstvertrauen, dass wir gar nicht so hilflos sind wie anfangs gedacht.

Lässt das Gefühl der Hilflosigkeit in einer akuten Lebenskrise dennoch nicht nach und Sie merken, dass Sie an die Grenzen Ihrer psychischen Belastbarkeit kommen, sollten Sie sich aktiv um Hilfe bemühen. Das kann therapeutische Hilfe sein, ebenso gibt es aber auch Krisenhilfen in den Bundesländern.

Eine erste Anlaufstelle kann außerdem die ebenfalls bundesweit organisierte Telefonseelsorge sein, die unter folgenden gebührenfreien Telefonnummern erreichbar ist: 0800 1110111 und 0800 1110222.

[Bildnachweis: frankie’s by Shutterstock.com]
28. September 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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