Midlife Crisis Frauen Midlife Crisis Dauer Midlife Crisis Trennung Midlife Crisis mit 30
Die Midlife Crisis scheint immer weit weg zu sein und wenn überhaupt, sind davon nur andere betroffen. Die Realität sieht jedoch meist ganz anders aus. Mit großer Regelmäßigkeit schlägt die Midlife Crisis in deutschen Büros ein und wirft Männer wie Frauen zwischen 35 und 50 aus der Bahn. Zwar möchte es kaum jemand wahrhaben, doch es kann jeden treffen. Und was dann? Wir zeigen, was Sie zur Midlife Crisis wissen müssen, an welchen Anzeichen Sie erkennen, dass Sie betroffen sind und was Sie tun können, um wieder aus der Krise herauszukommen...

Midlife Crisis Definition: Keine Krankheit

Midlife Crisis Frauen Midlife Crisis Dauer Midlife Crisis TrennungMidlife Crisis: Ein Begriff, der in aller Munde ist und dem Anschein nach immer früher Menschen beiderlei Geschlechts trifft. Doch was ist das eigentlich genau?

Dem Duden zufolge ist eine Midlife Crisis eine...

(vor allem in Bezug auf Männer) krisenhafte Phase in der Mitte des Lebens, in der jemand sein bisheriges Leben kritisch überdenkt, gefühlsmäßig in Zweifel zieht; Krise des Übergangs vom verbrachten zum verbleibenden. Leben

Geprägt wurde der Begriff 1965 von dem kanadischen Psychoanalytiker Elliott Jaques, daher die englische Bezeichnung, die übersetzt "Lebensmittekrise" bedeutet.

Jaques hatte vorrangig Männer, darunter zahlreiche Künstler, untersucht und festgestellt, dass sie im mittleren Alter häufig unter Krisen litten. Einer breiteren Masse bekannt wurde der Begriff allerdings erst 1974 durch das Buch "In der Mitte des Lebens" der amerikanischen Autorin Gail Sheehy.

Die Wissenschaft ist sich uneins, ob es eine Midlife Crisis überhaupt gibt oder nicht (dazu später), aber eins ist sie sicherlich nicht: eine Krankheit. Es handelt sich eher um eine Sinnkrise, die mit Grübeleien, Unsicherheit, vielleicht auch Unzufriedenheit und Ängsten einhergeht.

Eine Definition muss auch deshalb unkonkret bleiben, weil für die psychischen Veränderungen im Laufe des Erwachsenenlebens keine vergleichbaren wissenschaftlichen Kriterien entwickelt wurden wie etwa für die Entwicklung im Kinder- und Jugendalter.

Midlife Crisis: Auslöser für die Krise in der Lebensmitte

Das erste Lebensdrittel hat einen klaren Fokus: die Zukunft. Der Kindergarten macht uns fit für die Schule, die Schule fit für die Uni, die Uni fit für den Arbeitsmarkt. Und so weiter. Das Leben spielt sich - sehr oft zumindest - nicht im Hier und Jetzt ab, sondern im Morgen.

Und wenn es dann so weit ist, wenn wir alles haben, Job, Geld, Frau oder Mann, Kind, was dann? Dann schlägt die Stunde der Midlife Crisis, die Krise in der Lebensmitte. Jeder kennt sie und weiß, was damit verbunden ist. Aber was löst die Krise eigentlich genau aus? Einen konkreten Zeitpunkt, ab dem die Midlife Crisis beginnt, gibt es nicht. Vielmehr spielen dabei verschiedene Faktoren eine Rolle und können beeinflussen, wann und wie stark die Krise auftritt.

  • Physische Auslöser

    Ab einem gewissen Alter setzen bei jedem die ersten körperlichen Veränderungen ein. Der Hormonspiegel ändert sich, bei Männern wird weniger Testosteron produziert, die Potenz lässt nach, Falten machen sich bemerkbar, die Haare werden grau oder fallen aus. Frauen kommen in die Wechseljahre, die Sehfähigkeit lässt nach und Probleme mit der Gesundheit, die es früher noch nie gab, treten zunehmend auf.

  • Psychische Auslöser

    Die Erkenntnis, dass rein rechnerisch die Hälfte des Lebens bereits vorbei ist, trifft viele wie ein Schlag. Die eigenen Eltern werden gebrechlich, es gab bereits Todesfälle in der Familie. Man sieht sich mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert und beginnt automatisch, alles zu hinterfragen. Habe ich in meinem Leben wirklich die richtigen Ziele verfolgt? Habe ich alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe? Hinzu kommen Zweifel und Sorgen, ob das Alter einen in den nächsten Jahren immer weiter einschränken wird.

Die typische Reaktion darauf: Man stürzt sich mitten hinein ins Leben, versucht sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass man entgegen dem ersten Anschein noch jung genug ist, um mitzuhalten und sich von der jüngeren Generation nicht den Rang ablaufen lässt.

Gibt es die Midlife Crisis überhaupt?

Midlife Crisis Frauen Midlife Crisis Dauer Midlife Crisis TrennungAber eine grundlegende Frage wird nur selten gestellt: Gibt es die Midlife Crisis überhaupt wirklich? Gerade weil die Sinnkrise so bekannt ist, wird sie selten hinterfragt.

Eine neue Studie der kanadischen University of Alberta hat genau das getan und behauptet: Alles Unfug, so etwas wie eine Midlife Crisis existiert nicht. Im Gegenteil. Die Psychologen begleiteten 900 Personen über einen Zeitraum von 25 beziehungsweise 14 Jahren und befragten ihre Probanden regelmäßig nach ihrer Zufriedenheit.

Ergebnis: Je älter die Menschen wurden, desto glücklicher waren sie.

Und: Am glücklichsten waren zur Lebensmitte die Personen, die verheiratet waren, einen Job und keine gesundheitlichen Probleme hatten. Auch eine höhere Bildung wirkt sich positiv aus.

Aber auch die Gegenseite hat Argumente. Beispielsweise lassen sich Frauen, nehmen wir mal jene aus der Schweiz, im Schnitt mit 46 Jahren scheiden, die Schweizer Männer mit 48. Ein Hinweis für die große Lebenskrise?

Andrew Oswald von der University of Warwick und Alexander Weiss von der University of Edinburgh vermuten sogar eine evolutionäre Veranlagung für die Midlife Crisis:

Anlass dafür gab eine Studie mit 508 Menschenaffen, deren Betreuer nach dem Wohlbefinden der Orang-Utans und Schimpansen befragt wurden. Dabei fiel auf, dass es den Affen in der Lebensmitte schlechter ging als in der Jugend oder im Alter.

Midlife Crisis: 7 Symptome der Krise

Wer in der Lebensmitte feststellt, dass er immer weiter in die Krise rutscht, redet sich die Situation oft erst einmal schön. Kaum jemand möchte akzeptieren, dass er sich in der Midlife Crisis befindet. Aber wenn die berufliche Karriere vorgezeichnet ist (hier ist auch von der Mid-Career-Crisis die Rede), alles vorhersehbar erscheint, wirft das Fragen auf.

Die Symptome lassen sich nicht einfach ignorieren. Vielmehr sollte man diese erkennen, richtig einordnen und entsprechend etwas unternehmen, um selbst etwas gegen die Krise unternehmen zu können. Wir stellen Ihnen sieben klassische Symptome der Midlife Crisis vor und zeigen, was Sie dagegen tun können:

  1. Unzufriedenheit

    Symptom:

    20 oder 30 Jahre im Job. Zermürbend, ermattend, sie hassen Ihren Job einfach. Been there, done that! Doch das Revier ist längst markiert, die Zeit für einen Branchenwechsel scheinbar abgelaufen. Dies jedenfalls ist nicht der Job, den Sie Ihr Leben lang machen wollten. Wenn das kein Grund für eine ausgewachsene Krise ist.

    Lösung:

    Im vergangenen Jahr fanden US-Datenanalysten heraus, dass 38 Prozent der Startup-Gründer in den USA schon die 40er-Marke überschritten haben. Es sind also keineswegs immer die blutjungen Uni-Absolventen (oder -Abbrecher), die in Papas Garage ihr IT-Unternehmen launchen. 40-Jährige sind - auch dank ihrer Erfahrung - perfekte Firmengründer, natürlich auch für die eigene Praxis, Kanzlei oder Agentur. Generell zeigt das: Ein Neuanfang in der Lebensmitte ist möglich.

  2. Angst

    Symptom:

    Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen, vor dem Unbekannten. Angst davor, was in fünf Jahren sein wird. Angst ist menschlich und kann ein Zeichen der Midlife Crisis sein. Wer keine Angst vor Veränderungen hat, kann besser mit Phasen des Umbruchs umgehen, sagen Entwicklungspsychologen. Je größer also die Angst, desto stärker das Symptom der Krise.

    Lösung:

    Den Lauf der Welt kann man nur sehr begrenzt beeinflussen. Aber sich mental durchaus auf Veränderungen einstellen. Tätigkeitsprofile wandeln sich, die Disruption vernichtet Geschäftsmodelle und schafft neue. Wie könnte sich das auf Ihren Job auswirken? Spielen Sie verschiedene Szenarien proaktiv durch, um zu Lösungsansätzen zu kommen. Die können im Ernstfall helfen. Das gilt natürlich auch im Privaten: Was, wenn die Eltern pflegebedürftig werden, die Kinder außer Haus sind? Szenarien durchspielen, realisierbare Lösungen und Pläne entwickeln - das hilft, Zukunftsängste abzubauen.

  3. Ohnmacht

    Symptom:

    Alles dreht sich, alles bewegt sich und man selbst ist dem Treiben hilflos ausgeliefert. Der neue Chef ist jünger, die jüngeren Kollegen sind so schnell - kann ich bei den ganze Entwicklungen überhaupt noch mithalten? Bin ich zu alt für sowas? Ein Auslaufmodell?

    Lösung:

    Stellen Sie sich ständig neuen persönlichen Herausforderungen. Nehmen Sie sich etwas vor und arbeiten Sie daran, dieses Ziel zu erreichen. So zeigen Sie sich selbst, dass Sie weiterhin leistungsfähig sind, neue Aufgaben lösen können und auch zukünftige Ziele angehen können.

  4. Schuld

    Symptom:

    Fest etabliert im Job, ein geregeltes Leben - das ist viel wert, aber in Zeiten des ständigen Vergleichs vielen nicht genug. Sie fühlen sich schuldig, dass Sie nicht Ihren Traum leben, dass Sie nicht die ganz große Karriere hingelegt haben, zu Ruhm und Reichtum gekommen sind. Und es dazu wohl auch nicht mehr kommen wird.

    Lösung:

    Nehmen Sie sich ein Beispiel an Dänemark. Die Dänen landen in den World Happiness Rankings regelmäßig ganz weit vorne, sind die glücklichsten Menschen der Welt. Forscher glauben, dass liege an ihren Genen. Andere versteigen sich zu der Aussage, dass die Dänen nur so glücklich seien, weil sie weniger hohe Erwartungen an das Leben haben. Das mag Unsinn sein, ist aber gar kein so schlechter Ratgeber. Die eigenen Errungenschaften wertschätzen, sich ab und zu klar machen, dass das Leben kein Hollywood-Film ist. Das macht zufriedener und lässt die Sinnkrise gleich weniger dramatisch erscheinen.

  5. Pessimismus

    Symptom:

    Mit 45 hat man das Beste schon hinter sich. Jetzt geht die Kurve nach unten, peu à peu geht es abwärts, körperlich, geistig, beruflich. Was kann ich jetzt noch erreichen? Nichts.

    Lösung:

    Shakespeare schrieb seine Meisterwerke wie Hamlet und Othello zur Mitte seines Lebens - zwischen 35 und 45 - und das zu einer Zeit, in ein durchschnittliches Menschenleben deutlich kürzer war als heute. Altersforscher glauben ohnehin nicht mehr daran, dass es so etwas wie eine Obergrenze gibt, ab der Spitzenleistungen nicht mehr möglich sind. Auch mit 90 kann man noch eine neue Sprache lernen oder als Wissenschaftler Herausragendes leisten. Daher: Alter schützt vor Erfolg nicht. Gut möglich, dass Ihre größten noch bevorstehen.

  6. Überlastung

    Symptom:

    Stress, Arbeit, Papierberge - nicht umsonst nennt man die Zeit zwischen 30 und 45 auch die Rush Hour des Lebens. Folge: Sie können nichts mehr genießen, sind mit den Kräften am Ende - und kurz vor der Krise.

    Lösung:

    Kommt zu den körperlichen Veränderungen der Lebensmitte und den vielen Sorgen und Ängsten auch noch Stress hinzu, wirkt dieser wie ein Katalysator. Darum gilt: Aktivitäten zurückfahren, Ruhephasen gönnen - leicht gesagt, schwer getan. Treten Sie manchmal bewusst einen Schritt kürzer, um Zeit für sich zu haben.

  7. Selbstzweifel

    Symptom:

    Ihre Karriere? Allenfalls Mittelmaß, glauben Sie. Sie haben es bislang nicht geschafft, zu einer Koryphäe ihres Fachs aufzusteigen - und werden es auf dem Rest des Weges wohl auch nicht mehr schaffen.

    Lösung:

    Perfektionismus kann einerseits zu besonderen Leistungen führen, aber andererseits ein uneinlösbares Versprechen sein. Ob im Job oder zuhause: Sie müssen nicht jede Aufgabe bis zur Perfektion entstellen. Nicht perfekt zu sein ist nicht per se schlecht, sondern in den meisten Fällen immer noch weit über dem Durchschnitt. Senken Sie die Erwartungen an sich selbst!

Midlife Crisis: (K)eine Männersache

Selbst in Filmen und Literatur wie American Beauty oder Lolita ist die Midlife Crisis immer wieder Thema und trägt durch ihre Darstellung zu klischeehaften Vorstellungen bei: In die Jahre gekommener Mann krempelt sein Leben auf links, "macht einen auf jung", fährt Motorrad oder Sportwagen, trennt sich von seiner Frau und/oder schafft sich eine jüngere Freundin an.

Dass dieses Klischee weniger der Realität entspricht, macht der Heidelberger Psychologe Hans Werner Wahl vom Netzwerk Alternsforschung deutlich: Bei weniger als zehn Prozent aller Männer äußert sich die Midlife Crisis derart extrem. Überhaupt gibt es die Midlife Crisis eben nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen.

Allerdings unterscheidet sich die Wahrnehmung bei den Geschlechtern. Auf einige Begleiterscheinungen der Midlife Crisis körperlicher und psychischer Natur wurde bereits eingegangen, hier soll etwas konkreter geguckt werden:

  • Männer

    Dass Männer die Lebensmitte als Midlife Crisis erleben, scheint vor allem daran zu liegen, dass sie häufig noch Probleme allein regeln wollen, statt sich darüber auszutauschen. Sie neigen eher dazu, depressiv zu werden.

    Männer nehmen Veränderungen an sich wahr, werden leichter müde und die Leistungsfähigkeit, mit der sie sich lange identifiziert haben, lässt nach. Da sie ihre Probleme ungerne besprechen, laufen sie Gefahr, ihre Probleme mit Alkohol und Drogen zu betäuben.

    Wahl zufolge leiden sie stärker als Frauen unter dem Älterwerden, da es ihnen schwerfällt, neue Ziele zu finden, nachdem der Beruf an Bedeutung verloren hat. Infolge einer stärkeren Gewichtung auf berufliche Erfolge bedauern nun viele Männer, dass sie früher wenig Zeit für die Kinder hatten.

  • Frauen

    Sie leiden körperlich häufig stärker unter den hormonellen Veränderungen, die den Eintritt in eine neue Lebensphase signalisieren. Aber auch familiär kommt es zu Veränderungen: Sei es, dass ihnen der Auszug der Kinder nahegeht oder aber, dass die eigenen Eltern plötzlich hilfebedürftig werden.

    Denn häufig sind es immer noch die Frauen, die pflegerische Tätigkeiten übernehmen. Im Gegensatz zu Männern sind sie allerdings besser darin, Probleme mit ihren Freundinnen zu besprechen.

    Auch beruflich ändert sich für sie teilweise viel - durch die flügge gewordenen Kinder haben sie ganz andere Kapazitäten. Sie entdecken neue Wünsche und Ziele, verfolgen diese.

Für beide Geschlechter gilt: Wenn die Veränderungen allerdings zu extrem sind und der Partner oder die Partnerin kein Verständnis dafür aufbringt, beide sich nicht austauschen, kommt es zu Schwierigkeiten, mitunter eben auch Trennungen.

Midlife Crisis: Nur eine Phase

Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stößt unter anderem auch auf Midlife Crisis mit 30 oder Midlife Crisis mit 35. Vor allem im Alter von 30 ist recht früh angesetzt. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 79 Jahren für Männer und 84 Jahren für Frauen wäre 30 Jahre als Hälfte des Lebens zu pessimistisch gedacht.

Der korrekte Fachbegriff für die Krise im Alter von 20 bis 30 Jahren wäre die Quaterlife Crisis: Sie beschreibt die Situation, in der sich vor allem Akademiker befinden, die am Scheideweg stehen: Sinnfragen, aber auch Orientierungsfragen wie etwa zur Berufs- und Partnerwahl sind hier typisch.

Aber nicht nur rein rechnerisch ist Midlife Crisis mit 30 wesentlich negativer gesehen, als sie in Wirklichkeit ist: Eine Studie von Dilip V. Jeste von der Universität von Kalifornien in San Diego zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, dass ab Mitte 40 die Lebenszufriedenheit und das Glücklichsein wieder merklich ansteigen:

Midlife Crisis mit 30 Midlife Crisis mit 35

Midlife Crisis Dauer: Eine Frage des Alters

Unabhängig davon, wie man das Kind nun nennt - ob Midlife Crisis oder Sinnkrise -, auffällig ist dennoch, dass diese Krise zu einem bestimmten Zeitpunkt bei vielen Menschen eintritt und das ist nun mal nicht das 20. oder 80. Lebensjahr.

Statistisch gesehen verläuft die Lebenszufriedenheit u-förmig. Das heißt, die Midlife Crisis beginnt etwa um das 40. oder 50. Lebensjahr, aber das ist von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Wer bereits früh ins Berufsleben getreten ist, heiratet zumeist auch früher, gründet ebenfalls früher eine Familie - halt die klassischen Stationen im Leben vieler Menschen.

Es liegt nahe, dass sich so jemand natürlich eher in jüngeren Jahren fragt Und was kommt jetzt? als eine Person, die beispielsweise mit 40 noch an einem ganz anderen Punkt in ihrem Leben ist. Daher wird die Zeitspanne, in der die Midlife Crisis eintreten kann, mit 35 bis 50 auch recht weit gefasst.

Wie Frauen und Männer Lebenszufriedenheit im Laufe der Jahre wahrnehmen, ist nahezu identisch. Beide Geschlechter machen hormonelle Veränderungen durch, allerdings seien die sozialen und psychischen Einschnitte laut Wahl deutlich gravierender für die Betroffenen.

Auch der Hang, sich eine jüngere Partnerin / einen jüngeren Partner zu suchen, sich ein schnittiges Gefährt anzuschaffen oder aufreibenden Hobbys nachzugehen ist keine reine Männerdomäne, das bezeugen etliche Beispiele aus der Welt der Stars und Sternchen.

Das zeigt nicht nur, dass eine Midlife-Crisis etwas Geschlechterübergreifendes ist, sondern eher etwas sehr Reguläres, wie eine zweite Pubertät. Zu diesem Ergebnis kommt der Ökonom Hannes Schwandt, der zu Lebenszufriedenheit forscht.

Midlife Crisis: Sie kann auch eine Chance sein

Wie Sie mit dieser Phase Ihres Lebens umgehen, hängt ganz von Ihnen persönlich ab - jeder hat seine Art und Weise. Manch einer versucht alles nachzuholen, was er seiner Meinung nach verpasst hat.

Andere verbringen ihre Zeit auf einmal mit Aktivitäten, die bei Freunden und Verwandten Verwunderung auslösen und wieder andere haben fast kein Problem, sich der Krise zu stellen. Sie betrachten die Midlife Crisis als Chance, um zu reflektieren, den bisherigen Lebensweg zu hinterfragen und sich zu überlegen, was sie mit den kommenden Jahren anfangen wollen.

Manch einem gelingt dies auf Anhieb, andere können es lernen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, die Midlife Crisis als Chance zu sehen und möglicherweise sogar zusätzliches gestärkten Selbstbewusstsein daraus zu ziehen.

  • Bleiben Sie realistisch

    Das bisherige Leben mit all seinen Erfolgen, Leistungen und Höhepunkten schlecht zu reden, bringt niemanden weiter. Ziehen Sie stattdessen eine realistische Bilanz und und wägen Sie Möglichkeiten ab. Das kann bedeuten, sich von Wünschen zu verabschieden. Loslassen zu können ist auch eine Kunst. Seien Sie stolz auf das, was Sie schon erreicht haben. Gleichzeitig haben Sie mit einer solchen Bilanz den Startpunkt, von dem aus Sie Ihre weiteren Vorhaben planen können.

  • Sehen Sie die Phase als Übergang

    Nein, die Midlife Crisis ist kein Grund, alles noch einmal komplett neu anzufangen, Beziehungen abzubrechen, den Job zu wechseln, sein Leben von Grund auf zu überdenken. Zwar kann es einige Punkte geben, bei denen Sie feststellen, dass Sie sich einen anderen Weg wünschen, doch handelt es sich dabei um Ausnahmen und nicht die Regel.

  • Wirken Sie der Krise entgegen

    Statt zu jammern, werden Sie aktiv: Sie können hormonellen Veränderungen sowie Falten wenig entgegensetzen, das ist der Lauf der Dinge. Aber Sie können Ihre körperliche Fitness beeinflussen. Nicht umsonst heißt es: Wer rastet, der rostet. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, sorgen Sie für genügend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Das beugt nicht nur Stress vor, sondern auch Arthrose, Osteoporose und weitere Beschwerden infolge von Bewegungsmangel.

  • Machen Sie sich Gedanken über die Zukunft

    Sie befinden sich in der Lebensmitte. Anstatt das Glas halbvoll zu betrachten, drehen Sie den Spieß um: Sie haben noch einmal genauso viel Zeit vor sich. Mehr als genug, um sich zu überlegen, welche Ziele man noch erreichen möchte, womit man sich selbst eine Freude machen kann und worauf man sich konzentrieren sollte, um die eigene Zufriedenheit zu steigern.

[Bildnachweis: Anchiy, KieferPix by shutterstock.com]

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